
von serotina
Kurz darauf wurde ihm auch sogleich übel, was einerseits an dem Essen, aber auch an der Tatsache der bevorstehenden Doppelstunde Zaubertränke liegen könnte. Wohl eher das Essen, da sein Magen seit letztem Montag, überaus empfindlich auf alles reagierte, was nur im entferntesten mit Nahrung zu tun hatte.
Der Zaubertrankstunde sah er noch mit eingeredeter Gelassenheit entgegen. Er hielt Hermine für eine 100%, anständige Gryffindor, nicht im Traum würde er daran denken, dass Hermine mehr Slytherin Eigenschaften im Blut hat, als ihm lieb war.
Aber jeder darf sich ja mal irren, oder??
Zur selben Zeit versuchte ein sehr nervöser Blaise Zabini zum Unterricht zu gelangen. Doch irgendwie bekam er das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden.
Schnell erwischte er sich dabei, wie er sich immer mal wieder umdrehte um letztendlich in einer leeren Gang zu starren.
Es gibt fast nichts Schlimmeres für einen Slytherin als beobachtet zu werden und bei Blaise fühlte es sich langsam an, wie ein Dauerzustand.
Was noch dazu kam waren die feixenden Blicke seiner Mitschüler, die schon an seinem Seelenheil zweifelten.
Es musste aber auch wirklich komisch aussehen, wie der sonst so selbstsichere und arrogante Blaise nervös durch die Gänge hüpfte. Er konnte es sich wahrlich nicht erklären, langsam glaubte er schon, er wäre paranoid geworden und das in nur einer Woche.
Als Blaise endlich im Klassenraum für Zaubertränke angekommen war, wurde ihm um einiges wohler zumute und dieses Gefühl war plötzlich verschwunden. Doch auch das kannte Blaise nun inzwischen ziemlich gut, denn immer wenn er Unterricht hatte, war alles ganz normal. Aber wenn er irgendein Klassenzimmer verließ spürte er wieder diese Blicke die sich anscheinend in seinen Nacken bohrten.
Er setzte sich schnell in die hinterste Ecke und schaute zweifelnd zu dem Menschen, der seit einer Woche auch irgendwie neben sich stand. Sein Hauslehrer, Mentor und Vorbild.
Dieser sonst immer voll Kontrollierte und Konzentrierte Mensch, war vollkommen von der Rolle. Das blieb den meisten, eigentlich allen unbemerkt, weil sie sich nicht die Zeit nahmen genauer hinzuschauen. Die Tatsache das Blaise die Fähigkeit besaß, die Schwächen der anderen mit nur einem Blick einzufangen, bleibt an dieser Stelle ungesagt.
Snapes Bewegungen wirkten oftmals fahrig und etwas unsicher und die Tatsache, dass ein Severus Snape absichtlich einen Trank fehlerhaft braute, würde jedem zu denken geben. Doch wie gut auch Blaise Gespür für die offensichtlichen Dinge war, so falsch lag er mit der Interpretation von ihnen.
Nie im Leben würde er daran denken, dass eine Hermine Granger diese Verhaltensweise hervorufen könnte. Dieses traute er eher einem sehr selbstverliebten, machthungrigen Irren zu. Nicht einem Schlammblut.
Wäre ihm an diesem Tag ihr merkwürdiges Verhalten aufgefallen, hätte er vielleicht andere Schlüsse gezogen.
Doch so bleibt das Geheimnis der beiden, noch wohl behütet, weil niemand mit dem unwahrscheinlichsten rechnen würde, obwohl Hermine es in dieser Doppelstunde regelrecht darauf anlegte aufzufliegen.
Denn sie benahm sich überhaupt nicht wie eine Hermine Granger. Es war mehr eine Mischung aus einer liebestollen Lavender und einer hinterlistigen Pansy.
Sie merkte schnell, dass ihr Plan viel versprechend war, denn ihr so kontrollierter Professor wurde zunehmend nervöser.
Dabei tat sie nichts anderes, als sich öfters als nötig mit der Zunge über ihre ach so trockenen Lippen zu fahren oder sich ein bisschen zu weit vorne überzubeugen, damit sie ja auch nichts verpasste was in ihrem Kessel so vor sich ging. Dabei hatte sie ihre Bluse, wegen der ansteigenden Hitze im Kerker ziemlich weit aufgeknöpft.
Habe ich vergessen zu erwähnen, dass sie sich wieder in die erste Reihe gesetzt hatte.
Dazu kam noch der ein oder andere kokette Augenaufschlag in Richtung Lehrerpult. Die Schüler im Klassenzimmer wussten gar nicht wie gefährlich ihr Leben am seidenen Faden hing, da vor der Tafel ein wutschnaubende Snape versuchte, seine verloren Kontrolle wieder zurück zu gewinnen. Was ihm natürlich vollständig misslang.
Es wurmte ihm, ständig das vor Augen zu haben, was er nicht kriegen durfte und dann auch noch auf so eine Art und Weise präsentiert, dass es fast schmerzte.
Das schlimmste war, dass er sich für kein Gefühl entscheiden konnte. Er stand zwar kurz vor dem größten Wutausbruch aller Zeiten, konnte aber nicht umhin, dass sie es schaffte seine Lust noch weiter anzufachen. Wenn er ehrlich war, hätte er nie gedacht, dass sich diese noch steigern könnte. Wo ist denn mal ne kalte Dusche wenn man sie dringend braucht.
Doch in diesem ganzen Gefühlschaos, (ja bei Männern ergeben zwei Gefühle schon ein Chaos ) schlich sich ein noch viel mächtigeres Gefühl. Nämlich Rache und er wusste auch schon genau, wann seine Racheaktion starten würde. Mit einem innerlichen Grinsen freute er sich nun doch auf den Extra Unterricht, dann würde er ihr zeigen, wo ihre Grenzen liegen.
Denn so ein Verhalten konnte er sich von einer Gryffindor einfach nicht bieten lassen. Er bereute es mit jeder Minute mehr nichts sagen zu können, denn alles hätte sich verdammt komisch angehört.
Wie zum Beispiel, Miss Granger würden sie es bitte unterlassen mit mir zu flirten. Nein das geht wirklich nicht. Es reichte ihm schon das Hermine ihn komisch anguckte, dieses Verhalten brauchte er nicht von der gesamten Klasse. Sie reichte ihm völlig aus.
Immer wieder schielte er zur Uhr und musste deprimierend feststellen, dass gerade mal 20 Minuten vergangen waren und sein obligatorischer Gang durch die Reihen ihm noch bevorstand.
Mit einem mal merkte er, dass er durch Hermines Aktionen mehr neben sich stand als er zugeben wollte, denn er verspürte überhaupt gar keine Lust irgendeinen Schüler in Grund und Boden zu stampfen. Die einzige Lust die er hatte, war Hermine so schnell es ginge, wieder in diesen Vorratsschrank zu ziehen.
Doch das blieb ihm leider verwährt und so machte er sich mit einem leisen Seufzer auf dem Weg zu Neville.
Als die Stunde sich endlich dem Ende näherte, wagte Snape zu hoffen, dass Hermine mit ihrer Vorstellung auch am Ende war. Er musste zugeben, dass sie in dieser Doppelstunde äußerst kreativ darin war, ihm um den Verstand zu bringen.
Er wusste nicht, dass man sexy aussehen konnte, indem man einen Trank umrührte. Ab Heute wusste er es und diese auf und ab Bewegungen am Löffel mit ihrer Hand, veranlassten ihn sogar dazu sich lieber hinzusetzen.
Als die Stunde vorbei war und alle Schüler den Raum verlassen hatten, gab es für Snape nur noch einen Gedanken: „ Der Mittwoch kann kommen.“
Wenn eine Gryffindor schon so Slytherin aggieren konnte, dann sollte sie sich in Acht nehmen. Denn ein Slytherin konnte so was noch viel besser, das lag einfach in seiner Natur.
Hermine ging an diesem Abend sehr zufrieden ins Bett, ihre one woman show heute in Zaubertränke war ein voller Erfolg gewesen. Sie hat genau beobachten können, wie seine Nervosität mit jeder Bewegung ihrerseits zunahm.
Froh und glücklich schlief sie ein, ohne einen Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden, denn in diesem Moment unterschätzte sie das Oberhaupt von Slytherin.
Das fiel ihr aber erst am Mittwochnachmittag auf, doch da war es auch schon zu spät. Denn Snape hatte das Blatt einfach umgedreht.
-----------------------------------------------------------------
Ich wünsche euch ein schönes Osterfest...
vielen lieben dank an die Reviews! *diesmal aufgepasst *Trommelwirbel* Schokoosterhasen verteil*
Balu2008: ja bei Snape und seinem Alkoholproblem möchte ich auch noch einmal für alle hinzufügen, dass Alkohol keine Lösung ist und wir alle gespannt sein können, wann Snape dieser Tatsache ins nüchterne Auge guckt.
Fanfanfan: zuerst musste der Weihnachtsmann das zeitliche segnen aber durch die hohe Anzahl von Endorphinen in Hermiones Blut wurde er schwups wieder lebendig gezaubert. Was dem Nikolaus vor einem beinahe Herzinfarkt retten konnte, da er gestern erst einen Antrag auf Urlaub für sein nicht vorhandenes Burn out syndrom eingereicht hatte. ^^
Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen und ich hoffe ihr teilt mir eure Meinung mit *Dackelblick aufsetz* *Schokokekse zum bestechen bereithalt* *muhahahaha*
eure Seri
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel