
von GinnyFan94
Probleme sind Gelegenheiten, zu zeigen was man kann.
Hogwarts war wieder voller Leben. Endlich, nach mehr als einem Jahr der Aufbauarbeiten hatte man es endlich wieder geschafft das Schloss fast gänzlich wieder herzustellen. An der ein oder anderen Ecke, lag der ein oder andere Raum noch in Trümmern, von Flüchen getroffen, die niemand kannte, die noch niemand beheben konnte. Manch eine Stelle lag noch immer voller magischer Kerzen die nicht ausbrannten, es waren die Stellen an denen geliebte Menschen gestorben waren. Gestorben für den Krieg, es gab keinen Gang indem nicht mindestens eine Kerze brannte.
Der Raum der Wünsche war zur Gänze zerstört worden, ihn, würde niemals mehr ein Schüler betreten können, das magische Feuer, hatte zuviel Schaden angerichtet, mehr als man angenommen hatte. Nie wieder würde er als Versteck, Zufluchtsort oder Werkstatt dienen. Nie mehr. Der Krieg hatte hier in Hogwarts deutlich sein Zeichen aufgedrückt, sodass selbst die neuen Schüler, die gekommen waren um ihr erstes Jahr hier in Hogwarts zu erleben, darauf aufmerksam gemacht wurden, und die alten Schüler, die kamen um ihr Jahr zu wiederholen, daran erinnert wurden. Jedenfalls die, die gekommen waren, denn manche waren es nicht, sie konnten die Angst die in diesen Mauern gewütet hatte, nicht vergessen.
Ja Hogwarts war wieder voller Leben, aller schlimmen Erinnerungen zum Trotz und voller als je zuvor. Denn der alte Jahrgang, die Schüler die eigentlich unter der Herrschaft Lord Voldemorts ihr Schuljahr hätten beenden sollen, waren da, und die jungen, die neu dazu kamen.
Hogwarts nahm sie alle auf, und wurde langsam wieder der Ort der Zuflucht für Schüler und Lehrer, der Alltag kehrte ganz allmählich ein.
Auch die Helden der Schlacht waren zurückgekehrt. Um zu lernen, und noch ein Jahr in ihrer alten Schule zu genießen, bevor sie beginnen würden zu arbeiten. Ein Jahr der Ruhe, dass ihnen bisher nicht vergönnt gewesen war.
Ruhe. Die herrschte im Moment im Schloss. Es war ein schöner Frühlingstag und die große Halle lag verlassen da. Die meisten Schüler waren in ihren Klassenräumen, lernten oder schrieben Zwischenprüfungen, andere saßen in ihren Gemeinschaftsräumen und redeten, machten Hausaufgaben oder lasen.
Die Halle jedenfalls war leer.
“One”
Bis rennende Schritte auf der Treppe zu hören waren, und Hermine erschien, die um die Ecke schlitterte die nächsten Stufen nahm und nun unten in der Halle angekommen war, sie sah stink wütend aus, das Gesicht rot vor Zorn. Sie rannte zielstrebig auf das Portal zu, aber gerade als sie es erreicht hatte, tauchte Ron, auf dem obersten Treppenabsatz auf und rief ihr hinterher:
“Was habe ich gemacht? Was habe ich jetzt schon wieder gemacht?”
Wutentbrannt wirbelte Hermine herum, zückte ihren Zauberstab und zielte direkt auf Ron.
“WAS DU GEMACHT HAST? Was du gemacht hast? Ach, eigentlich nicht viel, Ron. Du hast mir nur mal wieder weh getan und dich aufgeführt wie der letzte Vollidiot. Aber daran sind wir ja irgendwie gewöhnt, nicht wahr? Es scheint dir Spaß zu machen auf den Gefühlen anderer Leute rumzutrampeln, oder irre ich mich?” Er starrte sie nur an, unfähig etwas zu sagen, aber sie lies ihm auch gar keine Zeit etwas zu sagen, denn sie tobte schon weiter.
“Wie oft haben wir uns schon gestritten? Und wer war immer der Auslöser? Du! Wegen deinem totalem Egoismus. Du! Mit deiner absoluten Unfähigkeit.” Ihre Augen blitzen, Ron setzte an, um etwas zu sagen doch sie verdrehte nur die Augen und schwang ihren Zauberstab. Ein lila Blitz schoss auf Ron zu, und bevor er auch nur Reagieren konnte, traf ihn der Blitz mitten im Gesicht. Er wollte etwas sagen, doch sein Mund bewegte sich nur auf und ab, wie der eines Fisches.
