
von Kraehenfeder
Einen wunderschönen guten Abend. :D Versinkt ihr auch alle im Schnee bzw im Schneematsch? Ich schon, er ruiniert mir nämlich meine Stiefel, und davon gefrustet nehme ich mir jetzt Zeit das nächste Chap zu posten.
Hauself: Hihi. Danke dir für dein Kommi. :D Archie ist toll, nicht wahr? Ich liebe ihn auch! Vielleicht erwartet euch irgendwann diesbezüglich noch einmal eine kleine Überraschung... ich könnte mir vorstellen, dass ihr sie zu Weihnachten oder so bekommt. :D (Wir würden es natürlich alle besser finden, hätte er die Shorts ausgezogen... Aber leider gibt es keinen Weihnachtsmann, der unsere Wünsche erfüllt. Das ist die bittere Wahrheit... sfz! Die Realität ist was doofes, nicht? :D)
Hedwich: Schön, dich hier zu sehen. :D Ich hoffe, dass du Draco noch ein bisschen was abgewinnen kannst, sonst wirst du mit der Story Probleme bekommen. Er sollte uns leid tun *g* Und Sirius hat genug Selbstbewusstsein, ja... das möchte man wenigstens glauben. Oder er möchte es uns glauben machen... Finden wir es heraus :D
Vielen lieben Dank für dein(e) Kommi(s)!
Dr. S: Höhö. Mi amiga. :D Weine nicht. Ich trockne deine Tränen... oder so. Weißt schon. Aber nur wenn du mein Abendkleid ruinierst. *-*
Okay, jetzt aber!
Kapitel 6 – Einen Versuch war’s wert
Irgendwann mitten in der Nacht erwachte Draco und fragte sich einen Moment wo er war. Der klare Sternenhimmel über ihm bescherte ihm das erste Kribbeln im Magen, als er den bläulichen Stern, der heller leuchtete als alle anderen sah.
„Sirius… Hm…“
Draco breitete die Arme aus, strich über die Decken und verschränkte die Arme hinterm Kopf. Langsam kehrte die Erinnerung zurück und er wunderte sich, warum er keinen Brummschädel hatte, aber wahrscheinlich hatte Black dafür gesorgt. Black war einfach… abgöttisch.
Dracos Augen wurden unglaublich groß. Und Black war gleich hier in der Nähe! Schwer schluckend drehte er den Kopf, sah in der Dunkelheit aber kaum etwas. Die Decken raschelten, als er aufstand und zu Blacks Hängematte rüberschlich. Verklärt lächelnd strich er dem schlafenden Mann die Haare aus der Stirn. So weich… Sirius‘ Wangen waren wärmer, als der Rest seines Gesichtes. Vielleicht träumte er davon, wie Draco ihn in Verlegenheit brachte.
Er hätte sich zu Black gelegt, wenn er der Konstruktion trauen würde, aber nachher warf Black ihn da sofort wieder raus. Draco beugte sich über Black und befeuchtete sich sorgfältig die Lippen, bevor er sie auf Sirius‘ halbgeöffnete drückte. Mmh, wunderbar. Am liebsten hätte Draco das vertieft, aber Black schlief ja, da konnte man das vergessen.
Seufzend richtete er sich auf und schaute sich ein bisschen um. Der Sand knirschte unter seinen Füßen, als er zu Sirius‘ Kleiderschrank marschierte und sich den Inhalt besah. Genauso wie seine Einrichtung war auch Blacks Kleidungsstil recht extravagant. Er hatte wohl ein paar Sachen, die er zu offiziellen Anlässen und zur Arbeit trug, der Rest sah aus, wie… Halloweenkostüme. Draco roch trotzdem an einem Hemd. So schön… Er vergrub das Gesicht richtig darin und wollte gar nicht mehr aufhören, den markanten Geruch einzuatmen. Wie konnte jemand so verboten gut riechen? Oder war dass das Waschmittel?
Sich räuspernd ließ Draco die Finger von Blacks Sachen und gab dem schlafenden Mann noch einen Kuss auf die Stirn, bevor er in dessen Wohnzimmer zurückmarschierte. Der pinke Strauch war neben dem Neonschild die einzige Lichtquelle, bis Draco die Rollläden hochzog, schön darauf achtend, die Bonsais nicht zu beschädigen.
Okay, es war riskant gewesen sich den gesamten Beutel Drogen einzuwerfen, aber er hatte doch gewusst, dass Sirius ihn gern genug hatte um ihn zu retten. Seiner Meinung nach war das nicht selbstverständlich. Das Wiesel hätte ihn verrecken lassen.
Trotzdem schien es nicht so, dass Sirius ihn besonders attraktiv fand. Draco schaute an sich herunter und fuhr sich über den flachen Bauch. Er hatte Ansätze von Bauchmuskeln, aber wohl nicht genug. Seine Brust war auch in Ordnung und seine Arme erst Recht, woran lag es also?
Draco schaute sich verstohlen um und zog die Boxershorts weg. Nein. Auch da alles bestens. Außer es störte Black so sehr, dass Draco noch keinen Sex gehabt hatte. Er hatte ehrlich gesagt auch keine Ahnung, wie Männer Sex haben sollten. Aber das in der Winkelgasse war schon pures Glück gewesen. Eigentlich war er dann doch keine richtige Jungfrau mehr, oder? Zumindest wollte er seinen ersten richtigen Sex nur mit Sirius haben!
Der wollte aber keine Jungfrau.
Sackgasse.
Draco schaute sich etwas in der Küche um. Na ja, vielleicht schaffte er es ja doch noch irgendwie Sirius‘ Herz zu gewinnen. Zum Beispiel mit einem schönen Frühstück…
*
Black stand unerwarteterweise ziemlich früh auf. Er sah aus, als hätte man ihn erschlagen, die schwarzen Haare lagen trotzdem mit einer lässigen Arroganz vor seinen Augen, die nur leichte Ringe zeigten.
Er gähnte, streckte die Arme nach oben und Draco errötete, als Blacks T-Shirt nach oben rutschte. Uh, er hatte seinen Bauch gesehen! Das Bedürfnis zu kichern war widerlich groß.
„Morgen“, sagte Draco, stellte die Pfanne mit Rührei auf dem Tresen ab und grinste solange, bis Sirius sich mit verwirrtem Gesichtsausdruck hinsetzte. Draco hatte sich nur Sirius‘ Kochschürze übergezogen, was der von dort aber nicht sehen konnte.
„Morgen…“, murmelte Sirius, beobachtete misstrauisch wie Draco ihm das Rührei auftat und daneben zwei perfekt gebratene Streifen Bacon legte. „Hast du…“
„Ich kann kochen. Keine Sorge“, sagte Draco, stellte die Pfanne weg und stützte die Ellenbogen auf dem Tresen auf um Sirius schamlos anzustarren. „Das ist wie Zaubertränke. Mein bestes Fach. Übrigens war ich Zweitbester meines Jahrgangs.“ Nach Granger, der Schlammblut-Schlampe. Aber das behielt er für sich…
„Hm…“, machte Sirius desinteressiert. „Wie geht’s dir?“
Draco verkniff sich das breite Lächeln. Er machte sich Sorgen! „Besser“, sagte er wahrheitsgetreu und schenkte Sirius dabei einen Kaffee ein. Normalweise würde er das nie machen, aber für Sirius hatte er sogar Archie gefüttert. „Danke…“ Er räusperte sich verlegen. „Hab ganz schönen Mist geredet, nicht wahr?“
„Das kann man laut sagen“, meinte Sirius und begann zu essen. „Mhm… Gar nicht mal so übel.“
„Möchtest du dich daran gewöhnen?“, fragte Draco und lächelte Sirius erwartungsvoll an.
„Nein.“ Sirius schüttelte knapp den Kopf.
„Ich mein ja nur…“ Draco wischte Sirius ein bisschen Rührei vom Mundwinkel, bevor der die Kaffeetasse an die Lippen setzte. „Es wäre schade, wenn ich nicht alles probieren würde, nicht wahr? Aber wenn du nicht willst, dann muss ich das wohl akzeptieren.“
„Umgekehrte Psychologie zieht nicht, Kleiner“, sagte Sirius. Klirrend stellte der die Kaffeetasse zurück und beobachtete, wie Draco unschuldig aus der Wäsche schauend kurz über seinen Daumen leckte. „Das war verdammt dumm von dir!“ Sirius versuchte diese ungewollte Anmache zu ignorieren. „Was du hast, das grenzt schon an… Mann, du bist einfach krank, Junge!“
Draco wich irritiert zurück. „Krank vor Lie…“
Abwehrend hob Sirius die Hand. „Ich sagte doch, dass ich das nicht hören will!“, sagte er barsch. „Mein Patensohn, falls du dich erinnerst, arbeitet in der Abteilung für magische Strafverfolgung. Stalking gehört dazu.“
„Stalking?!“ Draco schüttelte den Kopf. „Jetzt hör mal, Black! Was du mit mir gemacht hast, das…“
„Ja, das war nicht in Ordnung.“, sagte Sirius seufzend. „Es tut mir auch Leid. Hätte ich gewusst, dass du gleich in…“ Er würgte. „…ewiger Liebe für mich entflammst, dann hätt ich’s dabei belassen, dich ein bisschen zu necken. Du interessierst mich nicht, Malfoy! Dein Arsch gefällt mir am besten, wenn ich dabei zusehen kann, wie er aus meiner Wohnung verschwindet. Solange du dich außerhalb meiner Wohnung umbringen willst, tu das.“
Draco fühlte Tränen aufsteigen. Tränen! Er war Draco Malfoy! Ein Malfoy weinte nicht. Und eigentlich machte ein Malfoy sich auch nicht so hoffnungslos zum Affen. Aber es tat so unsagbar weh, dass er Sirius derartig egal war. Es war dem Mistkerl egal, ob Draco tot oder lebendig war.
„Trotzdem. Danke fürs Frühstück. Das nehm ich dafür dein Leben gerettet zu haben.“
Draco zog sich die Schürze über den Kopf und knallte sie auf den Tresen, worauf Sirius tatsächlich zusammenzuckte. „Fick dich, Black.“
„Jaah, lieber als dich.“ Sirius gluckste, worauf Draco ein Hicksen unterdrücken musste. Seine Kehle schnürte sich schmerzhaft fest zusammen und noch dazu schlug sein Herz viel zu schnell. Sein Gesicht war rot vor Zorn und Schmach.
Draco raste in Blacks Schlafzimmer, zog sich blitzschnell an und prallte fast in Black, als er wieder raus wollte. Der Größere fasste ihn locker an den Schultern.
„Jetzt mach doch kein Drama.“, bat er. „Ich musste deutlich werden, damit…“
„Damit du weiter dein Leben als männliche Schlampe leben kannst, ich verstehe schon“, erwiderte Draco mit der charakteristischen Kälte in seiner Stimme, sowie emotionslosen Gesichtsausdruck. Er befreite sich von Sirius‘ Griff und zog sich im Gehen den schwarz-grünen Umhang über.
„Hör mal, Darling, vielleicht solltest du dir Hilfe besorgen und…“
Draco fuhr herum und musterte Sirius abfällig. „Nicht ich bin es, der Hilfe braucht, Black. Ich war glücklich, bis du vorbeigekommen bist um mein Leben zu zerstören! Ich brauchte keine täglichen Sexeskapaden und Drogen, damit ich mein Leben genießen konnte. Aber woher sollst du das wissen? Das einzige, das dir wichtig ist, sind deine… Pflanzen und dein beknackter Fisch!“ Er deutete erst auf den pinken Strauch neben ihm, bevor er auf die Couch schwang. Archie hatte sich zwar schon gestern genauso unsterblich in Draco, vor allem dessen Rückseite, verliebt, wie der in Sirius, aber sie würden sich ja eh nicht wiedersehen, also… brach er doch einfach mal einem Fisch das Herz! „Du bist zu… alt und verbohrt, als das ich versuchen könnte, dir zu helfen. Ich würd’s tun. Aber aussichtslose Unterfangen sind Zeitverschwendung und im Gegensatz zu dir, will ich die lieber sinnvoll nutzen.“
Einen Moment stand Sirius ziemlich baff da und prustete dann. „Die Nachwirkungen der Drogen, nicht wahr? Du verträgst echt nichts, Kleiner“, gluckste er.
„Was du nicht verträgst, Alter, dass ist dein Leben. Das ist nämlich genauso viel wert, wie das dieses Fisches, dessen Lebenssinn darin besteht, dir einen runterzuholen, wenn du bekifft auf der Couch abhängst“, gab Draco schnippisch zurück. „Mach doch, was du willst. Wir sehen uns eh nicht wieder…“
Wieder prustete Sirius. „Das glaubst du doch selbst nicht. Du wirst wieder und wieder kommen, bis ich dich entjungfert hab, das weißt du selbst.“
Draco donnerte nur die Tür hinter sich zu.
Im Hausflur war es kalt und auch wenn alles in Draco verlangte sofort zu verschwinden, lehnte er sich gegen die weiße Haustür, wobei er das kleine Guckloch mit den weißblonden Haaren perfekt verdeckte. Merkwürdig war es schon. Sirius‘ Wohnung war so ausgefallen und flippig und der Hausflur, der heruntergekommenste, den Draco je gesehen hatte. Nasse Flecken auf der abblätterten weißen Tapete und gegenüber tatsächlich ein Mauseloch. Merkwürdiger war es, dass das irgendwie alles passte.
Sirius versuchte durch widerwärtige, ausgefallene Möbel Fröhlichkeit vorzutäuschen und in Wahrheit sah es in ihm drinnen aus, wie im Hausflur. Kalt, verrottet und porös.
„Malfoy?“
Für einen Moment zog Dracos die Augenbrauen zusammen, drehte den Kopf leicht zur Seite und schaute die Treppen hoch, die in eine höhere Etage führten.
„Boot?“ Mit einer hastigen Bewegung stemmte er sich von der Tür ab und verbarg die vor Enttäuschung und Wut zitternden Hände in den Umhangtaschen, bevor er sich seinem ehemaligen Schulkameraden zuwandte. Natürlich wohnte sowas wie der in so einem Haus. Nicht mal das Haus Ravenclaw hatte ihm geholfen etwas halbwegs Vernünftiges in der magischen Gemeinschaft zu erreichen. Eigentlich war es eine Verschwendung, dass Draco sich überhaupt an ihn erinnern konnte.
„Das ist ja ewig her…“ Begeistert schien Terry auch nicht zu sein. „Kommst du von Black?“
Einen Moment zögerte Draco. Intelligent war es nicht, das zu zugeben, aber er würde ja nicht wiederkommen, also… „Wieso?“
Terry hob die Schultern. „Niemand kommt da morgens raus. Die wirft er immer irgendwann in der Nacht aus seiner Wohnung“, sagte er und ging an Draco vorbei, der ihm kurzerhand folgte, wobei er einen Blick zurück zu Sirius‘ Tür warf. Pansy hätte durch dieses Ding an der Tür geschaut und wäre jetzt vor Eifersucht entflammt. Aber Black war ja nicht Pansy. Einerseits schön, andererseits… „Da hatten wir schon so einige Szenen, kannst du mir glauben.“
So, so… Noch mehr Bindungsängste. Aber gut, Draco war es egal. Zumindest nahm er sich vor, dass es ihm in den nächsten Tagen wieder egal sein würde. Er musste nur einen Radikalentzug machen. Vielleicht auch von den Drogen. Man wusste ja nie…
„Über Sirius Black zu wohnen ist auch ein Abenteuer für sich.“ Labertasche… „Neulich, da ist seine Palme bei mir durch den Boden gebrochen, während ich verdammt wichtigen Besuch hatte!“ Wahrscheinlich auch was Illegales… „Aber wenigstens zahlt er gut…“
Draco riss die Augen weit auf und wäre fast die Treppe runtergefallen. „Er bezahlt dich, damit er deine Wohnung zerstören kann?“, fragte er verwirrt.
Terry lugte über die Schulter und grinste amüsiert. „Er bezahlt meine Wohnung. Na ja, fast.“
Draco verstand nicht, was der dämliche Kerl da vor sich hinbrabbelte.
„Warum warst du da?“ Terry schien geschnallt zu haben, dass Draco nicht nur unschuldig tat. „Kam mir schon komisch vor. Immerhin seid ihr ja reich, nicht? Na, dann zisch mal schnell nach Hause und kuschel mit deinem Stoffhäschen.“
Er hatte ein großes Bett, ohne Stofftier sah das eben bescheuert aus… Draco verstand immer noch nicht, wovon der ach so kluge Ravenclaw redete, aber es war ihm auch egal. Er wollte wirklich nach Hause und sich in seinem Bett verkriechen.
Das Thema Black war eh nicht mehr als ein Wunschtraum gewesen…
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel