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Fanfiction

Slytherin Stolz und Gryffindor Vorurteil - Hüte, Quidditch und ein roter Schirm

von Weltenwandlerin

Kapitel 3

Platschender Regen empfing sie, als der Hogwartsexpress schließlich anhielt. Dank der düsteren Wolken war eigentlich kaum mehr etwas erkennbar, sodass sie trotz Regulus aufgeregten Fingerzeigen aus dem Fenster noch keinen Blick auf ihre neue Schule erhaschen konnte. Mit angewidertem Blick betrachtete sie den sturmgepeitschten Himmel - wie hatte sie vergessen können, dass das Wetter im Norden des Vereinigten Königreichs nicht gerade besser war, als in Durmstrang? Die Winter würden vielleicht nicht ganz so hart sein, dafür gab es jede Menge Regen.
Gut, dass sie vorgesorgt hatte.
Mit einem leisen Ploppen sprang ihr großer roter Regenschirm auf, den sie blitzschnell aus ihrem Koffer geangelt hatte. Sie verzauberte ihren Koffer so, dass er einige Zentimeter über dem Boden schwebte und nicht durch den Regen komplett durchnässt wurde.
Einigen der Schüler schien ihr Outfit Anlass zum Kichern zu geben, denn sie, so bemerkte sie schließlich, war absolut die einzige Person, die ihren Körper durch einen Schirm vom nasswerden abhielt. Alle anderen hatten sich ihre Umhänge über den Kopf gezogen und rannten aufgeregt zu den wartenden, pferdelosen Kutschen. Verwundert blickte sie sich um. War nasswerden irgendwie eine Art Tradition in Hogwarts?
Sie quetschte sich in eine der Kutschen und faltete ihren Schirm wieder zusammen. Reg hatte sie irgendwie im Gedränge verloren und als sie aufsah, merkte sie zu ihrem Missfallen, dass sie stattdessen in die Kutsche seines Bruders gestolpert war.
Diesem schien das auch sogleich aufzufallen und mit einem Stoß in die Rippen hielt er seinen Freund – einen schwarzhaarigen, strubbeligen Jungen – davon ab, ihr Erscheinungsbild anzustarren und ihm stattdessen geflüstert einige Informationen zukommen zu lassen.
Ein erkennendes Grinsen machte sich auf dessen Gesicht breit, als er sie unverhohlen weiter anstarrte.
„Wirklich ein Jammer, dass du dich dagegen entschieden hast, in unser Abteil zu kommen.“, erklärte er schließlich und sah dabei genauso selbstgefällig aus, wie sein Kumpel. Eine Vorstellung hatte er offenbar auch nicht nötig und Laurie beschloss sich von ihrer höflichsten Seite zu zeigen und dem kleinen Angeber ein wenig Manieren beizubringen.
„Laurie Huntington, es freut mich dich kennenzulernen. Leider hatte ich nicht wirklich den Eindruck in eurem Abteil noch sonderlich willkommen zu sein.“, erklärte sie unschuldig und lächelte ihn mit großen Augen an.
„James Potter, die Freude ist ganz auf meiner Seite.“, erklärte dieser und bedachte Sirius mit einem Blick der klar besagte, dass er dessen Einschätzung zu Laurie überhaupt nicht teilen konnte.
„Du wärst ganz bestimmt willkommen gewesen. Aber vielleicht können wir dich ja bald in Gryffindor willkommen heißen. Die passenden Farben trägst du ja schon mal!“, erklärte James nun schon als zweiter, dass er sie sich in dieses Haus wünschte. Offenbar schien jeder Schüler sehr überzeugt zu sein von seinem jeweiligen Haus.
„Die passenden Farben?“, runzelte Laurie die Stirn und sah ihren tristschwarzen Umhang fragend an.
„Naja, scharlachrot ist unsere Farbe.“, erklärte James mit einem Blick auf ihre Schuhe und den triefend nassen Schirm.
„Ah… und was genau wäre der Vorteil von Gryffindor?“, fragte sie dann doch etwas neugierig geworden nach, denn bisher hatte sie ausführlich ja nur Regs euphorischer Beschreibung von Slytherin gelauscht.
James startet daraufhin eine ausgiebige Beschreibung der Vorzüge seines Hauses angefangen von deren noblem Mut bis hin zu den überragenden Quidditchfähigkeiten ,die vor allem natürlich auf seine Eigenschaft als Sucher zurückzuführen waren.