“Silencio. Ein äußerst nützlicher Zauber den du nie gelernt hast zu beherrschen, nicht wahr, Ronald? Zu Schade aber auch. Diesmal lasse ich mich nicht mehr weich reden, dieses Mal wirst du mir zu hören, ob du willst oder nicht.”
Diesmal war es Ron, der rot vor Wut wurde, doch er hatte keine Chance, sein Mund klappte auf und zu wie ein Karpfen, doch Hermine beachtete dies gar nicht, sie blickte ihm einfach nur in die Augen, und begann zu singen. Ganz leise. Was einen seltsamen Kontrast zu ihrer Vorherigen Schreierei bildete.
“I probably shouldn't say this
But at times I get so scared
When I think about the previous
Relationship we've shared“
Traurig betrachtete sie ihn, und er erwiderte ihren Blick entsetzt. Sie beide wussten, woran Hermine dachte. Auch wenn diese es niemals für Möglich halten würde, Ron wusste genau wovor sie Angst hatte und er verstand es. Doch noch immer kam kein Ton aus seinem Mund. Er hatte keine Chance.
„Two“
Währen sie so schweigend dastanden, gingen die Türen zum Kerker auf und heraus stürmte Harry, dicht gefolgt von Ginny. Harry sah gehetzt aus, wie ein wildes Tier das von Hunden verfolgt wurden, während Ginny rosa im Gesicht war und ihn anschrie, während sie im laufen ihre Bluse zuzuknöpfen.
„Ach ja? Du meinst also ich hätte das nicht tun sollen? Es wäre ein Fehler? Wir haben einen Fehler gemacht? Für wie alt hältst du mich eigentlich, Harry James Potter? Zwölf? Ich bin siebzehn verdammt noch mal, volljährig. Es wird Zeit das du das endlich mal begreifst und aufhörst mich wie ein Kind zu behandeln und bleib gefälligst stehen wenn ich mit dir rede. HARRY!“
Er lief noch immer schnellen Schrittes vor ihr her, bis er Ron erreicht hatte und sich neben ihn stellte. Ginny schien die beiden anderen gar nicht zu bemerken, sie fixierte Harry, der jetzt etwas über ihr stand, und besorgt auf sie herabblickte.
„Herzlichen Glückwunsch. Mr Ich-Muss-Dich-Doch-Beschützen-Potter hat es mal wieder geschafft. Du hast es versaut. Toll gemacht.“
Harry ignoriere sie, stattdessen wandte er sich an Ron, der seine Schwester misstrauisch beäugte während diese nach ihrem Zauberstab langte.
„Na, auch Probleme?“ Ron öffnete den Mund, doch er konnte Harry nicht antwortend, dieser allerdings bemerkte das gar nicht mehr, denn genau in diesem Moment verpasste Ginny ihm einen Fluch, der nur Knapp sein Ziel verfehlte.
Wütend starrte Harry seine Freundin an, die wütend zurückstarrte.
„Was sollte das denn? Meinst du nicht du übertreibst etwas? Wir sollten uns erstmal beruhi …“
Sie fauchte auf wie eine Katze.
„Da! Du tust es schon wieder. Behandelst mich wie ein kleines Kind das einen Tobsuchtsanfall hat. Du bedenkst unser Problem gar nicht. Du willst darüber gar nicht nachdenken! Hauptsache du hast deinen Willen. Aber ich kann das nicht so einfach. ICH mache mir Gedanken darüber.“
„It was awesome but we lost it
It's not possible for me not to care“
Hermine trat neben Ginny, und die beiden umarmten sich. Suchten Trost beieinander. Die Jungen wagten sich ein paar Stufen die Treppe hinunter in der Hoffnung das die beiden sich beruhigt hätten, aber wie auf Kommando drehten die beiden sich wieder um und zielten mit den Zauberstäben auf die beiden.
Ron zeigte auf seinen Mund doch Hermine lachte nur Kalt.
„Three“
Indes wurden Stimmen immer lauter, und sie alle sahen Draco Malfoy und Astoria Greengrass die Treppe nebeneinander herunter rennen. Auch sie stritten.
