
von hbr_01
Hermine und Ron sind nur wenige Minuten nach ihnen in den Gryffindorturm gegangen. Es dauerte auch nicht lange, bis Hermine ihm einen Kuss gab und sich auf den Weg in den Schlafturm der Mädchen machte. Ginny schlief schon und die restlichen Mädchen aus ihrem Jahrgang schienen noch in der Großen Halle zu sitzen. Sie zog sich um und legte sich erschöpft in ihr Bett.
Als Hermine die Augen schloss, sank sie in einen traumlosen Schlaf, der zu ihrem Bedauern zu schnell endete.
Am nächsten Morgen begann der Schulaltag wie gewohnt abzulaufen. Hermine und Ginny warteten, nachdem sie sich fertig gemacht haben, im Gemeinschaftsraum auf Ron und Harry, die sich nie besonders viel Mühe gaben pünktlich unten zu sein.
Wenigstens beim Frühstück ließen sie sich keine Zeit, sodass sie zur rechten Zeit im Unterricht „Zaubertränke“ sein konnten.
Obwohl Ron und Hermine zusammen waren, saßen sie niemals an einem Tisch. Also setzte sie sich auf einen leeren Platz, während sie beobachtete, wie Harry sich neben Ron niederließ.
Hermine schlug ihr Buch auf um sich die ersten Seiten durchzulesen, bevor Snape kam. Schließlich wollte sie mit richtigen Antworten Punkte für ihr Haus sammeln.
Plötzlich merkte sie, wie sich jemand neben sie setzte und sie sah aus Reflex auf. Hermines Augen weiteten sich etwas, als Emilia das Buch neben ihr auf den Tisch legte und sich seufzend durch ihre langen dunkelbraunen Haare fuhr.
Ihre dunkelblauen Augen waren ausdruckslos nach vorne gerichtet. Hermine wandte ihren Blick von ihr ab und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder ihrem Buch zu.
Wieso musste sie sich ausgerechnet neben sie setzen? Es waren vor ihr noch mindestens drei Tische frei.
Langsam füllte sich das Klassenzimmer und neben Parvati blieb noch ein Platz frei. Doch als Hermine gerade mit dem Gedanken spielte sich neben sie zu setzen, betrat Snape den Raum und das Gemurmel, dass davor noch stattgefunden hatte, verstummte sofort.
Ohne davor noch etwas zu sagen, fragte er nach den Zutaten des Trankes der lebenden Toten. Jeder Schüler im Raum versuchte so unauffällig wie möglich zu bleiben, denn diejenigen die negativ auffielen kamen mit einer hoher Wahrscheinlichkeit dran.
Hermine hob ihre Hand sobald die Frage fiel, aber Snape ignorierte sie. Sein Blick wanderte durch die Klasse und blieb an Emila hängen, die gelangweilt durch ihr Buch blätterte.
„Miss Moon. Habe ich Ihnen etwa gesagt, sie sollen Ihr Buch öffnen?“, fragte Snape und machte ein paar Schritte auf sie zu.
Emila antwortete nicht sondern machte es wieder zu.
„Also Miss Moon. Nennen Sie mir doch die Zutaten des Lebenden Toten Trankes“
„Affodillwurzel, fein gehackt; Wermut, als Sud zerkocht; Saft einer Schlafbohne und Baldrianwurzel“, kam es aus ihr, als hätte sie es gerade von irgendwo ab gelesen und Snapes davor noch hämischer Gesichtsausdruck, verfinsterte sich.
Er hob seine Augenbrauen und sah sie prüfend an. „Na schön Miss Moon. Und die Zutaten für einen Mega-Power Trank?“
„Flubberwurmschleim und Rinde vom Mega-Power-Baum“, erwiderte sie sofort und Snape kräuselte die Lippen.
Jeder im Raum hatte den Blick auf sie gerichtet.
„Das ist richtig. 10 Punkte für Slytherin“, sagte Snape und führte, ohne Emilia noch einmal anzusehen, seinen Unterricht fort.
„Anscheinend hat Hermine jetzt eine Konkurrentin“, grinste Ginny, als Ron ihr den Vorfall erzählt hatte und Hermine verdrehte bloß die Augen.
„Wer ist sie überhaupt?“, fragte sie dann und alle zuckten mit den Achseln.
„Weiß nicht. Sie ist anscheinend neu hier in Hogwarts“, meinte Ron und deutete zum Slytherintisch. „Da, die mit den braunen Haaren – die neben dem einen Blonden da“
Während Ginny Rons Anweisungen folgte aß Hermine den Salat, den sie immer zum Abendessen aß.
Nach dem Essen standen Harry und Ginny wieder einmal früher vom Tisch auf und sagten, dass sie noch kurz spazieren gehen möchten.
