
von Dumbledoria
Das Leben im Schloss
Severus sah auf das Pergament, was er in den letzten Wochen regelmäßig getan hatte. Seine Hexe las, während sie ein Bad nahm. Wie er sich danach sehnte, bei ihr zu sein. Er schloss seine Augen und stellte sich vor, wie er hinter sie rutschen, seine Arme um sie schlingen und ihre Brüste umfassen und ihren nackten, nassen Körper an seinen drücken würde. Fast konnte er sich ihren zufriedenen Seufzer vorstellen, ihr überraschtes Keuchen, während seine Finger sie liebkosten. Ein weiteres Bild erschien vor seinem inneren Augen, was ihn veranlasste hinunter zu greifen, seine Erektion zu umfassen und sie langsam zu streicheln.
Jetzt erinnerte er sich an die gemeinsame Dusche. Als sie diesen Morgen hinein kam, war er nackt und über ihre schockierten Augen und das schnelle wegdrehen ihres Kopfes amüsiert gewesen. Es war so, als ob sie ihn nicht sehen wollte. Er war unsicher, ob sie wegen seines entsetzlichen, betrunkenen Benehmens die Nacht zuvor wütend auf ihn oder ob sie einfach nur verlegen war. Als sie seine Arme um ihn geschlungen hatte wusste er sofort, dass sie ihm seine Taten vergeben hatte. Severus konnte immer noch nicht glauben, sie so behandelt zu haben. Er fühlt sich wohl und wollte sie einfach haben. Es würde eine lange Zeit vergehen, in der er sie nicht halten, küssen oder berühren könnte. Er hatte einfach gewollt, dass sie darüber hinwegkam, doch sie hatte den Verstand ihn daran zu erinnern, warum es nicht sein durfte – jedenfalls noch nicht.
Hätte er sie in dieser Nacht genommen, wären sie wahrscheinlich nicht zurück nach Hogwarts gegangen und Dumbledore würde einen Spion vermissen. „Was möchte ich wirklich“, fragte er sich. Er hielt in seinen Bewegungen inne und dachte über die Frage nach, wie so oft in letzter Zeit. Falls das, was Lucius sagte, stimmte, würde der alte Mann eh nicht mehr lange da sein. Potter wäre siegreich und sein Lord wäre besiegt. Es schien auch so, als würde er die finale Schlacht nicht überleben. Warum würde er ohne sie bei seinem Lord bleiben? Warum wäre sie auf Potters Seite? Würde er sich irgendwann mit ihr zerstreiten?
Plötzlich stand er auf, entfernte sich von seinem Tisch und schloss seine Hose, die Masturbation für den Moment vergessen. ´Würde sie Potter näher kommen, während sie mit ihm lebte? Würde sie mich betrügen?´ Seine Laune verschlechterte sich enorm. Wenn sie ihn betrügen sollte, gebe es keine Möglichkeit, dass er die Seiten wechselte, um zu versuchen sie zu beschützen, noch weniger Potter! Da musste mehr dahinter stecken als das. Außerdem schien es, dass Potter ebenfalls um die gefallene Person grämte, ihm ermöglichte, sich zu verbessern, sich gegen seinen Feind zu behaupten und zu gewinnen. Severus war sich sicher, sein Tod würde Potter freuen und nicht betrüben oder nach Rache zu sinnen.
Das einzige, was ihn störte, war, dass seine Hexe neben sich vor Kummer stand. Wen sonst würde sie so betrauern wenn nicht ihn? Das Schicksal war grausam, zeigte ihnen bloß wenige Sekunden einer Szene auf eine Art und Weise, dass nur die Roben der Todesser wahrgenommen werden konnten. Da war keine Maske, Kapuze oder Haare die eine Person verstecken könnten. „Ich kann es nicht glauben, dass der Direktor sterben wird“, sagte er laut. „Wie? Wer? Warum?” Es war irreal an einen Zauberer wie Dumbledore zu denken, der durch einen einfachen Fluch sterben sollte.
Severus wusste, er sollte es Dumbledore erzählen, genauso so wie er wusste, dass er es seinem Lord erzählen sollte. Er wusste, dass er absichtlich Information vor dem Direktor zurückgehalten hatte, weil er wütend war, da er von ihm dazu gezwungen wurde, Hermine zurück ins Schloss zu bringen und weil er ihr Zimmer gesichert hatte, um ihn draußen zu halten. Es war schon Jahre her gewesen, das sie sich so zerstritten hatten. Die Dinge hatten sich zwischen ihnen immer noch nicht gelegt. Nichtsdestotrotz würde er Dumbledore davon erzählen, schließlich hatte der Mann ein Recht darauf. In wenigen Tagen wäre es Vollmond und Lucius würde sich bald melden.
Lupin hatte mit dem Schulleiter Vorkehrungen getroffen, um zu versuchen, den Geruch des Weasley Mädchens aufzuspüren, wenn er sich das nächste Mal verwandelte. Severus hoffte nur, Draco hätte genug Verstand besessen, um nicht in der näheren Umgebung geblieben zu sein. Wenn Lupin für das Mädchen das fühlte, was Severus vermutete, würde er seine Angst an dem Jungen auslassen. Er konnte spüren, dass sie in der Nähe waren, doch er hatte nicht die Zeit gehabt, um richtig nach ihnen zu suchen. Er wollte er nicht mehr Zeit als nötig ohne Hermine verbringen und endlich zu ihr nach Hause gehen. Jetzt, da sie wieder im Schloss waren, wurden ihm andere Aufgaben vom Schulleiter aufgetragen. Er nahm an, es sei eine Art der Bestrafung für seine Taten und das machte ihn nur noch wütender.
