Auf ein Ende folgt immer ein Anfang - Ein verflixter Samstag
von Federica
Hallihallo :)
da bin ich wieder, mit einem funkenagelneuen Chap :)
²Lily_Luna_Lovegood: Hallo :) ach das macht doch nichts :) jaaa, ich dachte mir es muss ja nicht immer Sirius der Buhmann sein ;) ich liebe die beiden auch zusammen, aber leider sind es zwei Sturköpfe^^ lg!
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Ein verflixter Samstag
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When you touch me like this,
and when you hold me like that.
It was gone with the wind but it's all coming back to me.
[Meat Loaf - It's all coming back to me now]
~*~
Emma
Die Sonne schien in den Schlafsaal hinein und ich hatte nur ein zauberhaftes Wort im Kopf.
Samstag!
Ausschlafen, ausruhen und auf den Ländereien spazieren gehen. Vielleicht Hagrid besuchen. James setzte bestimmt noch Quidditchtraining an. Aber irgendwas war heute noch…
Oh nein, Nachsitzen. Naja, ich hab das ja schon öfter überlebt. Aber heute mit Lily, James und Sirius. Gleich die volle Dröhnung.
Lily wuselte schon wieder durch den Schlafsaal, nur Sonntags blieb sie auch mal länger liegen.
„Guten Morgen“, murmelte ich und drehte mich nochmal um.
„Ems, guten Morgen! Ich hoffe ich habe dich nicht geweckt, aber du hast eh in einer Stunde Quidditchtraining!“, ich sah sie mit einem tödlichen Blick an, abwehrend hob sie die Hände, „Ich hab damit nichts zu tun! James war nur eben im Gemeinschaftsraum und meinte ich solle es dir sagen. Er ist jetzt Sirius wecken. Der ist wohl erst ganz spät von seinem Date ins Bett gekommen.“
Augenverdrehend setzte ich mich auf. Schön für Sirius, aber was interessiert mich das bitte? Er hatte in dieser erste Woche nun schon wieder vier verschiedene Mädchen abgeschleppt. Wahrscheinlich ist er noch stolz darauf!
Verächtlich verzog ich mein Gesicht und tapste ins Badezimmer. Nach einer Dusche sieht alles viel besser aus.
Nur leider konnte die Dusche nichts an der Tatsache ändern, dass ich jetzt Training hatte.
Zum Glück kannte ich die Küche, da würde ich wohl nochmal vorbeigehen.
„Bis später Lils!“
Ich lief in meinen Quidditchsachen durchs Schloss, bis ich vor diesem entzückendem Obstporträt stand. Beim ersten Mal dachte ich noch, dass mich James wieder nur verarschen will, aber man musste die Birne nun mal wirklich kitzeln.
Schon stand ich in der Küche und wurde von Hauselfen begrüßt.
Mit unglaublich hoher Stimme fragt mich eine nach meinen Wünschen.
„Ich hätte gerne einen Kaffee und einen Donut, vielen Dank!“
Zwei Sekunden später hielt ich beides in meinen Händen, den Kaffee trank ich so schnell es ging und den Donut aß ich auf dem Weg zum Feld.
Natürlich war ich die Letzte, wenn auch nicht zu spät.
„Morgen Ems, dann können wir ja anfangen!“, ein kleiner strafender Blick vom Kapitän und fertig.
Wir schwangen uns alle auf die Besen, doch leider mussten wir erst zehn Runden um das Feld laufen.
„Ach Sirius, könntest du deine Klatscher heute vielleicht unter Kontrolle behalten?“, ich zwinkerte ihm zu, während wir um das Feld joggten. Zehn Runden um das Quidditchfeld, James hat heute aber schlecht geschlafen…
Wenigstens hatte niemand in den Ferien seine Kondition vernachlässigt und James war mit uns zufrieden, als wir uns endlich in die Lüfte erhoben.
Wir hatten noch gar nicht richtig losgelegt, da fing es auch schon an richtig zu schütten. Diese Wetterwechsel hier in Schottland konnten einen wirklich nerven.
Doch James ließ sich davon nicht beirren, erst als wir nach über einer Stunde gar nichts mehr erkennen konnten und es auch noch angefangen hatte zu Gewittern, zeigte er Erbarmen.
