Prophets quote Destiny - Dem Wunsch entsprochen
von serotina
Wie aus weiter Ferne vernahm Severus das Geräusch von Glas, dass mit Wucht auf dem Holzboden zerbarst und ihn dazu brachte wieder in die Realität zurückzufinden.
Als wäre die Zeit für einen Moment stehen geblieben, traf sein Blick geradewegs den ihren und so schauten sie sich stillschweigend an, als wären sie die einzigen Bewohner ihrer verkorksten Welt, während um sie herum das redliche Treiben von fleißigen Schülern einfach weiterging.
Nachdem sich nach ein paar Sekunden seine äußerliche Unverwundbarkeit wieder hergestellt hatte, senkte er den Blick und versuchte, die Ereignisse die eben auf ihn eingeströmt waren, irgendwie zu sortieren und was noch viel wichtiger war, er musste sie auch irgendwie in sein Puzzle einfügen, dass durch die letzten Sekunden mehr als nur einen Riss davongetragen hatte.
Er war nur so kurz in ihrem Geist gewesen, dass er ausschließlich ihre Gedanken sehen konnte, doch diese hatten ausgereicht um ihn aus ihren Geist zu katapultieren, mit einer Schnelligkeit als hätte er sich an einem Knallrümpfigen Kröter verbrannt.
Anscheinend hatte sie gerade an alle ihre merkwürdigen Zusammenstöße, der letzten Jahre, mit ihm denken müssen. Doch das alleine, erklärte seine Verwirrung nur bedingt, wäre da nicht die Tatsache gewesen, dass diese Erinnerungen die gleichen waren, mit denen er sich Jahr und Jahr versichert hatte, das Dumbledore den richtigen auserkoren hatte. Doch anscheinend hatte er bei dem Quidditchspiel vor fünf Jahren nicht Potters Aura gespürt, sondern ihre, als sie unter seiner Bank kauerte und vor Nervosität fast umgekommen war. Auch was seine Vermutungen des Diebstahls in ihrem zweiten Schuljahr anging, hatte er sich anscheinend geirrt.
Konnte es sein, dass er durch seine tiefe Gefühle die er ihr gegenüber empfand, vielleicht besonders empfänglich für ihre Aura war?
Mit einem Mal kamen ihm wieder seine eigenen Erinnerungen in den Sinn, eine davon zeigte die Ereignisse ihrer Auswahlzeremonie. Genau genommen den Moment, wo er sie das erste mal sah. Genau genommen der Moment, wo er sich einzig und allein auf die Aura konzentriert hatte.
War es ein reiner Zufall gewesen, dass sie in diesem Moment neben Potter stand und man ihm deswegen diese Aura zuschrieb? Konnte es so leicht sein, dass sie sich alle getäuscht hatten?
Er musste es wissen. Er musste wissen ob sie nur einfach ein Teil dieses Rätsels war oder ob sie selbst das Rätsel war, welches er jetzt schon seit Jahren lösen wollte.
Doch ihre Aura nur zu spüren, würde bei weitem nicht mehr ausreichen, dafür vertraute er seiner Gefühlswelt nicht mehr ausreichend genug. Diesmal müsste er ihre Macht sehen, ihre wahre Macht.
Dabei gab es nur ein Problem, unentdecktes Kraftpotenzial, was die normalen Grenzen der Magie überschritt, konnte er schlecht bitten sich einfach zu zeigen.
Ihm blieb nur eine Wahl und er wusste, dass sie ihn dafür hassen würde. Doch vielleicht war es am Ende sogar besser und es würde ihr helfen, ihre Gefühle ihm gegenüber schneller zu vergessen als es ihm und ihr lieb sei. Denn das einzige was ihm jetzt noch übrig blieb, war ihre Wut heraufzubeschwören.
* * *
Als die Schulglocke klingelte, entwich Hermiones Lippen ein erleichtertes Seufzen, denn irgendwie beunruhigte sie das Verhalten von Severus immer noch ein wenig und sie hoffte nur, dass es nichts mit ihr und ihrem ständigen Beobachten zu tun hatte.
Hastig stopfte sie das Lehrbuch in ihre Tasche und wollte sich gerade Harry und Ron anschließen als auch schon die schnarrende Stimme von Severus zu ihr herüber drang.
„Miss Granger, ich würde sie bitten noch nicht zu gehen.“
,Mist.‘
Harry und Ron warfen ihr beim herausgehen immer wieder mitleidige Blicke zu, bevor die Tür mit einem lauten Knall ins Schloss fiel und Hermione mit ihren Gefühlen einer Henkersmahlzeit und ihrem dazugehörigen Henker, der langsam seinen Schreibtisch umrundete, alleine ließ.
