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Fanfiction

Partners in Crime - Denn er weiß nicht, was er will

von Kraehenfeder

Kapitel 47 – Denn er weiß nicht, was er will

Sirius hob seine zitternden Hände in einer schwachen Geste der Abwehr hoch. Warum tauchte dieser Idiot hier schon wieder auf?
Konnte Diggory sich nicht einmal aus allem heraushalten? Er wollte Draco nichts tun. Wirklich nicht. Seine Augen, seine Stimme – das alles hatte ihn viel zu sehr an das letzte Mal erinnert, als er ihm zu nahe gekommen war.
Außerdem weinte Draco nicht wegen ihm, sondern wegen Dean. Er war es, um den Dracos Gedanken kreisten.
„Ich wollte nicht...“
Die Spitze eines Zauberstabes bohrte sich in seinen Hals. „Erzähl mir keine Märchen, Black!“, knurrte Diggory gereizt und stieß Sirius mit einer Hand gegen die Häuserwand.
Merlin, er musste etwas gegen seinen körperlichen Zustand tun. Dieser Schwächling ließ ihn taumeln und der Aufprall mit der Steinmauer tat weh – wann war er an diesem Tiefpunkt angekommen? Vor ein paar Monaten noch hätte er Diggory einfach plattgewalzt. Ganz ohne Zauberstab. Aber vor ein paar Monaten hatte er auch Draco noch nicht gekannt, hatte noch sein übliches Leben gehabt und hatte sich nicht mit den Verbrechern der Zaubererwelt herumschlagen müssen.
„Er hat nichts gemacht, Cedric, wirklich. Du tust ihm weh, siehst du das nicht?“, erklang Dracos aufgeregte Stimme neben ihnen und die beiden Männer wandten dem Blonden gleichermaßen den Blick zu.
„Sei still, Draco! In deiner momentanen Verfassung kannst du das gar nicht einschätzen!“, blaffte ihn Diggory an und Sirius sah Draco zusammen zucken.
Ohne, dass er sich wirklich bewusst war, zu handeln, ging er ein paar Schritte vor und umklammerte Diggorys Kehle.
„Schrei ihn nicht an, du Wurm. Ich habe deine intriganten Spielchen satt, ich weiß genau, was du vorhast“, spie Sirius aus und bemerkte, dass seinem Gegenüber diese Worte gar nicht gefielen, schon an dem Glitzern in seinen Augen.
„Stupor!“ Noch bevor Diggory seinen Fluch ganz beendet hatte, wollte Sirius schon zurück zucken – aber es war zu spät. Der Zauber ergriff ihn und schleuderte ihn gegen die Wand, die er gerade noch im Rücken spürte, ehe alles schwarz wurde.
„Sirius?“ Das war eine Stimme, die er kannte. Ganz vorsichtig öffnete er die Augen und stöhnte leise. Sein Kopf hämmert und als er versuchte, sich zu bewegen schoss brennender Schmerz durch seinen Rücken, der ihn dazu veranlasste, die Augen gleich wieder zu schließen und Dracos verschwommenes Gesicht auszublenden.
„Cedric, du musst ihn dir ansehen. Was hast du dir nur dabei gedacht?“
Das holte Sirius nun endgültig zurück. „Nein“, stieß er sofort aus, fuhr hoch und atmete scharf ein. Merlin, das würde Diggory büßen.
Sein Blick, der die Umgebung noch immer nicht richtig fokussieren konnte, suchte seinen Angreifer. Diggory lehnte mit verschränkten Armen und irgendwie grimmigen Gesichtsausdruck an einer nahen Wand. Sirius blinzelte einmal kurz.
„Er hat es verdient, Draco. Wir müssten ihn anzeigen. Er wollte dir schon wieder weh tun.“ Diggorys Stimme war wie Eis. Draco schien das aber wieder einmal nicht wirklich aufzufallen.
„Warum bist du so wütend, Cedric? Er hat doch gar nichts getan“, Draco seufzte und Sirius bereute, sich ihm überhaupt genähert zu haben. Er hätte sich einfach bedeckt halten sollen.
„Er ist verletzt, Cedric, es ist deine Pflicht als Heiler...“
„Vergiss es“, unterbrach Sirius Draco. „Für nichts in der Welt fasst dieser Kerl mich an. Es geht mir gut.“
Dass das nicht stimmte, wussten sie alle – in vielen Hinsichten. Sirius selbst auch. Aber er konnte es nicht ertragen, dass Draco schon wieder so verzweifelt und hoffnungslos klang und er schuld daran war.
Er war immer schuld, wenn Draco noch tiefer in seine Depressionen gerissen wurde. Und Sirius war sich sicher, dass sein Kleiner irgendwie so etwas hatte. Er würde nicht zulassen, dass er genau so wie Harry durchdrehte.
Also rappelte sich Sirius auf und ignorierte seinen schmerzenden Kopf und seine protestierende Rückseite.
„Sirius, nicht aufstehen“, murmelte Draco und versuchte halbherzig seine Schulter zu berühren.
„Alles okay, Draco“, meinte Sirius und zwang sich zu einem Lächeln. Warum waren ihm die tiefen Schatten um Dracos Augen und der trostlose Ausdruck in seinem hübschen Gesicht nicht früher aufgefallen? Er war so mit sich selbst beschäftigt gewesen, dass er nie verstanden hatte, wie sehr Draco unter all dem litt. Und als wäre das noch nicht genug, konnte er ihm immer nur weh tun.
„Nimm deine Finger von ihm!“, brüllte Diggory, doch Sirius fuhr fort die Hand zu Dracos Wange auszustrecken.
„Das mit Dean“, murmelte Sirius leise und beugte sich vor. Früher wären ihm nun die Haare in die Stirn gefallen und hätten sein Gesicht verdeckt. Jetzt waren da keine Haare mehr, musste er feststellen, deswegen senkte er die Stimme noch ein bisschen. „Es wird schon wieder.“
Sehnsüchtig streichelte Sirius mit einem Finger über Dracos Wange. Weiche, blasse Haut, so warm unter seinen Händen. Ruckartig drehte er sich um. Es war besser, wenn er jetzt ging und Thomas suchte.
Er hörte, dass ihm Draco nachrief, aber Diggory war gleich zur Stelle und redete beruhigend auf ihn ein. Es widerstrebte ihm, die beiden allein zu lassen, aber daran führte kein Weg vorbei.
Sirius atmete so flach wie möglich und streckte sich, während er auf Thomas' Laden zuschlenderte. Eigentlich war ihm nicht ganz klar, was er dem Mann sagen würde – aber er musste Draco irgendwie helfen. In ein paar Tagen war Weihnachten und Draco hatte es sich so sehr verdient, dieses Fest schön feiern zu können.
Das löste das Problem mit Diggory zwar noch nicht, aber darum würde er sich kümmern, wenn er Draco wieder in guten Händen wusste.
„Black? Was ist los? Ist Draco was passiert?“
Kaum, dass Sirius die Tür aufgestoßen hatte, baute sich Thomas auch schon vor ihm auf, als hätte er ihn erwartet.
„Nein, Draco ist nichts passiert“, murmelte Sirius und trat einen Schritt zur Seite, um der Nähe des größeren Mannes zu entgehen.
Augenblicklich veränderte sich Thomas' Gesichtsausdruck und er presste grimmig die Lippen zusammen. „Was willst du dann hier? Doch nicht etwa ein Tattoo, oder, Black? Ich habe das starke Gefühl, dass du vor der Nadel davon laufen würdest“, spottete er, drehte sich ruckartig um und ging zur Theke zurück.
„Red' keinen Scheiß, Thomas. Ich hätte keine Angst davor mich tätowieren zu lassen. Ich habe das vor, für die nahe Zukunft.“ Was redete er hier eigentlich? Sirius rief sich innerlich zur Ordnung. Er musste diesem Typen doch nicht imponieren oder ihm irgendetwas beweisen. „Aber deshalb bin ich nicht hier“, fügte er deshalb schnell hinzu.
„Weshalb dann?“ Thomas hantierte mit abgewandtem Gesicht an irgendwelchen Aktenordnern herum.
„Ich muss mit dir reden... über Draco. Es geht ihm nicht gut.“
„Hast du nicht gerade-“
„Das hat damit nichts zu tun.“
Seufzend richtete sich Thomas auf und lehnte sich, die Arme vor der Brust verschränkt, mit der Hüfte gegen seine Ladentheke. „Spuck endlich aus, was du zu sagen hast, Black. Ich muss arbeiten.“
„Draco ist unglücklich.“
„Ach, nein?“, meinte Thomas bitter und Sirius hatte Mühe sich zu beherrschen. Musste dieser Kerl immer so ignorant sein?
„Weil er glaubt, dass er dich abstößt.“
Diese Worte erzielten die gewünschte Wirkung.
„Was?“, stieß Thomas hervor.
„Er glaubt, dass du ihn nicht mehr willst. Weil du dich in deine dumme Idee verrennst, dass Draco sich immer noch nach mir sehnen würde.“
„Du...“
„Halt die Klappe, Thomas, okay?“ Sirius ballte eine Hand zur Faust, bis sich seine Fingernägel in seine Handfläche bohrten. „Ihr beide, ihr könntet so glücklich sein. Aber dann musstest du anfangen mit diesem Scheiß, von wegen Draco hätte an mich gedacht. Du tust ihm weh und dabei ist er doch sowieso so labil... Merlin, merkst du nicht, was du ihm antust? Du musst stark für ihn sein.“
„Das, was du nicht warst?“, entgegnete sein Gegenüber harsch und Sirius Zähne krachten knirschend aufeinander.
„Ja, das was ich nicht war und nicht sein kann“, presste er hervor. Dass Thomas das mit Absicht machte, war klar. Aber er konnte genau so verletzend sein. „Du hast versprochen, dich um ihn zu kümmern. Um ihn zu kämpfen. Aber jetzt bist du doch nur ein elender Feigling.“
„Du hast doch keine Ahnung von was du redest, Black“, knurrte Dean.
„Mehr als du glaubst. Was denkst du dir dabei, mit irgendwelchen Weibern zu flirten, während Draco so am Boden ist?“
Dean blinzelte und starrte Sirius verwirrt an, was dieser einfach überging. „Du solltest bei Draco sein, du solltest ihn unterstützen. Jetzt wo er es am nötigsten braucht und vor allem solltest du endlich mal die Augen aufsperren, was euren neuen Nationalhelden Diggory angeht“, blaffte Sirius, der sich langsam in Rage redete. Von der Sache mit Cedric hatte er ja gar nicht anfangen wollen, aber seit er ihm im St. Mungos über den Weg gelaufen war, schienen die Dinge nur noch weiter bergab zu gehen.
Er würde sich bald mal wieder bei Remus melden müssen, um wenigstens irgendjemanden zu überzeugen, dass Diggory etwas plante.
„Nicht schon wieder“, stöhnte Thomas genervt. „Deine Eifersüchteleien sind zum Kotzen, Black!“
„Meine Eifersüchteleien? Wer veranstaltet hier denn so ein Desaster aufgrund irgendwelchen schwachsinnigen, eifersüchtigen Vermutungen?“
„Was ich sage, ist ja wohl naheliegend. Aber deine Verschwörungstheorien...“
„Diggory führt irgendetwas im Schilde, Thomas“, unterbrach Sirius ihn ruppig und hieb mit der Faust auf den Türrahmen ein. „Wenn ihr mir alle nicht glauben wollt, bitte. Aber kümmer dich wieder um Draco. Er ist noch so jung, Thomas, er... Merlin, ich habe Angst um ihn“, schloss Sirius leise und bemühte sich dem stechenden Blick seines Gegenübers stand zu halten.
„Manchmal könnte ich echt noch glauben, dass du eigentlich ein guter Mensch bist, Black, aber du gibst dir ja immer wieder die größte Mühe, diesen Eindruck zu widerlegen.“
Sirius schlang die Arme um sich selbst. Egal, wie wenig er von Dean Thomas hielt – es tat weh zu hören, was aus ihm geworden war.
„Ich will doch nur, dass es Draco gut geht“, murmelte Sirius und hatte das Gefühl, dass er hier raus musste. Hauptsache Thomas hatte vielleicht endlich mal verstanden, was er ihm sagen wollte.
„Dann halt dich von ihm fern, verdammt nochmal. Immer wenn du in seine Nähe kommst, geht es Draco schlecht, ist dir das schon mal aufgefallen, Black? Du bringst den Menschen nur Unglück“, spie Thomas aus.
Sirius zuckte zusammen. „Halt die Klappe“, meinte er stur und drehte sich zum Gehen.
„Ja, das willst du wieder nicht hören, was? War mir klar. Mit der Wahrheit kannst du nicht umgehen. Du bist ein Vergewaltiger, Black, ein Schläger.“
Thomas' Worte klirrten wie zerbrechendes Eis durch den kleinen Raum und veranlassten Sirius dazu, zu erstarren und seinen Griff um sich selbst zu verstärken. Er fror. Ganz plötzlich war ihm eiskalt und auch sein dünner Mantel konnte nichts dagegen tun.
„Wenn du weißt, was gut für dich ist, dann bist du jetzt still, Thomas“, würgte er hervor.
„Ja, das ist alles was du kannst, nicht wahr? Drohen.“
„Warum müsst ihr euch immer streiten?“ Dracos dünne Stimme durchbrach die Atmosphäre, die in den letzten Minuten entstanden war, nicht unbedingt auf positive Weise. Beide Männer wirbelten zu dem Blonden herum, der im Aufgang zu Deans Wohnung stand.
„Wie lange stehst du schon da?“, fragte Dean, nachdem er kurz den Kopf geschüttelt hatte.
Draco zuckte mit den Schultern. Irgendjemand – vielleicht war es auch er selbst gewesen – hatte ihm eine Decke um die Schultern gewickelt, die auf dem Boden schleifte.
„Du sollst dich doch ausruhen“, meinte Thomas und so weich wie seine Stimme klang, löste es zweierlei in Sirius aus – rasenden Schmerz, aber auch die Gewissheit, dass Thomas vielleicht erwachsen sein konnte.
Sirius murmelte einen Abschiedsgruß und schlüpfte so schnell er konnte durch die Tür. Draußen an der frischen Luft atmete er tief ein. Der Schwindel, der ihn befallen hatte, verschwand langsam und ließ eine all zu klare Leere zurück. Warum hatte er aufgehört zu trinken?

**

Unruhig zupfte Sirius an seinem Anzug herum und sah sich um. Remus hatte sich sofort, nachdem sie das Haus betreten hatten, verabschiedet und war zu irgendeiner Hexe geeilt, die Sirius nicht kannte. Es war ihm inzwischen ganz offensichtlich peinlich, sich mit Sirius irgendwo sehen zu lassen. Sein bester Freund, der letzte, der ihm noch geblieben war – er hatte ihn so gut wie endgültig vergrault.
Es war nicht so, dass Sirius Remus egal war. Dafür war der Werwolf ein viel zu guter Mensch. Aber überall wo sie hingingen, wurde entweder getuschelt oder gar laut darüber geredet, was alles geschehen war.
Und Sirius war vielleicht wirklich nicht die Begleitung, die man gern hatte – egal ob es um äußerliche oder innerliche Werte ging.
Remus hatte ihm vorgeschlagen, die Haare doch einfach mit dem richtigen Zauber nachwachsen zu lassen, aber Sirius hatte abgelehnt. Es war gut so. Die letzten zwei Tage war er sowieso viel zu sehr damit beschäftigt gewesen, Dracos Wohnung und ihn selbst sehnsuchtsvoll aus der Ferne zu beobachten und sich eine Einladung zu dieser verdammten Hochzeit zu besorgen.
Die komischen Blicke, die man ihm zu warf, waren ihm egal. Er hatte sich in eine Ecke zurück gezogen, eine Zigarette angezündete und beobachtete Dean und Draco, die ihn bis jetzt noch nicht gesehen hatten.
Man sah Draco seinen körperlichen Zustand an, aber was auch immer ihm Diggory ständig an Drogen untermischte, wenigstens der viele Schlaf und Deans Umsorgen schienen ihm gut zu tun. Wehmütig tastete Sirius die blassen Wangen förmlich mit den Augen ab.
Sie waren wieder etwas voller geworden, und die Augen glänzten ein bisschen mehr. Ob das daran lag, dass sie sich nun schon seit zwei Tagen weder gesehen noch gesprochen hatten?
Vielleicht.
Aber er hatte seine Entscheidung ja ohnehin schon getroffen, er musste endlich aufhören, sich ständig darüber Gedanken zu machen.
Mit zitternden Händen hob er seine Zigarette an die Lippen und sah sich in dem riesigen, magisch geheizten und erhellten Festzelt um. Die andere Hand . er musste wirklich dringenst etwas gegen dieses Zittern tun – ließ er in die Tasche seines einigermaßen passenden Jacketts gleiten. Mit den Fingerspitzen berührte er das verknickte Foto, das er heute aus einem plötzlichen Impuls heraus eingesteckt hatte.
Es fühlte sich alt an – wie die Erinnerung aus einem längst vergangenen Leben, dabei war es doch erst vor ein paar Wochen gemacht worden. Langsam zog er es heraus, klemmte sich die Zigarette in den Mundwinkel und zog sich noch ein Stück weiter in den Schatten zurück.
Teddy winkte ihm wild davon entgegen, sein eigenes Gesicht hingegen und das von Draco ebenso, blickte nachdenklich und melancholisch in die Kamera. Der Kleine auf seinen Armen grinste breit, glücklich, unbeschwert.
Sirius konnte nicht behaupten, dass er gerne wieder so jung sein würde. Seine Familie hatte ihm nie Zeit gegeben, ein Kind zu sein. Er war nie jung genug gewesen, um keinen Schmerz zu verspüren, um nicht zu leiden, um nicht das Gefühl zu bekommen, nichts wert zu sein.
Immer wenn seine Mutter ihm gepredigt hatte, welche Schande er für die Familie war, was er falsch machte und wen er damit ins Grab brachte, hatte Sirius zu Regulus geblickt. Sein großer Bruder hatte seinen Blick aber nie erwidert, er hatte nie etwas gesagt. Er hatte nur kurz den Mund verzogen, ganz leicht, als würde er stumm seufzen und dann zu Boden geblickt.
Trotzdem konnte Sirius verstehen, dass die Leute immer sagten, sie wären gern wieder ein Kind.
Vorsichtig strich er über Dracos Gesicht. Er wollte diese Gefühle verlernen. Er wollte wieder in einem Alter sein, in dem alles noch so rein und unschuldig erschien, in dem Liebe nur ein Wort war und in dem sein Leben noch nicht unwiderruflich vergällt war, von all den Sünden, die er begangen hatte.
Als er so alt war, wie Draco nun, hatte er schon in Askaban gesessen.
All die verlorenen Jahre, all die Zeit, die er nie aufholen würde können. Er durfte sie Draco nicht wegnehmen.
Mit aufeinander gepressten Lippen starrte Sirius das Foto an. Dieser Kuss. Über ihm glitzerte die feierlich-weihnachtliche Beleuchtung, die sicher von der Braut ausgesucht worden war und einen Moment hatte er das Gefühl, dass sein Ebenbild auf dem Foto weinen würde.
Natürlich war das Schwachsinn.
Immerhin hatte er eine Erinnerung. Wenn Diggory endlich verschwunden war und er Draco irgendwie aus seinem Leben lösen musste, dann würde er etwas haben, das er sich unter das Kopfkissen legen konnte.
Zärtlich strich er noch ein letztes Mal über das Foto, ließ es zurück in die Tasche gleiten und hob dann den Kopf.
Seine Hand verharrte als seine Augen wie zufällig direkt auf Dracos trafen, der ihn mit unergründlichem Blick aus beinahe fünf Metern Entfernung anstarrte.


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Wenn Kinder an der Hand der Mutter gehen, aber etwas hinter ihr, dann heulen sie, wenn sie mich sehen, weil ich Petunia Dursley spiele. Und die Mutter hat keine Ahnung, warum das Kind weint. (lacht)
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