Ihm wurde die Aufgabe übertragen, jeden Tag bei Hermine und Potter vorbeizuschauen, um deren Hausaufgaben einzusammeln und zu sehen, ob sie alles hatten. Jedes Mal, wenn er ihre Lektionen dem Schulleiter brachte, musste er lange Gespräche über Dinge, die ihn nicht interessierten, über sich ergehen lassen. Die Momente in Hermines Nähe waren bittersüß. Jedes Mal hatte sie es sich mit einem Buch vor dem Feuer gemütlich gemacht und beobachtete jede seiner Bewegungen, während er vorgab, über die Aufgaben drüber zu schauen. Ihre Augen trafen sich und sie tauschten unausgesprochene Worte miteinander aus. Danach schnaubte er, verschwand schnell und hoffte, Potter würde nie seine sehnsuchtsvollen Blicke, die er für das Mädchen bereithielt, entdecken.
„Ha“, sagte er laut. „Dummfrecher Bastard.“ Als er zuvor hingegangen war, um deren Aufgabe zu holen, hatte der Junge es gewagt, ihn in ein Gespräch verwickeln zu wollen. Da er in dem gleichen Raum wie Hermine bleiben wollte, ließ er es zu. Es schien, dass der Junge versuchte, Zusatzinformation über seine Freunde zu bekommen, die im Grimmauld Platz geblieben waren. Severus fragte sich, ob es nicht etwas geben könnte, was Potter erbitten könnte. Versuchte der Junge freundlich zu sein, weil er was von ihm wollte? Wagt Potter zu denken, dass er mit dem Direktor in seinem Interesse sprechen würde?
Severus schnaubte. „Das werde ich ganz sicher nicht. Er kann…” Seine Stimme verlor sich. Wenn er es arrangieren könnte, dass Potter zum Grimmauld Platz gehen könnte oder eine Reise für das Balg und Hermine beaufsichtigen könnte, dann könnte er vielleicht Zeit mit ihr alleine haben. Severus nickte. Morgen würde er mit Dumbledore sprechen. Er würde es so formulieren, als ob es Potters und Hermines Bitte wäre, um ihre Freunde sehen zu können, auch wenn es nur für kurze Zeit wäre, und wenn er eine positive Antwort bekommen würde, würde er dem Direktor früher als geplant von Lucius´ Ergebnissen erzählen.
„Locus Hermine.“ Er blickte auf das Pergament und sah, dass seine Hexe mit dem Buch in ihr Bett geschlüpft war. „Wie sehr ich es mir wünsche, bei dir sein zu können“, sagte er wehmütig.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Pansy griff nach unten, um Rons Hand und seine brutalen Liebkosungen zu stoppen. „Schau“, sagte sie lachend, „du bist ein wenig grob. Wenn du mich beglücken willst musst du zärtlich sein.“ Sie grinste. „Zumindest bis ich sage, dass ich es härter möchte.“ Der letzte Teil wurde in einem verführerischen Ton gesagt, darauf hoffend, es würde seinem Ego nicht schaden. Er musste wirklich sehr viel lernen, er war nicht so wie Draco.
„In Ordnung“, antwortete Ron und seine Hand glitt sofort unter ihre offene Bluse.
Unzufrieden mit seiner Massage, wich sie zurück. „Sieh zu“, sagte sie sichtlich gereizt. Sie knöpfte die letzten zwei Knöpfe auf und streifte sich die Bluse komplett vom Körper. Er hatte schon ihren BH geöffnet, so dass sie es einfach abstreifte. Sich zurücklegend, legte sie jeweils eine Hand auf ihre Brüste und knetete sie zärtlich. „Siehst du, wie sich meine Hände bewegen? Durch sanfte Liebkosungen wirst du eine bessere Reaktion von mir bekommen.“ Mit ihrem Zeigefinger umkreiste sie ihren harten Nippel. „Deine Zunge bewegst du auf die gleiche Weise.“ Sie brachte einen Finger zu ihrem Mund und schnippte mit ihrer Zunge über die Fingerspitze. „So“, demonstrierte sie, „Wenn du saugst, wird es sich gut für mich anfühlen und dich befriedigen.“
„Manchmal werde ich einfach zu aufgeregt, aber ich bin froh, dass du es mir gesagt hast“, gestand er. Er griff nach ihr und liebkoste ihren Busen sanfter.
„So ist es richtig“, flüsterte sie anerkennend und legte sich auf das Bett zurück. Sie schloss ihre Augen und erlaubte ihm, zu experimentieren. Als sie seinen Mund auf sich fühlen konnte, stöhnte sie anerkennend. „Herrlich.“
Ron war glücklich, da sie es anscheinend zu genießen schien…endlich! ´Junge, sie stört sich sicher nicht daran, einen Kerl dazu zu bringen, sich wie ein Arsch zu fühlen. Ich frage mich, ob Hermine gesagt hätte, was ihr gefiel, wenn wir zusammen gewesen wären.´ An Hermine denkend fühlte er sich plötzlich schuldig. Er sorgte sich um Pansy und war froh, sie zu haben, doch Hermine konnte man nicht so einfach ersetzen. Er nahm an, er hätte auf sie warten sollen, sie hätten den Rest ihres Lebens gehabt, um alles richtig zu machen. Wenn der verdammte Snape ihn nicht verfolgt hätte, hätte er mit Pansy üben und danach Hermine richtig behandeln können. „Doch dafür ist es zu spät“, dachte er mürrisch. In diesem Augenblick merkte er, dass er Pansy gegenüber nicht fair war, weil er an Hermine dachte.
Er zog sich zurück um sie anzusehen. Als sie ihre Augen öffnete, konnte er das Flimmern von Unsicherheit darin erkennen. Dadurch fühlte er sich selbstsicherer, da sie anscheinend nicht sicher war, wie es den Anschein hatte. Er wusste, dass sie keine Jungfrau mehr war. `Dank dem verfluchten Malfoy´. Jedoch störte es ihn nicht so, wie er es anfangs angenommen hatte. Er gab vor, ihre Furcht nicht zu bemerken, und erlaubte ihr, sich zu fühlen, als ob sie verantwortlich wäre. „Alles in Ordnung?“
„Ja“, sagte sie und lächelte sofort. „Küss mich.“
Er senkte seinen Kopf, schloss jedoch nicht seine Augen, da er ihren Ausdruck sehen wollte, als sein Mund auf ihren traf. Sie würde nie wie Hermine sein, doch er war zufrieden. Er sorgte sich um sie und eines Tages würde er sie wahrscheinlich auch lieben. Sie kamen gut miteinander klar, auch wenn es schien, dass seine Mum sie nicht ausstehen konnte. Dies würde sich jedoch ändern. Wenn er nur Hermine aus seinem Kopf bekommen könnte, könnte er ihr die Aufmerksamkeit geben, die sie verdiente. Ein Teil von ihm war froh, das Hermine nicht im Grimmauldplatz geblieben ist, da es einfach nicht geklappt hätte. Innerlich grinste er bei dem Gedanken daran, dass sie mit Snape und wem auch immer Dumbledore ausgewählt hat, zusammen sein musste. „Geschieht ihr Recht“, dachte er abfällig.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Hermine saß auf einem Stuhl und wartete auf ihren Zauberer. Der tägliche Unterricht würde bald enden und er würde wie immer in Kürze zu ihnen kommen. Sie strich sich leicht durch ihre Haare und glättete es etwas, ging mit den Fingern hindurch, da sie unentschlossen war, wie sie es haben wollte. Mitten in ihrer Vorbereitung bemerkte sie Harrys Blick.
„Was?“, fragte sie schuldbewusst. „Die verdammten Haare wollen einfach nicht.“
Belustigt schüttelte er seinen Kopf. „Seit zwei Wochen machst du das. Immer bevor Snape kommt, sitzt du da und machst dich…zurecht!“, bezichtigte er. „Ich denke, du magst ihn.“ Er nickte seinen Worten bekräftigend zu. „Ich finde das lustig, weil es mich daran erinnert, wie es bei Lockhart war und du vor dem Unterricht das gleiche gemacht hattest, doch dann fing ich an…ähm…mir Snape anzusehen. Ich habe bemerkt, wie er dich ansieht, bevor er geht. Ich frage mich, ob auch er dich mag.“
„Oh wirklich Harry“, sagte sie und war froh, nicht zu stottern. „Wir sind nur befreundet. Das ist alles. Wenn man für mehrere Wochen zusammen lebt, passiert das, selbst zwischen einem Professor und einer Schülern.”
Harry grinste und machte ein unverbindliches Geräusch. Zu ihrem Entsetzen kam er hinüber zu ihrer Sitzbank, setzte sich neben sie, und legte seinen Kopf auf ihre Schulter und ließ seine Beine über ihren Arm baumeln.
„Harry, was machst du da?“
„Ich mache es mir bequem. Ich glaube, du hast nichts dagegen, wenn ich einen Blick auf das werfe, was du liest. Ich langweile mich ein bisschen“, sagte er unschuldig.
„Das machst du absichtlich!“ Sie grinste. „Fein. Bleib und lies mit mir”, sagte sie und fasste einen Entschluss. Innerlich dachte sie über Wege nach, Severus zu sehen, ohne das Harry dabei ist. Ohne es zu wissen hatte er ihr geholfen. „Danke Harry.“
„Für was?“, fragte er und setzte sich normal hin.
„Das du mit mir lesen möchtest“, antwortete sie und ließ ihre Stimme melancholisch klingen. „Ich…“ Sie zuckte mit den Schultern. „Ach egal.“
Neugierig fragte Harry nach. „Was ist? Rede mit mir. Seitdem du zurück bist, stimmt etwas nicht mit dir.”
Sie wusste, dass das die Wahrheit war. Es gab so viele Dinge, an die sie jeden Tag dachte und sie konnte sich noch immer keinen Reim auf Severus´ Geheimnisse machen. Sie fühlte, dass sie in ihn verliebt war, doch sie fragte sich, ob sie ihn nicht doch liebte. Sie nahm an, dies wären unterschiedliche Dinge. Der Abstand von ihm hatte sie bestimmt dazu gebracht, ihn mehr zu vermissen. Sie sehnte sich so sehr danach, in seinen Armem zu sein, so dass sie begonnen hatte, sich zu fragen, ob ihre Zweifel nicht einfach lächerlich wären. Wäre sein Herz nicht auf der richtigen Seite, warum würde Dumbledore ihn hier haben wollen? Wenn er Severus vertraute, dann würde sie das allerdings auch. Außerdem würde er jeglichen Schaden von ihr fern halten. Er liebte sie, irgendwie.
Traurig lächelte Hermine. „Unter uns beiden, ja, ich mag den Professor, doch du darfst das weder ihm noch irgendjemand anderem sagen.“
„Was?“ Harrys Augen weiteten sich. „Ich wusste es.” Er begann schallend zu lachen und das so laut, dass sein Magen zu schmerzen begann und er ihn festhalten musste.