Unbemerkt sprach Severus beim gehen einen mächtigen Zauber über ein Buch, welches sich gerade auf seinem Schreibtisch befand, bevor er wieder das Wort an Hermione richtete.
„Miss Granger.“
„Ja, Sir.“
„Mir ist aufgefallen ... “
,Mist, er hat es doch bemerkt.‘
„... dass ihre beiden Freunde im nächsten Jahr meinen Kurs für fortgeschrittene Trankbraukunst belegen werden.“
,Äh‘
„Und irgendwie bin ich damit nicht ganz einverstanden, mein Talent an zwei Tölpel weiterzugeben.“
Gerade als sie fragen wollte, was sie mit dieser ganzen Sache zu tun hatte, hob er schnell seine Hand um ihr das Reden zu verwehren und einfach mit seinem Monolog fortzufahren. „Und da habe ich mir gedacht, da Sie ja immer so erpicht darauf sind, ihren Freunden aus der Patsche zu helfen, biete ich Ihnen hier und jetzt die Gelegenheit dazu.“ Mit einem süffisanten Grinsen, deutete er fast nebenbei, auf das Buch, das neben ihm auf seinem Schreibtisch verweilte, „Sie müssen nur dieses Buch zu sich zaubern und ich werde ihre beiden Freunde nicht absichtlich in meinem Kurs durchfallen lassen.“
Ohne den Sinn hinter seiner ganzen Aktion nachvollziehen zu können, hob Hermione ihren Zauberstab und wollte gerade einen Accio aussprechen, als der Zauberstab scheinbar von ganz alleine aus ihrer Hand flog, nur um Sekunden später in Severus Hand zu landen, ohne dass dieser auch nur ein Wort gesagt hätte. Sein eigener Zauberstab lag ruhig neben ihm.
„Ich hatte ganz vergessen, dass sie den Zauber ungesagt und mit zauberstabloser Magie auszuführen haben.“
Verwirrt schnappte Hermione nach Luft und verstand nun zumindest, was sein kleiner Akt der Vorführung mit ihrem Zauberstab zu bedeuten hatte, denn er hatte nichts anderes getan als zu zeigen, dass er durchaus in der Lage war, so einen Zauber nebenbei zu beherrschen und auszuführen.
Zauberstablos hatte sie sich wohl oder übel auf seinen kleinen Deal einzulassen.
Aber all dies konnte sie nicht von der Tatsache ablenken, dass das was er von ihr verlangte einfach nur unfair war und sie noch nicht einmal ihm, solche Taten zugetraut hatte. Hatte sie sich so sehr in ihm geirrt? Hatten ihre Gefühle sie so sehr fehlgeleitet?
Doch zum Glück unterschätzte er ihre Fähigkeiten, denn gerade die ungesagten Zauber fielen ihr komischer Weise sehr leicht, sie hatte diese zwar noch nie mit zauberstabloser Magie kombiniert, aber sie würde ihm schon irgendwie beweisen können, dass er sich lieber andere für seine Spielchen aussuchen sollte.
So leicht würde sie sich nicht geschlagen geben.
Ruhig atmete sie einmal tief ein und aus, bevor sie sich auf das Buch konzentrierte. Doch nichts geschah, es bewegte sich nicht einmal einen Zentimeter.
Severus beobachtete ihr Minenspiel, das von verwirrt zu verbissen immer hin und her zu wechseln schien. Bevor er ihr die Aufgabe erläutert hatte, hatte er einen schwarzmagischen Kreis um dieses Buch gelegt, sodass es sich momentan in einem unsichtbaren Vakuum befand, das gänzlich unerreichbar für jegliche Magie war, unter anderem auch für Aufrufzauber. Nur sehr starke Magie vermochte diesen Bannkreis zu überwinden.
Galant lehnte er sich an seinen Schreibtisch, die Arme verschränkt, ein Grinsen auf den Lippen.
„Was ist los mit ihnen, sie sind doch sonst so vernarrt in Bücher? Oder entspricht dieses Exemplar nicht ihrem Geschmack?“
Weitere Minuten verstrichen.
„Hab ich es mir doch gedacht, dass sie es nicht können.", spottete Severus in beißendem Ton, „was würden ihre Freunde bloß von ihnen denken, wenn sie wüssten, dass sie sie so hängen lassen.“
Hermione reagierte nicht und konzentrierte sich weiterhin auf das Buch und bot Severus damit nur um so mehr Angriffsfläche.
„Magie kann man nämlich nicht aus Büchern lernen, man muss Magie besitzen, da können sie noch so viel lesen und noch so viel zitieren wie sie wollen.“
Seine Sprüche verletzten sie mehr, als sie es zugeben würde und ihre Wut, die er immer mehr und mehr auf sich zog, begann langsam an die Oberfläche zu sickern.
„Vielleicht haben ja einige Leute recht mit ihrer Meinung über Sie.“
Beinahe hätte sie den Fokus auf das Buch verloren, als ihr Atem immer schneller und schneller wurde.
Die Bilder an den Wänden fingen an leicht zu wackeln. Doch das reichte Severus nicht, dass sie eine starke Hexe war, dass wusste er, doch wenn sie wirklich die Auserwählte war, dann konnte sie mehr hervorbringen als ein paar wackelnde Bilderrahmen und einen Wind der sich langsam in seinem Klassenzimmer breit zu machen schien.
„Helfen Sie doch ihren Freunden. Es ist ein ganz einfacher Zauber und sie bekommen ihn nicht hin?“ Die letzten Worte musste er fast schreien damit sie noch zu ihr durchdringen konnte, da mittlerweile ein heftiger Wind durch das Klassenzimmer fegte und alle möglichen Gegenstände durch die Luft wirbelte.
„Sie müssen doch nur das Buch zu sich hexen ... Sie müssen doch nur den Gegenstand, den sie in diesem Raum am meisten wollen zu sich holen.“
Die letzten Worte die Severus ihr entgegen geschrien hatten, brachten auf einmal alle versteckten Emotionen der letzten Wochen an die Oberfläche. Die Magie die sie in sich spürte nahm mit einem unerhörten Tempo immer mehr an Stärke zu. Ohne dass sie darüber noch eine Kontrolle hätte, verstärkte sich ihr Accio, wobei dieser aber nicht mehr auf dem Buch lag, sondern auf dem Gegenstand in dem Raum, den sie sich am meisten herbeisehnte.
Das bekam auch Severus zu spüren, der sogleich den Boden unter seinen Füßen verlor und sich immer mehr Hermione näherte. Verdutzt und die Welt nicht mehr verstehend schauten sich beide tief in die Augen, gelenkt von einer übernatürlichen Kraft kamen sie sich immer näher.
Gegenstände wirbelten um sie herum und schlossen einen immer dichter werden Kreis um sie. Was ihnen wie Zeitlupe vorkam, spielte sich in Wirklichkeit in Sekundenschnelle ab. Nun waren sie so dicht beieinander, dass sich ihre Oberkörper berührten. Doch noch war der Zauber nicht vorbei, denn beide näherten sich immer noch weiter an, ihre Gesichter waren nur noch eine Handbreit voneinander entfernt.
Beide schlossen ihre Augen, als ihre Lippen aufeinander trafen und zu einem leidenschaftlichen Kuss miteinander verschmolzen und beide gleichsam zu erlösen schien. Ganz langsam spürten sie wieder den Boden unter ihre Füßen und als auch das letzte Pergament auf den Boden gefallen war, war der Zauber vorüber.
Langsam registrierten beide, was genau sie da eigentlich taten und sprangen aufgeschreckt auseinander.
Hermiones Herz schlug ihr bis in den Hals und schmerzte in ihrer Brust als sie zur Tür hinausstürmte.
Severus stütze sich mit einer Hand auf den nächstbesten Tisch ab und versuchte seine Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Nach einigen Minuten, erblickte er neben sich das Buch, was sich zuvor unter dem Vakuum befunden hatte.
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Vielen vielen Dank an meine Beta Eule20, du bist klasse^^ *schokokeks rüberschieb*
und vielen Dank für den Kommentar von NicoleSnape, im grunde genommen, ist Severus Vorgehen weitesgehend unbemerkt geblieben, aber zu seinem und unserem Glück gab es dennoch Konsequenzen^^.
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bis zum nächsten mal,
eure seri
PS: Reviews sind für Schreiberlinge, wie Benzin fürs Auto ;)
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Dass die computer- und videogeprägten Kinder in 400-Seiten-Romanen versinken, reißt deren Eltern zu Jubelstürmen hin. Ganz abgesehen davon, dass auch die Erwachsenen längst mit der "Pottermania" infiziert sind.
Elisabeth Sparrer, Abendzeitung