
von serotina
Hastig setzten sie sich auf die letzten freien Plätze im Raum. Zu ihrem Übel waren nur noch die Plätze in der ersten Reihe frei.
Nervös kaute sie auf ihrer Unterlippe. Sie hatte Severus … Stopp! Snape heute noch nicht einmal angesehen und jetzt hatte sie ihn 90 Minuten quasi im Vollbild.
Wie im Kino, nur mit Echtheitszertifikat.
Schon allein seine Anwesenheit beim Frühstück war ausreichend, um sie vergessen zu lassen wie man Nahrung aufnimmt.
Zu Merlin bettend, hoffte sie, dass das gleiche nicht auch auf Zaubertränke zutraf.
Ron unterbrach ihr innerliches Kniee rutschen vor Merlin, mit einer für ihn so typischen Frage.
„ Hast du irgendwo mein Kräutermesser gesehen?“ Als sie nach längeren Warten immer noch nicht reagierte, griff er unsanft nach ihrem Unterarm.
Leicht irritiert schaute sie nach rechts und begegnete einem skeptisch blickenden Ron. Genau in dem Moment ging die Kerkertür krachend auf und ein Snape der aussah, als wäre er heute mit dem falschen Fuß aufgestanden, ( also eigentlich so wie immer ) brüllte durchs Klassenzimmer.
„ Weasley, nehmen sie ihre dreckigen Finger von Miss Granger.“ Für ihn war sofort klar, dass ein ganz bestimmter jemand am ende des Jahres durch seine Prüfung fallen würde.
Im nächsten Moment biss er sich beinahe auf die Zunge. Er hätte lieber mit dem Kopf gegen die Tafel rennen sollen, als diesen einen Satz zu sagen.
Anscheinend hatte er immer noch nicht gelernt, wann der Zeitpunkt kam um seine verdammte Klappe zu halten.
Für die anderen war es nicht weiter von Bedeutung, dessen war er sich sicher. Denn alle wussten, dass er von wilden Zauberstabgefuchtel genauso wenig hielt wie von jeglichen körperlichen Kontakten während seines Unterrichts.
Doch für Hermine musste es sehr eindeutig geklungen haben.
Das merkte er spätestens daran, dass sie überrascht ihren Kopf in seine Richtung bewegte.
Stumm und mit einem wissenden Blick fixierte sie ihn. In diesem Moment wusste er nicht, dass ihr förmlich die Spucke wegblieb nach seinem Satz.
Beide dachten genau dasselbe: wie soll man(n) sich da noch auf Zaubertränke konzentrieren.
Langsam und mit bedacht, er hatte heute genug von Peinlichen Auftritten, ging Snape zu seinem Schreibtisch.
Mit einem Wink seines Zauberstabs erschien das Rezept auf der Tafel und er bellte nur noch: „anfangen!“
Stühle scharrten auf den Steinboden und Schüler versuchten sich so schnell wie möglich in den Vorratsraum zu quetschen.
Nach 10 Minuten saß jeder wieder auf seinen Platz und fing an die Ingwerwurzeln zu würfeln.
Was bei manchen eher in Streifen endete.
Snape übte sich derweil in missbilligende Blicke durch den Raum werfen, bis er zur ersten Reihe kam.
Oh merlin hilf mir , erst jetzt fiel ihm auf, wer da direkt vor seiner Nase arbeitete und das noch nicht einmal 3 Meter von ihm entfernt.
Noch bevor er sich dazu entschließen konnte wegzugucken, betrachtete er jeden Zentimeter von ihr.
Innerlich schalte er sich einen Narren, es war nur ein Kuss. Aber ein Kuss der es schaffte gänzlich von ihm Besitz zu ergreifen. Er musste zugeben, dass sie ihn in ihren Bann gezogen hatte. Wenn auch unabsichtlich.
Er wollte sie. Er wollte wieder diese sanften Lippen auf seinen spüren und ihren Körper unter seinen Händen fühlen.
Doch wenn er vorhatte, nicht die ganze Stunde im sitzen zu verbringen, sollte er lieber aufhören an so was zu denken. Schnellstens.
.
Langsam lösten sich seine Augen von ihr und er stand auf. Um sich abzulenken braute er den gleichen Trank wie seine ach so geliebten und unfehlbaren Schüler.
Nur das er seinen mehr erhitzte, da wenigstens die Dämpfe dazu in der Lage waren, seine Sicht nach vorne erheblich zu beschränken. So entging ihm zwar die Unterrichtsstunde, doch er befand, dass es schlimmeres gab.
Als er auch mit der Ablenkungsmethode am Ende war, ging er durch die Gänge und kritisierte, machte nieder und faltete Leute wie Briefpapier zusammen. Kurz um, er tat das was er besonders gut konnte. Abgesehen vom Zaubertränke brauen war das seine zweite Spezialität.
Jetzt fühlte er sich wieder sicherer, er wusste was er tat, es war kein Neuland für ihn.
Doch alles was mit Hermine zutun hatte, verwirrte ihn auf eine Art und Weise die er nicht kannte und wenn er ehrlich zu sich selbst war, auch nie kennen lernen wollte.
Als es niemanden mehr gab zum niedermachen begab er sich schweren Herzens wieder an seinen Schreibtisch und blickte direkt in zwei Goldbraune Augen.
Hermine war schon fertig mit ihrem Trank gewesen, als Neville mal wieder in der Luft zerrissen wurde. So starrte sie schon seit 5 geschlagenen Minuten auf den leeren Platz vor ihr. Auch als Snape sich wieder setzte, senkte sie ihren Blick nicht.
Das schwarz zog sie an, wie die Motten das Licht und ihr wurde klar, dass auch sie sich an ihm verbrennen könnte.
Ihre Blicke trafen sich und blieben ineinander verhackt. Sie blickten sich einfach nur an.
Snape war der erste der seine motorischen Fähigkeiten wiedererlangte und den Kopf senkte. Mit einem langen Räuspern stand er auf, Blick nach unten und langsam einen Schritt vor dem nächsten setzen. Seit dem morgen hegte er ein gewissen misstrauen, gegenüber einigen seiner Körperteile.
So schritt er nun zu ihrem Kessel und beäugte ihn. Wäre er nicht voll auf die Funktion / stehen bleiben/ eingestellt gewesen, hätte ihm das was er sah aus den Socken gehauen.
Ihr Trank war fehlerhaft.
Mit einem mürrischen: „Folgen sie mir!“ ging er zum Vorratsraum.
Leicht nervös und in voller Panik folgte sie ihm und betrat als erstes den Raum.
Severus zog schnell die Tür hinter sich zum, griff nach ihrem Handgelenk und schob sie ans nächste Regal.
Böse Augen funkelten ihr entgegen, das Verlangen was dahinter lag konnte sie nicht erkennen, dafür war er ein viel zu guter Spion. Im Gegensatz dazu, bemerkte er ihr Verlangen das sich in ihren Augen widerspiegelte sofort.
Gleich darauf fragte er sich, auf was er sich da eingelassen hatte, es war schließlich seine Idee gewesen, sie in diesen Raum zu schleppen und sein Plan war eigentlich sie fertig zu machen und die gewisse Distanz zu wahren. Doch wie es nun mal so ist, ist auch noch jeder so gute Plan zum scheitern verurteilt.
Sein Gesicht näherte sich ihr immer weiter.
„ Was fällt ihnen eigentlich ein so unkonzentriert in meinem Unterricht zu sein, streben sie es an ein zweiter Longbottom Verschnitt zu werden?“ Wütende Augen blitzten ihr entgegen als er innerlich weiter sprach.
/ Und dann auch noch früher fertig werden und durch die Gegend starren und sich so anzuziehen…./ Er hatte noch viele Argumente doch er blieb stumm.
Hermine starrte ihm mit weit aufgerissenen Augen an, die körperliche nähe war etwas zuviel für sie und die ganze Zeit seinen unwiderstehlichen Geruch zu inhalieren half da auch nicht wirklich.
Zudem beugte sich sein Kopf immer weiter zu ihr. Sie konnte nur noch auf seine Lippen starren und war zu keinem vernünftigen Gedanken mehr in der Lage.
Noch nicht einmal normale Sätze konnte sie formulieren, so stammelte sie von sich hin.
„ Tut … mi… r le…“
Auch in Severus Kopf waren alle Lichter verloschen, nur noch eine laute Stimme schrie: „ Viel zu nah, bewahre Distanz, tue endlich was!!!“
Und genau das tat er dann auch, obwohl seine Stimme etwas ganz anderes meinte.
Ihm war aber alles egal.
Schnell verstummte Hermines Gestammel, weil zwei Lippen ihren Mund verschlossen und ihre Zunge gerade wichtigeres zutun hatte, als Wörter zu formulieren.
Endlich hatte sie auch wieder ihre Hände frei und diese schlangen sich auch sogleich um seinen Nacken.
Seine Arme umfassten ihren Obenkörper und pressten ihn näher an sich ran. Keiner der beiden überlegte was sie gerade taten, jeder genoss das unbeschreibliche Gefühl den anderen zu spüren.
Als sie beide wieder Sauerstoff benötigten, war ihr Gehirn wieder einsatzfähig und Severus stolperte nach hinten. Mit einem mal fiel ihm auf, wie klein und eng dieser Raum wirklich war.
Er wollte nur noch raus, okay er wollte eigentlich was ganz anderes. Aber er bemerkte eine wachsende Erregung in seiner Körpermitte und beschloss, dem ganzen erstmal zu entfliehen.
Sie war und ist immerhin noch seine Schülerin und in seinem Stundenplan stand nichts von. Um 9 Uhr die Klassenbeste im Vorratsschrank flachlegen.
Eigentlich war es wirklich schade, dass so was darin nicht vermerkt war.
Schnell drehte er sich um und verließ die Kammer, die Bezeichnung Raum war zu übertrieben dafür.
Hastig setzte er sich wieder hin und beschloss den Rest des Unterrichts auszusitzen.
Langsam und mit einem etwas komischen Funkeln in den Augen, kehrte auch Hermine wieder zu ihren Platz zurück.
In der Vorratskammer musste sie erstmal ordentlich Luft schnappen und nach diesem kleinen Zwischenfall ihre Gedanken ordnen.
Abwarten und Tee trinken, stellte sich als ein grandioser Plan heraus, doch damit hatte sie wirklich nicht gerechnet.
Mit diesem zweiten Kuss wurde ihr eins klar, naja noch klarer als heute morgen. Sie wollte ihn mit allem drum und dran. Mit allen Extras, Macken und Fehlern. Das gesamte Paket.
Doch sie hatte keine Ahnung wie sie es bekommen sollte.
Als der Unterricht endlich zu Ende war, war Severus mehr als erleichtert. Die Schüler stürmten aus dem Klassenzimmer auf den Flur und er hatte bis zum Abendessen seine Ruhe.
Als das goldene Trio sich auf den Weg machten, zog Harry Hermine gleich in eine Nische und Ron folgte ihnen.
„ Was wollte Snape denn von dir?“ und zwei große fragende Augen guckten sie an.
„ Nichts wichtiges, hat mir nur ein paar Zutaten gezeigt.“
Und dann ist er über mich hergefallen und ich fands klasse!!!
Das konnte sie unmöglich Harry und Ron auf die Nase binden. Obwohl Harry nicht ganz unschuldig an dem ganzen war.
Mit diesen Worten, war das Thema für sie erledigt und alle gingen zu Verwandlung.
Es war wirklich ein komischer Tag, auch für die Maßstäbe in der Zaubererwelt.
Auf den Fluren gab es heilloses durcheinander, weil jeder immer noch jedem aus dem Weg ging. Madam Pomfrey musste wahrscheinlich noch nie so viele Prellungen auf einmal heilen.
Denn es wurde immer abrupt die Richtung gewechselt, wenn jemand bestimmtes im Flur auftauchte. Da war es egal, dass die meisten dadurch Bekanntschaft mit den harten Steinwänden von Hogwarts hatten.
Es gab nur zwei Menschen im Schloss, die im Unterbewusstsein nichts lieber täten als sich über den Weg zu laufen. Doch sich selber belogen und eine andere Richtung einschlugen.
Auch in der Zaubererwelt wählte man meistens den leichteren Weg. Es war schon schlimm genug, dass man sich mit Voldemort rumschlagen musste und ihn nicht einfach ignorieren konnte, da musste man es nicht extra auf ein kompliziertes Leher-Schüler Verhältnis anlegen.
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Danke, danke für die Reviews^^ und hier ist auch schon das nächste chap *hust* gewesen...
The Potion Master: HG/SS ist auch mein absolutes Lieblingspairing... da geht nichts drüber, ist auch schwer von los zu kommen, wenn man da einmal drinhängt^^
Readingrat: tut mir leid dich hier schon enttäuschen zu müssen, aber Harry und Ginny werden sich liebestechnisch in dieser FF nicht über den Weg laufen. Ich hoffe sie gefällt dir trotzdem weiterhin...^^
So ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen^^. Bis zum nächsten mal!
eure Seri
*Schokokeks für jeden rüberschieb der ne Review hinterlässt^^*
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