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Fanfiction

Trauer im Wandel der Zeit - Vertrauen und Vergangenheit (5 Jahre später)

von GinnyFan94

ALLES GETRENNTE
FINDET SICH IRGENDWANN WIEDER


Es schneite, dicke Schneeflocken fielen auf den verschneiten Marktplatz von Godrics Hollow. Eine Gestalt tauchte aus dem Nichts auf. Sie war alleine. Ginny blickte sich kurz um und folgte dann den vielen Fußspuren die den Weg zum Friedhof eingeschlagen hatten. Es waren viele Fußspuren, es schien als wäre eine ganze Armee heute in Godrics Hollow einmarschiert. Doch Ginny kümmerte sich nicht darum. Sie war älter geworden. 5 Jahre waren eine lange Zeit, denn 5 Jahre war es nun her dass Harry Potter für immer gegangen war. Ginny schritt langsam den Weg entlang, sie fragte sich ob Harry sie heute überhaupt noch erkennen würde. Klar ihr aussehen war immer noch gleich auch wenn ihre Züge reifer geworden. Doch innen drinne hatte sie sich verändert. Sie war nicht länger das kleine Mädchen das Harry damals alleine gelassen hatte. Aber wenn er noch da wäre hätte sie sich wahrscheinlich gar nicht so verändert, denn dann hätte sie nicht mit dem größten Verlust ihres Lebens klar kommen müssen. Sie erreichte das Tor, blickte kurz auf die Statuen und ging dann ruhig weiter. Heute hatte sie viel zu berichten, denn viel war passiert. Sie durfte noch immer nur an seinen Todestag zum Grab. Obwohl sie schon lange selber bestimmen konnte, hielt sie sich daran, denn sie musste ohne Harry leben lernen, und jetzt hatte sie es fast geschafft. Doch allen war klar dass sie ihn nie vergessen würde, noch oft zuckte sie zusammen wenn sein Name unerwartet fiel, oder wenn sie irgendwo sein Bild sah. Noch oft trafen sie viele Mitleidige Blicke, und noch immer wurde sie auf der Straße angesprochen, ob sie nicht Harry Potters Freundin gewesen sei. Am Anfang hätte sie diesen Leuten am liebsten einen deftigen Fluch verpasst. Doch heute sah sie es gelassener, diese Menschen trauerten, wie sie. Nicht so stark, und nicht so lange wie sie, aber sie hatten ihren Helden verloren und wollten nun so viel wie möglich von ihm in Erinnerung behalten, das verstand sie, und sie, Ginny Weasley, würde dafür sorgen dass Harry Potter niemals vergessen sein wird. Sie hatte sein Grab erreicht. Lange starrte sie auf die Blumen und Gaben, die noch immer zahlreich waren, auch wenn es weniger geworden waren in den Jahren. Noch hatte die Zauberschaft Harry nicht vergessen, und in den Geschichtsbüchern würde er immer bleiben, doch langsam aber sicher wurde er Geschichte und an Geschichte dachten die wenigsten Menschen, dass machte Ginny traurig, aber sie würde es schaffen, die Leute, an Harry Potter zu erinnern, da war sie sich sicher. Es war das erstemal das Ginny alleine war. Sonst waren immer Hermine und Ron bei ihr gewesen.
„Du fragst dich sicher wo Ron und Hermine sind, oder Harry? Nun, wir werden bald neuen Nachwuchs in der Familie haben. Hermine ist im 9 Monat, dass Baby hätte eigentlich schon da sein müssen, die beiden haben wahnsinnige Angst dass es jeden Moment losgehen könnte. Ron jedenfalls, der ist total fertig. Hermine wollte mitkommen, doch Ron hat es ihr verboten, er meint du würdest es genauso machen, und ich denke er hat recht. Stell dir vor Harry, wenn es ein Mädchen wird wollen sie es Rose nennen, und wenn es ein Junge wird Hugo. Rose kommt von Ron, Hermine hat sich den Namen Hugo ausgesucht. Ich find Hugo ist kein schöner Name, aber dass müssen die beiden selber wissen. Ich freue mich wirklich für sie. Wirklich. Mum ist voll aufgedreht, ihr zweites Enkelkind. Nach Bill und Fleurs Tochter Victorie, jetzt Rose oder Hugo. Schade dass du nicht bei ihnen sein und es miterleben kannst. Sie sind so glücklich. Wir beide hätten dass auch werden können.“ Keine Träne bahnte sich ihren Weg. Aber ihr Gesicht war schmerzverzehrt. „Wir hätten auch Kinder bekommen können, wir hätten geheiratet, wir wären glücklich gewesen. Ach Harry, dass alles werden wir nie können, weil du nicht mehr da bist … warum nur??“ Die letzten Worte waren leicht schrill aus ihrem Mund gekommen. „Ach Harry es tut mir so leid, all dass was ich vor zwei Jahren gesagt habe, ich weiß nicht was … es war so schwierig, ich fühlte mich so allein gelassen … ich war so wütend auf dich … hätte ich es irgendjemandem gesagt, sie hätten mich doch alle nicht verstanden … ich hab nichts davon wirklich gemeint. Ich liebe dich doch, mehr als alles andere, aber ich glaube gerade deshalb war ich so unglaublich wütend auf dich.“ Ihre Stimme zitterte. „Verzeih mir.“ Als sie die nächsten Worte aussprach, wurde sie merklich ruhiger und entspannter. „Weißt du wen ich neulich getroffen habe Harry? Du weißt es bestimmt. Er hat sich total verändert, genauso wie ich. Er ist viel ernster und ruhiger geworden, nicht mehr der schusselige Junge aus Hogwarts. Er erinnert mich inzwischen ein wenig an Remus. Er hat vor drei Jahren Luna geheiratet, ausgerechnet Luna. Ein unterschiedlicheres Paar hätte sich wohl kaum vorstellen, na ja, außer Ron und Hermine natürlich Sie haben eine kleine Tochter, Sonja. Sie waren wohl total zufrieden, aber … vor drei Monaten ist Luna gestorben. Armer, armer Neville, sie haben sich sehr geliebt. Hättest du das damals gedacht, Luna und Neville? Sie ist jetzt bei dir und ihrer Mutter. Sie ist anscheinend ganz überraschend … bei einer ihrer Expeditionen … sie einfach nicht wiedergekommen. Als man ihre Leiche gefunden hat war sie schon eine Woche tot. Man weiß nichts genaues, wahrscheinlich ist sie von irgendeinem seltenen Tier angegriffen worden. Neville ist ganz gebrochen. Wir haben uns für nächste Woche verabredet. Vielleicht kann ich ihm helfen, denn ich weiß ja was er durchmacht. Oh Harry, er tut mir so leid. Könnten wir ihn doch nur zusammen trösten, aber du bist ja nicht bei mir. Weißt du, ich mag ihn sehr, wir haben uns lange unterhalten und ich glaube dass er einiges dazugelernt hat seit er aus Hogwarts raus ist, meine ich. Ach Harry, ich wünschte du könntest jetzt neben mir stehen, und mich in den Arm nehmen. Es würde so vieles einfacher machen.“ Eine einzelne Träne rollte über ihre Wange, dann war ihr Gesicht wieder trocken. „Ach Harry, hoffentlich siehst du mir leid mir alles tut, was ich damals gesagt habe, Neville fühlt sich auch total schrecklich. Er hatte mit Luna gestritten bevor sie aufgebrochen ist, stell dir dass mal vor. Verzeih dass ich in den letzten Jahren zu feige war, darüber zu reden, verzeih dass ich nur so kurz bei dir war, verzeih was ich gesagt habe. Alles ist so schwer … Harry?“ Sie wirkte leicht verunsichert, all die Gedanken wirbelten durcheinander. Doch Sie hatte alles erzählt was sie bedrückte, und jetzt wartete sie auf den warmen Wind, den warmen Wind der ihr Trost spenden würde, so wie all die andern Jahre zuvor. Doch er blieb aus. „Harry wo bleibst du?“ Erwartungsvoll blickte sie um sich. Erwartete einen wind zu spüren, einen Wind der licht ins dunkle bringen sollte, der sie glücklich machen sollte. George hatte es ihr erklärt, hatte ihr erklärt dass Harry noch immer zwischen der Welt der Toten und der Welt der lebenden weilte, und wartete, um sie zu trösten. Ganz verstanden hatte sie es nicht, so wie George wahrscheinlich auch nicht, aber er hatte auch gesagt dass man es akzeptieren müsse, sich glücklich schätzen musste, dass einem so ein Geschenk gemacht wurde. Und Ginny war dankbar, so unendlich dankbar dass ein Teil Harrys noch nah bei ihr war. In den letzten beiden Jahren hatte sie angst gehabt ihm zu begegnen, angst sich ihm zu stellen, wegen ihres vollkommen fiesen Ausbruches, Angst dass er auf sie böse war. Und jetzt, wo sie hier stand und wartete, war ihre angst nur noch gewachsen. Vielleicht war er weitergegangen, so wie Fred und all die anderem vor ihm, weil sie ihn nicht mehr brauchte, weil sie ihn nicht mehr so verzweifelt anflehte. Aber das stimmte nicht, sie brauchte ihn mehr als je zuvor, jetzt wo sie wusste dass er da gewesen war, jetzt da sie begann ein neues Leben anzufangen. Es war als wäre Harry James Potter noch ein weiteres Mal vor ihren Augen gestorben, nur dass sie sich dieses Mal nicht einmal verabschieden konnte. Tränen rollten über ihre Wange, und sie ging. Sie drehte sich nicht mehr um lief einfach still den Weg zurück immer wieder von stummen Schluchzern geschüttelt, und so sah sie auch nicht die leicht neblige Gestalt die ihr traurig nachblickte.
„Ich bin doch immer noch hier, hier bei dir.“ Eine Stimme, ganz leise und rauchig, wehte um diese Gestalt herum. Verzeih mir. Aber es schadet nur, dir und mir.“ Er musste ohne Ginny sein, denn er war Tod und sie lebte. Denn sie begann endlich wieder zu leben. Und er durfte keine Emotionale Bindung mehr haben, er musste los lassen. Dann verschwand auch er, doch noch nicht für immer, Harry James Potter war nicht weiter gegangen, er war überall und nirgends. Aber er war zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass er die einsame dürre hochgewachsene Gestalt bemerkt hätte, die am Friedhofstor aufgetaucht war.
Als sie das Tor quietschend aufstieß, zuckte sie erschrocken zusammen und schaute sich um, als würde sie etwas Verbotenes tun. Sie schritt langsam jedes Grab ab, ängstlich und trippelnd. Sie wirkte wie jemand der angst vor sich selber hatte, und angst vor dem was sie tat. Jedes Grab, das sie näher betrachte schien ihr gleichzeitig Erleichterung und Enttäuschung zu gleich auf das Gesicht schreiben. Petunia Dursley war noch nie hier gewesen. Hier an dem Ort an dem ihre Schwester, ihr Schwager und ihr Neffe begraben lagen. In 22 Jahren hatte sie es nicht über sich gebracht, und auch sie selbst verstand nicht, warum sie es ausgerechnet heute tun wollte, warum sie es jetzt fertigbrachte. Vielleicht weil heut der Todestag ihres Neffen war, vielleicht weil sie nach all den Jahren bereute was sie ihrer Schwester und später ihrem Sohn angetan hatte. „Vielleicht habe ich ja Glück“ murmelte sie leise, ihre Stimme klang piepsig. „Vielleicht finde ich die Gräber gar nicht, vielleicht sind sie gar nicht hier.“ Doch sie wusste dass es nicht sein konnte, zu oft hatte sie nachgefragt, zu oft hatte sie es sich versichern lassen. Es war in den all den Jahren, in denen ihre Neffe bei ihr gelebt hatte, ihr Geheimnis gewesen. Vernon und Dudley würden es nie erfahren, aber sie hatte nachgegeben. Wie oft hatte sie sich als kleine Mädchen geschworen niemals etwas mit der Zauberwelt zu tun zu haben. Aber an dem Morgen, an dem der kleine und der Brief vor ihrer Haustür lagen, war dieser Schwur vergessen. Ihre Schwester war Tod, und das letzte was Petunia ihrer Schwester entgegen geschrien hatte war: „Hau doch ab du Miststück, nie wieder will ich dich sehn, verschwinde mit deinem Lover. Du bist nicht meine Schwester.“ Oh wie sehr hatte sie diese Worte bereut. Und die einzige Möglichkeit, diese Schuld zu vergessen lag darin sich einzureden sie würde ihre Schwester noch immer hassen. Sie verachten, dafür dass sie sich in Gefahr begeben hatte und sich umbringen lassen. Jetzt nach so langer Zeit konnte sie sich eingestehen, dass sie ihre Gefühle verleugnet hatte. Vielleicht war Streit mit Vernon, ihrer erster Streit nach Jahren, Grund dafür dass sie heute hier war. Zum Glück würde er nie erfahren dass sie die ganze Zeit Kontakt mit einem Zauberer hatte: Albus Dumbeldore Er hatte ihr erzählt, wie ES passiert war. Hatte erzählt warum ES passiert war, und hatte ihr auch erzählt wo ES passiert war. Stocksteif blieb sie stehen, sie hatte es gefunden. IHR Grab. LILYS GRAB. Tränen liefen ihr übers Gesicht, sodass sie die Inschrift fast gar nicht lesen konnte.


James Potter
geboren am 27 März 1960, gestorben am 31 Oktober 1981
Lily Potter (geb. Evans)
geboren am 30 Januar 1960, gestorben am 31 Oktober 1981

Der letzte Feind der besiegt werden muss ist der Tod

Die Tränen flossen nur so über ihr Gesicht, sie hatte erfahren was passiert war, wie Lily umgekommen war. Aber wirklich aufgenommen hatte sie es nie .Wirklich begriffen, dass sie ihrer Schwester, ihre kleinen süßen Lil, niemals auf wiedersehn sagen kann, nie mehr um Verzeihung bitten kann, dass wurde ihr erst in diesem einem Moment klar. Sie ertrug nicht. Wie weh sie sich selbst, aber vor allem Lily und ihrem Sohn getan hatte … Sie wollte weg. Sie floh den Friedhofsweg entlang. Heute würde sie es nicht über sich bringen, irgendetwas zu sagen. Heute war der Schmerz noch größer als der vor 22 Jahren. Am Tor drehte sie sich noch ein letztes Mal um und sagte leise unter zwei Schluchzern: „Ich verspreche dir Lily, ich werde wieder kommen. Ich werde, und dieses Mal halte ich mein Versprechen.“ Dann verschwand auch der letzte Besucher und ließ den Friedhof einsam zurück.

*Ihr wundert euch bestimmt warum Petunias Besuch nur so kurz war, aber keine Sorge ;) sie kommt wieder. Nur deshalb bleibt sie nich so lange.
Es ist die Kritik aufgetaucht dass Teddy zu gut sprechen könnte, ich hab mir alles nochmal durchgelesen und festgestellt dass es stimmt. Aber als ich es geschrieben habe bin ich davon ausgegangen dass Teddy halt schon sehr reif für sein Alter ist, da er ohne Eltern aufgewachsen ist. Keine Gute ausrede aber immerhin eine Entschuldigung, ich hoffe ihr verzeiht mir ;)*

Lg
Ginny


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Zwischen Harry, Ron und Hermine gibt es Unterschiede, zum Beispiel im Vokabular. Ron ist der britische "lad", etwas bildungsfern, wie wir hier sagen würden, jedenfalls der Welt der Theorie und Metaphysik nicht sonderlich zugetan. Sein Vokabular ist etwas gröber und eingeschränkter als das Hermines, die mehr die Intellektuelle ist und sehr elaboriert sprechen kann, jedenfalls wenn sie in Laune ist. Harry liegt dazwischen, mit Sympathien für Ron, wenn es darum geht, vermeintlich hochgestochenes Gerede zu verulken. Aber keiner spricht wirklich lax oder fehlerhaft.
Klaus Fritz