„Das ist nicht witzig.“ Sie schlug ihr Buch zu. „Warum hab ich bloß etwas gesagt?“
Nach einigen Augenblicken sah Harry sie grinsend an. „Warum würdest du ausgerechnet ihn von allen Leuten mögen?“ Er schnaubte. „Ich verstehe jetzt alles“. Er senkte seine Stimme und ahmte so Severus´ leise und verärgerten Ton nach. „Miss Granger, Sie haben mich mit Ihrem unaufhörlichen Geschnarche wach gehalten! Ich konnte es sogar auf meiner Seite des Hauses hören. Sie werden Nachsitzen und den Boden schrubben.“
„Oh verschwinde Harry“, sagte sie und lachte ungeachtet dessen. „Außerdem schnarche ich nicht.“
„Doch, das tust du“, sagte er.
Hermine runzelte die Stirn und lehnte sich näher an ihn heran, so, als ob sie ihm ein Geheimnis erzählen würde. „Er war freundlich gewesen, nachdem Ron mich mit Pansy betrogen hatte. Er war da, als ich sie erwischt hatte, falls du dich erinnern solltest.“ Nachdem er genickt hatte, fuhr sie fort. „Nun, anscheinend mag er keine weinenden Frauen, deswegen gab er mir ein Buch. Lord Byron!“
„Sag nichts mehr“, erwiderte Harry trocken. „Ein Buch, das erklärt alles.“
„Warte“, sagte sie und zerquetschte fast seinen Arm. „In seinem Haus hatte er Regale über Regal voll mit Büchern. Jeden Abend saßen wir auf der Couch, so wie wir jetzt und haben gelesen. Es endete damit, dass wir sehr interessante Diskussionen über Lord Byrons Werk hatten. Als du dich zu mir gesetzt hattest, erinnerte es mich daran.“ Sie grinste und seufzte verträumt. „Ich muss gestehen, dass ich es vermisse, jemanden um mich zu haben, der es mag zu lesen. Das Lesen ermöglicht es mir über Ron hinwegzukommen. Durch die Bücher fühle ich mich, als könnte ich dem allem entfliehen.“
Harry nickte. „Ich wünschte wirklich, ich würde gerne lesen wollen Hermine, aber du weißt, es fühlt sich für mich wie ein Arbeitseinsatz an. Ähm…wenn du mit mir reden möchtest, dann werde ich dir zuhören“, bot er ihr an.
„Nein, das ist nicht das gleiche. Ich wünschte, er würde bleiben, damit wir lesen könnten, wenn er nach uns sieht, aber ich wette, er würde es nicht wollen, das du weißt, das er ein netter Kerl außerhalb der Schule ist.“
Harry machte ein würgendes Geräusch. „Genau.“
„Ich meine das wirklich, Harry. Hat er ihr gestern nicht zugehört, als du darüber gemeckert hattest, das du Ron und Gabrielle vermisst?“
„Ich habe nichts gemerkt.“
„Oh doch.“
„Und außerdem, es war nicht - ”
Harrys Stimme verlor sich, als das Portrait sich quietschend öffnete. Langsam trat Severus Snape den Raum, während er sie seltsam beobachtete. „Ich werde Ihre heutige Arbeit einsammeln. Ich nehme an, Sie haben sie beendet“, sagte er in einem gelangweilten Ton und sein Blick fiel auf den Tisch, wo deren Pergamentblätter lagen.
„Ja Sir“, sagte Harry schnell. Er ging zum Tisch und begann, an ihren Aufgaben herumzufummeln.
Hermine wollte, das Severus sie ansah, doch es schien, als hätte er Interesse daran gefunden, Harry zu beobachten. Sie fragte sich, ob er aufgebracht war, weil Harry so nahe bei ihr gesessen hatte. Oder ob er gehört hatte, worüber sie sich unterhalten hatten? Das konnte nicht sein. Harrys Stimme drang in ihre Gedanken.
„Ich bin es leid hier eingesperrt zu sein. Professor Dumbledore könnte uns wenigstens nachts spazieren lassen gehen wenn schon nichts anderes. Ich habe keine Lust zu lesen. Ich will Zaubererschach spielen, und sie will nicht.“ Er nickte Richtung Hermine. „Alles was sie will ist lesen. Ich verstehe wirklich nicht, warum Ron nicht hier bei uns sein kann.“ Er reichte Snape die Pergamente. „Hier. Ich werde ein Nickerchen machen, bis Dobby mit unserem Abendessen kommt. Wenn Sie den Direktor sehen, könnten Sie ihm sagen, das wir einige Bitten haben?“
„Ich bin kein Laufbursche der herumkommandiert werden kann“, antwortete Severus ruhig. Harry zuckte lediglich mit den Schultern und stürmte in sein Zimmer.
Hermine wusste genau, was passiert war, denn so hatte sie es geplant. Nun, es war nicht wirklich von ihr geplant, doch es war ein Anfang. Harry gab ihr ein bisschen Zeit allein mit Severus, ohne das volle Ausmaß ihrer Beziehung wirklich zu kennen. Seine dunklen, durchdringenden Augen trafen auf ihre und sie lächelte ängstlich.
„Sir, würden Sie mit mir lesen?“, fragte sie schüchtern.
Severus überlegte nur kurz. Er schaute von ihrer Stelle nahe dem Feuer zur Tür von Harrys Zimmer. Er legte die Pergamente zurück auf den Tisch und setzte sich neben Hermine und ließ einen angemessenen Abstand zwischen ihnen. „Was lesen Sie?“ fragte er knapp und nickte in Richtung Buch.
„Nur ein Buch über Lord Byrons Briefe“, sagte sie, zeigte ihm das Cover und rutschte näher heran.
„Nicht“, warnte er und erhob eine Hand.
„Aber ich vermisse dich“, flüsterte die verzweifelt.