Diesmal verkniff Ron sich, Gott sei Dank, sein Kommentar.
„Gehen wir hoch?“, fragte Ron nachdem er den letzten Bissen zu sich genommen hatte und legte sanft seine Hand an Hermines Rücken.
„Hättest du vielleicht auch Lust ein wenig spazieren zu gehen? Das Wetter ist ziemlich schön“, erwiderte Hermine und Ron verzog etwas sein Gesicht.
Das hieß dann wohl nein.
„Tut mir leid, aber ich hab‘ jetzt wirklich keine Lust rauszugehen“, sagte Ron und stand vom Tisch auf. „Würde es dir was ausmachen, wenn ich nicht mitkomme?“
Hermine schüttelte, etwas gekränkt, den Kopf. „Nein“
Er verabschiedete sich mit einem kleinen Kuss von ihr und machte sich auf den Weg zum Gryffindorturm, während Hermine nach draußen ging.
Es war eine wunderschöne Nacht.
Es waren vereinzelt Sterne am Himmel zu sehen und der Mond schien so hell wie schon lange nicht mehr. Hermine lächelte und ging langsam los.
Sie hatte vor zum See zu gehen und sich dort etwas zum Wasser zu setzen. Sie liebte es den Geräusch des Wassers zu hören, wenn rundherum alles still war.
Doch als sie ankam, sah sie wie jemand gegen einen Baum gelehnt stand. Es brauchte nicht lange, bis sie Emilia erkannte. Sie hatte wieder eine Zigarette in der Hand und in der anderen eine Flasche.
Wut stieg in Hermine auf und sie ging mit schnellen Schritten auf das Mädchen zu. Nein, dieses Mal würde sie nicht damit davonkommen.
„Was zum…?“, fragte Hermine mit erhobener Stimme, als sie bei Emilia ankam und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
Obwohl es dunkel war, konnte sie erkennen, wie das Mädchen ihre Augen verdrehte.
„Schon Mal daran gedacht, dass Rauchen am Schulgelände verboten ist?“
„Könntest du deine Moralpredigt vielleicht auf Morgen verschieben? Ich hab‘ grad keine Zeit“, hörte sie Emilia mit ruhiger Stimme sagen und beobachtete, wie sie einen Schluck von der Flasche machte.
„Und was ist da drin?“, wollte Hermine wissen, ohne auf ihre Antwort einzugehen.
Emilia antwortete nicht, sondern schmiss bloß den Zigarettenstummel zur Seite und zündete sich eine Neue an.
Ohne zu überlegen riss Hermine ihr diese aus der Hand und schmiss sie zu Boden.
Emilia verdrehte die Augen und holte sich eine Weitere aus ihrer Jackentasche.
„Was ist los mit dir?“, fragte Hermine entgeistert.
Es schien wie eine Ewigkeit, als Emilia ein „So Einiges“ von sich gab.
Danach ließ sich Emilia am Baum nach unten zu Boden gleiten und legte ihre Füße übereinander. Sie öffnete die Flasche und nahm noch einen Schluck ihres Getränkes.
„Hast du etwa vor mich die ganze Nacht lang anzustarren?“, fragte sie dann schroff und Hermine schüttelte reflexartig den Kopf.
Sie überlegte, was sie zu ihr sagen könnte. Aber es fiel ihr einfach Nichts ein. Es schien nicht so, als könnte sie dieses Mädchen einschüchtern – nein ganz im Gegenteil. Emilia schüchterte Hermine in irgendeiner Art ein.
„Verschwinde einfach“, murmelte Emilia nachdem von Hermine keine Antwort kam und zog an ihrer Zigarette.
„Mit diesem Verhalten, wirst du nicht lange in Hogwarts Schülerin sein“
„Wer sagt, dass ich das vor hätte?“
Hermine hob die Augenbrauen. Emilias Mundwinkel zuckten und sie schüttelte belustigt den Kopf.
„So sehr ich auch deine berauschende Gesellschaft zu schätzen weiß-“, begann Emilia plötzlich und stand wieder auf. „Ich möchte jetzt einfach meine Ruhe haben“
Nach diesen Worten drehte sie sich von Hermine weg und ging langsam zurück Richtung Schloss. Hermine blieb noch etwas der Mund geöffnet. Ihr lagen so viele Worte auf den Lippen, aber sie schien keines davon laut aussprechen zu können.
So etwas war Hermine noch nie vor gekommen. Rauchen und trinken (Hermine vermutete sehr stark, dass es ein alkoholisches Getränk war) am Schulhof war nie wirklich ein Thema gewesen.
Verärgert ließ Hermine sich auf den Boden nieder und lehnte sich gegen den Baum.
Dennoch wurde sie den Gedanken nicht los, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war mit Emilia.
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