Sirius sah dabei immer missmutiger aus und wie Laurie zunächst vermutete nur, um dieses irgendwie zu unterbrechen deutete er begeistert aus dem Kutschenfenster und rief: „Da, endlich sieht man Hogwarts.“
Äußerst neugierig hörte sie wider ihrem Willen auf die Worte Sirius’ und beugte sie sich schnell nach vorne, um einen Blick auf das Schloss zu erhaschen. Dabei fand sie sich plötzlich in nächster Nähe von seinem Gesicht und musste kurz blinzeln, denn sein Atem kitzelte über ihren Nacken, als er sich überrascht umdrehte.
Sie dachte jedoch gar nicht daran zurückzuweichen und starrte angestrengt weiter aus dem Fenster. Hell erleuchtete Fenster erhellten die Silhouette eines gewaltigen Schlosses, so viel größer, so viel eleganter als Durmstrang, dass es selbst Laurie kurz die Sprache verschlug.
„Wow… was für ein umwerfender Anblick.“; rutschte es ihr heraus, bevor sie sich wieder zurücklehnte und die Blicke der beiden Jungs wiederum auf sich spürte.
„Aus dir werd ich echt nicht schlau.“, erklärte Sirius ein wenig verwirrt.
„Ein hübscher Kopf ist halt nicht gleich auch schlau.“ ,erklärte sie gelassen und überlies es Sirius und James zu diskutieren, ob dies mehr als Kompliment oder Beleidigung gemeint war. In diesem Moment hatten die Kutschen nämlich angehalten und sie sprang aus dem Abteil, vorsichtig darauf bedacht ihre Absätze nicht abzubrechen. Wie sie feststellen musste, war sie tatsächlich die einzige, die so buntes Schuhwerk trug.

Während Laurie ihren Schirm wieder aufspannte und mit schwingendem Schritt in der Menge verschwand, sahen sich Sirius und James mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Sie ist vielleicht ein arrogantes Reinblüterbiest, aber du kannst nicht leugnen, dass sie Stil hat.“, erklärte letzterer während seine Augen ihr Hinterteil verfolgten, bis es in der Menge verschwunden war.
»Ah, aber du denkst auch grad eher mit dem tiefer sitzenden Teil deines Hirns, oder?«, fragte Remus, der wieder zu ihnen getreten war und hob skeptisch eine Augenbraue, als er James Blick folgte.
»Was?«, fragte James verwirrt.
»Ich sagte...« - »Schhh, Moony«, unterbrach ihn James und wedelte mit der Hand vor dessen Gesicht herum. In dem Moment lief Lily, die ihre Angelegenheiten mit Remus wohl geregelt hatte, mit ihrer Freundin Alice und einem weiteren Mädchen aus der Stufe - Jenna- vorbei.
»... musst zugeben, dass er mit seiner neuen Frisur noch besser aussieht, als zuvor«, hörten sie Jenna und Sirius grinste sehr von sich eingenommen, als er seine tatsächlich etwas kürzer geschnittenen Haare schüttelte.
»Ah, nur fehlt ihm leider jegliche innere Schönheit. Er ist, wenn möglich, sogar noch arroganter als Potter«, knurrte Lily missbilligend.
»Tu nicht so. Ich hab gesehen, wie du auf Potters Hintern gestarrt hast, als er vorhin in die Kutsche gestiegen ist«,warf Alice ein und lächelte unschuldig.
»Hab ich gar nicht«, fauchte Lily in Richtung ihrer besten Freundin, während Jenna wissend vor sich hinlächelte.
»Hast du wohl« -»Hab ich nicht« -»Doch« -»NEIN!«
»Sie sind wirklich nicht so schlimm, Lily. Sirius hat mir schon mit den Verwandlungshausaufgaben geholfen und James hat mich einmal vor den Slytherins gerettet!«, mischte sich Jenna wieder ein. James warf einen verwirrten Blick auf Sirius, der nur abwesend mit den Schultern zuckte. Jenna sah besser aus, als im letzten Schuljahr. Sie hatte ihre dicke Hornbrille abgelegt und ihre dunklen Haare waren zu einem kurzen Bob geschnitten, der sehr viel besser zu ihrem Gesicht passte, als das lange Haar im letzten Jahr. Vielleicht würde sich die plötzliche Anwandlung von Großzügigkeit im letzten Jahr, als es um Verwandlung ging, doch noch lohnen...
»Haben wir jetzt genug gelauscht und können ENDLICH aus dem Regen?«, mischte sich Remus wieder ein und marschierte dann so lautstark vor, dass ihn die drei Mädchen bemerkten und ihr Gespräch beendeten. Sirius folgte ihm grummelnd, während Peter seinen Umhang über den Kopf zog und versuchte, nicht noch nasser zu werden. James hingegen schwieg einfach nur und starrte träumerisch in die Luft. »Sie hat meinen Hintern angestarrt«, seufzte er.
Als er es allein auf dem Weg zur Halle zehnmal geseufzt hatte, wurde es Sirius zu dumm und er gab ihm einen Klaps auf den Hinterkopf.
»Wenn sie deinen Arsch das Beste an dir findet, ist das nicht unbedingt ein Grund zum Jubeln«
»Tief im Inneren liebt sie mich!«, erklärte James überzeugt und ließ sich von den skeptischen Blicken seiner Freunde nicht länger beeindrucken. Es war, so dachte Sirius ein wenig nervig. Sicher, am Anfang war es lustig gewesen, wie James versuchte Evans zu überzeugen. Damals war es aber auch nur ein Spiel und sein verletztes Ego, weil sie nicht mit ihm ausgehen wollte, gewesen. Mittlerweile hatte er die Befürchtung, dass sein Freund sehr viel mehr für Evans empfand. Liebe. Er schüttelte den Kopf. Entweder James würde bald über Evans hinwegkommen oder er würde dafür sorgen müssen, dass diese sich auch für ihn interessierte. »Krone. Lass uns noch heute Abend einen Willkommensstreich planen. Ich dachte an Stinkbomben, Juckpulver und...«
»Vielleicht kann ich sie für mich gewinnen, wenn ich sie zum Frühstück begleite. Sie trinkt am liebsten Früchtetee«, unterbrach ihn James abwesend und Sirius schüttelte ernst den Kopf. Ja, so konnte es nicht weitergehen!

In der großen Halle wurde Laurie von einer Lehrerin angehalten, die zunächst auch einen Blick über ihr Äußeres gleiten lies, dieser sah jedoch äußerst kritisch aus. Offenbar war sie kein Freund von roten Pumps.
„Miss Huntington. Willkommen in Hogwarts. Wir freuen uns sehr, Sie hier zu begrüßen. Mein Name ist Professor McGonagall. Sie werden feststellen, dass hier vermutlich einige Dinge anders laufen werden, als sie es gewohnt sind“ – ihr Blick lies keinen Zweifel darüber, was sie damit meinte- „ Allerdings werden Sie sich sicher bald eingewöhnen. Wie Sie vermutlich bereits gehört haben, gibt es bei uns vier Häuser, nach den Erstklässlern, welche in diese eingeteilt werden, wird der sprechende Hut auch Sie in ein Haus zuweisen. Bis dahin können Sie sich an einen Tisch ihrer Wahl setzen.“
Die Lehrerin wandte sich wieder ab und ging zu einem Haufen aufgeregter Kinder, die irgendwie noch nasser als der Rest aussahen und von denen Laurie vermutete, dass es die besagten Erstklässler waren.
Sie betrat die große Halle nach einem Wink McGonagalls noch vor den Erstklässlern und zum ersten Mal verfluchte sie ihre Schuhe wirklich. Ihr Absatz hinterließ ein lautes Klackern bei jedem Schritt, welches McGonagalls Lippen zu einem noch dünneren Strich zusammenpresste, während sich die gesamte Halle umdrehte und sie anstarrte. Es störte sie eigentlich nicht im Geringsten aufzufallen, aber jetzt gerade war sie müde, erschöpft und wollte eigentlich nur noch wissen, in welchem verdammten Haus ihr Schlafraum war, damit sie sich hinlegen und endlich einmal die ganzen neuen Eindrücke verarbeiten konnte.
Sie fühlte sich zerknautscht und erschöpft, auch wenn ihr kühler Gesichtsausdruck dies nicht im Geringsten preisgab.
Sie musste erstmal blinzeln, bis sie die Eindrücke der großen Halle in sich aufgenommen hatte. Sie wirkte, als habe sie keine Decke, denn diese war wohl so verzaubert, dass sie sich dem Wetter draußen anpasste.
Also würde sie wohl die meiste Zeit grau sein, wenn sie sich richtig an das englische Wetter erinnerte.
Inmitten der Schülermassen entdeckte sie schließlich Reg und machte sich erleichtert auf den Weg zu ihm.