„Hör auf. Du wirst es wieder tun, Draco. Und wieder. Du kannst gar nicht anders. Verdammt noch mal, ich kann deine wehleidigen Entschuldigen nicht mehr hören, sie hängen mir zum Hals raus. „Ich konnte nicht anders, Astoria. Wirklich. Sie liegen mir alle zu Füßen, ich kann nichts machen.““
„Sie werfen sich mir nun mal an den Hals. Was soll ich denn machen?“
Astoria lachte kalt und hohl. „Was du machen sollst? Es ist ja noch schlimmer als ich dachte. Du bist ja noch schlimmer.“
„Astoria!“
„Nicht „Astoria““ Schrie sie ihn an. „Ich kann es nicht mehr hören, ich will es nicht mehr hören.“
Sie zückte ihren Zauberstab und eine Regenwolke erschien. Sie trat schnell einen Schritt zur Seite und die Wolke begann sich direkt über Draco zu entleeren. Er stand mitten auf der Treppe und sah aus wie ein begossener Pudel. Schadenfroh ging Astoria auf die anderen beiden Mädchen zu, begutachtete Ron und Harry mit einem angewiderten Blick und fragte: „Ihr auch?“ Die beiden nickten und so stellte sich Astoria zu ihnen, während Draco zu Harry und Ron zu flüchten versuchte, die Wolke ihm aber folgte und nun alle drei nass wurden.
Astoria lachte wieder.
"Now we're standing in the rain
But nothing's ever gonna change"
Da betrachteten alle drei Mädchen ihr Freunde und sangen Gleichzeitig, mitten in der Eingangshalle.
„Until you hear, my dear
The 7 things I hate about you“
Ängstlich vor dem was kommen würde, starrten die Jungen auf den Boden. Am liebsten würden sie sich in Luft auflösen
Ginny schwang ihren Zauberstab, so langsam begann ihr die Sache Spaß zu machen. Musik ertönte, und die Mädchen sangen:
The 7 things I hate about you oh you“
Astoria öffnete den Mund. Scharf klang ihre Stimme im Raum nach
„You're vain, your games“
Wie oft hatte Draco sie schon betrogen, wie oft versucht sie zu täuschen, zu eingebildet um zu erkennen, dass er die Fehler machte und nicht die anderen. Wie oft hatte er Astoria ins Gesicht gegrinst, im festen Glauben, dass sie ihm verzeihen würde, wie sie ihm immer verziehen hatte. Uns sie war es Leid, sie war es Leid eine Marionette in seinen Händen zu sein.
„You're insecure“
Wie oft hatte Hermine Ron schon gesagt, dass sie nur ihn liebte, und niemanden anderen. Wie oft seine Grundlose Eifersucht in Luft aufzulösen versucht, seine Zweifel, an sich Selbst und seinen Fehlern nicht noch zu verstärken. Alles sinnlos. Egal was sie tat es hatte nie gereicht. Und so langsam wollte sie nicht mehr. Grimmig starrte sie ihren Freund an.
„You love me, you like her.“
Tränen stiegen in Astorias Augen, sie wusste schon immer das Pansy sich nicht einfach daran getan hatte, Draco los zu lassen. Aber dass er sie nicht loslassen wollte, dass konnte sie ihm nicht verzeihen und sie konnte Pansy nur dafür verachten, so wenig Selbstachtung zu haben. Trotzdem tat es weh.
Ginny schaute Harry direkt ins Gesicht
„You make me laugh, you make me cry“
Wie oft hatte Ginny Harry schon dafür gehasst, dass er ihr alles abnehmen wollte. Sie hatten eine so schwere Zeit durchgemacht, und wie glücklich sie gewesen waren, als diese Zeit endlich vorbei waren und sie das Glück genießen konnten, dass ihnen nun gegeben war. Aber irgendwann wurde es schwierig. Denn Harry machte sie ständig Sorgen um seine Freundin. Ständig. Wollte ihr alles abnehmen. So einen Freund brauchte sie nicht. Schon lange nicht mehr. Sie war stark, sie wusste, dass Harry es wusste, und doch versuchte er ihr jede Träne zu ersparen und rief sie damit erst hervor.
Alle drei zusammen: „I don't know which side to buy“
Astoria klang nun wütend: „Your friends they're jerks“
Oh ja, seine Freunde waren Idioten und zwar die größten Idioten die sie kannten. Selbst jetzt noch, nach dem Krieg, nach dem Ende der Unterdrückung, hatten sie Vorurteile und waren Grausamer als je zuvor. Astoria hoffte, nein sie wusste, das Draco nicht mehr dieselben Ideale hatte, und trotzdem hing er noch immer mit ihnen rum, ließ zu, dass sie behandelt wurde, wie eine Hauselfe, und sah dabei zu. Sie hasste es.
Ginny enttäuscht: „When you act like them, just know it hurts“
Sie hatte die Befürchtung das Harry sich zu sehr von Ron und den anderen beeinflussen ließ. Mehr und mehr in die große Bruder Rolle hineinschlüpfte und seine Gefühle sich verändern könnten. Es tat weh zu sehen, wie er kämpfe für sie ausfocht und ihr alles abnahm. Es war süß gewesen, am Anfang, jetzt wollte sie ihm nur noch begreiflich machen, dass sie genauso stark war wie er, dass er keine Angst mehr haben brauchte. Das schlimmste war, dass er es wusste, und trotzdem nicht anders handeln konnte.
Hermine eher neutral: „I wanna be with the one I know“
Es stimmt leider. Rons Stimmungen wechseln schneller als das Wetter, und er tut sich schwer damit seine Gefühle preiszugeben. Sie merkte es jeden beschissenen Tag, und es tat ihr weh.
Die Jungen schauten aus als hätten die drei ihnen gerade eröffnet, dass sie lesbisch wären und nach Kanada auswandern wollten, viel bedröppelter hätten sie auch dann nicht gucken können.
Doch die Mädchen waren noch nicht fertig:
„And the 7th thing I hate the most that you do
You make me love you“
Stille
„It's awkward and it's silent
As I wait for you to say
What I need to hear now
Your sincere apology
When you mean it, I'll believe it
If you text it, I'll delete it
Let's be clear
Oh I'm not coming back
You're taking 7 steps here“
Harry, Ron und Draco sahen Hoffnungsvoll auf. Sie schauten aus als würden sie ihnen alles versprechen, nur, damit alles wieder gut würde. Doch so leicht würden die Mädchen ihnen das nicht machen. Erst sollten sie zuhören. Erst sollten sie verstehen.
Ginny: „And compared to all the great things“
Ginny und Harry blickten sich in die Augen, sie beide wussten was Ginny in diesem Moment durch den Kopf ging. Die schönen Augenblicke am See, die Küsse, das Vertrauen, die Gemeinsamkeiten, der Spaß, das Quidditchspielen. All die Momente die ihnen niemand mehr nehmen konnte.
Hermine: „That would take too long to write“
Astoria: „I probably should mention“
Alle drei: „The 7 that I like
The 7 things I like about you;“
Ginny: „Your hair, your eyes, your old Levi's“
Harry ging ein paar Schritte auf Ginny zu, sie streckt die Arme aus und er umfing sie, hob sie hoch und wirbelte mit ihr durch die ganze Halle.
Astoria: „When we kiss, I'm hypnotized“
Astoria fixierte Draco mit einem kühlen Blick als dieser auf sie zu rannte, sie standen sich einige Minuten einfach nur gegenüber bis er genau dass tat: Er küsste sie
Dann sangen die Mädchen noch einmal alle zusammen:
„You make me laugh, you make me cry
But I guess that's both I'll have to buy
Your hand in mine
When we're intertwined everything's alright“
Jetzt machte auch Ron ein paar zögerliche Schritte auf Hermine zu, die starrte ihn nur an, hob ihren Zauberstab. Er zuckte zurück und wollte schon abhauen, als sie den Gegenzauber sprach und sang:
„I wanna be with the one I know“
Er rannte zu ihr nahm sie in den Arm und küsste sie, denn dieses Mal klang es nicht enttäuscht oder wütend, dieses Mal klang es einfach nur bittend, und Ron verstand diese Bitte. Er verstand sie.
Die Pärchen gingen nun gemeinsam Richtung Portal, hinaus auf die Schlossgründe, noch einmal sagen sie alle gemeinsam, bevor die Musik verklang.
„And the 7th thing I like the most that you do
You make me love you“
Auf dem Schlossgelände gingen sie getrennte Wege, den jeder hatte jetzt etwas anderes vor, wenn auch im Grunde dass gleiche: Ihre Probleme miteinander zu lösen.
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