„Ich dich auch“, sagte er, streckte eine Hand aus, um eine lockige Strähne ihres Haares hinter ihr Ohr zu streichen. „Zu nah zu sein Hermine, könnte verheerend sein.“
„Ich werde einen Weg finden, um zu dir zu kommen“, schwor sie. „Ich habe einen Plan.“
„Plan? Was für einen Plan?“
„Harrys Unsichtsbarkeitsumhang. Ich kann - “
„Nein! Du kannst es nicht riskieren auf dem Schulgelände gesehen zu werden.“ Er schüttelte seinen Kopf. „Ich verbiete es dir.”
Hermine rutschte noch näher. Harry hatte den Raum verlassen und sie würden einen privaten Moment haben. „Küss mich“, flüsterte sie. „Harry wird eine Weile nicht hier sein.” Sie sah eine Unsicherheit in seinen Augen und wusste, sie hatte gewonnen. Sie lehnte sich gegen ihn und streifte sein Kinn mit ihren Lippen. Mit einer Hand umfasste sie seine Schulter während ihre Lippen leicht über seinen Mund strichen. „Bitte“, flehte sie als er sich nicht bewegte. „Ich brauche das Severus.“
Im nächsten Augenblick wurde sie gegen die Armlehne des Sofas gedrückt, während er halb auf ihr lag, er ihren Mund eroberte und ihr Buch zwischen ihnen klemmte. Ihre freie Hand legte sie auf seinen Hinterkopf, so, als ob sie ihn davon abhalten wollte, sich von ihr zu lösen, während sie ein Bein Besitz ergreifend um ihn schlang. Als sie das tat, stöhnte er in ihren Mund und rieb sich leicht an ihr. Abrupt beendete er den Kuss und sah sie an.
„Die eine Nacht zu Hause…ich wünschte ich hätte ja gesagt“, gestand sie.
Er schüttelte seinen Kopf. „Nein, du hast das richtige getan.“ Er küsste sie sanft, erlaubte es ihr nicht, den Kuss zu vertiefen. „Ich kann so nicht weiter machen. Ich hätte das nie tun sollen.“ Er löste sich von ihr, schnappte sich die Pergamente und verließ schnell den Raum, ohne sich nochmals umzudrehen.
Sie war geschockt. Was meinte er damit, er könne so nicht weiter machen? Hatte er sie gerade nur alleine gelassen oder hatte er die Dinge ganz beendet? Das Bedauern in seiner Stimme machte es schwer zu unterscheiden. Tränen der Frustration und Enttäuschung strömten über ihre Wangen. „Bitte komm zu mir zurück“, sagte sie zwischen fast unhörbaren Schluchzen.
Eine Hand auf ihrer Schulter erschreckte sie. Harry. Er stand vor ihr und zog sie hoch in seine Arme. „Komm”, sagte er mitfühlend. Er führte sie in Richtung der Schlafzimmer, doch anstatt sie in ihr Zimmer zu bringen, brachte er sie in seins und führte sie zu seinem Bett. Ohne weiter nachzudenken, krabbelte sie auf sein Bett und bewegte sich nicht, als er sich hinter sie legte und einen Arm um ihre Hüfte legte. „Ich werde dich halten, bis Dobby mit dem Essen kommt. Weine ruhig wenn du möchtest.“
„Ich glaube, er ist für immer gegangen“, sagte sie gebrochen.
„Shh. Ruh dich aus. Ich bin für dich da.“
Sie nickte, jammerte so leise wie möglich und erlaubte ihrem Kummer sie in einen Schlaf zu wiegen. Auf der Reise zu ihren Träumen dachte sie über die Liebe zu ihm nach. Sie muss in ihn verliebt sein. Der Gedanke daran, ihn nie wieder zu küssen oder mit ihm zu sein, war fast unerträglich. Sie brauchte ihn.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
„Sehr gut Severus”, sagte Dumbledore langsam. „Ich werde ihnen erlauben, ihre Freunde an diesem Samstag am Grimmauld Platz zu treffen und ich werde Minerva bitten, sie zu begleiten.“
Severus zog seine Augenbrauen zusammen. „Ich werde das übernehmen.“ Er würde es nicht zu lassen, dass sie einen Tag außerhalb des Schlosses ohne ihn verbrachte. Er wollte, nein, er beabsichtigte mit ihr zu gehen, komme was wolle. „Albus“, sagte er und versuchte es mit einer neuen Taktik, „meine Absichten sind ehrenwert. So unangebracht es auch gewesen sein mag, aber sie ist erwachsen und nicht länger meine Schülerin. Ich habe nie eine Grenze überschritten, die ich nicht wieder rückgängig machen könnte. Zählt das denn gar nicht? Ich möchte den Tag mit ihr verbringen oder wenigstens in ihrer Nähe sein und ich werde nicht noch einmal fragen.“ ´Wenn du es nicht erlaubst, werde ich sie mir schnappen und wegbringen und wenn es nur dazu dient, um zu beweisen, dass ich es kann.´
Für einen langen Moment sah ihm der Direktor in die Augen. „Gibt es noch etwas anderes, was Sie mir erzählen wollen?“, fragte er und wechselte damit das Thema.
„Ja und das werde ich auch. Jedoch muss ich noch einiges abklären”, antwortete Severus bestimmt. „Der Besuch?”, fügte er hinzu, als der Mann nicht antwortete.
„Ich werde es erlauben. Ich bitte Sie nur diskret zu sein und sich am Grimmauld Platz nicht zu auffällig zu benehmen.“ Er setzte sich zurück auf seinen Stuhl. „Nun sagen Sie mir, was sie wirklich beunruhigt Severus.“ Dumbledore lächelte freundlich. „Lassen Sie nichts aus.”
