
von serotina
7. September [noch 4 Tage bis Slughorns Party]
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Schrille Pfiffe hallten über die Tribünen, als die nächsten Jäger sich in die Lüfte erhoben und siegesgewiß die drei Tore umflogen. Galant eroberte sich Ginny den Quaffel und brach mit einem gezielten Wurf ihrem Bruder beinahe seine sommersprossige Nase.
Harry, der als Teamkapitän das rege Treiben beobachtete, machte sich fliegend Notizen über seine vielleicht baldigen Mannschaftskollegen. Bis jetzt hatte Ron wirklich gute Chancen wieder ins Team gewählt zu werden, doch noch saßen zwei Hüteranwärter auf der Bank und warteten auf ihren Einsatz, Cormac McLaggen war einer davon.
Gespannt verfolgte Hermione, auf der Tribüne sitzend, das Spiel. Luna, die genau neben ihr saß, erweckte weitesgehend den Anschein, als würde sie lieber nach Sternbildern Ausschau halten, die sich noch eher in ihrem Blickfeld befanden als die Auswahlspieler der neuen Gryffindormannschaft.
Am Ende der Trainingseinheit hatte Ron zwei Quaffel durchgelassen, die jeweils von seiner Schwester geworfen wurden. Kaum hatte Ron den Boden auch nur mit seinen Zehenspitzen berührt, schwang sich Cormag in die Lüfte. Sein roter Umhang bauschte sich, wie ein Warnsignal, bedrohlich vor dem Gesicht des noch übrig gebliebenen Hüters auf, bevor Cormag seinen Platz im Spiel einnahm. Siegesgewiss belächelte er Ron von oben herab.
Von alldem bekam Hermione nicht mehr sehr viel mit, seit ihre Freunde nicht mehr auf dem Spielfeld verweilten, verlor sie ihre vorübergehende Begeisterung für Quidditch und versank fast gänzlich in ihrer eigenen Gedankenwelt. Immer wieder spielte sie die letzte Trainingsstunden vor ihrem Auge ab und dennoch konnte sie den Sinn hinter seinen letzten Worten nicht erkennen.
Frustrierend war auch, dass sie ihre Kräfte immer noch nicht kontrollieren konnte und somit Dumbledore Harry immer noch im falschen Schein umherwandern ließ. Es stellte sich sowieso die Frage, ob Dumbledore es jemals einsehen würde, oder ob ...
Mitten in ihren Gedanken wurde Hermione von Lunas Fingernägeln, die sich unsanft in ihren Unterarm bohrten, abgelenkt.
βAua.β sagte Hermione leicht irritiert.
βDas wird Ron gar nicht gefallen!β flüsterte Luna.
βWas wird ihm gar nicht gefallen? Luna wovon redest du?β
βDas er dieses Jahr kein Hüter sein wird.β antwortete Luna so, als wäre es das Offensichtlichste auf der Welt.
βWie ...β plötzlich richtete Hermione ihren Blick wieder aufs Spielfeld, wo sie Harry sah, der Cormac etwas wiederwillig die Hände schüttelte und ihn im neuen Team willkommen hieß.
βOh nein.β Hermione hatte ganz vergessen den Verwechslungszauber über Cormac zu sprechen. Anscheinend hatte er dieses Jahr das geschafft, was ihm schon letztes Jahr ohne Hermiones Zutun gelungen wäre.
Mit schnellen Schritten rannte Hermione die Treppen zu den Umkleidekabinen hinab, fand dort aber nur noch Ginny vor, die mit traurigem Blick Ron hinterher schaute.
Schweigend liefen die beiden Hexen zurück ins Schloss, als sie auf ihrem Weg ihrem Professor für Verteidigung gegen die dunklen Künste aus geringer Entfernung sahen. Brav grüßten Ginny und Hermione ihren Lehrer und zogen weiter. Wie von alleine verhakte sich Severus Blick mit dem von Hermione, bis die Realität sie dazu zwang den Blickkontakt zu unterbrechen.
Er widerstand dem Drang sich noch einmal zu ihr umzudrehen, während Hermione dem nachgab und beobachtete wie seine dunkle Gestalt in den Tiefen des Verbotenen Waldes verschwand.
* * *
Wegen Rons Niedergeschlagenheit hatte Hermione eigentlich damit gerechnet, dass er sich und ihr noch ein paar Tage Zeit geben würde, bevor sie sich mit der Frage aller Fragen auseinandersetzen müsste. Ihre noch nicht vorhandene Begleitung zu Slughorns Party, wo sie als Schulsprecherin selbstredend eingeladen war, wohingegen Ron den prächtigen Festsaal noch nie von innen gesehen hat.
Doch anscheinend hatte sein angekratzter Pseudogryffindormut beschlossen, dass nur ein Sieg, egal in welcher Hinsicht, sein angeschlagenes Ego zu retten vermag und hatte somit Hermiones Schonfrist kurzerhand bis nach dem Hauptgang des Abendmahls verkürzt.
Bevor auch nur ein Pudding das Kerzenlicht der großen Halle erblickt hatte, drehte sich Ron auch schon mit einem vielsagenden Blick zu ihr um und verursachte in Hermiones Kopf ein absurdes Video, welches in Zeitlupe Rons Frageformulierungen abspielte, während sie sich verzweifelt einen Troll herbeiwünschte.
Als sich hinter ihrem Rücken etwas räusperte, drehte Hermione sich irritiert um und beschloss in Zukunft etwas vorsichtiger mit ihren Wünschen zu sein. Denn ein geschniegelter Cormag versuchte verzweifelt ihre Aufmerksamkeit zu erringen.
βHermione, aus einer alten Tradition und Freude heraus, würde ich dich gern dazu einladen, mit mir die diesjährige Slughornparty zu verbringen.β Ein leicht angedeuteter Knicks und ein Handkuss folgten, als Hermione sich auch schon Ja sagen hörte.
Besser sie sagte zu einem anderen Jungen ja als zu Ron nein. So sahen die Fakten jedenfalls in Hermiones Realität aus.
Doch nicht nur Ron verschluckte sich an diesem Abend an seiner Süßspeise, auch Severus bekam seinen Schokopudding in den falschen Hals.
8. September [noch 3 Tage bis Slughorns Party]
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Nervös saß Hermione in Severus Büro und besah sich seine neu gestärkten Schutzmauern, die sich in einem eher verkniffenen Gesichtsausdruck äußerten. Denn nach seinem kleinen Freudschen Versprecher von Vorgestern und seiner minimalen Eifersuchtsattacke von gestern, hatte er sich nur bedingt erholt. Es reichte ja nicht, dass der gefährlichste, geisteskrankeste Irre, der je das Licht der Welt erblickt hatte, die Weltherrschaft an sich reißen wollte. Nein, zudem musste er sein Herz genau an die Hexe verlieren, die all das verhindern sollte.
,Distanz bewahren!β, dachte Severus und sagte:βDamit wir einen Überblick über deine bisherigen Fähigkeiten bekommen, schreibe bitte jeden fortgeschrittenen Zauberspruch auf, den du je angewendet hast.β
βAuch selbsterfundene Zauber?β fragte Hermione, in der Hoffnung, die Liste ein wenig abkürzen zu können.
βVor allem selbsterfundene Zauber!β
Nach einer Weile überlegte sich Severus, ob es nicht eine unkluge Entscheidung gewesen war, ihr diese Aufgabe nicht als Hausaufgabe aufgegeben zu haben, als sie nach einer halben Stunde immer noch mit der zarten Feder über ihr Pergament kratzte.
Nach einer Stunde überreichte Hermione, mit einem Krampf in ihrer Hand, Severus die acht Fuß lange Pergamentrolle.
βFünf Punkte für Gryffindor für ein ausgezeichnetes Gedächtnis.β
βDanke.β antwortete Hermione schlicht.
9. September [noch 1 Tag bis Slughorns Party]
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Mit seiner altbekannten Mimik stolzierte Severus durch sein Klassenzimmer, vergessend dass er gerade Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichtete und nicht Zaubertränke, weswegen das Herumlaufen keinen wirklichen Zweck erfüllte. Den Schülern beim Lesen über die Schultern zu schauen, war nicht besonderes aufregend. Doch zumindest, konnte er somit seine angestaute Wut in Energie umwandeln und hielt sich davon ab, sich vor seine Klasse zu stellen und den kleinen Holzköpfen eine unlösbare Aufgabe zu stellen, nur damit sie am Ende des Tages keinen einzigen Hauspunkt mehr aufzuweisen hätten. Zu gerne würde er sich an ihren schockierten Gesichtern laben, wenn er fragen würde, ,Nennen sie mir eine Möglichkeit den Dunklen Lord zu vernichten?β.
Aber auch diese Aktion würde ihn nur für wenige Momente von der Tatsache ablenken, dass Cormac - ich häng anscheinend nicht sehr an meinem Leben- McLaggen, sich noch unter den Lebenden befand. Doch was noch viel schlimmer war, war die Tatsache, dass es ihm etwas ausmachte. Das ihm jedes Mal, wenn er in diese Blaugrünen Augen blickte eine schiere Wut packte, die geradewegs aus seinem Herzen zu kommen schien. Wann war er so kindisch geworden?
Er hatte in der letzten Zeit wirklich viel akzeptiert, die schmerzliche Sehnsucht nach Hermione, das Eigenleben welches sein Herz und seine Gedanken entwickelt hatten und die Gänsehaut die ab und an seine Wirbelsäule hinab kitzelte. Doch diese Eifersucht war einfach zuviel des Guten. Sie ging weit über das akzeptable Maß hinaus, wenn er sogar mehr Gedanken daran verschwendete, wie er unbemerkt einen seiner Schützlinge vom Erdboden verschwinden lassen könnte, anstatt sich mit dem baldigen Ableben seines Gebieters auseinanderzusetzen.
10. September [Slughorns Party]
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Frustriert strich Hermione über ihr grünes Abendkleid, was sie extra für Slughorns Party genäht hatte. Da sie anscheinend eine bessere Hexe als Schneiderin war, saß das Kleid an manchen Stellen nicht perfekt, doch noch immer weigerte sie sich ihren Zauberstab zu Hand zu nehmen. Die Magie hatte sie enttäuscht, hatte sie in den entscheidenden Momenten allein gelassen, versagt und nun streikte sie.
Die letzte Stunde mit Severus war ein Desaster sondergleichen gewesen, nicht nur, dass er verschlossener und bissiger als sonst war, nein, dieses Mal hatten sie mit den praktischen Übungen begonnen und ihre so ureigene Kraft, kam noch nicht einmal für einen Kurzurlaub vorbei.
Seufzend strich Hermione ihre widerspenstigen Haarsträhnen zurück und flocht ihre Haarmähne nach hinten, bevor sie das restliche Haar hochsteckte.
Keine Magie mehr. Jedenfalls nicht, solange sie es vermeiden könnte. Schon jetzt kribbelte es in ihren Adern, in ihren Fingerspitzen und in ihrem Kopf, der stetig dabei war, sich neue Zauberformeln zu überlegen.
Severus meinte, sie müsste ihre Magie akzeptieren, doch mittlerweile kam ihr der Verdacht, dass es nicht einfach ausreichte, sich immer und immer wieder zusagen, dass die Magie ein Teil von ihr war. Noch hatte sie sich nicht gänzlich auf das Spiel eingelassen, welches sie nie spielen wollte. Doch sie wusste auch nicht, wie sie diesen letzten Schritt gehen konnte.
Mit zittrigen Händen bog Hermione ihre Haarnadeln in einen unbenutzbaren Zustand. Ihre Gefühle kochten in ihr wie der Sud der lebenden Toten, ungewiss ob sich jemals jemand diesem Trank annehmen würde. Ihre Sehnsucht zu Severus wuchs mit jeder verstreichenden Sekunde, mit jedem Blick den er ihr zuwarf, mit jeder Geste, die seine Gefühle verrieten. Der Sud wurde noch angereichert mit den Schuldgefühlen gegenüber Ron und der gleichzeitigen herben Enttäuschung über ihren besten Freund, der seit zwei Tagen kein Wort mehr mit ihr wechselte. Seit sie Cormacs Einladung angenommen hatte, behandelte Ron sie wie eine Fremde.
Sie wusste, dass Ron glaubte, dass sie ihn verraten hatte. Das Schlimme dabei war, dass er nicht unrecht hatte, bis auf den Zeitpunkt des Verrats, stimmte sie ihn in allen Punkten überein. Sie liebte Severus aus ganzem Herzen, mit jeder Faser ihres Verstandes und mit einer Hingabe, die ihr manchmal mehr als nur ein bisschen Angst einjagte. Ron hingegen liebte sie wie einen Bruder.
Mit einem Blick auf ihre Uhr, beeilte sich Hermione rechtzeitig fertig zu werden. Cormac würde sie wahrscheinlich in den nächsten Minuten abholen kommen. Wieder entwich ein kleines Seufzen Hermiones Lippen, als sie an die bevorstehende Party dachte, wie gerne hätte sie Severus gefragt. Doch egal wie seine Antwort ausgefallen wäre und sie war sich sicher, dass er nicht gerade positiv reagiert hätte, wäre ihn dennoch jeder Weg versperrt gewesen.
Wenigstens würde Severus nicht Eifersüchtig reagieren, so wie er nicht zugab, dass auch er sie liebte, so wenig zeigte er gewisse Besitzansprüche an. Für Eifersüchteleien wäre er, so glaubte Hermione, auch viel zu vernünftig.
Das aufgeregte Klopfen an Hermiones Tür wischte ihre verträumten Gedanken aus ihrem Kopf und ihr schwärmerisches Lächeln, machte einem vernünftigen Gesichtsausdruck platz. Nun, da sie Ron von der Liste ihrer Verehrer streichen konnte, fehlte es ihr noch, einen neuen Namen hinzufügen zu dürfen.
* * *
Zielsicher begab sich Severus sofort zu der großen goldenen Punschschale, den Lärm der Schüler um ihn herum ignorierend, füllte er sein Glas bis zum Rand auf. Den hochprozentigen Anteil seines Punsches hatte er schon im Vorfeld heimlich ins Glas gezaubert. Mit giftigen Blicken sein näheres Umfeld aufspießend, wartete er gespannt auf Hermione.
Seit ihrer letzten gemeinsamen Trainingsstunde hatte er sie nicht mehr gesehen, wenn man von dem niedergeschlagenen Etwas am heutigen Frühstückstisch mal absah.
In dem Meer von Schülern und Schülerinnen erblickte er viele die er einmal unterrichtet hatte, andere kannte er nur von Erzählungen seines Kollegen Slughorns.
An der Tür hatte er nun Potter entdeckt, der mit Ginevra und einem dümmlichen Grinsen auf dem Gesicht durch den Saal betrat. Nachdem Severus seine Nase gerümpft hatte, lenkte er seine Aufmerksamkeit sofort auf das eintretende Paar hinter dem Jungen der immer noch lebte, zu dem Jungen, den er immer noch nicht umgebracht hatte. In Wirklichkeit waren seine Augen nur auf Hermione gerichtet, die atemberaubend durch den Saal schritt.
Die Haare in einem sanften Flechtwerk, am Hinterkopf hochgesteckt, ergaben ein schönes Bild. Ihr dunkelgrünes Kleid, im Empireschnitt, teilte sich in ihrer Mitte und gab den Blick auf ein unschuldiges weißes Kleid frei.
Ihre Augen blitzten förmlich auf, als sie seinen Blick einfing und ihren eigentlichen Begleiter komplett ignorierte.
* * *
Unsicher betrat Hermione Slughorns kleinen Empfangssaal, ihre Augen schweiften über die vielen Köpfe ihrer Mitschüler und kannten nur ein Ziel. Schüchtern lächelte sie als sie Severus am anderen Ende des Saals erblickte und merkte, dass auch seine Aufmerksamkeit nur auf ihr lag.
Nach einigen Augenblicke senkte Hermione ihren Blick und konzentrierte sich wieder auf die Schwärmereien ihrer geschniegelten Begleitung. Dieser recht wortgewandte Kerl, wurde blass als er Severus erblickte, der sich leicht auf ihn zubewegte hatte.
Stotternd wandte er sich an Hermione, βPro ... Professor Snape is .. ist ja aauch hier ... in der letzten Stunde hat er mir sogar Punkte abgezogen weil ich, seiner Meinung nach die Frechheit besaß, zu atmen. Ich bin dann mal kurz weg.β sprach Cormac und war keine paar Sekunden später abgetaucht. Eine ziemlich verwirrte Hermione zurücklassend. Genau in diesem Moment entdeckte sie Viktor Krum, der gerade ohne Begleitung eintrat und sofort von verschiedenen Mädchen umringt wurde.
Einer Konfrontation mit noch einem Verehrer aus dem Weg gehend, beschloss Hermione sich wie letztes Jahr in den großen Fensternischen zu verstecken.
* * *
Cormac hatte er mit nur einem Wimpernschlag vertreiben können, stolz trank Severus einen weiteren Schluck, seines erstklassigen Punsches, innerlich milde lächelnd. Seinen Triumph nicht weiter ungestört ausleben könnend, wurde er von Slughorn in Beschlag genommen, der ihm unbedingt einen seiner wichtigsten Gäste vorstellen wollte.
βSeverus, kommen sie schnell, bevor unser heimlicher Star noch von einem pubertierenden Hexe verschleppt wird.β, freute sich Slughorn.
,Und wenn schon.β dachte Severus.
βIch heiße sie herzlich willkommen Viktor Krum.β, strahlte Slughorn übers ganze Gesicht.
Durch den ihm wohl bekannten Namen, aufmerksam geworden, schaute Severus den Bulgaren missmutig an. Wenn er sich nicht täuschte, hatte dieser Krum, damals seiner Hermione nachgestellt. Ohne es verhindern zu können, überrollte eine neue Eifersuchtswelle seinen Geist.
Mit einem Blick der sogar einem Bulgarischen Feuerdrachen das Fürchten gelehrt hätte, begrüßte er Krum, bevor er sich umdrehte und entschwand. Er wusste das seine Eifersucht einer unbändigen Angst entsprang. Zu diesem Zeitpunkt war er sich Hermiones Liebe mehr als gewiss, er wusste um die Bedeutung des Armortentia Trankes, doch er wusste auch, dass irgendwann die Zeit kommen würde, wo sie sich gegen die unerfüllte Liebe entscheiden würde und er sie auf ewig verloren hätte. Diese Angst raubte ihm alle Sinne, alle Vernunft und jegliche innere Ruhe die er sich in den letzten Jahren, nein, schon sein ganzes Leben antrainiert hatte.
Er brauchte dringend einen Moment Ruhe von dem ganzen Spektakel, welches sich in einer aufdringlichen Art und Weise Leben nannte. Einen Moment um seine Gedanken zu sortieren.
Ohne weiter darüber nachzudenken, zog er einen beliebigen Vorhang zur Seite und schlüpfte in eine der großen Fensternischen, die einem vor jedem neugierigen Blick verborgen hielten. Bis auf die Person, die anscheinend die gleiche Idee wie er selbst gehabt hatte und sich auch vor den vielen Menschen versteckt hielt.
Seine aufgebrachten Gefühle spielten ihm einen Streich nach dem anderen, als er in ihre Haselnussbraunen Augen blickte und sich endgültig in ihnen verlor. Die Angst sie zu verlieren, war noch so präsent in seinen Gedanken, dass er über seine weiteren Schritte nicht nachdachte und Hermione mit einem Atemzug zu sich zog und seine Lippen auf ihre presste. Seine Finger umschlossen ihre Hand, als er sie langsam gegen eine der Säulen drückte und ihren Mund eroberte.
Nur zu gerne erwiderte sie seinen Kuss und genoss das Gefühl ihm endlich wieder so nah sein zu können.
Doch irgendwann setzte bei Severus der Verstand wieder ein und er unterbrach den Kuss. βEs tut mir leid.β murmelte er gegen ihre Lippen.
βMir nicht.β kam die erstickte Antwort von Hermione, als sie seinen Hemdkragen zu fassen bekam und ihn wieder zu sich zog. Dieser Kuss war zärtlicher als zuvor, denn sie wusste, dass er es bald wieder unterbinden würde. Fast wehmütig beendete sie den Kuss und trat einen Schritt näher ans Fenster, ihm die Gelegenheit bietend zu fliehen. Beide vergaßen dass ihre Hände sich immer noch festhielten, als Severus langsam sich dem Vorhang näherte und hindurchlief. Auf der anderen Seite blieb er stehen, mit seinem Umhang verdeckte er die Stelle, wo sein kleiner Finger mit ihrem kleinen Finger verhakt geblieben war.
* * *
Wütend knallte Harry den Tagesprophet auf sein Marmeladenbrot, sein Blick sprach Bände und sein Mund übersetzte den Artikel noch einmal in seine eigenen Sprache.
βTodesser haben letzte Nacht verschiedene Familien angegriffen, unter ihnen waren Muggel- wie auch Aurorenfamilien vertreten. Das ist unerhört! So kann es wirklich nicht mehr weiter gehen. Wir können doch nicht immer nur im Verteidigungsmechanismus verharren und sogar dabei Fehler machen. Wir müssen Angreifen, wir dürfen uns das nicht mehr gefallen lassen!β
βHarry.β besänftigend strich Hermione über seine Hand.
βNein, Hermione verstehst du es denn nicht, wir dürfen dass nicht mehr so einfach hinnehmen, wir müssen etwas unternehmen. Ich werde etwas unternehmen. Schließlich sollte meine Kraft wohl zu irgendetwas gut sein.β Mit diesen Worten stürmte Harry aus der großen Halle und ließ Hermione mit einem unguten Gefühl zurück. Sie musste handeln, sie musste irgendetwas tun um ihren besten Freund vor einer lebensbedrohlichen Dummheit zu bewahren.
Unauffällig richtete sie ihren Blick hinauf zum Lehrertisch, Severus fragender Blick folgte ihrem und landete bei Albus, der von Hermione mit einer Entschlossenheit gemustert wurde, welche die Luft in der großen Halle zaghaft vibrieren ließ.
* * * * * *
Wie hat es euch gefallen??
Lieben Dank an meine Beta eule20 *zurückwink* und an NicoleSnape für ihr Kommentar *freu*
NicoleSnape: danke^^, auch wenn dieses Kapitel nicht so spannend war, so werden die nächsten wieder ein bisschen dramatischer *hust* *nicht so viel verrat ... * und auch Dumbledores Gedankenwelt wird ein wenig aufblitzen, auch wenn ich nicht versprechen kann, dass das mehr Licht ins dunkle bringen wird.
Bis zum nächsten mal,
eure seri
*knuddelknuff*
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