
von einstein90
Merci, mes amis.
Ich danke euch für eure Kommentare und hoffe, dass sich noch weitere dazu gesellen werden. Schließlich sollen die jetzigen sich ja nicht einsam fühlen^^
An der Stelle möchte ich mich entschuldigen, für die lange Wartezeit. Bei mir geht es im Moment mit großen Schritten auf die Prüfungen zu. Mein Kopf platzt fast vor lauter Gleichungen und Formeln.
Ich hoffe ihr seht es mir nach.
Wann das nächste folgt, kann ich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Vielleicht noch dieses Wochenende oder erst in ein paar Wochen.
Lange Rede, kurzer Sinn.
Nun will ich euch nicht länger warten lassen. Viel Spaß.
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Die Sonne glühte am hellblauen Himmelszelt. Strahlte nieder auf Harry und Hermine, die durch die Straßen von Godrics Hollow spazierten. Sie mit ihrer Handtasche und er mit der kleinen Schatulle unter dem Arm.
Harry fühlte sich ein wenig unwohl. Die Art und Weise, wie er seine beste Freundin eben behandelt hatte, bereitete ihm ein schlechtes Gewissen. Es war alles andere als Fair ihr gegenüber. Doch wie konnte er das nur wieder gut machen? Während er in Gedanken war, registrierte er die Wärme, die ihn umgab. Die Kälte der Nacht war vom Sturme verweht. Jetzt herrschte eine Schwüle, die das Atmen anstrengend machte und den Mund austrocknete. Die Hitze unter seinem Mantel ließ ihn schwitzen. Was würde er jetzt alles für eine Abkühlung geben? Auch wenn der Regen mit den Wolken weiter gezogen war, so sehnte er ihn nun wieder herbei.
Vergebens. Doch ein Seitenblick eröffnete ihm eine neue Möglichkeit. Er blieb stehen. Hermine tat es ihm gleich. Sie wandte sich ihm abwartend zu. Er blickte in ihre Augen, die, trotz der letzten ungemütlichen Nacht, so sehr strahlten, wie sie es schon lange nicht mehr taten. Etwas, was er vermisste, seitdem sie die letzten Horkruxe gesucht haben.
„Wie wäre es mit einem Eis?“ fragte Harry mit einem Lächeln.
Zu dem Schimmer ihrer Augen gesellte sich auch bei ihr ein leichtes Grinsen. Zusammen betraten sie die kleine Eisdiele, die von den großen Häusern nebenan schier zerquetscht zu werden schien. Und dennoch war es das einzige Gebäude, welches einen fröhlichen Eindruck erweckte. Mit seinem weißen Putz und den erdbeereisfarbenen Holzbalken, die das Fachwerk durchzog. Grüne Fensterläden verleiteten dazu, einen Blick in das Innere werfen zu wollen.
Harry schob die Tür auf. Eine Glocke klingelte in einer kindlich-fröhlichen Melodie auf. Er trat beiseite und ließ Hermine zuerst eintreten.
Und wie in den meisten, von Magiern genutzten Häusern täuschte auch hier der äußere Eindruck in Bezug auf die Größe. Ein Laden, der sich über drei Stockwerke erstreckte. Und jede Etage frohlockte mit einer Fülle an Eissorten. Bunt und schillernd, als wenn sie frisch zubereitet worden wären.
Beide stöberten sie die Schaukästen entlang. Entschieden sich aber dann doch für je eine Kugel Vanille und Schokolade. Hermine griff gerade nach ihrer Handtasche, da legte Harry eine Galleone auf den Tresen. „Stimmt so.“ lächelte er die alte Dame an, die ein freundliches Lächeln erwiderte und ihnen noch einen schönen Tag wünschte.
Wieder öffnete Harry die Tür und ließ Hermine zuerst durch treten. „Warte. Ich gebe dir gleich das Geld.“
„Hermine. Lass nur. Ich lade dich ein.“ Sie blickte skeptisch auf.
„Bitte mach mir dir Freude.“ Dabei beließ es Hermine auch und fing an genüsslich an ihrem Eis zu schlecken. Auch wenn Harry es nicht erwähnt hatte, er glaubte zu wissen, dass sie weiß, warum er ihr ein Eis ausgegeben hatte. Und das tat sie. Diese Geste fand sie süß.
So schlenderten sie weiter die Gasse entlang, bis sie an den Rand eines großen Parks gelangten. Sie traten auf den gepflasterten Weg, der links und rechts von bunten Blumen gesäumt wurden. Große, saftig grünende Rasenflächen schlossen sich an, die hier und da einigen Bäumen platz machten, deren mächtige Kronen Schatten auf den Boden warfen. Das Gras roch noch nach dem Regen der letzten Nacht. Ein erfrischender Duft. Nach einigen hundert Metern erreichten sie das Ufer eines kleinen Teiches. Große Seerosenblätter waren darauf verteilt, wie die schwarzen Flecken auf dem Fell eines Dalmatiner's. Harry und Hermine ließen sich auf einer Bank nicht unweit davon nieder. Der Schatten einer alten Kastanie machte das sommerliche Wetter erträglich. Beide schwiegen sie, während sie sich weiterhin ihrem Eis widmeten. Damit konnten sie sich Zeit lassen, denn magisches Eis schmolz nicht. Zumindest nicht solange es nicht im Mund verschwand. Und beide nutzten sie diese Tatsache aus, denn keiner wollte ein Gespräch eröffnen, auch wenn sie beide ahnten, worum es gehen würde. Doch so sehr sie es wussten, so sehr hatten sie keine Ahnung, was sie antworten sollten.
Doch irgendwann war das Eis weg. Und lange hielten es die beiden nicht schweigend neben einander aus. Also fassten sie sich ein Herz und begannen zu fragen. Gleichzeitig. Harry und Hermine verstummten, als sich ihre Blicke trafen. Beide hofften sie, dass der andere weiter reden würde, aber am Ende redete keiner. Beide mussten grinsen. Und dann einfach nur lachen. Herzhaft und befreit.
Hermine fing sich und bat Harry weiter zu erzählen.
„Was machst du jetzt? Jetzt, wo alles vorbei ist?“ Sie überlegte kurz. „Was machst du?“ Ihr Ausweichversuch ließ ihn schmunzeln. Doch er fuhr fort. „Ich brauche Abstand. Von allem. Ich will einfach nur weg und mir überlegen, wie es jetzt weiter geht. In Ruhe. Ich brauch diese Blicke nicht, die mir Fremde auf der Straße zu werfen. Nur weil ich Voldemort getötet habe. Ich will irgendwo hin, wo ich nur einer von vielen bin.“
„Wirst du zurück kommen?“ fragte Hermine ein wenig beunruhigt. Die Aussicht, dass Harry sich in einem fernen Land nieder lässt, stimmte sie traurig. Fern von den Weasleys, fern von ihr.
Ihm entgingen ihre Gedanken nicht, die sich in ihrer Stimme nieder schlugen.
„Ich weiß es noch nicht. Vielleicht. Irgendwann.“ Es war leider nicht die beruhigende Antwort, die sie sich erhoffte, auch wenn sie für seinen Wunsch Verständnis hatte.
„Weißt du denn schon, wo es dich hinzieht.“ Harry drehte die benutzte Serviette in den Fingern und schaute darauf.
„Keine Ahnung. Ich würde mir gerne mal andere Kontinente ansehen.“
„Eine Weltreise. Das klingt gut.“ Hermine war von dieser Idee ganz angetan.
„Komm doch mit.“ scherzte er. Sie verschluckte sich und musste Husten. Doch mit einem Lächeln auf dem Lippen lehnte sie ab, auch wenn sie nicht so wirklich wusste warum?
„Und du? Was ist mit dir? Was macht Hermine Jean Granger nach dem Fall des dunklen Lords?“ interviewte Harry sie.
„Hm. Als erstes gehe ich mit meinem besten Freund ein Eis essen und setze mich mit ihm auf eine Parkbank und rede mit ihm über meine Zukunftspläne.“ witzelte sie.
„Hoch interessant, Miss Granger. Würden sie mir und meinem Publikum ihre Pläne genauer ausführen.“ fuhr er das Rollenspiel fort.
„Welches Publikum?“ lachte seine beste Freundin. Schnell blickte er sich um, wand sich dann aber wieder ihr zu. „Das Vogelpärchen.“ schmunzelte Harry. Und erst jetzt fielen ihr die zwei kleinen Blaumeisen auf, die sich in der Nähe der Parkbank versammelt hatten und die beiden schräg anschauten und sich dann wieder hüpfend nach Krümmeln umsahen, die von Harry's Eiswaffel hinunter gefallen waren.
Sie knuffte ihn leicht in die Schulter. „Nun?“ fragte er erneut.
„Ich denke, ich werde auch eine Zeit ins Ausland gehen. Ich werde meine Eltern in Australien suchen gehen. Das wird wohl einige Zeit in Anspruch nehmen. Und dann? Vielleicht wieder zurück nach England, vielleicht aber auch weiter in Australien. Das weiß ich noch nicht.“
„Soll ich dir bei der Suche helfen?“
„Harry, das kann ich nicht von dir verlangen.“
„Warum nicht? Du warst in den letzten Jahren immer für dich da. Nun will ich auch mal für dich da sein.“
„Das ist lieb von dir. Aber das brauchst du nicht. Und außerdem bist du immer für mich da gewesen.“
„Okay. Dann ist es ein dummer Zufall, dass ich am selben Tag wie du, um die selbe Uhrzeit wie du, zum selben Ort wie du reise. Tja. Zufälle passieren immer wieder.“ grinste er sie breit an.
Hermine sieht ein, worauf er hinaus will. „Ich kann es dir nicht ausreden, oder?“ sie lächelte. Und insgeheim machte sie Freudensprünge, als er den Kopf schüttelte. „Naja, wenn du dir einmal was in den Kopf gesetzt hast, dann ist es unmöglich, dich davon ab zubringen.“ versuchte sie nüchtern zu wirken.
„Also schön. Ich werde mal sehen, was ich noch auf meinem Sparbuch habe und dann werde ich die Flüge buchen. Zwei Plätze. Für dich und mich.“
„Also dann. Beschlossene Sache. Wir beide machen Australien unsicher.“ Beide konnten ihre Zufriedenheit nicht mehr verbergen und lehnten sich entspannt an den Bankrücken. Zusammen genossen sie noch einige ruhige Momente, bis sie aufbrachen. Raus aus Godric's Hollow und ab nach London.
In der Winkelgasse verschwand Harry kurz in Gringotts, bevor sie ihren Weg nach Muggellondon fortsetzten.
Inzwischen war es Nachmittag. Die Sonne wanderte über den Himmel nach Westen und senkte sich langsam zum Horizont. Sie liefen durch die Straßenschluchten der Metropole, auf der Suche nach einem Reisebüro. Hermine kannte sich einigermaßen gut aus, sodass ihr Weg halbwegs zielgerichtet war. Anders als Harry, der kaum mit ihr Schritt halten konnte. Doch nahm er es ihr nicht übel. Die Aussicht, ihre Eltern wiederzusehen, beflügelte sie. Sie können sich glücklich schätzen, eine solch aufopferungsvolle Tochter zu haben. Etwas demütig verlangsamte er den Schritt.
„Harry, komm. Hier ich habe eins gefunden.“ Rief sie erfreut. Er schloss schnell zu ihr auf und trat durch die Tür, die sie ihm aufhielt. Dann setzten sie sich an einen Tisch, hinter dem eine junge Dame in einigen Reisemagazinen schmöckerte.
Nach einer vollen Umdrehung des großen Zeigers auf der Uhr fiel die Tür zum Foyer des Reisebüros zu. Beide schienen erleichtert. Harry atmete tief durch, während Hermine die zwei Flugtickets in ihrer Handtasche verstaute. Die Sonne küsste inzwischen die Dächer der flachen Häuser. Der Tag neigte sich dem Ende zu.
„Ich bin froh, dass wir noch zwei Last-Minute-Tickets ergattern konnten. So sind wir morgen zu dieser Zeit schon im Flugzeug nach Australien. Du hättest die Tickets aber nicht bezahlen müssen. Ich kann nicht immer auf deine Kosten irgendwas machen.“ meinte Hermine mit ernster Miene. Doch Harry winkte ab. „Halb so wild. Aber wenn du dich unwohl dabei fühlst, dann kannst du mich ja jetzt zum Abendessen einladen.“ witzelte er. Hermine's Mimik hellte sich auf.
So kehrten sie in einem Mittelklasse Restaurant ein. Und sie ließen sich Zeit. Genossen die gemeinsamen Momente, das Essen. Die Abgeschiedenheit von allem Bekannten. Einfach nur die Zeit, die sie miteinander verbringen durften. Nur als Freunde. Unerkannt unter vielen.
Das Lokal leerte sich. Die Kerze auf dem Tisch war schon bis auf einen kleinen Rest nieder gebrannt. Die Gläser leer und die Teller abgeräumt. Alle Zeichen deuteten zum Aufbruch. Hermine beglich die Rechnung und hakte sich bei Harry ein. Die Sonne wurde inzwischen vom Horizont zur Ruhe gebettet. Die Straßenlaternen tauchten die Fußwege in warmweißes Licht. Es war milder, aber dennoch sommerlich warm. Grillen zirpten. Irgendwo in den Sträuchern auf der anderen Seite des Weges.
„Und wo schlafen wir heute Nacht?“ Doch auch dafür hatte Hermine schnell eine Lösung gefunden. Allerdings machte sie ein kleines Geheimnis darum.
„Lass dich überraschen.“ Sie gingen noch einige Schritte. „Vertraust du mir?“ fragte sie schließlich, obwohl sie die Antwort schon kannte. Harry sah sie von der Seite an. Etwas verwirrt, ob das eine ernst gemeinte Frage war. Doch er antwortete schließlich. „Bedingungslos.“
Diese Antwort verblüffte sie nun doch etwas. Sie hatte eher mit einem schlichten 'Ja' gerechnet. Aber sie ließ sich die Überraschung nicht anmerken.
„Dann halte dich gut fest.“ Er stellte sich ihr gegenüber und bot beide Hände an. Dabei schaute er ihr tief in ihre Augen. Sie ergriff seine Hände. Sanft aber fest. Die Blicke treffend. Die Zeit schien eingefroren. Und dennoch glaubten sie gelesen zu haben. Ein Buch. Einen ganzen Band. Eine ganze Reihe dicker Wälzer. Und doch nur das verborgene Wesen des anderen.
Ein leises Plopp.
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