Severus nickte. „Ich werde Potter und Hermine informieren”. Sich nach vorne lehnend legte er seine Ellbogen auf den Knien ab und blickte direkt in die Augen des Direktors. „Lucius hat Kontakt mit mir aufgenommen und mir einige Informationen über die Zentauren gegeben.“ Dumbledore schien nicht überrascht, wie Snape feststellte. „Er berichtete mir von den Visionen. Wie es scheint, wird jemand nicht mehr lange unter uns weilen. Draco und Ginevra Weasley werden zurückkehren und Potter wird den Dunklen Lord besiegen.“ Severus sah weg und erhob sich. „Ich habe Legilimentik benutzt um einige Dinge über mich selbst und meinen Verbleib herauszufinden. Jemand wird sterben, während Potter und Hermine dadurch gerettet werden. Wir vermuten, dass ich derjenige sein werde.“ Die Stille war bedrückend und er wartete ungeduldig, dass der Direktor etwas sagen würde und wagte es nicht, ihn erneut anzusehen, als er sich in die Nähe des Fensters stellte. Schließlich hielt er es nicht länger aus und warf Dumbledore einen Blick zu und bemerkte, wie dieser misstrauisch die Augen verengt hatte. „Sir?“
„Während ich damit gerechnet habe, nicht länger auf dieser Welt zu sein, verärgert es mich, dass es Sie treffen könnte.“ Dumbledore lehnte sich in seinem Stuhl zurück und verdeckte seine Augen mit der Hand. „Severus, Ihnen ist bewusst, dass es nicht unbedingt so kommen muss?“
„Ja, ist es“, antwortete er mit einem Nicken. „Es könntest so vieles passieren. Der Mond nimmt zu, was ein Vorteil für uns ist. Lucius wird uns wissen lassen, wenn neue Informationen vorliegen.” Severus seufzte. „Ich denke, ich sollte das ins Denkarium legen”.
„Einverstanden”, erwiderte Dumbledore und stand auf, um das Denkarium zu holen.
Die ganze nächste Stunde sah sich der Mann die Erinnerungen an und machte keinerlei Kommentare, die Severus zu einem Gespräch verpflichten könnten.
Er murmelte lediglich vor sich hin und sah sich immer wieder die Erinnerungen an. Ehrlich gesagt, machte das Severus nichts aus. Er nutzte die Zeit um an Hermine zu denken und die Art, wie sie sich an ihn geklammert hatte, als sie sich geküsst hatten. Er hatte den Raum verlassen müssen, bevor etwas passiert wäre, was sie beide kompromittiert hätte, vor allem mit Potter einen Raum weiter! Das Verlangen in ihrer Stimme hatte gereicht, um sein Blut zum Kochen zu bringen. Bevor er zu Dumbledore gegangen war, hatte er sich selbst befriedigen müssen. Als er ihr gesagt hatte, dass er momentan nicht so weiter machen konnte, war es das sicherste was er hätte tun können. Er hatte gehen müssen.
Verflucht, um ehrlich zu sein, war er nicht einmal in der Lage gewesen, sie ein letztes Mal anzusehen, da er seine Vorsicht wahrscheinlich über Bord geworfen hätte.
„Haben Sie mich verstanden?“
„Entschuldigen Sie, anscheinend war ich geistig abwesend. Was haben Sie gesagt?“
Dumbledore lächelte. „Ich sagte, dass ich noch mal darüber nachdenken werde, welche Schlüsse ich für die Zukunft daraus ziehen kann. Ich vertraue darauf, dass Sie zu mir kommen werden, sobald Sie etwas Neues wissen?“ Severus nickte. „Ich werde mit Firenze sprechen und sehen, was er für uns tun kann. Wir sollten und müssen ihn mit einbeziehen, seit er auf unserer Seite steht.“ Dumbledore lief um seinen Schreibtisch herum. „Nachdem ich mit ihm gesprochen habe, können wir entscheiden, was wir tun werden“.
„Gut Sir.“
„Sie können Harry und Hermine über unsere Entscheidung informieren, dass wir ihnen erlaubt haben, ihre Freunde über das Wochenende zu besuchen. Vielleicht werde ich ebenfalls vorbeischauen, aber um ehrlich zu sein, habe ich bereits anderweitig zu tun. Ich vertraue darauf, dass sie das Richtige tun Severus…das habe und werde ich immer.“
Severus nickte. „Ich danke Ihnen Sir.” Schnell verließ er das Büro um die Neuigkeiten dem Jungen und Hermine noch vor Beginn des Abendessens zu überbringen. Sie zu sehen hob seine Laune, auch wenn die Worte des Direktors ihm einige Male durch den Kopf gingen. Er wusste nicht, ob er enttäuscht oder erfreut sein sollte, dass ihm der Mann so vertraute. Plötzlich realisierte er, dass er dem Dunklen Lord von seinem Treffen mit Lucius berichten musste, auch wenn er seit dem letzten Treffen keinen Deut mehr wusste. Hoffentlich entschied sich dieser nicht, ihn ausgerechnet am Samstag zu sich zu rufen, denn diesen Tag wollte er mit Hermine verbringen. Das Feuer im Gemeinschaftsraum war niedergebrannt und das Buch lag auf Hermines Sessel, wo sie gesessen hatte. Ihre Zimmertür war verschlossen. Anscheinend war sie in ihr Zimmer gegangen, um ein Bad zu nehmen oder ein Schläfchen zu halten. Doch er bemerkte, dass die Jungentür geöffnet war. Gerade, als er sich dem verdunkeltem Raum nähern wollte, erschien Potter aus der Dunkelheit und zog die Tür hinter sich zu.
„Sir”, begrüßte er ihn.
