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Fanfiction

Partners in Crime - Die klebrigen Fäden einer Intrige

von Kraehenfeder

Kapitel 46 – Die klebrigen Fäden einer Intrige

Dracos Augen waren irgendwie matschig, als er sie langsam öffnete. Bevor er sich überhaupt orientieren konnte tauchte Deans Gesicht in seinem Blickfeld auf und eine warme Hand legte sich auf seine Wange.
„Draco, wie fühlst du dich?“ Das war Cedrics Stimme. Draco drehte den Kopf und schaute den Heiler an, während Dean ihm besorgt durch die Haare fuhr. Cedric saß auf einem Stuhl an seinem Bett und zupfte beinahe nervös an seinem Ärmel herum.
„Gut“, murmelte Draco und setzte sich schwerfällig auf. Dean saß an seiner Bettkante und griff jetzt Dracos Hand, hielt sie fest in seiner. „Was… Was ist passiert?“
„Du hattest einen Nervenzusammenbruch“, sagte Cedric sanft lächelnd, aber weiterhin an seinem Ärmel rumfummelnd. Draco machte das ganz wuschig. „Es wird dir wohl alles ein bisschen viel, verständlich. Dean, würdest du uns kurz alleine lassen?“
Dean seufzte auf. „Ich…“ Er musterte Draco kurz und drückte ihm einen liebevollen Kuss auf die Stirn. „Ich werde Black informieren, okay?“
Draco errötete leicht, blieb stumm und senkte den Blick. Langsam kam die Erinnerung an den gestrigen Abend zurück. Er hatte mit Dean… und dann war Sirius… Draco wollte es nicht einmal in Gedanken ausformulieren. Das war wahrscheinlich das Peinlichste, das ihm je passiert ist.
„Draco, erzählst du mir, was passiert ist?“
Oh, nein… Draco kniff die Augen zusammen. Er konnte das Cedric nicht erzählen. Irgendwie, warum auch immer, wollte er cool vor ihm wirken, sich nicht die Blöße geben und ihm nicht auf die Nase binden, dass er zu blöd war eine Tür zu zubekommen
„Du kannst mir vertrauen.“ Cedric rutschte näher und fasste Draco am Kinn, drückte leicht zu, bis Draco die Augen öffnete. „Ich will dir nur helfen.“
Draco schluckte. „Lässt du mich los?“
Cedric nickte und fuhr fort an seinem Ärmel rumzufummeln. „Also?“
„Ich… Es wurde mir zu viel. Fertig. Ich weiß doch auch nicht.“ Draco seufzte auf und wandte den Blick aus dem Fenster, beobachtete die dicken weißen Flocken, die sich vor seine Fenster legten. Cedric sagte nichts, anscheinend wollte er Draco reden lassen, aber was sollte er denn sagen? „Sirius und Dean haben sich wiedermal gestritten.“
„Wegen dir?“, fragte Cedric überflüssigerweise.
„Nein, wegen Sirius‘ Haaren!“ Draco massierte sich die Schläfen, in denen der Schmerz eine Party mit viel zu lautem Bass feierte. „Ich weiß doch auch nicht was… Er hat…“ Draco errötete und ließ die Hände sinken, starrte stur aus dem Fenster. „Sirius ist reingeplatzt als wir… als Dean und ich… wir…“ Er räusperte sich und schluckte hart. „Du kannst es dir denken.“
„Ich kann verstehen, dass Dean sauer war, wenn Sirius euch bei so etwas Intimen unterbricht“, sagte Cedric relativ leise. Draco hatte das merkwürdige Gefühl, dass das dem treudoofen Hufflepuff unangenehm war.
„Er hat ja nicht…“ Draco holte tief Luft. „Er hat zugesehen“, presste er hervor und spürte Tränen in seine Augen steigen. Wieso hatte Sirius sie bespannt? Wieso hatte er das tun müssen? Einmal hatte Draco loslassen können und dann musste Sirius ihn wieder fest einbinden.
„Sirius hat euch…“ Cedric schaute mehr als verwirrt aus der Wäsche, als Draco ihm kurz in die Augen sah. „Hat… Hattet ihr so einen… ähm…“ Er wedelte unbeholfen mit der Hand herum.
„Er war nicht eingeplant, falls du das denkst“, schnaubte Draco. „Was denkst du von mir? Ich hab… Weißt du, wie ich mich geschämt hab? Ausgerechnet vor Sirius… Was denkt er denn jetzt? Das war das erste Mal seit Langem, dass Dean und ich uns so nahe gekommen sind und er…“ Draco sackte erschöpft in die Kissen zurück.
„Wieso ist es dir wichtig, was er denkt?“ Cedric stand auf und kramte in seiner Tasche herum, die auf Dracos Nachttisch stand. Er holte eine kleine Phiole heraus und setzte sich an Dracos Bettkante.
„Weil…“ Draco verstummte, als Cedric ihm das Fläschchen an die Lippen führte. Ohne sich darum zu kümmern, was das war, schluckte er und lächelte Cedric kurz zu. „Ich kann ihn schlecht loslassen.“
Cedric nickte verstehend. „Es ist eine harte Zeit für dich, Draco. Jeglicher Stress kann dich psychisch in Grund und Boden stampfen, wenn du nicht aufpasst. Ich möchte, – als dein Arzt und als dein Freund – dass du dich eine Weile ausruhst. Vor allem musst du dich von Sirius und Dean erholen.“
Dracos Augen weiteten sich. „Aber…“ Das konnte nicht Cedrics Ernst sein. Gut, das ganze Theater mit den beiden wurde jedem mal ein bisschen viel, aber deswegen Abstand nehmen? „Aber Dean und ich sind ein Paar. Sirius ist ein Freund. Mehr nicht.“
„Das denkst du doch selbst nicht, oder Draco?“ Cedric senkte die Stimme ein bisschen. „Black wird sich nicht ändern. Warum denkst du, ist er vorbeigekommen?“
Draco zuckte mit den Schultern. „Er meinte, irgendwas Wichtiges.“
„Was wäre wohl seine Ausrede gewesen, wenn du alleine gewesen wärst?“, murmelte Cedric und warf einen kurzen Blick zur Tür, was Draco kaum bemerkte.
„Wa… Was meinst du?“
„Dass du aus einem anderen Grund im Bett liegen würdest, wenn Dean nicht zu Hause gewesen wäre. Nämlich aus genau demselben, wegen dem du neulich im Krankenhaus warst“, sagte Cedric und schaute Draco in die Augen, beobachtete wie die sich langsam weiteten. „Du weißt, dass er es wieder und wieder tun wird?“
„Er hat mich nicht verge–“
„Draco.“ Cedric legte ihm eine Hand auf die Wange und veränderte seine Position, bis er Draco ins Gesicht schauen konnte, ohne sich einen Krampf im Hals zu holen. „Du darfst das nicht verleugnen, sonst kannst du es nicht verarbeiten. Das wird sich dann nicht nur auf dein Liebesleben mit Dean weiter auswirken, sondern auch auf zukünftige Beziehung. Du weißt, dass ich recht habe.“
Draco seufzte auf und schlang die Arme um sich selbst. „Ich…“ Er kniff die Augen zusammen und sah das dunkle Zimmer mit dem Sternennachthimmel an der Decke aufblitzen. Es war, als könnte er Sirius‘ Atem wieder im Nacken spüren, als würde die damals noch so kräftige Hand gerade wieder seinen Kopf so fest ins Kissen drücken, dass er kaum noch Luft bekam. „Er wollte nur…“ Ein heftiges Brennen durchzog seinen Unterleib und Dracos stöhnte auf. Merlin, es war, als könnte er gerade jetzt wieder die heftigen Stöße spüren, die ihm seine Unschuld genommen hatten.
„Alles in Ordnung, Draco? Hast du Schmerzen?“, fragte Cedric ihn und Draco schüttelte schnell den Kopf. Hier war niemand, der ihm wehtat, wieso also fühlte er… Phantomschmerzen? Bitte nicht.
„Du verstehst das nicht, Cedric“, murmelte Draco leicht verstört und verschränkte die Arme überm Bauch. „Sirius braucht doch nur Hilfe.“
„Im Moment brauchst du Hilfe“, raunte Cedric ihm zu und hielt seinen Blick fest. „Dann kannst du ihm auch helfen. Geh nach Hause, Draco. Ruh dich aus und hilf mir nebenbei Black wieder fit zu kriegen.“
Draco schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht“, beteuerte er. Warum wollte Cedric denn nicht verstehen? „Vater wird mir nicht glauben, Cedric. Er wird mich umbringen, wenn er denkt ich würde ihn verraten wollen.“
Cedric legte ihm die Hände auf die Schultern und zog ihn näher, schaute ihm dabei weiter in die Augen. „Das kriegst du hin, Draco“, sagte er. „Du kannst sowas.“
Dracos Mundwinkel zuckten und er ließ sich näher ziehen, lehnte die Schläfe gegen Cedrics Schulter. „Denkst du?“
„Das weiß ich“, sagte Cedric felsenfest überzeugt. Draco lächelte zufrieden und hob die Hände, um die Umarmung zu erwidern, als er die Tür hörte.
„Nimm deine Pfoten von Draco, Diggory!“, hörte er Sirius brüllen. Cedric wich zurück und auch Draco sank wieder in seine Kissen. Er schaute zu Sirius, der inzwischen wohl beim Friseur gewesen war. Viel zu retten gab es zwar nicht, aber er sah wieder einigermaßen annehmbar aus. Hinter ihm stand Dean und packte Sirius grob am Oberarm. Draco sah das schmerzerfüllte Gesicht und musste wieder daran denken, wie dünn und schwach Sirius geworden war.
„Ein falsches Wort und du fliegst raus, Black“, zischte Dean, dem es wohl gar nicht zu gefallen schien, dass er Sirius mitgebracht hatte. Warum hatte er es dann getan? Weil er dachte, dass Draco sich das wünschen würde? Wünschte er es sich? Draco suchte Deans Blick, aber der vermied jeden Augenkontakt. Draco krallte sich bei so offensichtlicher Zurückweisung an der Bettdecke fest. Was war passiert, als Dean Sirius geholt hatte? Warum wollte er ihn nicht mehr ansehen?
„Ist ja schon gut.“ Sirius machte eine ruckartige Bewegung und kniete sich an Dracos Bettkante. „Geht’s dir gut?“ Seine Augen hatten Ähnlichkeit mit zu lang eingelegten Eiern. Draco gefiel die trübe Farbe nicht und Weiß war auch etwas anderes. Er warf einen Blick zu Cedric, der betroffen den Blick senkte.
„Gut“, sagte Draco. „Ich hab nur… überreagiert.“
„Es ist meine Schuld“, murmelte Sirius schuldbewusst. „Ich hätte nicht… Aber ich konnte nicht gehen, irgendwie. Verzeih mir, Draco.“ Er schob die Unterlippe leicht vor und Draco seufzte auf.
„I-Ist schon gut“, sagte er, um Sirius diese Last von den Schultern zu nehmen. Am Ende ging er daran wieder zu Bruch. „Wir haben eh einen ganzen Schrank voll mit Videos.“ Er sah sowohl Sirius‘ als auch Deans entsetzten Blick, versuchte sich aber trotzdem an einem Grinsen. Wenn Sirius nicht wusste, dass es Draco schwer genug gefallen sich Deans sehr vorsichtigen Berührungen hinzugeben, dann würde er das nicht ändern. Wahrscheinlich hatte Dean genauso wenig Spaß daran gehabt, wie Sirius früher. Dracos Hände begannen zu zittern. Dean hatte es wohl endlich kapiert, nachdem er sich Draco angetan hatte. Deswegen wollte er ihn nicht mehr ansehen.
„Der war nicht lustig, Draco“, presste Dean hervor, drehte sich auf den Absätzen herum und stürmte davon.
Draco zuckte zusammen, als seine Zimmertür ins Schloss fiel. „Was… Was hat er denn? Dean?!“ Er wollte sich aufrichten, aber Cedric drückte ihn zurück. „Dean?! Ich… warte, Dean!“
„Draco, bleib liegen“, sagte Cedric ruhig. „Er kommt sicher gleich wieder.“
„Geh ihn doch holen, Diggory“, knurrte Sirius und schenkte dem Heiler einen tödlichen Blick.
„Ich lasse dich nicht mit ihm alleine“, sagte Cedric entschlossen.
„Ja, weil ich ihn dann gleich wieder vergewaltige, was?!“, schnauzte Sirius, der leicht reizbar schien. „Hast du ihm das eingeredet?!“
Cedric blieb ganz ruhig. „Was hast du denn Dean eingeredet? Warum benimmt er sich so abweisend, obwohl er bis eben die ganze Zeit nicht von Dracos Seite gewichen ist?“, wollte er wissen.
Dracos Augen wurden groß und er starrte Sirius verletzt an. „Du warst das?“ Tränen sammelten sich wieder in seinen Augen und er begann zu zittern, während Sirius abwehrend die Hände hob.
„Was? Nein, wie kommst du da drauf?“ Hilflos tätschelte Sirius Dracos Arm, aber der drehte sich einfach auf die Seite und begann zu schluchzen. „Draco! Ich hab nicht… Warum glaubst du Diggory mehr als mir?“
„Es ist gut, Draco“, sagte Cedric mild und legte eine Hand auf Dracos Schulter. „Beruhige dich.“
Draco zitterte heftig und er glaubte jeden Moment zu zerspringen, bemerkte so kaum die Spritze, die Cedric zückte.
„Was tust du?!“, keifte Sirius.
„Sei ruhig, Black.“ Cedric jagte die Spritze in Dracos Arm, worauf der aufhörte zu zittern. Es fühlte sich alles besser an, einfach leichter. Er schloss langsam die Augen und fühlte, wie der Schlaf ihn überrollte, nahm die Stimme dabei nur noch dumpf war.
„Er vertraut dir eben nicht, Black.“

***

Als Draco erneut die Augen aufschlug blickte er genau auf Deans Seitenprofil. Er hielt seine Hand, schaute ihn aber nicht an, sondern aus dem Fenster. Draco blinzelte ein paar Mal und rieb sich über die Augen. Er hörte ein leises Schniefen, als er sich aufrichtete und erstarrte.
„Weinst du?“, fragte er heiser.
Dean fuhr herum. Das Weiß seiner Augen war gerötet und seine Wangen tränenverschmiert. „Ach, Quatsch“, sagte er und grinste schief. „Wie geht’s dir?“
„Lüg mich nicht an.“ Dracos Stimme war kaum mehr als ein Hauchen und auch ein Räuspern brachte nichts. „Was ist los?“ Er streckte die freie Hand aus und fuhr Dean über die Wange, wischte die Tränen weg.
„Ich bin ein Kerl, Draco. Ich weine nicht.“ Dean wandte sich wieder ab.
„Und was bin ich dann?“ Draco musste selbst schniefen und presste sich die Hände aufs Gesicht, als er zu weinen begann. „Geh!“, brüllte er plötzlich gegen seine Handflächen und drehte sich um. „Geh einfach!“
Er hörte ein Stuhlrücken und spürte kurz darauf eine Hand auf seiner bebenden Schulter. „Tut mir Leid. Ich sollte nicht… Du musst dich ausruhen.“ Die Matratze sackte ein, als Dean sich hinter Draco setzte. „Soll ich wirklich gehen?“
Draco schüttelte heftig den Kopf, warf sich herum und klammerte sich an Deans Brust. „Verlass mich nicht“, hauchte er und versuchte die Schluchzer zu unterdrücken.
„Sag das nicht“, presste Dean hervor. „Lüg du mich nicht an. Wenn du willst, dass ich Black hole, dann tu ich das.“
Die Augen weit aufgerissenen schaute Draco hoch und krallte sich an dem schwarzen Shirt fest, das Dean trug. „Was?“
„Du…“ Dean schluckte hart und sammelte sich einen Moment. „Du liebst ihn.“ Seine Unterlippe zitterte leicht. „Mich nicht. Du hast an ihn gedacht, nicht wahr? Als wir miteinander geschlafen haben, da hast du an Sirius Black gedacht und deswegen ich liebe dich zu mir gesagt.“
„Nein!“ Vielleicht kam seine Antwort zu plötzlich, aber Dean wandte beinahe angewidert den Kopf ab. Draco schüttelte den Kopf. „Dean, glaub mir. Das mit Sirius ist vorbei. Ich will ihn nicht mehr.“
„Du willst ihn. Vielleicht ist es vorbei, aber du willst ihn trotzdem“, sagte Dean matt. Er seufzte und legte eine Hand auf Dracos Kopf. „Du musst mir nichts vormachen.“ Er wollte aufstehen, aber Draco hielt ihn fest.
„Dean…“ Draco zog so fest er konnte und schaffte es, dass seine Lippen Deans kurz streiften. „Bitte, ich brauche dich. Ohne dich schaff ich das nicht.“
„Ich hab auch Gefühle, Draco!“ Dean machte sich los und wich zurück. „Willst du mich auch noch kaputt machen?“
Draco krabbelte auf das Ende des Bettes zu und streckte die Hand nach Dean aus. Er fühlte sich so unglaublich schwach und ausgelaugt, am liebsten würde er schlafen und nie wieder aufwachen. „Dean, glaub mir: Ich habe nicht an ihn gedacht. Ich weiß, wie weh es tut, wenn derjenige, den man… liebt, an eine verflossene Liebe denkt.“
Dean schien das zu besänftigen. Er schaute Draco mitleidig an, kam aber nicht näher.
„Ich würde niemals…“ Draco schüttelte den Kopf. „Was ich gesagt habe, war ein Gefühlsausbruch. Ich hab losgelassen, wie du mir gesagt hast.“ Zaghaft rutschte er noch ein Stück vor und griff Deans nackten Unterarm. Im Winter sollte er nicht in einem ärmellosen Shirt rumlaufen. Da würde er sich erkälten.
„Wie lange wusstest du, dass er da war?“, fragte Dean heiser.
Draco schüttelte den Kopf. „Ich hab nicht auf meine Umgebung geachtet, wirklich.“ Flehentlich schaute er hoch und zog Dean näher. „Wirklich… Da warst nur du.“ Er spürte erneut Tränen in seinen Augen und hasste sich dafür. Warum musste er ständig zu weinen anfangen, wie ein dämliches Mädchen? „Ich hab das nicht gesagt, um Sirius zu ärgern oder weil ich an ihn gedacht habe. Aber ich finde, wir kennen uns noch nicht gut genug, damit ich es dir jeden Morgen ins Ohr flüstere.“
Dean schaute ihn mit großen Augen an. „Du hast das gehört?“, hauchte er entsetzt.
Die Stirn runzelnd legte Draco den Kopf schief, zupfte an Deans Hemd und wollte ihn dadurch zum weitersprechen animieren, aber Dean wandte sich leicht verlegen ab. „Komm schon, Dean.“ Draco klang unglaublich verzweifelt und hoffte, dass Dean so wenigstens Mitleid bekommen würde. „Du kannst mir nicht sauer sein. Wenn du böse auf mich bist, wirst du alleine auf diese Hochzeit gehen müssen und Frustsex haben. Am nächsten Morgen muss ich deiner Bekanntschaft dann Frühstück machen und werde dabei weinen. Schon wieder. Ich weine ständig.“
Dean seufzte auf und ließ sich auf die Bettkante sinken, umklammerte Dracos Hand. „Ich will dich doch nicht weinen sehen.“ Mit der freien Hand fuhr er über die feuchte Wange und zog Draco dann näher, den Arm um seinen Nacken schlingend. „Und ich will dich auch nicht ausnutzen… Wenn du Zeit brauchst, dann werd ich mich beherrschen können und sicher keinen Frustsex haben.“
Draco erwiderte die Umarmung seufzend. „Alles wieder gut?“
„Ich hoffe…“ Dean gab ihm einen schnellen Kuss auf die Wange. „Ich muss gleich runter in den Laden. Cedric schaut sich dich nochmal an, aber tu mir den Gefallen und lauf jetzt noch nicht durch die Gegend.“
Draco nickte langsam. Eigentlich hatte er Dean endlich fragen wollen, was Sirius denn jetzt gewollt hatte, aber im Moment war das nun wirklich nicht der richtige Zeitpunkt. Danach würde er später einfach Cedric fragen.
„Brauchst du noch was?“, fragte Dean und stand wieder auf. Draco schüttelte stumm den Kopf, lehnte sich zurück und rechnete eigentlich ziemlich fest damit, dass Dean ihn ganz fürsorglich zudecken würde, aber da hatte er sich wohl zu früh über eine Versöhnung gefreut. „Dann bis heute Abend.“ Dean winkte ihm und zog Dracos Zimmertür hinter sich zu.
Schon wieder fühlte Draco sich merkwürdig leer und entkräftet. Mit einem schweren Seufzer drehte er sich zur Seite und schloss die Augen in der Hoffnung ein wenig schlafen zu können. Allerdings kreisten seine Gedanken weiterhin um dasselbe wie immer.
Sirius… Sirius hier, Sirius da. Er ertrug es nicht mehr. Seit so langer Zeit sehnte er sich nach diesem Mann, hatte ihn fast gehabt und jetzt musste er ihn abschreiben, ohne dass er je erfahren hatte, ob sie eine harmonische Beziehung hätten führen können. Das kriegte er ja nicht einmal mit Dean hin. Dabei wollte er wirklich. Er hatte es ernst gemeint, als er „Ich liebe dich“ gesagt hatte, da war er sich sicher. Absolut sicher…
Es klingelte, als es allmählich dämmerte. Draco hatte gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen war. Mit einem Seufzen richtete er sich auf, zog sich eine Jeans über und griff sich einen Pullover, der ihm, wie er im Gehen feststellte, irgendwann zu klein geworden war. Oder er hatte hier das Opfer seiner Unfähigkeit in Sachen Haushaltszauber. Sich den Rollkragen mit den Fingern vom Hals wegziehend öffnete er die Tür und lächelte Cedric schief zu.
„Hi…“
„Wie geht’s denn, Draco?“, fragte Cedric und schob sich an Draco vorbei, setzte sich aufs Sofa, als sein Gastgeber dorthin deutete.
„Geht so“, murmelte Draco und schlurfte zum Kühlschrank. „Willst du was trinken?“
„Ähm…“ Cedric räusperte sich. „Was Warmes, bitte. Es ist bitterkalt draußen.“
Draco warf einen Blick aus dem Fenster und blieb wiedermal an den dicken Schneeflocken hängen. Nach einer gefühlten Ewigkeit riss er sich los und machte Cedric und sich einen Kaffee.
„Dean ist bei der Arbeit?“, fragte Cedric, als er Draco die Tasse aus der Hand nahm und sich erstmal die Finger daran wärmte.
Draco nickte und trank einen Schluck, während er sich betont interessiert umschaute.
„Ähm…“ Wieder räusperte Cedric sich. „Du wirkst leicht abwesend. Sag mir, was los ist.“
Draco zuckte mit den Schultern. „Meine Matratze ist durchgelegen, mein Pulli zu klein und ich hasse mich gerade selbst.“
„Oh… Ja. Letzteres wird mit deiner leichten Depression zu tun haben und gegen die anderen Dinge kann man was unternehmen“, sagte Cedric lächelnd.
„Depression?“ Draco hob die Augenbraue. „Ich hab keine Depression.“
„Allen Grund dazu aber schon“, sagte Cedric mitleidig. Er griff Dracos Arm und zog ihn näher. „Zieh mal dein Hemd hoch.“
„Muss das sein? Wenn ich eine Depression hab, musst du mich nicht begaffen.“
Etwas perplex blinzelte Cedric. „Ich… Ich bleibe immer professionell, Draco. Wenn es dir unangenehm sein sollte, dann kann ich gerne einen Kollegen –“
Draco schüttelte den Kopf und hob schnell seinen Pulli hoch, damit Cedric ihn abhören konnte. Langsam lief er rot an und war froh, als er sich relativ schnell wieder bedecken durfte. Anscheinend wurde er auf seine alten Tage noch schüchtern. Cedric fuhr stumm fort irgendwelche Werte zu überprüfen. Draco verstand nichts von diesem Kram und ehrlich gesagt interessierte es ihn auch nicht.
„Hast du darüber nachgedacht, was ich dir gesagt habe?“, fragte Cedric und zog eine kleine Tasche, die er öffnete und dadurch ein paar Spritzen offenbarte.
„Was meinst du?“, fragte Draco und beobachtete, wie Cedric ihm den Ärmel hochschob, die Spritze an seiner Vene ansetzend. „Und wieso pumpst du mich immer mit Drogen voll?“
Cedric lachte auf und Dracos Mundwinkel zuckten kurz. „Ganz harmlos, vertrau mir.“ Draco nickte kurz. „Ich hab dir vorgeschlagen, dass du Abstand halten sollst. Zumindest eine Weile. Hast du darüber nachgedacht?“
Seufzend krempelte Draco den Ärmel wieder herunter. „Nicht wirklich.“ Als hätte Draco seine Hausaufgaben nicht gemacht zog Cedric die Augenbrauen fest zusammen. „Zu Hause würde ich auch nicht wirklich zu Ruhe kommen.“
„Hier erst recht nicht“, sagte Cedric etwas hastig und räusperte sich schnell, als Draco ihn verwirrt anschaute. „Draco, hör mir zu, ich kann dir nur sagen, was ich für das Beste halte im Betracht auf deine Gesundheit. Du riskierst sie gerade. Mehr als du glaubst.“
Draco schluckte hart. Wirklich? Er fühlte sich eigentlich nicht schlechter als damals im Sommer, als Sirius ihn ständig hatte abblitzen lassen. Aber Cedric musste ja wissen, wovon er sprach…
„Dieses Beziehungsviereck tut dir nicht gut, nein.“
„Hm?“ Draco zuckte leicht mit den Schultern. „Viereck?“
„Na ja, Black, Dean, du und dieses Mädchen, das ich da gerade unten im Laden gesehen habe. Ich würde…“ Cedric bemerkte, dass Draco der Mund aufgeklappt war. „Alles okay?“
„Mädchen?“ Draco richtete sich hastig auf und stürmte auf die Tür zu.
„Draco, warte!“, rief Cedric ihm nach. „Das war sicher nur ein Missverständnis!“
Aber klar. Draco schnaubte und flog das Treppenhaus beinahe runter. Mit vor Zorn gerötetem Gesicht raste er in den Tattooladen und schaute sich suchend um. Dean war nirgendwo zu sehen, aber Draco hörte das wohlbekannte Surren der Nadel. Mit wild klopfenden Herzen machte er ein paar Schritte auf das Hinterzimmer zu und lugte durch den Vorhang. Eine feuerrote Haarmähne stach ihm sofort ins Auge und kurz darauf hörte er ein helles Lachen.
„Ehrlich, Dean. Wir sollten uns wieder öfter sehen. Du fehlst mir.“
Weaslette. Draco verzog die Mundwinkel. War ja klar… Alte Liebschaften.
„Setz dich, Gin. Hat Molly nichts gegen so viele Ohrlöcher?“
„Du lenkst ab! Was ist mit Seamus‘ Hochzeit?“
„Wir sehen uns da sicher.“
Draco fuhr sich durch die Haare und drehte sich um. Frustsex, er wusste, dass das passieren würde. Mit brennenden Augen schlurfte er aus dem Laden und erzitterte in der Kälte. Es war dunkel und nur noch wenige Menschen waren unterwegs. Draco schlang die Arme um seinen Oberkörper und stellte fest, dass sein Pullover wirklich nicht mehr zu gebrauchen war. Er hatte auch nie wirklich warme Sachen gewollt, sondern immer nur welche, die gut an ihm aussahen. Jetzt konnte er sich sowas gar nicht mehr leisten.
Er hatte sein Leben mehr ruiniert, als Sirius seines.
Mit einem Schniefen lehnte er sich an die Häuserecke und schrak kurz darauf zusammen, als eine eiskalte Hand sich auf seine Schulter legte. Er fuhr herum und keuchte auf, als Sirius direkt vor ihm auftauchte.
„Hey…“ Abwehrend die Hände hebend trat Sirius einen Schritt zurück und lächelte leicht.
Draco senkte den Blick. „Hey…“ Er wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln. „Was stehst du hier rum?“ Sirius zitterte am ganzen Leib und versuchte das zu verbergen. Sein Mantel hatte auch schon bessere Zeiten gesehen und Handschuhe trug er keine.
„Ich wollt dir nicht nachspionieren“, rechtfertigte Sirius sich sofort. „Hab nur… Da war schon wieder dieser Diggory und –“
Draco schnaubte ihm dazwischen. „Dafür hab ich grad gar keinen Nerv, Sirius“, presste er hervor und wandte sich ab.
„Was… ist denn los?“ Sirius stellte sich direkt hinter ihn. Draco spürte seine Präsenz bis ins Mark und hätte sich am liebsten zu ihm umgedreht, damit er sich an der einst so perfekt gebauten Brust ausweinen konnte. „Du kannst es mir ruhig sagen.“ Da war wieder die Hand auf seiner Schulter und Draco schniefte leise auf. „Noch wegen neulich?“
Draco hob die Hände und zerrte an seinen blonden Haaren, sackte langsam auf den Boden. „E-Er denkt, ich hä-hätte an dich gedacht“, schluchzte er. Dicke Tränen tropften auf den schneebedeckten Boden, als Draco den Kopf senkte. „Dean ha-hasst mich. Er will ni-nicht mehr mit mir –“ Draco verschluckte sich an einem Schluchzer und hickste. „Alle ha-haben sie irgendwann ge-genug von mir. Wie du… und…“
Sirius‘ Arme schlangen sich um Dracos Taille und er zog ihn mühselig hoch. „Pscht, ist doch gut…“ Eine Hand auf Dracos Hinterkopf legend presste er das tränenverschmierte Gesicht gegen seine Brust. Draco krallte sich fest und versuchte seine Tränen an Sirius‘ Mantel zu trocknen, aber so schnell wie wieder neue nachkamen konnte er das vergessen. „Thomas hasst dich doch nicht. Dann wäre er bescheuert.“ Mit rotverquollenen Augen schaute Draco hoch in Sirius‘ Gesicht und zuckte nur kurz zurück, als die zitternde Hand über seine Wange fuhr, lehnte sich dann sogar in die Berührung. „So bescheuert wie ich gewesen bin…“
„Sirius…“ Draco senkte den Blick. „Nicht… Fang nicht wieder damit an.“
„Wenn er nicht erkennt, was er an dir hat, dann verdient er dich auch nicht“, sagte Sirius bitter und biss sich auf die spröde Unterlippe. Anscheinend kaute er in letzter Zeit öfter darauf herum. Draco hob die Hand und presste die Finger auf Sirius‘ Unterlippe, fuhr nach einem kurzen Moment die Konturen nach. Sirius‘ Augen weiteten sich leicht und sein Mund öffnete sich.