„Okay, Schluss für heute. Emma kannst du die Bälle einsammeln?“
„Klar, kein Problem!“
Die anderen verschwanden alle in Richtung Schloss um sich in Ruhe heiß zu duschen.
Leider hatte ich den Schnatz noch nicht entdeckt und James würde mich lynchen, wenn der in der Kiste fehlt.
Doch dann sah ich etwas am Boden glitzern, ich setzte zum Flug an und gerade als meine Finger nach dem Schnatz greifen wollten, hielt er ihn schon fest. Bloß ich konnte nicht mehr bremsen und so flog ich direkt in Sirius rein und wir landeten beide auf dem matschigen Boden. Immerhin lag ich nicht im Matsch.
Belustigt schauten mich diese grauen Augen an und mir wurde ganz anders. Trotz des Regens, der mich schon bis auf meine Unterwäsche durchnässt hatte, wurde mir ganz warm und mein ganzer Körper fing an zu kribbeln.
„Tut mir leid, aber ich dachte, ich bin die Sucherin“, atemlos sah ich ihn an. Die Regentropfen, die auf sein Haar fielen und leicht abperlten.
Gott, wir waren uns schon viel zu nah. Ich konnte seinen Atem spüren.
Die grauen Augen hatten keinen belustigten Ausdruck mehr, sie sahen verwirrt und gespannt aus.
Gerade wollte ich die Initiative ergreifen, da hatte er schon mein Gesicht in seinen Händen geborgen, der Schnatz fiel zu Boden und flatterte müde mit seinen Flügeln. Das alles war aber nicht mehr wichtig, als ich diese Lippen auf meinen spürten.
Der Kuss war ganz anders, als am Montag. Sanfter, zärtlicher. Ich öffnete meine Lippen und unsere Zungen fanden sich. Seine Hände vergruben sich in meinen Haaren und ich ließ meine Hände an seinem Hals und Gesicht.
Auf einmal lag ich unter ihm und wir küssten uns immer leidenschaftlicher.
Ich schaffte es uns wieder umzudrehen, aber leider noch nicht mich von ihm zu lösen. Neuer Atem wäre aber manchmal ganz nützlich. Mir wurde schon ganz schwindlig, allerdings könnte ich nicht sagen, ob es am Sauerstoffmangel liegt.
Auf einmal wurde mir ganz kalt, was machte ich hier eigentlich? Das war immerhin Sirius, der wahrscheinlich nach dem Nachsitzen noch ein Date hat!
Abrupt löste ich mich von ihm und setze mich auf. Er sah mich verwirrt an.
Vielleicht war er es ja nicht gewöhnt, dass ein Mädchen seine Küsse abbricht.
„Ich, ähm, Sirius, das geht nicht!“, eigentlich ist es ja gegen meine Natur so einfach wegzulaufen, aber jetzt konnte ich nicht anders, „Es tut mir leid!“
Dann rannte ich einfach nur durch den Regen zum Schluss, allerdings bemerkte ich, dass das nicht nur Regentropfen auf meinem Gesicht waren. In was für einer beschissenen Hormonkrise stecke ich eigentlich?
Sirius Rufen ignorierend lief ich durch die Gänge von Hogwarts. Meine Gedanken wirbelten durcheinander.
Wieso fühlte ich so viele Sachen, wenn ich Sirius küsse, die ich vorher noch nie gefühlt habe?
Mir war so kalt und gleichzeitig so heiß, ich spürte seine Lippen noch auf meinen. Küssen kann er aber auch einfach. Konnte ja auch jahrelang üben…
Ich lehnte mich mit dem Kopf an eine kalte Wand.
Du meine Güte, ich werde mich nicht in Sirius verlieben. Aber es war so klar, dass so etwas passiert. Diese Spannungen zwischen uns. Ich werde hier noch verrückt.
Langsam beschloss ich doch mal zum Gemeinschaftsraum zu gehen.
Vor dem Nachsitzen musste ich noch dringend duschen.
Nachsitzen! Mit Sirius… na das kann ja was werden.
Vorsichtig betrat ich den Gemeinschaftsraum, die Luft schien rein zu sein, ich beeilte mich zum Schlafsaal zu gelangen – doch zu früh gefreut.
„Emma?“ Mist.
Ich drehte mich um, aber vor mir stand nur James.
„Ach du bist es!“, sagte ich erleichtert.
„Wo sind die Bälle?“, er musterte mich etwas komisch, wahrscheinlich fragte er sich, wen ich erwartet hatte.
Shit, die hatte ich total vergessen!
„Die wollte Sirius mitbringen“, schnell drehte ich mich um und lief die Treppe hoch. Allerdings hörte ich noch, wie sich James über den ganzen Matsch in meinen Haaren wunderte. Wenn er das wüsste, er würde ausrasten.
Leise betrat ich den Schlafsaal.
Langsam war mir wirklich kalt, die wärmende Wirkung des Kusses war verblasst. Schade eigentlich, war es eine gute Nebenwirkung.
„Hey Lils! Ich muss duschen!“
Meine beste Freundin musterte mich skeptisch: „Wo warst du solange? James ist schon ewig wieder da, die anderen auch alle. Nur du und Sirius…“
„Wir haben die Bälle eingesammelt!“
„Warum hast du überall Schlamm?“
„Ich bin, ähm, vom Besen gefallen, als ich den Schnatz fangen wollte.“ Ich hab schon immer schlecht gelogen, zumindest bei Lily.
„Dusch dich erst mal und dann erzählst du mir die Wahrheit.“
Ich sah sie bedröppelt an und nickte, dann verschwand ich im Bad. Und wusch mir mit heißem Wasser Sirius Berührungen vom Gesicht.
Lily
Etwas verwundert blickte ich Emma hinterher, sie hatte überall Schlamm und ihr Gesicht war ganz gerötet gewesen.
Was war da nur zwischen ihr und Sirius vorgefallen?
Nur mit einem Handtuch bekleidet erschien meine beste Freundin wieder im Schlafsaal, ohne mich eines Blickes zu würden lief sie zu ihrem Bett und verkroch sich unter der Decke.
„Emma?“
„Was passiert, wenn ich das Nachsitzen schwänze?“
„Ich befürchte, dann musst du mehrmals nachsitzen. Was ist denn passiert?“
„Ich habe mich noch nie so peinlich verhalten wie eben. Ich kann den Schlafsaal vermutlich nur noch bei Nacht verlassen, obwohl, er ist ja auch nachts unterwegs. Ah, ich werde hier sterben!“
Langsam ging ich zu ihrem Bett und setzte mich zu ihr, vorsichtig lugte sie unter der Decke hervor.
„Lily, du darfst mich nicht hauen, okay? Ich habe sowas Dummes gemacht!“
Ich strich ihr über die nassen Haare. „Was ist denn los Süße?“
„Ja, also, irgendwie, Siriusundichhabenunswiedergeküsst.“
Ich hielt die Luft an, also hatte ich doch Recht gehabt.
„Warum denn bloß? Er ist doch so ein selbstverliebter Lackaffe!“
Emma verdrehte nur die Augen.
„Du kennst ihn ja nicht so gut. Ich meine, ich weiß, dass er niemals eine feste Beziehung führen wird. Aber er hat durchaus positive Seiten. Das Schlimmste habe ich dir aber noch gar nicht erzählt. Ich bin nach dem Kuss weggelaufen, er war so wild und leidenschaftlich. Ich bin immer noch so verwirrt.“ Ihr Gesicht färbte sich leicht rot.
Ich musste leise lachen, Emma lief nie weg. Sie scheute sich normalerweise vor keiner Auseinandersetzung. Aber bei Sirius war sie wohl nur ein halber Mensch, neuerdings zumindest. Oder auch nur wenn sie alleine sind.
„Tja Ems, auch dir fehlen mal die Worte. Er wird schon drüber hinweg kommen.“
„Er wird mich auslachen! Und zwar gleich, beim Nachsitzen, obwohl James darf es nicht wissen. Er würde ausrasten!“
Lachend stellte ich mir diesen Streit vor, die zwei Freunde, die mehr Brüder als alles andere waren, würden sich wegen Emma streiten. Wahrscheinlich ist sie auch sonst die einzige Streitmöglichkeit. James betrachtete Emma als seine kleine Schwester und er wusste, dass eine Liaison mit Sirius immer mit Tränen endet.
„Oh man, Emma, du kannst das Dreamteam nicht entzweien. Tu doch einfach so, als wäre nichts passiert. Und wenn ihr mal alleine seid, dann redet ihr erst und knutscht dann rum, oder lasst es gleich.“
„Danke Lily, ein toller Tipp! Ich möchte dich mal erleben, wenn dich alles an ihm so anzieht, dass du alles um dich herum vergisst!“
Sie sah mich flehend an, aber ich ließ mich nicht erweichen.
„Hop hop Fräulein, in einer halben Stunde müssen wir zu Gonni. Zieh dich an!“
Emma erhob sich nur widerwillig und schlüpfte in Röhrenjeans und in einen viel zu großen Pullover.
„Von wem hast du den denn geklaut?“, fragte ich sie, während wir beide unsere Chucks zuschnürten.
Sie lachte: „Von James, es ist sein Lieblingspulli, aber er ist einfach so gemütlich und dann habe ich ihn mir eben mitgenommen.“
Unglaublich zu was meine beste Freundin manchmal fähig war. Nun stahl sie schon Klamotten von einem Kerl, der für sie wie ein Bruder ist.
Wir schlangen uns beide noch unseren dicken Gryffindorschal um den Hals und machten uns auf den Weg in den Gemeinschaftsraum. Emma neben mir wurde merklich kleiner, als wenn Sirius sie nicht bemerken würde.
„Hey Jungs, auf zum Nachsitzen!“, ich scheuchte meine drei Mitnachsitzer aus dem Gemeinschaftsraum. Ich wollte ja nicht auch noch zu spät zum Nachsitzen kommen, das wäre ja mehr als peinlich.
„Sag mal Ems, ist das nicht eigentlich mein Pullover?“, James zog Emma am Ärmel und sie grinste ihn an: „Ja, ist es, aber er ist so bequem und gemütlich. Ich will ihn behalten. Bitte!“, ein flehender Blick und James konnte eh nicht mehr ‚nein‘ sagen.
So grummelte er nur vor sich hin. Die zwei benahmen sich wirklich wie Geschwister.
McGonagall schickte uns zu Hagrid, wir würden ihm heute Abend zu Diensten stehen.
Nachsitzen im Verbotenen Wald, juhu. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.
Sirius warf Emma immer wieder verstohlene Blicke zu, sie ignorierte ihn jedoch verbissen.
Wirklich seeehr erwachsen…
„Hallo ihr vier, da seid ihr ja endlich!“, Hagrid begrüßte uns strahlend, dann würde der Abend vielleicht ja doch nicht im Desaster enden.
„James und Sirius ihr kümmert euch hier um meine Schnarchkackler, Emma und Lily ihr kommt mit mir in den Wald.“
Sirius und James grinsten uns an. Ja, toll, sie durften leichte Arbeit verrichten und Hagrid würde uns zu seinen Monstern bringen. Emma schien an der Gruppenaufteilung nichts auszusetzen zu haben und war schon mit Hagrid auf dem Weg zum Waldrand. Ich beeilte mich hinterher zu kommen, obwohl mich ja nun wirklich nichts zu diesem Wald zog.
Die Nase rümpfend betrat ich den leicht matschigen Waldboden, es roch nach Wald und es war viel zu dunkel.
Zum Glück sind wir Hexen! Ein Lumos, und tada, der Wald erstrahlte zwar nicht in neuem Glanz, aber immerhin war er nun erleuchtet.
„Emma, Lily, hier sind wir auch schon an eurem Arbeitsplatz.
Ich sah mich um. Wir waren von merkwürdigen Bäumen umgeben, an denen große Früchte hingen.
Gott, ich hoffe wir müssen die nicht ernten, da trau ich mich ja nie hoch!
„Keine Angst Lily, zum Ernten sind sie noch nicht reif genug. Ihr sollt hier nur ein wenig Unkraut zupfen.“
Ich sah auf den Boden, damit hatten wir also eine Beschäftigung für die ganze Nacht. Ich nahm ja mal an, dass wir das per Hand erledigen mussten.
„So, ich gehe zur Hütte zurück und hole euch später ab, wartet hier auf mich. Und benutzt doch bitte nicht eure Zauberstäbe“, er zwinkerte uns zu und verschwand.
„War das jetzt eine Aufforderung zum Zaubern?“, fragte ich Emma verwirrt.
„Na klar, denkst du er lässt uns hier durch den Dreck kriechen?“
Sie nickte mir zu und wir schwanken unsere Zauberstäbe, nach einigen ‚Diffindo-Zaubern‘ waren die Bäume von Unkraut befreit und wir ließen uns gemütlich auf einem Baumstamm nieder.
Wir hatten also mal wieder Zeit zum Reden. Das trifft sich bestens.
„Du und Sirius also?“, stellte ich mit trockener Stimme fest.
Emma neben mir erstarrte.
„Du spinnst jawohl ein bisschen. Ein wir wird es bestimmt nicht geben. Er liebt doch die Abwechslung und anhimmeln werde ich ihn auch nicht. Außerdem ist da ja nichts, ich kann das einfach nicht beschreiben. Aber verliebt bin ich sicher nicht. Vielleicht haben wir ja einfach nur Spaß miteinander. Wobei ich höhere Ziele habe, als an dem Bettpfosten von Sirius Black zu landen…“
Sie legte ihren Kopf auf meine Schulter.
„Sirius und ich sind einfach nur Freunde, aber anders als James und ich. Mit James bin ich ja praktisch aufgewachsen. Er ist der große Bruder, den ich nie hatte. Sirius kam dann ja erst dazu und ich glaube, ein Mädchen kann nicht normal mit Sirius befreundet bleiben. Ich meine, es kam ja auch von ihm. Aber, das würde nie gut gehen und ich bin auch definitiv nicht in ihn verliebt.“
Ich legte meinen Arm um ihre Schultern und hielt sie fest. Verwirrung ist ätzend.
„Ach Süße, vielleicht wird ja auch Sirius irgendwann erwachsen!“
„Dafür muss Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Aber eigentlich macht ihn das ja auch aus, diese Unbekümmertheit und er kann ja auch ernst sein. Nur leider nicht bei seinen Beziehungen. Ist aber auch egal, ich will ja nichts von ihm.“
Nun saßen wir schweigend im Wald und blickten zum Sternenhimmel, allerdings kam das Licht heute noch von einem anderen Himmelskörper.
Wir mussten schon mindestens drei Stunden hier sitzen, denn der Vollmond war schon komplett aufgegangen.
Emma
Warum habe ich eigentlich eine Freundin, die immer, ja wirklich immer, alles tausendmal durchkauen muss?
Gut, Sirius und ich hatten uns wild geküsst, aber mehr war da auch nicht. Basta.
Obwohl ich ja zugeben muss, dass ich noch nie so einen tollen Kuss erlebt habe.
Nicht mehr dran denken… lieber in den Himmel schauen. Vollmond – scheiße!
„Mist! Lily, wir müssen aus dem Wald raus!“
„Wieso das? Wir sollten doch auf Hagrid warten!“
„Der hat uns wohl vergessen, der hätte uns nie länger als zwei Stunden nachsitzen lassen und es ist Vollmond, wir sollten wirklich lieber ins Schloss. Los jetzt, ich geh vor!“
„Aber Remus ist doch immer in der Heulenden Hütte…“, ich zog sie schon an einer Hand hinter mir her. Leider war Remus seit der 5. Klasse nicht mehr in der Hütte.
Ich saß öfter bei Vollmond auf meinem Lieblingsplatz im Gemeinschaftsraum und beobachtete die Länderein. Sie gingen jedes Mal in den Wald.
Fuck. Bitte lass uns nicht auf Remus treffen. James und Sirius sind zwar dabei, aber irgendwie traue ich dem Frieden nicht so ganz.
Es herrschte eine unnatürliche Stille im Wald, normalerweise hörte man überall leise Geräusche.
Wenn das mal kein Zeichen dafür ist, dass Remus in seiner Werwolfsgestalt in der Nähe ist.
Langsam schlichen wir durch den Wald, zum Glück sah ich den Waldrand schon.
Erneut konnte ich nur den Rumtreibern dafür danken, dass sie mich manchmal mit in den Wald genommen haben.
Ich drehte mich zu Lily um: „Bleib du erst mal hier, ich sehe nach ob die Luft rein ist. Falls ich auf Remus treffe, kommst du nicht her. Erst wenn er mich angreift, musst du ihn vielleicht ablenken.“
Lily war mittlerweile ganz blass, dabei mussten wir ja nicht zwangsläufig auf Remus treffen.
Ich schlich vorsichtig zum Waldrand, ich konnte weit und breit keinen Werwolf entdecken.
Vorsichtig trat ich aus dem Schatten der Bäume hervor und ging ein paar Schritte. Kein Remus.
Ich atmete tief durch und drehte mich zum Wald zurück um Lily zu rufen. Wir mussten ja nur schnell zum Schloss hoch.
Doch aus meinem feinen Plan wurde leider nichts.
„Fuck!“, flüsterte ich nahezu sprachlos, denn leider sah ich nicht mehr den Wald sondern nur einen riesigen Werwolf.
Unfähig mich zu bewegen stand ich vor ihm. Er war so groß. Panisch bemerkte ich, dass der Werwolf ganz alleine war, kein Hirsch und auch kein Hund. Wo treiben die sich rum, wenn man sie mal braucht?
„Äh, hallo Remus. Ich bin’s Emma. Wir sind gute Freunde, erinnerst du dich?“, ich sah ihm in die bernsteinfarbenen Augen. Er schien mit sich zu kämpfen. „Du bist stärker als der Wolf Remus!“
Hoffnung stieg in mir auf, es schien so, als würde er sich von mir abwenden.
Plötzlich fühlte ich nur einen wuchtigen Schlag und flog durch die Luft, unsanft landete ich auf dem Boden und mein Knöchel knackte verdächtig. Toll jetzt könnte ich noch nicht mal mehr versuchen weg zu laufen.
Ich sah aus den Augenwinkeln, wie Lily aus dem Wald hervor trat, völlig schockiert versuchte sie Remus von mir wegzulocken. Für ihn war ich wohl aber das spannendere Opfer, schließlich konnte ich nicht mehr flüchten.
Man soll ja immer versuchen aussichtslose Situationen mit Humor zu sehen…
Ich verbarg mein Gesicht unter meinen Armen als Remus auf mich zu sprang.
Ich spürte den Atem des Werwolfes und die Pfote auf meinem Bauch. Das war’s dann wohl.
Schöne 17 Jahre gehabt.
Endlich hörte ich das Bellen eines Hundes, oder fing ich schon an zu halluzinieren?
Remus wurde abgelenkt und drehte den Kopf weg, dann sah ich nur wie ein riesiger schwarzer Hund auf uns zu sprang und Remus von mir runter stieß. Leider hatte der immer noch seine Pfote an meinem Bauch gehabt. Durch den Ruck, hatte er mit seinen Krallen eine blutige Spur hinterlassen.
Schmerz durchzuckte meinen Körper, als ich versuchte mich aufzusetzen.
„Emma, alles okay?“ James hockte neben mir und besah sich meinen Bauch.
„Lässt du Sirius jetzt alleine? Schafft er das?“, man hörte deutliche Panik in meiner Stimme, „und wo ist Lily?“
„Sie ist zum Schloss hoch, Poppy vorwarnen.“
Er nahm mich hoch und trug mich zum Schloss. Mir wurde ganz schwarz vor Augen, mir tat einfach alles weh und alles drehte sich.
„Wann wacht sie denn endlich auf? Poppy hat doch gesagt, dass sie nur die Nacht durchschläft…“
„Ja, jetzt ist es schon drei Uhr, so langsam mache ich mir Sorgen.“
„Und ich bin auch noch Schuld…“
Schuld? Wer war woran Schuld?
Langsam testete ich, ob ich meine Augen aufkriege, es funktionierte, vorsichtig öffnete ich nun meine Augen vollständig und blickte in die besorgten Gesichter meiner Freunde. Alle waren sie hier, Lily, James, Sirius und Remus.
