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Fanfiction

Partners in Crime - Kollektives Seufzen und die Folgen der Promiskuität

von Kraehenfeder

Kapitel 37 – Kollektives Seufzen und die Folgen der Promiskuität

Im Nachhinein erschien ihm alles vollkommen unwirklich. Die Erinnerungen an diese Nacht sahen aus, als wären sie in einen blutigen Nebel gepackt, der auch Dracos zweites, dramatisches Auftauchen verschwimmen ließ.
Weiß Voldemort wie, aber irgendwie hatte Remus es im Morgengrauen geschafft, ihn zu finden. Sirius hatte keine Lust auf Konversation, deswegen nervte er seinen geschockt Freund mit der Frage, wie er das zu Stande gebracht hatte. Dass Remus einen Ortungszauber auf ihn gelegt hatte, wollte er doch nicht hoffen. Leider ließ sich der treusorgende Lupin nur unter äußerste Anstrengung davon abbringen, ihn ins St. Mungos zu zwingen.
Dabei wollte Sirius doch nur seine Ruhe haben. Er hatte das GefĂĽhl, solang man ihn allein lieĂź und ihn nicht aus der Welt seiner Gedanken holte, war alles okay. Er konnte sich einfach einbilden, alles sei anders. Oder nie geschehen. Remus schien jedoch kein groĂźer Fan dieser Idee zu sein und Sirius, der sich kaum erinnern konnte, wie er nach Hause gekommen war, saĂź letztendich zusammengesunken und mit den Nerven am Ende auf seiner Couch.
„Mit wem hast du dich geprügelt? Sirius, ich muss das jetzt wissen.“
Sirius schloss die Augen und antwortete nicht. Vielleicht konnte er diese störende Stimme ja noch irgendwie ausblocken.
„Bitte, Remus. Tu mir einmal einen Gefallen und lass mich in Ruhe.“ Er wehrte schnaubend die Hand ab, die mit einem nassen Lappen über das getrocknete Blut an seiner Stirn fahren wollte.
„Ging es um Draco?“
Als er keine Antwort auf diese Frage bekam, stöhnte Remus frustriert auf und warf voller Resignation die Hände in die Luft. „Okay, ich werde nicht weiter fragen. Lässt du wenigstens zu, dass ich dich wieder zusammen flicke?“
Sirius beachtete ihn kaum und blickte an Remus schmaler Gestalt vorbei. Zu sagen, dass das wieder einmal gründlich schief gelaufen war, wäre diesmal wohl die Untertreibung des Jahres.
„Wie soll das nur weitergehen?“ Remus redete wohl eher mit sich selbst, trotzdem hob Sirius den Kopf.
„Am besten gar nicht.“ Er bereute diese Antwort sofort wieder, als er sich des selbstmitleidigen Untertons in seiner Stimme bewusst wurde und sah, wie sich sein Freund langsam zu ihm umdrehte.
„Das möchte ich nicht gehört haben, Sirius.“
„Dann tu eben so, als hättest du es nicht gehört...“, murmelte er und seufzte. Remus seufzte ebenfalls, ehe er sich neben Sirius auf die Couch sinken ließ.
„Denk nicht einmal darüber nach. Bitte.“
„Moony.“ Sirius atmete tief ein und fuhr sich vorsichtig über die aufgeplatzte Lippen, die blutverkrustete Wunde an seiner Stirn und hielt dann inne. „Nenn mir einen, nur einen einzigen, guten Grund, für den sich das alles hier lohnt.“
„Für uns. Für uns alle. Für Harry. Für Draco. Für Teddy. Und für mich.“
„Das glaubst du ja wohl selbst nicht...“ Sirius ließ den Kopf auf die Rückenlehne seines Sofas sinken und starrte an die Decke. Remus wusste genau so gut wie er selbst, dass es nicht so einfach war. „Teddy“, begann er, „braucht mich nicht. Kleine Kinder vergessen so schnell, vor allem den trunksüchtigen Onkel, den er kaum zu sehen bekommen hat. Dass Harry jemandem braucht, der ihm Verständnis, Stabilität und Liebe bieten kann, steht ja wohl auch außer Frage. Was Draco angeht... Er hat doch Dean.“ Sirius konnte sich nicht entscheiden, welches Gefühl er in seine Stimme legen wollte – Sarkasmus? Wut? Reue? Wehleidigkeit? - und das Produkt all dieser Eventualitäten ergab dann schließlich den kläglichen, schwachen Tonfall, in dem ihm die Worte über die Lippen schlüpften. Um das zu überspielen, fuhr er hastig fort: „Und ehrlich, Moony. Das letzte was du gebrauchen kannst, ist noch eine Belastung mehr.“
Zum gefühlten tausendsten Mal in seinem Leben seufzte Remus auf. „Was ich brauche, ist mein bester Freund, Tatze. Wir sind die einzige, die noch übrig sind.“
„Tollen besten Freund hast du da.“
Remus stützte den Kopf in die Hände und warf Sirius einen müden Blick aus seinen braunen Augen zu, die einen immer an ein verlorenes Hündchen denken ließen.
„Den besten, den es gibt, Sirius. Wenn er sich nicht gerade sein Leben verbaut.“ Anstatt zu antworten ballte Sirius die Hand zur Faust und presste sie sich auf die Stirn. „Das ist so aussichtslos.“
„Ist es nicht, du musst nur...“
Mit einer kaum sichtbaren Handbewegung schnitt Sirius seinem Freund das Wort ab, doch zu seiner Überraschung verstummte der Werwolf sofort. „Sei realistisch, Remus. Ich bin ganz unten angekommen. Und ohne Draco gibt es für mich keinen Weg hinauf.“ Sirius hatte nur geflüsterte, aber in seinen Ohren knallten die Worte, die ihm so unversehens heraus gerutscht waren, wie Peitschenschläge durch die Luft.
Archie hielt in seinem Schwimmen inne, trieb kaum mit den Flossen schlagend auf einer Stelle, der Regenbogen-Benjamini raschelte kurz mit den Blättern, stieß einen kläglichen Hauch Glitzer aus und das „Open“-Schild über seiner Theke flackerte einen Moment. Dann seuzfte Remus.
Dass das die erschlagende Wahrheit war, nüchtern und in ein paar Sätzen abzuhandeln, stand unausgesprochen zwischen ihnen. Aber je realer diese Erkenntnis für ihn wurde, desto kälter wurde der Schauer, der ihm über den Rücken lief. Ohne Draco war er ein Nichts. Und wie auch der unaufmerkamste Beobachter festgestellt hätte – war Draco nicht und würde nach dieser Nacht auch nie wieder kommen.
Sirius Finger kratzten quietschend über das Plastik der Couch, während er seinen Blick zur Dunkelheit hinter dem Fenster schweifen ließ, zu der Häuserreihe, hinter der sich langsam der erwachende Morgen in blutroten Farben abzeichnete.
„Ich...“ Remus räusperte sich und griff in seine Tasche. „Deswegen bin ich hier her gekommen. Andromeda hat mich gebeten, dir das hier zu geben.“ Mit einer zögerlichen Handbewegung legte er ein Foto auf dem Tisch. Als Sirius sah, wer darauf abgebildete war, drehte er unwillkürlich den Kopf weg.
„Geh.“
„Sirius, ich weiß, dass das jetzt vielleicht nicht der richtige...“
„Bitte.“ Wie blind, nämlich bestrebt keinen Blick auf die Couch zu werfen, packte Sirius seinen Freund am Arm und zog ihn mit unsicheren, recht uneffektiven Schritten zur Tür.
Einzig Remus' Unfähigkeit mit der Situation umzugehen war Schuld daran, dass er kurze Zeit später die Wohnungstür wieder einmal vor der Nase zu geschlagen bekam. Sirius murmelte ein halbtröstendes „Ich melde mich morgen bei dir“, ehe er sich umdrehte und sich an der Kommode in seinem Flur festklammerte. Wenn er jetzt wieder ins Wohnzimmer gehen würde, dann müsste er dieses Foto angucken. Sich an diesen Nachmittag erinnern, bei Andromeda. Obwohl dieser Tag noch nicht lange zurück lag, kam es Sirius vor, als stamme die Erinnerung daran aus einem anderen Jahrhundert.
Draco und er waren da irgendwie glücklich gewesen. Ein bisschen zumindest. Auf diesem Foto sahen sie beinahe aus wie eine kleine Familie. Zwei Menschen, die sich küssten und ein kleines Kind, das unschuldig in die Kamera starrte. So würde es sein, wenn das Leben ein Wunschkonzert wäre. Sirius atmete tief durch und tastete über das getrocknete Blut auf seiner Stirn. Er musste morgen zu Harry. Er konnte nicht zulassen, durfte nicht zu lassen, dass die letzte Bindung zu jemandem, der einmal wichtig gewesen war für sein Leben, auch noch verloren ging. Mit kleinen, ganz vorsichtigen Schritten ging er auf den Couchtisch zu, die Augen stur gerade aus gerichtet und legte ein Buch auf die Schemen des Fotos, die er mit einem kurzen Schielen nach unten erhascht hatte.
Er war gerade nicht bereit sich weiter mit solchen Fantasien auseinander zu setzen. Absolut nicht. Er musste das irgendwie unter Kontrolle kriegen, heute Nacht. Von plötzlichen Kampfeswillen motiviert ging Sirius auf das Bad zu, aber kaum dass er sich in dem exotisch eingerichteten Raum umgesehen hatte, verpuffte alles, was er sich vorgenommen hatte wieder. Es gab nichts, dass keine Erinnerungen an einen blonden jungen Mann wach rief – nichts neutrales, nichts beruhigendes.
Sirius stützte sich hart auf das Waschbecken auf und starrte sein Spiegelbild an. Alles was er sah, war ein blasser, blutbeschmierter Mann, mit dunklen Ringen unter dunklen Augen, strähnigem Haar. Jemand, dessen Versagen ihm deutlich ins Gesicht geschrieben stand.

***

Das Bild, das sich in der GlastĂĽr des St. Mungos abzeichnete, war zwar eine akzeptable Version seiner selbst, trotzdem hatte es Sirius gestern Abend nicht mehr geschafft, einen Zauber zu stande zu bringen, der die Wunde und die blauen Flecken wĂĽrde verschwinden lassen. Und bevor er sich sonst was weghexte, nur weil er nicht in der Verfassung war, auch nur einen Accio zu sprechen, hatte er es lieber alles sein lassen.
Da er gezwungenermaßen im pulsierenden Leben stand, nämlich inmitten der Besuchermassen, war er sich auch nicht mehr sicher, ob es eine gute Idee gewesen war, hierher zu kommen.
Wenn er Pech hatte, würde er Remus über den Weg laufen. Oder Harry würde wieder ausrasten. Seufzend senkte Sirius den Kopf und schlüpfte durch die Tür. Länger hier draußen herumzustehen, würde ihm wohl leider auch keine Antwort auf seine Fragen geben, also konnte er sich – sprichwörtlich – getrost in die Höhle des Löwens begeben. Als Sirius durch die lärmende Eingangshalle schritt musste er feststellen, dass er langsam eine ziemliche Aversion gegen das St. Mungos entwickelte. Natürlich – niemand mochte Krankenhäuser, aber es schien ihm, als bedrohte dieses Gebäude die Grundfesten seiner Existenz. Irgendwie. Was keinen großen Sinn ergab, da Sirius keinen seiner Freunde hier hatte sterben sehen und außer dieser unschönen Sache mit Harry, auch nichts damit verband. Trotzdem schauderte es ihn ein bisschen, als er die kleinen Weihnachtsfiguren betrachtete, die auf Besen an der Decke umher flitzten und gelegentlich Weihnachtslieder zum besten gaben, um die Besucher schon in der Vorweihnachtszeit auf das Fest einzustellen, das ernüchternder weise immer näher rückte. Die Muggel nannten Weihnachten das Fest der Liebe. Harry hatte von ihrer komischen Vorstellung über diesen Mann erzählt, dessen Mutter ihn bekommen hatte ohne jemals mit einem Mann zu vögeln. Sirius erinnerte sich, dass er bei dieser Vorstellung damals gelacht hatte. Heute war ihm eher nach heulen zu Mute, wenn er die geschickt drapierten Mistelzweige umging, die irgendjemand mit äußerst schlechtem Humor in der Nähe der Station für die Opfer von Fluchschäden angebracht hatte.
„... Schwachsinn! Wie kommst du darauf?“
„Das ist kein Schwachsinn, sondern sehr wahrscheinlich. Und glaub mir, du möchtest nicht in den nächsten Tagen irgendwann morgens aufwachen und feststellen, dass ich Recht hatte.“
„Ach, weißt du das aus eigener Erfahrung?“
Sirius erstarrte für einen Moment, ehe er einen Sprung nach vorn machte. Waren das etwa Draco und Dean? Er streckte den Kopf um die Ecke, sah aber nur einen leeren Gang vor sich, in dem die Stimmen schon wieder zu Gemurmel gedämpft verschwanden. Nicht ganz sicher, ob er sich darüber freute, einer Konfrontation mit ... Draco aus dem Weg zu gehen, lehnte sich Sirius an die Wand und atemte tief durch. Hätte er ihn sehen wollen? Sein Verstand schrie nein. Merlin allein wusste, was dann passiert wäre. Ob Dean dabei gewesen wäre. Wie Draco auf ihn reagiert hätte. Oder ob er gewusst hätte, wie er mit dem Wissen umgehen sollte, dass er dem wichtigsten Menschen in seinem Leben schon wieder weh getan hatte.
Andererseits konnte er sich nicht dagegen wehren, dass er Draco jetzt gerne in den Arm nehmen würde. Aufstöhnend fuhr sich Sirius mit den Händen über das Gesicht und zuckte zusammen, als er die unverheilte Wunde über seiner Schläfe berührte.
„Mr Black? Ist alles in Ordnung bei Ihnen?“
Ganz langsam – schon voller böser Erwartungen – hob Sirius den Kopf. Doch der Mann, der ihn da mit einem dieser abscheulich gutmütigen Funkeln in den Augen anblickt, war ihm unbekannt. Er ihm scheinbar nicht.
„Alles bestens.“
Ein abschätzender Blick wanderte über ihn, doch das Lächeln auf den rosig-gesunden Wangen verblasste nicht. „Mein Name ist Cedric Diggory“, meinte er und machte eine Handbewegung zu dem Schildchen an seiner Brust. Heiler des St. Mungos. Na toll.
„Und kann ich Ihnen irgendwie helfen?“, fragte Sirius so höflich es ihm nur möglich war.
„Diese Frage wollte ich eigentlich eher Ihnen stellen. Was ist mit ihrem Kopf passiert?“
„Ich bin gegen eine Tür gelaufen.“
Eine vollkommen perfekte, helle Augenbraue hob sich. „Sieht aus, als wären Sie ziemlich heftig dagegen gelaufen.“
„Mein Patensohn wartet auf mich“, warf Sirius ein und richtete sich auf. Obwohl ihm dieses Strahlemännchen nichts getan hatte, wusste er jetzt schon, dass Diggory zu den Menschen gehörte, die er nicht leiden konnte.
Doch genau dieser versperrte ihm noch immer den Weg und warf gerade gemütlich einen Blick auf die Uhr. „Ja, das passt. Ich habe jetzt auch noch einen Patienten. Ich warte dann auf Sie.“
Sirius starrte sein Gegenüber einen Moment lang an. Hatte der Typ sich vielleicht von Harrys Station hier her verirrt und sich irgendwo ein Heiler-Kostüm geliehen? „Bitte?“, kam es also von Sirius.
Diggory – wie sollte es auch anders sein? - lächelte nur. „Das sollte sich mal jemand angucken.“ Er tippte gegen seine eigene, makellose Stirn. „Bis später.“ Ein kurzes Zwinkern und er verschwand um die Ecke.
„Ja, wenn Salazar und Godric knutschend hinter der nächsten Ecke stehen vielleicht...“, murmelte Sirius und setzte kopfschüttelnd seinen Weg vor.

***

Fast eine Stunde lang hatte er ein kaum existentes Gespräch mit Harry geführt – oder eher einen äußerst strapaziösen Monolog von sich gegeben, den sein Patensohn selten mit mehr als einem Schnauben, einem Wimmern oder auch nur einer Geste kommentierte. Sirius konnte sich nicht helfen, aber er hatte das Gefühl, dass es mit Harry immer weiter berg ab ging. Mit allen Mitteln hatte er versucht, dem Sohn seines besten Freundes mit zu teilen, dass er für ihn da war, dass sie das wieder hinkriegen würden. Solche Gefühls-Dinge lagen ihm ja sowieso nicht, aber wenn sein Gegenüber die meiste Zeit dabei mit leerem Blick aus dem Fenster starrte, brachte Sirius das an den Rand eines Nervenzusammenbruchs.
Und als er nun aus dem Zimmer trat und Diggory an der gegenĂĽberliegenden Wand lehnen sah, der sich mit einer Schwester unterhielt, bekam er ganz eindeutig Schlagseite auf dem dĂĽnnen Seil seiner verbleibenden Beherrschung.
In der Hoffnung, dass Diggory vielleicht ganz in sein Gespräch mit diesem vollbusigen Weib vertieft war, eilte er schon auf die Tür zu – doch keine drei Sekunden später schlossen energische Schritte zu ihm auf.
„Na, na. Nicht so schnell, Mr Black.“
Sirius blieb stehen und seufzte leise. Mit geschlossenen Augen drehte er sich herum, hob die Lider wieder und zwang ein instabiles Lächeln auf sein Gesicht. „Mr Diggory – Ich möchte sie wirklich nicht von Ihrer Arbeit abhalten.“
„Das ist meine Arbeit“, erklärte Diggory ihm fröhlich und schob ihn vor sich her. Sirius wäre sich albern vorgekommen, sich gegen den Griff dieses Idiotens zu stemmen, deswegen ließ er sich resigniert zu einem kleinen Behandlungsraum führen. Diggory deutete auf einen Stuhl, ließ die Tür offen stehen und zog sich selbst einen Hocker heran.
Sirius hätte schreien wollen. Bis gerade hatte er sich ja noch einigermaßen im Griff gehabt, aber er spürte mit jeder Faser seines Körpers, dass die Folgen sich langsam bemerkbar machten – die Folgen der letzte Nacht, die Folgen des Entzugs, die Folgen seiner Schlaflosigkeit. Er verlangte doch nicht mehr, als nach Hause zu apparieren.
Diggory unterbrach seine Gedankengänge: „Legen Sie mal den Kopf in den Nacken.“ Sirius gehorchte und starrte an die Decke, während sich Diggory darum kümmerte, dass die Wunde verschwand, die Remus schon vor Stunden hatte beseitigen wollen.
Gerade als sich Sirius wieder aufrecht hinsetzen wollte, traf sein Blick auf den, der beiden Menschen, die gerade vor der TĂĽr entlang gingen.
Draco und Dean. Draco blieb wie erstarrt stehen, Dean hingegen stĂĽrzte einfach in das Zimmer hinein und packte Sirius, ehe der es richtig realisieren konnte, weil sein Blick noch auf Dracos Gesicht haftete, an der Schulter. Da Thomas irgendeinen der blauen Flecken erwischte, atmete Sirius zischend ein.
„Ich sollte dich umbringen, dafür, dass du das getan hast!“ Mit einer ruckartigen Bewegung zog er Sirius aus dem Stuhl und missachtete die Zwischenrufe von Diggory und Draco. „Ich wollte es schon so oft, aber jedes Mal lasse ich es mir von Draco verbieten. Aber diesmal bist du zu weit gegangen, Black. Nur weil du kleines Bückstück...“ Weiter kam er nicht, denn Diggory schien bei vulgären Worten ungeahnte Kraftreserven zu entdecken.
Einen kurzen Zauberstabschlenker später, presste eine unsichtbare Macht Thomas gegen die Wand. Er hatte jedoch das Unfassbare geschafft: Diggorys Lächeln war verschwunden.
„Ich weiß ja nicht, was hier los ist, aber eins steht fest. Niemand schlägt sich in diesem Krankenhaus.“ Er zog die Augenbrauen zusammen und warf Draco einen fragenden Blick zu, der noch immer blass und schweigend in der Tür stand.
„Dann fragen Sie doch mal ihn da, was hier los ist“, blafft Dean. Diesmal war es jedoch Draco, der reagierte: „Hör auf damit, Dean. Bitte.“
Seine Stimme klang erstaunlich fest und Sirius hätte schreien mögen, als er ihn dort stehen sah, Thomas mit diesem Blick angucken sah.
„Warum nimmst du ihn immer in Schutz?“
Diggorys Augenbrauen zogen sich immer fester zusammen.
„Ich möchte, dass du im Foyer auf mich wartest, Dean.“
„Draco... Ich... Nein. Ich lass dich nicht allein. Nicht mit ihm. Auf keinen Fall.“
„Cedric ist hier, Dean. Der Hogwarts-Champion, da kann nicht viel passieren.“ Besonders humorvoll klang Draco nicht.
Im ersten Moment schlugen Sirius' Gedanken wilde Purzelbäume – Cedric? Dann dämmerte es ihm. Der Kerl war ja gerade mal ein oder zwei Jahre älter als Harry und Draco!
Hätte er nicht gerade beobachten müssen, wie Thomas Draco zärtlich über die Wange strich, hätte er wohl etwas entsprechendes angemerkt. So aber stand er noch immer wie erstarrt da, spürte, wie ihn ein ausgesprochen feindlicher Blick traf und hörte dann die Tür zu fallen.
Diggory räusperte sich. „Möchtest du mir das vielleicht erklären, Malfoy?“
„Nein.“ Draco machte ein paar vorsichtige Schritte auf Sirius zu, dann drehte sich zu Diggory.
„Wie geht es ihm? Ist er verletzt?“
Diggory runzelte die Stirn. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass er sich von mir untersuchen lassen wollte.“
„Zwing ihn. Er hat sich gestern Abend mit Dean geschlagen...“ Sein Blick schweifte zu Sirius. „Außerdem macht er gerade einen Entzug durch.“
„Draco, halt die Klappe“, zischte Sirius. Zu seiner Verwunderung – und er kam sich bei diesem Gedanken ziemlich schäbig vor – zuckte Draco nicht zusammen.
Stattdessen starrte er Diggory fest in die Augen.
„Entzug?“, wiederholte dieser langsam und ließ seine Augen zwischen Sirius und Draco hin und her schweifen. „Was für eine komische Beziehung habt ihr drei bitte zu einander?“
Draco lieĂź diese Frage unbeachtete und drehte sich zu Sirius. Die beiden grauen Augepaare trafen sich und Sirius schluckte.
Draco war immer noch Draco. Wo auch immer diese komische Selbstsicherheit plötzlich herkam, er war immer noch sein Draco.
„Es tut mir so leid...“
Etwas blitzte in Dracos Augen auf, doch der Blonde hatte sich erstaunlich gut unter Kontrolle. „Nicht, Sirius. Lass es gut sein.“
Und plötzlich war alles wieder da. Die Dunkelheit, der Schmerz, alles was er so gut verdrängt hatte.
Ich tu dir nur einen Gefallen. - Es gibt nichts, das ich mehr will, als dich tot zu sehen.
Sirius spürte wie er am ganzen Körper zu zittern anfing und ließ sich an der Wand hinabrutschen. Draco blieb stehen wo er war, doch seine Augen waren weicher geworden.
„Sirius“, flüsterte er heiser.
Der Angesprochene blickte auf. Wenn er Draco da stehen sah, dann wünschte er sich nichts mehr, als dass er ihn zu sich ziehen könnte. Sich an ihm festhalten. Doch Draco bewegte sich nicht.
„Sirius“, wiederholte er. Traurig. „Lass dich durchchecken.“
„Es geht mir gut.“ Nur das mir etwas wichtiges fehlt, dachte Sirius stumm.
„Bitte, Sirius.“
„Komm zurück, Draco.“
„Nein.“
Kein Messer hätte tiefer schneiden können. Sirius schaffte es nicht, den Blick von Draco abzuwenden, aber er nahm aus den Augenwinkeln wahr, dass Diggory vollkommen gebannt auf der Kante eines Schrankes hockte.
„Draco...“ Irgendwo bei der letzten Silbe erstickte er an dem Namen und grub sich die Fingernägel in die Wangen.
„Du musst dich untersuchen lassen, Sirius.“ Draco war in die Hocke gegangen, um ihm weiterhin in die Augen sehen zu können. „Delilah hat es wohl mit ein paar Kerlen zu viel getrieben. Sie hatte einen Tripper.“


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