Ohne groß darüber nachzudenken was er tat, lehnte Draco sich vor und presste seine Lippen gegen Sirius‘. Seine Arme schlangen sich fest um den ausgemergelten Körper, als die vorsichtige Berührung nach einem Moment erwidert wurde. Sirius presste ihre Körper fest gegeneinander und vertiefte den Kuss sehnsüchtig. Draco keuchte leise, ließ sich herumdrehen und gegen die Hauswand drücken. Die Kälte war vergessen. Ihm war einfach heiß, so unglaublich heiß…
Merlin, wie sehr er das vermisst hatte. Sirius war merkwürdig sanft und traute sich kaum ihn zu berühren, was Draco sehr genoss. Er legte zaghaft seine Hände auf Dracos Hüfte und fuhr sachte nach oben. Draco seufzte leise, als sein Pullover hochgeschoben wurde. Sirius nahm das als Zeichen sich die Hände an Dracos Körper zu wärmen und fuhr unter den leichten Stoff.
„Nicht…“ Draco drängte sich dichter gegen die Wand, als Sirius‘ Berührungen fester wurden. „Aufhören…“ Er durfte das nicht. Es war weder gut für ihn, noch für Sirius, das merkte Draco daran, dass er ängstlich wurde. Sirius war noch nicht so weit und er selbst auch nicht.
Draco entfuhr ein Stöhnen, als Sirius ihre Hüften gegeneinander presste und ihn seine Erregung spüren ließ. „Sirius… Bitte.“
„Ja…“ In seinem Gefühlschaos schien Sirius Dracos Worte komplett falsch auszulegen. Seine rechte Hand fuhr zu Dracos Hose und öffnete sie. Sirius‘ Finger waren eiskalt, als sie sich in Dracos Boxershorts schoben.
Aufwimmernd presste Draco die Hände gegen Sirius‘ Brust. „Nein“, keuchte er kaum hörbar. „Sirius… Sirius, nicht. Sirius!“
Der schwarze Haarschopf ruckte hoch und Sirius erstarrte. Er atmete schwer und sein Gesicht war hochrot vor Erregung.
„Nein“, hauchte Draco und schüttelte mit tränenden Augen den Kopf. „Ich will dir nicht nochmal wehtun.“
Sirius zog seine Hand zurück, blieb aber dicht bei Draco stehen. „Tust du nicht. Oh, Draco… Ich hab dich so vermisst. Glaub mir.“
Draco schüttelte den Kopf. „Lass mich gehen“, bat er. „Bevor du dir wieder wehtust. Ich will das nicht. Ich… bin nur enttäuscht, weil Dean… lieber mit einem Mädchen seine Zeit verbringt. Sirius, es… tut mir Leid.“
Ein sehr ungewöhnliches Glitzern legte sich über Sirius‘ Iris und er schluckte schwer, bevor seine Züge sich verhärteten. „Der Bastard geht fremd? Ich bring ihn um“, knurrte er und fuhr herum.
Draco keuchte entsetzt auf.
„Du bringst hier niemanden um, Black.“
Irgendwie war Draco froh, dass Cedric sich gerade vor Sirius aufbaute, auch wenn er den Ausdruck auf dessen Gesicht nicht mochte.
„Und wage es nicht noch einmal daran zu denken, Draco anzufassen.“
Dracos Augen weiteten sich. Oh, bitte… Cedric durfte nichts Falsches denken.


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Katie Leung