„Potter, ich habe Neuigkeiten.“ Er wartete, in der Hoffnung, dass seine Stimme, Hermine hervorlocken würde. „Der Direktor hat entschieden, dass es in Ordnung ist, einen Tag im Hauptquartier zu verbringen, also werden wir am Samstag aufbrechen.“
„Wir?“
„Ja“, antwortete Severus mit einen leisem Schnauben. „Ich werde der Anstandswauwau sein.“ Hermine war nicht erschienen, also drehte er sich auf dem Absatz um und ging direkt Richtung Ausgang.
„Sagen Sie Ihrer Freundin Bescheid.“
Verärgert machte er sich auf dem Weg in seine Privatgemächer, holte das magische Pergament aus seinem Schreibtisch hervor. Leise wisperte er den Spruch, der Hermine lokalisierte und sofort verdunkelten sich seine Augen.
´Momentan schlafend im Bett von Harry Potter, mit ihm an ihrer Seite.´
Wie konnte sie? Was war passiert? Kein Wunder, warum der Junge die Türe hinter sich geschlossen hatte. Wer wollte schon dabei erwischt werden, wenn er etwas Falsches tat? Seine Hexe hatte einiges zu erklären und er würde sitzen bleiben und auf das Pergament starren und zu sehen, was nun weiter dort geschehen würde.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Harry beobachtete die schlafende Hermine und fragte sich, was sie wohl träumen mochte. Während sie schlief, hatte sie einige Dinge gemurmelt und sich etwas hin und her gewälzt. Am liebsten hätte er sie geweckt und ihr von Snapes Besuch erzählt, doch das wagte er nicht.
Er war immer noch platt von dem, was er mitbekommen hatte. Als er in sein Zimmer ging, verzauberte er die Tür so, das sie geschlossen schien. Doch er hörte und sah alles, was vor sich ging.
Hermine und Snape hatten sich geküsst und sie hatte mehr von diesem Mann gewollt, doch er hatte sie zurückgewiesen. ´Dumbledore wird darüber nicht glücklich sein´, dachte er grummelnd. Warum war Snape auf diese Art und Weise an Hermine interessiert? Er hatte sie doch immer gehasst. In früheren Jahren hatte er keine Gelegenheit ausgelassen sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum Weinen zu bringen oder verbal zu attackieren. Eines, das er nie gesehen hatte, war die Art, wie Snape mit ihr sprach, wie er sie angesehen, wie er sie berührt hatte. Es war ihm klar, dass Snape nichts mehr, als bei Hermine bleiben wollte, und dass es ihn viel Mühe gekostet hatte, sie zurückzuweisen.
Harry schüttelte ungläubig seinen Kopf, als er näher an Hermine heranrutschte. Er lag garantiert richtig. Sie war vernarrt in ihn, aber sie versuchte ihm klar zu machen, dass Snape ihre Gefühle nicht erwiderte, doch er wusste es besser, Snape wollte sie auch.
In welchem Ausmaß wusste er nicht. Jeden Tag, wenn der Mann kam, ging er nicht, ohne einen Blick mit Hermine ausgetauscht zu haben. Oh, sie wussten nicht, dass er sie beobachtet hatte, da er immer versucht hatte, teilnahmslos oder beschäftigt zu wirken, doch er merkte, dass etwas vor sich ging. Er fragte sich, wie genau Hermine ihre Situation dienlich war. Er hatte angenommen, dass sie eine Art von Trank brauen würde. Doch da war noch mehr als das.
Erst gestern hatte er seine Theorie getestet. Snape war wirklich freundlich gewesen. Natürlich war er wie immer leicht sarkastisch, aber das war lediglich der Versuch seine Gefühle für Hermine zu verstecken. Was Harry in Erfahrung bringen konnte, war, dass sie damals fast mit einander…geschlafen hätten, aber Hermine hatte entschieden, dies nicht zu tun, da sie es für keine gute Entscheidung gehalten hatte. Kurze Zeit später hatte sie ihre Meinung geändert und wie es schien, hielt Snape es für eine richtige Entscheidung, was Harry überraschte. Warum nutzte er sie nicht aus? Wenn Gabrielle sich ihm so anbieten würde, könnte er sich nicht zurückhalten. Warum tat er es dann also? Warum lehnte der Mann so ein Angebot ab? Harry starrte Hermine an. Würde Gabrielle so nach seiner Aufmerksamkeit fragen, würde er sie ihr gewähren, doch er war sich bewusst, dass dies wohl nie passieren würde. Andererseits wollte er mehr über Gabrielle herausfinden. Tatsächlich wollte er genau dies an ihrem Ausflug tun, er musste nur noch überlegen, wie er das anstellen sollte, aber Snape und Hermine waren die Lösung. Sicherlich wollten die Beiden auch alleine sein, diese Chance wollte er nutzen. Ron würde den Wink mit dem Zaunpfahl schon verstehen und für eine Weile verschwinden. Perfekt.
Obwohl er es lieber hätte, wenn Hermine einen anderen treffen würde, konnte er die Nützlichkeit erkennen, Snape in der Hand zu haben. Wenn der Mann so nachsichtig mit ihr wäre, würde er es mit anderen sein, oder? Erneut verweilten seine Augen auf Hermines schlafendes Gesicht. ´Was siehst du in ihm? Wie konntet ihr beide in solch eine intime Beziehung geraten? War es so, wie es mir erzählt hast? Das Lesen?´ Harry nahm an, sie würde mit ihm sprechen, wenn sie aufwachte. Sie würden über alles sprechen und er würde ihr seine Meinung dazu sagen.
Was waren seine wahren Meinungen? Er seufzte. Wenn Snape sie glücklich machte, wieso sie nicht unterstützen? „Ich kann nicht glauben, was ich denke“, flüsterte er laut. Er wäre darüber nie glücklich gewesen, wenn er nicht gesehen hätte, wie Snape zu ihr war. In diesen kurzen Momenten mit ihr war er nicht der widerliche Bastard, sondern nur ein Kerl, der sich um seine Frau sorgte. ´Ich hasse Snape. Kann ich meine Gefühle jemals zurückstellen, um ihn wirklich um uns herum zu akzeptieren, ganz gleich wie dienlich er für uns ist? Vielleicht ist es nicht wert, Hermine zu opfern, um etwas Zeit allein mit Gabrielle verbringen zu können.´ Erneut seufzte Harry. „Hermine“, sagte er und schüttelte sie leicht. „Wach auf.“
In diesem Augenblick sprang die Tür auf. Harry sprang auf, Hermine erwachte und setzte sich wackelig auf. „Was los?“, fragte sie mit verschlafener Stimme.
„Dobby bringt Harry Potter sein Abendessen.“
Harry grinste. „Stell es einfach draußen hin Dobby. Wir warden heraus kommen.” Sein Herzschlag kehrte in einen normalen Rhythmus zurück. Für einen Moment, hatte er erwartet, das Snape zurück gestürmt kommen würde. Er grinste. ´Es gab keinen Weg, wie er herausfinden konnte, das sie in meinem Bett war als er kam.´ „Hungrig?“
„Nein“, murmelte sie. „Harry, warum ich geweint habe, Professor Snape hat nichts falsch gemacht.“
„Schau, ich bin hungrig. Lass uns reden, während wir essen.“ Sie nickte und Harry führte sie zu deren Tisch. Dobby wartete mit einem breiten Lächeln auf sie.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ginny lächelte, als Draco sich an ihr vorbei drängte, um nachzusehen, ob jemand da war, der ihn vielleicht erkennen könnte. Er fand zwei liegen gelassene Umhänge, die sie tragen konnten und apparierte sie beide zu einem schmalen Durchgang in der Winkelgasse, in der Nähe von Gringotts. Dies kostete ihn sehr viel Kraft. Allerdings erklärte er, dass die fehlende Übung, mit jemandem zusammen zu apparieren und die Tatsache, dass er es schon lange nicht mehr getan hatte, der Grund hierfür sei. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass alles in Ordnung war, kam er mit einem zufriedenen Ausdruck im Gesicht zurück. „Wie es aussieht, sind die Straßen heute leer. Nur ein paar Streuner.“ Er zog eine Kette unter seinem Shirt, an dem ein Schlüssel hing, hervor. „Ich möchte dich nicht alleine lassen, aber zusammen fallen wir auf. Ich werde das Geld holen gehen und dann können wir bei Ollivander einen neuen Zauberstab und einen Besen kaufen. Danach sehen wir weiter.“
„Ich werde mich hier hinter diesen Tonnen verstecken. Es wird mir gut gehen“, sagte sie und stellte sich auf die Zehenspitzen um ihm einen Kuss auf die Wange zu drücken. „Sei vorsichtig.“
In Richtung der Tonnen nickend antwortete er: „Geh.” In dem Moment, wo sie komplett außer Sicht war, zog er sich die Kapuze über den Kopf und betrat die Straße.
Sie zogen von der ersten Höhle, in der sie hausten, in eine leer stehende Wohnung, in Hogsmead. Es war am Ende einer Straße in der Nähe von Madam Puddifoots. Sie besorgten sich etwas zu essen und nutzten das warme Wasser. Die ganze Zeit, in der sie zusammen waren, hat er keinen Versuch unternommen, sie zu irgendetwas zu drängen, was sie nicht wollte. Ab und an hatte er sie mit zusammen gekniffenen Augen gemustert. Immer dann fragte sich Ginny, ob er die Entscheidung, mit ihr davon zu laufen, bereute.
Jedoch gab es auch Momente, wenn er sie wirklich anlächelte oder umarmte und ihr damit das Gefühl vermittelte, dass alles gut werden würde, dass Voldemort und sein Vater nicht hinter ihr her waren. Sie vermisste ihre Familie, doch andererseits fühlte sie sich bei Draco sicherer als sonst irgendwo, selbst Hogwarts konnte da nicht mithalten. Draco glaubte, dass sie dort nicht sicher waren und sie vertraute seinem Urteil. Sie hoffte nur, dass Bill oder irgendjemand anderes in der Bank ihn nicht erkennen würden. Wenn er Recht hatte, würde er rein und raus gehen, ohne erkannt zu werden.
Ihr Plan war, zurück nach Hogsmeade zu apparieren und noch einige Tage in der Wohnung zu verbringen. Sie würden mit Hilfe des neuen Zauberstabes ihr Aussehen, ihre Haare, Augen, und Kleidung verzaubern. Danach wollte Draco mit dem Besen an die Küste fliegen und dort eine Wohnung mieten. Er sagte, sie könnten jede Woche woanders hingehen und auch ihre Erscheinung ändern. Für sie klang das nach einem guten Plan, sie hoffte nur, dass sie keiner entdecken würde. Draco wollte dort bleiben, bis der Krieg vorbei war. Wenn Voldemort besiegt war, würden sie zurückkehren und sich ihrer Familien stellen. Sie war sicher, dass ihre Eltern sie lieber sicher, als Gefahren ausgesetzt sahen.
Die Zeit verstrich und der Mond ging auf und warf sein Licht auf die Gasse. In einigen Tagen würde es Vollmond geben und Ginny fragte sich, ob Remus es wagen würde, das Haus zu verlassen. Jeden Monat vor und nach dem Vollmond war er immer schwach, da sich sein Körper verwandelte. Vermisste er sie? Versuchte er sie zu finden? Wie fühlte er sich, jetzt, da er wusste, dass sie nicht immer auf ihn warten würde? Sie zuckte mit den Achseln. ´Zum Teufel mit ihm. Jetzt habe ich Draco.´
TBC
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel