
Die Wahrheit kommt ans Licht
Die Stille um mich herum war schon fast greifbar, jedem schien es die Sprache verschlagen zu haben sichtlich der Worte die sie gerade von mir gehört haben.
„Sag dass noch mal“, wisperte Lupin neben mir leise. „Ich bin die Tochter des dunklen Lords“, erwiderte ich gehorsam und wagte es nun endlich meinen Blick zu heben.
Die Reaktionen der Anwesende auf das eben gesagte war sehr unterschiedlich. Remus’ Gesicht war schreckensbleich, Hermine zitterte am ganzen Körper, Dumbledore war sichtlich bestürzt, Ron war einige Meter vor mir zurück gewichen und Harry schaute mich nun mit Hass verzerrtem Gesicht an. Nur Moody wiegte seinen Kopf hin und her. Sein Auge drehte sich mit Schwindel erregender Schnelligkeit in seiner Höhle.
„Also war es doch kein Gedächtniszauber. Das ergibt ja ganz neue Perspektiven“, murmelte er vor sich hin. Dumbledore blickte ihn fragend an. „Was meine sie damit Mad Eye?“ „Ist das nicht offensichtlich Albus? Sie ist die Tochter des dunklen Lords, damit ist sie ungemein wichtig für ihn. Wir können ihn dazu zwingen sich uns auszuliefern im Tausch gegen sie.“
„Nein dass lass ich nicht zu“, rief ich verbissen. „Ich lasse nicht zu dass ihr meinen Vater umbringt.“ Moody drehte sich zu mir um. „Ach wirklich?“ „Ja!“, presste ich hervor. Ein diabolisches Grinsen erschien auf dem Gesicht des Aurors. „Was ich noch wissen wollte, wie konntest du vorher Harry an die Wand schmettern? So ganz ohne Zauberstab?“
„Ich brauche nur dass sagen was ich will und dass passiert dann auch“, sagte ich. Mir war nun egal was sie mich nun fragen würden, nur solange es nicht in die Richtung meines Vaters, meiner Mutter oder meiner Bestimmung ging.
„Bei Merlin, so was darf es doch gar nicht geben!“, flüsterte Hermine leise. Es war dass erste Mal dass sie sprach seit dem das Verhör angefangen hatte. „Kein Wunder, wenn man bedenkt wer ihr Vater ist.“ Spie Harry wutentbrannt in meine Richtung. „Wir hätten dich doch nach Askaban schicken sollen.“ Ich schaute fassungslos zu Harry, es tat weh ihn jetzt so sprechen zu hören. Doch meine Kehle war wie zugeschnürt um zu antworten. „Wir hätten es wissen müssen. Das erklärt nun auch dass komische Verhalten von Snape. Er wusste von Anfang an wer sie in Wirklichkeit war.“ Harry blickte mich noch einmal voller Abscheu an bevor er sich zu Dumbledore umdrehte.
„Wir müssen den Horcrux in ihr zerstören, bevor sie noch mehr Unheil anrichten kann.“ Seine Stimme war nun vollkommen emotionslos als er so leichtfertig davon sprach, in Gewissheit dass es mich umbrachte. Dumbledore nickte leicht. „Du hast recht Harry, doch lass uns nichts überstürzen. Lass uns nach unten gehen um darüber zu sprechen. Aber erst müssen wir verhindern dass sie irgendwie den Lord verständigt, bestimmt besteht zwischen ihr und ihm eine geistige Verbindung. Wir müssen diese Verbindung kappen.“
Mir wurde gleichzeitig heiß und kalt. ‚Verdammt, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Ich hätte Tom schon längst Bescheid geben können über meinen Aufenthaltsort. Und bevor ich noch einen weiteren Gedanken in diese Richtung machen konnte zeigte Dumbledore mit seinem Zauberstab auf mich. Augenblicklich quoll blauer Dunst quoll aus der Spitze des Zauberstab und hüllte mich. Es war als würde sich eine bleierne Decke auf mich legen und deren Gewicht mich nun langsam zerquetschte. Ich wollte aufschreien doch meine Kehle war wie zugeschnürt. Meine Glieder gehorchten mir nicht mehr und knickten unter mir weg sodass ich nun hilflos auf dem Bauch lag, unfähig auch nur mit dem kleinen Zeh zu wackeln.
Dumbledore ließ seinen Zauberstab sinken. „Ich glaube dass sollte fürs erste reichen, aber wir sollten den Zauber alle paar Stunden erneuern, nicht das sie doch noch Kraft dafür aufbringt dagegen anzukämpfen.“
„Wir sollten sicher gehen dass sie nicht fliehen, auch wenn ich nicht wüsste wie sie dass jetzt anstellen sollen, aber bei solchen Typen sollte man sich immer vorsehen.“ Harry richtete immer noch mit hassverzerrtem Gesicht seinen Zauberstab auf mich. „Crucio.“
Wie schon bei Bellatrix war als würde auf einmal mich unsäglich Schmerz von innen her zerreißen. Tausend kleine Messer die sich glühend heiß durch meinen Körper bohrten. Leises Wimmern entwich meiner Kehle.
„Harry, du benutzt einen Unverzeihlichen?!“ Rief Hermine entsetzt. Blitzschnell schwenkte Lupin seinen Zauberstab in Harrys Richtung. „Expelliarmus.“ Dessen Zauberstab flog nun quer durch das Zimmer und blieb harmlos in der anderen Ecke des Raumes liegen.
Noch ein wenig verdutzt blickte Harry *der Junge der leider immer noch lebte* auf seine Hand in der er bis vor kurzem seinen Zauberstab hielt und dann zu Lupin blickte der immer noch seinen in der Hand hielt.
„Verflucht Harry, was sollte das denn sein?“ Tonks, Lupin und der Rothaarige waren über Harrys Verhalten entsetzt. Diese Gelegenheit des Erschreckens seiner Bewacher ausnutzend stürzte sich Draco auf den nun zauberstablosen Harry, riss ihn zu Boden und fing an wie wild auf ihn zu prügeln.
„Ich wusste gar nicht dass du so feige sein kannst Potter“, rief Draco verächtlich zwischen den Schlägen. „Auf vollkommene Waffen- und Hilflose seinen Zauberstab zu richten.“ „Incarcerus.“ In einer schon fast lässigen Bewegung hatte Moody seinen Zauberstab erhoben und den Fluch auf Malfoy abgefeuert der nun reglos von diversen Seilen gefesselt am Boden lag.
Keuchend richtete sich Harry auf, seine Oberlippe war aufgeplatzt und das rechte Auge begann schon merklich zu zuschwellen, und blickte den am Boden liegenden Todesser verächtlich an. „Damit solltest du dich am besten auskennen, Frettchen“, schleuderte Harry ihm entgegen. Moody reichte dem Gryffindor wieder seinen Zauberstab. Lupin war immer noch zutiefst schockiert von Harrys Entgleisung und von Moodys scheinbarer Teilnahmslosigkeit.
„Du kannst sein Verhalten doch nicht einfach so hinnehmen Alastor? Er hatte gerade eine der Unverzeihlichen gegen jemand vollkommen Hilflosen gerichtet.“ Doch Mad Eye zuckte nur mit den Schultern.
„Okay, er hat ihn benutzt? Was sollen wir jetzt tun? Ihn nach Askaban bringen? Dann müsstest du mich auch dort hin bringen Remus.“ „Du hast WAS getan?“ Der Werwolf ließ seinen Zauberstab sinken und blickte das hinkende Ordenmitglied mit ungläubigem Blick an. „Jetzt weiß ich endlich wie du Yaxley dazu gebracht hast uns nicht zu verraten. Und ich hatte gedacht du hättest ihn mit einem Obliviate belegt. Wie konntest du nur?“
„Ach Remus, jetzt dramatisier nicht so, es geschah nur alles zum Wohl des Ordens.“ „Ich soll nicht dramatisieren? Vielleicht sollte ich mal den Cruciatus Fluch gegen dich einsetzen, vielleicht siehst du danach dass Thema mit anderen Augen.“
Harry stand neben Moody, schenkte dem Gespräch zwischen ihm und Lupin keine Beachtung. Stattdessen fixierte er mich immer noch mit abschätzendem Blick. „Jetzt weiß ich was Bellatrix damit meinte, „Man muss es nur wollen.““
Mein Kopf schien Tonnen zu wiegen als ich es endlich geschafft habe ihn wenigstens ein Stück anzuheben sodass ich Harry nun ansehen konnte. Meine Stimme war nur ein Krächzen als ich redete. „Du bist auch nicht besser als sie. Sie jedoch findet es hingegen sehr spannend wenn sich ihre Spielgefährten wenigstens ein bisschen zu Wehr setzen können.“ Ein böses Grinsen schlich sich auf die Züge von Harry. „Anscheinend hast du schon Bekanntschaft mit ihr gemacht.“ „In der Tat, aber sie wurde dafür schon dementsprechend bestraft.“ „Was soll dass heißen?“ „Dass soll heißen das es Vorteile hat wenn ein bestimmter Magier dein Vater ist.“
Harry wollte wieder wutentbrannt seinen Zauberstab auf mich richten als dieser ihm von Hermine aus der Hand gerissen wurde. „Was soll dass? Gib ihn mir zurück. SOFORT!“. Geschockt blickte Hermine ihren besten Freund an. „Was ist nur mit dir los Harry? Warum tust du das?“ „Du fragst im Ernst warum ich dies alles tu’?“ Spie er ihr entgegen sodass sie einige Schritte vor ihm zurück wich, immer noch mit dem Zauberstab von Harry in ihrer Rechten. „Ihr Vater hat meine Eltern umgebracht falls du es vergessen hast.“
„Natürlich haben wir nicht vergessen was deinen Eltern zugestoßen ist“, mischte sich nun auch Ron mit ein. „Aber sie kann doch nichts dafür was ihr Vater früher verbrochen hatte. Dafür trägt nur er allein die Schuld. Nicht sie.“ „Ron hat recht, lass deine Rache nicht an Unschuldigen aus.“ Wie vom Donner gerührt blickte Harry seine beiden Freunde an. Er konnte nicht fasste was er gerade gehört hatte. „Ihr stellt euch also alle beide auf ihre Seite? Von jemanden dessen Vater ein skrupelloser Mörder ist?“
„Wir stellen uns auf keine Seite“, flehte Hermine Harry an. „Wir wollen nicht dass du etwas tust was du irgendwann vielleicht bereuen wirst.“ Doch Harry schien sie nicht zu hören. „Gut dann war’s dass mit uns“ und rauschte wütend aus dem Zimmer. „Harry . . . . . . warte doch.“ Rief Hermine verzweifelt und stürmte ihm nach, dicht gefolgt von Ron.
Alle im Zimmer hatten diesen Streit mit verfolgt. Dumbledore schaute drein, als hätte er nichts mit dieser Sache zu tun. Remus war nun sichtlich empört über dass uneinsichtige Verhalten von Harry. „Albus, du weißt das wir so ein Verhalten auf keinen Fall tolerieren dürfen. Wenn wir dass tun würden, wären wir auch nicht viel besser als die Gefolgsleute von Voldemort.“ „Da muss ich dir leider widersprechen Remus. Ich gebe zu es war nicht gerade richtig von Harry gewesen den Fluch einzusetzen aber wir machen zurzeit schwere Zeiten durch die den Einsatz von solchen Mitteln nicht immer aber manchmal durchaus rechtfertigt.“
„Soll dass heißen dass wir die Unverzeihlichen einsetzen dürfen solange sie uns dazu dienen in der Sache weiter zu kommen?“ Auch Tonks schien in dieser Sache regelrecht angewidert davon zu sein. „Jetzt hör aber auch Tonks“, fauchte Alastor nun auch sie an. „Es gab schon viele Opfer in diesen Krieg, zu viele. Es wird endlich Zeit das wir zurückschlagen.“
„Aber nicht mit solchen Mitteln“, entgegnete ihm Tonks wutentbrannt. „Remus hat Recht, nur weil unsere Gegner die Flüche einsetzen heißt dass noch lange nicht dass wir das auch tun dürfen. Wir wären dann auch nicht viel besser als sie.“
Der Rothaarige, von dem ich langsam ausging das es Bill Weasley war (wegen den Haaren und den Narben), packte Draco nicht gerade sanft am Kragen und schleifte ihn auf das Bett sodass er neben mir liegen blieb. Er grinste mich entschuldigend an. „Ich habe es wenigstens probiert, naja, kann halt nicht immer klappen.“ Ein schiefes Grinsen das mehr einer Grimasse glich huschte über mein Gesicht. ‚Trottel.’
„Jedenfalls müssen wir auch sie fesseln, nicht dass sie noch einmal auf die Idee kommen soll, sie und ihren wagemutigen Freund zu befreien.“ Kaum das Dumbledore die Worten ausgesprochen hatte, wickelten sich wie schon bei Draco vorher um mich unzählige Schnüre bis auch ich bewegungslos auf dem Bett lag und mit einem weiteren Schlenker mit seinem Zauberstab wurde ich auf den Rücken gedreht. Noch mal schossen Seile aus der Spitze des Zauberstabs und wickelten sie nun um das Bett herum auf dem wir lagen sodass ich und Draco nun vollkommen bewegungsunfähig waren.
„Was soll das? Sie kann sich sowieso fast nicht mehr rühren und dann musst du sie auch noch fesseln?“ Brauste Lupin auf. ‚Langsam begann mir der Werwolf mit seiner Art echt ans Herz zu wachsen. Vielleicht kann er uns später ja noch mal nützlich sein.’ „Du weißt nicht wie schnell sie sich erholen wird und damit gehe ich einfach auf Nummer sicher.“ Entgegnete der Schulleiter bestimmt. „So wie sie jetzt in der Verfassung ist, ist sie ja wohl kaum eine Gefahr für uns!“ Tonks hatte sich nun neben Remus gestellt. „Tonks, du hast keine Ahnung welche Kräfte in ihr wohnen und nun lasst uns nach unten gehen, die anderen warten bestimmt schon“, fuhr Dumbledore fort und deutete auf die offene Türe.
„Du weißt doch dass es noch eine Weile dauern wird bis Shacklebolt wieder zurück ist, er unterrichtete den Muggelminister über die letzten Geschehnisse. Er wird nicht vor halb eins zurück sein“, erwiderte Tonks hitzig. „Aber ich denke wir brauchen noch ein wenig Zeit um die Gemüter zu beruhigen.“ Entgegnete Dumbledore mit ernster Mine die kein Widerspruch duldete.
Tonks und Remus sahen so aus als wollten sie noch etwas erwidern doch ein warnender Blick des Direktors lieĂźen die Worte im Keim ersticken und verschwanden gemeinsam aus dem Zimmer, nicht jedoch vorher mir einen traurigen Blick zu zuwerfen. Als letztes verlieĂź der Schulleiter das Zimmer und zog die TĂĽre hinter sich ins Schloss.
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