Was war denn bloß passiert? Mit gerunzelter Stirn überlegte ich fieberhaft welche Dummheit ich mir mal wieder geleistet hatte. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Nachsitzen, Wald, Werwolf.
Alle musterten mich gespannt.
Ich räusperte mich und setzte ein schiefes Grinsen auf: „Ähm, könnt ihr mir mal erklären, warum immer nur ich es schaffe, mich bei jeder Gelegenheit zu verletzen?“
Remus sah mich derart schuldbewusst an, das hielt ja kein Mensch aus.
„Remus, hör auf so zu gucken. Du bist doch nun wirklich nicht schuld, wir hätten einfach im Wald bleiben sollen…“
„Eigentlich sind wir schuld, wir haben ihn aus den Augen verloren, als er Menschengeruch geschnuppert hat“, Sirius und James guckten betreten und Lily hatte eine merkwürdige Miene aufgesetzt. War sie etwa sauer auf die Jungs? Oh, na klar ist sie sauer… sie laufen mit einem Werwolf auf den Ländereien herum und es ist etwas passiert.
„Leute, hey Leute, niemand ist schuld. Klar? Ich wusste doch, dass ihr euch draußen rumtreibt. Also, Schluss jetzt, es geht mir auch eigentlich ganz gut. Was fehlt mir denn?“, wild fuchtelte ich mit meinen Händen durch die Luft. Oh, da war Schmerz, zu viele Bewegungen sind also doch nicht so gut.
Plötzlich wuselte Poppy um mich rum und beschimpfte noch meine Freunde, dass sie nicht eher Bescheid gesagt hatten.
Ich musste vier verschiedene Tränke schlucken und sie salbte meine Wunde am Bauch ein.
„Miss Hudson, die Wunde wird leider noch länger brauchen, bis sie verheilt ist und es werden Narben zurückbleiben. Den Knöchel hatten sie sich gebrochen, ziemlich kompliziert. Dürfte aber in zwei bis drei Tagen vollständig verheilt sein. Die Rippen brauchen noch etwas länger, da sie ja noch angeschlagen waren. Sie werden also noch etwas Zeit hier verbringen müssen.“
„Schon okay, das werde ich schon überleben!“
Endlich verschwand sie wieder und ich hatte meine Freunde wieder für mich. Remus sah mich immer noch so reumütig an.
Ich verdrehte die Augen: „Remus, also wirklich, ich hab ein paar Narben am Bauch, das werde ich schon überleben. Es ist ansonsten wirklich alles total okay. Also setz wieder dein normales Gesicht auf, sonst darfst du mich nicht mehr besuchen!“, zwinkernd grinste ich ihm zu, „die Narbe auf meinem Bauch ist jetzt nicht so tragisch, ich laufe ja nicht ständig im Bikini durch die Gegend und bauchfreie Tops mag ich auch nicht. Das Gesicht hätte mich mehr getroffen!“
Endlich lachten sie. Geht doch.
Aber was macht Lily denn da?
Fassungslos beobachtete ich meine sogenannte beste Freundin dabei, wie sie Remus und James raus scheuchte, damit ich mit Sirius reden konnte. Wenn sie später wiederkommt, muss ich sie nach der Geschichte fragen, die sie James aufgetischt hat…
Oh man, er guckt aber echt komisch, ich sank tiefer in mein Kissen und sah mir meine Fingernägel an. Ich finde die wirklich interessant. Aber man muss ja mal das Eis brechen.
„Also?“ Wow, was hatte ich doch viel zu sagen heute.
„Ems, also, ja“, seine grauen Augen suchten meine blauen und wieder war da diese Spannung zwischen uns.
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Tada :)
Ich hoffe es hat Gefallen gefunden :)
Frieda
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Im Buch wird sie als hässliche Kröte beschrieben. Als man mir dann sagte: ,Du wärst toll in der Rolle‘, antwortete ich: ,Herzlichen Dank!‘ Aber natürlich habe ich mich gefreut, als man mich darum bat, denn die Rolle ist ein echtes Juwel, es ist einfach traumhaft, in dieser Welt mitmischen zu dürfen … ganz abgesehen davon, dass ich in der Achtung meiner zwölfjährigen Tochter deutlich gestiegen bin.
Imelda Staunton