Behaglich lies sie sich auf einen leeren Platz neben ihm plumpsen und merkte erst danach, dass um sie herum eigentlich hauptsächlich eher grimmig kuckende Jungen saßen, die sie jetzt feindselig anblickten.
„Ähm.. es ist doch ok, wenn ich hier sitze?“, wandte sie sich ein wenig unsicher an Reg. Hatte diese McGonagall Frau nicht gemeint, sie solle sich irgendwo dazusetzen?
„Klar!“, erklärte Reg enthusiastisch und wandte sich dann an die anderen Schüler, „Das ist Laurie Huntington, von der ich erzählt habe.“
Die Feindseligkeit verschwand urplötzlich aus ihren Blicken und einer von ihnen meinte beinahe bewundernd: „Die Schülerin aus Durmstrang.“
„Eine Huntington!“
Ah, offenbar waren Regs Freunde ganz im Gegensatz zu seinem Bruder irgendwie beeindruckt von ihrer bisherigen schulischen Karriere.
„Es ist mir eine Ehre“, erklärte einer von ihnen mit einem spöttischen Grinsen und deutete eine leichte Verbeugung an. „Damian Mulciber.“
„Die Freude ist ganz meinerseits“, erwiderte Laurie kühl und entschärfte ihren gelangweilten Blick durch ein Zwinkern. Mulciber sah gut aus. Allerdings schien auch er ein Dummschwätzer zu sein. Engländer!
In diesem Moment begann McGonagall zu sprechen und führte die Erstklässler zu besagtem altem Hut, der sie in ihr Haus einweisen würde. Dies hatte ihr Reg schon erklärt und irgendwie fand sie auch diese Sitte etwas merkwürdig. Woher sollte bitte der Hut wissen, was am besten zu ihr passte. Da sie andererseits aber selbst noch nicht so richtig wusste, welches Haus eigentlich welchen Vorteil hatte, beschloss sie einfach abzuwarten. Das Ding würde schon wissen was es tat.
Aufmerksam betrachtete Laurie die Erstklässler, welche sich jetzt in der Mitte aufgereiht hatten und hörte verwundert zu, als der Hut sein Lied zum Besten gab. Immerhin gaben dessen Ausführungen ein wenig mehr über die verschiedenen Häuser preis, auch wenn die paar Adjektive, mit denen er um sich schmiss keinen allzu umfassenden Eindruck abgaben.
Letztendlich blieb Laurie die Aufteilung trotzdem rätselhaft, denn in welchem Haus würde wohl ein ehrgeiziger, mutiger und extrem kluger Schüler gesteckt werden?
Nach dem Lied schlurften die Erstklässler nach vorne und wurden nach der Entscheidung des Hutes von ihrem jeweiligen Tisch begeistert begrüßt. Es dauerte ewig. Die Knirpse machten so winzige Schritte, dass sich die Aufnahme jedes Einzelnen wie Bubbles bester Blasenkaugummi zu ziehen schien. Immerhin musste sie nicht vorne zwischen den Kindern stehen, sondern konnte am Tisch sitzen.
Die Reihe der Kinder lichtete sich mehr und mehr und auch am Slytherin-Tisch hatte schon einige Male Applaus für Neuankömmlinge ertönt.
Schließlich war ein kleines Mädchen mit wild abstehendem, schwarzem Kraushaar (Zackrey, Josephine) zu ihnen an den Slytherin-Tisch gekommen und die Erstklässler waren alle versorgt.
„Heute müssen Sie sich noch ein wenig länger gedulden, bis zum großen Festessen, denn es gibt eine weitere Schülerin, die in ein Haus eingeteilt werden muss. Miss Laurelinda Huntington wird ab diesem Schuljahr die sechste Klasse in Hogwarts besuchen.“, erklärte Professor McGonagall. Einige neugierige Blicke wanderten in Richtung Laurie, welche sich nach einem Winken McGonagalls erhob und zum sprechenden Hut wanderte.
„Viel Glück, Laurie.“, flüsterte Reg ihr mit einem Lächeln zu.
Während sie nach vorne ging, beobachtete sie aus dem Augenwinkel die restlichen Tische. Bevor sie am Gryffindortisch hängen blieb, wo Sirius und James gerade mit zwei weiteren Jungen flüsterten, fielen ihr einige schräge Blicke auf. Sie fragte sich, ob die anderen Schüler ähnlich über den Slytherintisch dachten, wie es Sirius offenbar tat oder ob die Blicke mehr damit zusammenhingen, dass die anderen Schüler ihr Auftreten ähnliche wie McGonagall unpassend fanden.
Ihr Problem war es nicht, dachte sie mit einem Schulterzucken, bevor sie den Hut schnappte und ihn über ihren Kopf zog – und damit vermutlich den letzten Rest von dem, was einmal ihre Frisur gewesen war, nach dem langen Tag zerstörte.
„Mmmh schwierig… wirklich schwierig!“, flüsterte die Stimme des Hutes ihr zu, während sie innerlich die Augen verdrehte. Sollte er sich doch beeilen, sie wollte doch einfach nur ein bisschen was zu essen, eine heiße Dusche und ein Bett!
„Köpfchen ist da… mutig, aber auch gerissen und eigenwillig.“, sinnierte das geflickte Stück Filz über ihrem Kopf weiter und Laurie kam nicht umhin sich weiter ein paar Gedanken zu machen. Letztendlich war es ihr nach wie vor egal, in welches der Häuser sie kam, sie konnte mit allen Assoziationen, die der Hut in seinem Lied gebracht hatte, gleich viel oder wenig anfangen. Aber immerhin kannte sie in Slytherin schon ein freundschaftliches Gesicht, wohingegen sie in Gryffindor schon zwei eher aufgeblasene Dummschwätzer getroffen hatte. Dass diese nicht gerade unattraktiv waren, änderte nichts an dieser Tatsache. Anschauen konnte sie sie schließlich auch so, wenn sie Lust darauf verspürte. Und apropos Lust darauf verspüren, fiel ihr ein weiterer Vorteil des Slytherin Hauses ein. Hatte Reg nicht erzählt, dass dort Stellen in der Quidditch-Mannschaft freigeworden waren? Somit sprach eigentlich alles für ... „SLYTHERIN!“, quäkte daraufhin auch der Hut und riss die erschrecke Laurie aus ihren Gedanken, sodass diese einen leichten Satz machte und den Hut gerade noch so zu fassen bekam, bevor er von ihrem Kopf rutschte.
Vorsichtig setzte sie ihn auf der Stuhllehne ab und sah sich dann fragend um. McGonagall nickte ihr zu und bedeutete ihr zurück zum Slytherin-Tisch zu gehen, von dem sie gekommen war, während sie hinter sich wie das Summen eines Bienenschwarms das Getuschel der anderen Schüler hörte.
Das strahlende Gesicht von Regulus blickte ihr entgegen, als sie sich wieder neben ihn auf die Bank schwang und auch die übrige Runde applaudierte zufrieden.
„Herzlichen Glückwunsch! Wirklich toll, dich in unserem Haus zu haben!“, grinste Reg zufrieden.
Einige weitere Schüler gratulierten ihr und versicherten ihr, dass sie sich gewiss bald wie zuhause fühlen würde.
Laurie nickte nur mehr oder weniger interessiert und gab ein paar unverbindliche Worte ab und wünschte sich einmal mehr Ruhe und etwas zu essen.
In diesem Moment stand der Schulleiter auf und nur mäßig begeistert erinnerte sie sich an die langen Reden, die ihr alter Schulleiter am Ankunftstag stets gehalten hatte.
„Willkommen zu einem weiteren Jahr in Hogwarts liebe Schüler.“, fing er an und Laurie seufzte schon.
„Es kommt gewiss eine Zeit für eine große Rede. Doch die ist nicht jetzt! Also, haut rein!“, erklärte dieser zu ihrer Überraschung mit einem Zwinkern, setzte sich wieder hin und die Platten vor ihr waren plötzlich mit allen denkbaren Köstlichkeiten gefüllt.
„Albus Dumbledore“ , erklärte ihr Reg, während er sich ein saftiges Steak auf den Teller lud, „Er ist ein merkwürdiger Schulleiter.“
Während Laurie selbst zwar zu dem Schluss gekommen war, dass merkwürdig es wohl ganz gut traf, konnte sie den negativen Ton, den Reg angeschlagen hatte nicht ganz verstehen. Doch die schwer beladenen Teller vor ihr sahen einfach viel zu verlockend aus, als dass sie sich weiter Gedanken darüber machte und nach dem ersten Bissen eines unglaublich zarten Bratens hatte sie es sowieso vergessen.
Wirklich erinnern an die Konversation während dem Essen konnte sie sich im Nachhinein nicht mehr. Die Jungs um sie herum waren allesamt damit beschäftigt gewesen sie zu allem möglichen in Durmstrang auszufragen und ihr ungefragt alles Mögliche über Slytherin zu erzählen, während sie selbst mehr damit beschäftigt war ihr Essen zu schneiden. Auch wenn ihre Antworten bezüglich Durmstrang eher karg ausfielen, waren die Männer umso begeisterter ihr alles mögliche über Slytherin und Hogwarts allgemein zu erläutern. Interessiert hörte sie zu, beschränkte sich aber hauptsächlich darauf zu Nicken und ab und an nachzuhaken.
Erst auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum –nach einer diesmal etwas ausführlicheren Rede von Dumbledore – kam wieder ein Thema auf, dass sie dazu animierte sich wieder aktiv am Gespräch zu beteiligen.
Ein breitschultriger Siebtklässler wandte sich an Reg und erklärte ihm, dass sie in den nächsten Tagen eine Teamsitzung der Quidditchmanschaft hätten.
„Das ist ja toll… in Durmstrang habe ich auch Quidditch gespielt, bei wem kann ich mich für das Team bewerben?“, warf Laurie ein und legte den Kopf in den Nacken, um das Gesicht des Siebtklässlers zu sehen.
„Du möchtest Quidditch spielen?“, fragte dieser nach und erinnerte mit seinem vollkommen verwirrten Gesichtsausdruck und seinem massiven, schrankartigen Körperbau mehr an einen Troll als an alles andere.
„Klar, unbedingt! In Durmstrang habe ich fünf Jahre lang als Treiber gespielt.“, erklärte sie selbstbewusst.
„Du hast Quidditch als TREIBER gespielt? In Durmstrang?“, fragte Mr. Troll nach und sah aus, als hätte er grade einen besonders schweren Klatscher gegen die Stirn bekommen, während er sie fassungslos anstarrte.
Laurie vermutete, dass seine Synapsen eine Verbindung zwischen ihrem Auftreten und einem Schläger schwingenden Treiber irgendwie noch nicht ganz herstellen konnten.
„Sagte ich ja bereits.“, bekräftige sie noch einmal ungeduldig. „Also…?“
„Ich… also du… Ich bin der Captain des Teams – David Jonston. Bewerbungen gehen an mich. Aber… Mädchen sind in der Slytherin Mannschaft nicht üblich. Es hat bestimmt seit über fünfzig Jahren keine mehr gegeben“, erklärte der Troll perplex.
„Dann werd ich eben die Erste sein.“, erklärte Laurie mit einem Schulternzucken.
„Wir sehen uns dann bei den Auswahlen. Gute Nacht, David.“, erklärte sie mit einem Lächeln und lies den Troll einfach stehen.
Reg neben ihr schüttelte sich vor Lachen, als sie weiter in Richtung des Gemeinschaftraumes wanderten, der offenbar in den Gewölben des Schlosses versteckt lag.
„Das war spitze. Jonstons Gesicht war wirklich grandios.“, beglückwünschte er sie. Das Training konnte ja heiter werden, wenn Laurie tatsächlich dort auftauchen würde.
Schließlich standen sie vor einer schweren Eichentür und hatten somit den Eingang zum Gemeinschaftsraum erreicht.
Das Passwort lautete passenderweise „Klatscher“, was Laurie beim Gedanken an Troll Jonston wieder grinsen lies.
Gespannt trat sie ein und sah sich in dem weitläufigen Raum um. Ein Kaminfeuer und jede Menge Kerzen erhellten den Raum, in welchem jede Menge gemütlicher Sofas standen. Ein unwirkliches, grünliches Licht schimmerte von der Decke und gab dem ganzen eine mysteriöse Note.
Überall an den Wänden zweigten sich weitere Türen ab, die in die Schlafsäle führten und angesichts ihrer enormen Müdigkeit verabschiedete sich Laurie recht schnell von Reg und schlüpfte in den Raum, welcher für die weiblichen Sechtsklässler gedacht war. Sie kannte noch keine davon und entdeckte lediglich vier weitere leere Betten. Offenbar waren ihre Mitschülerinnen noch nicht müde.
Mit einem zufriedenen Seufzen kuschelte sie sich wenige Minuten später in die Kissen und glitt kurz darauf ins Reich der Träume.


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Die Entschlüsselung der Namen ist gut und schön, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass dem zuviel Bedeutung beigemessen wird. Überspitzt gesagt, könnte Malfoy auch Müller-Lüdenscheid heißen, er würde aber dieselbe finstere Figur bleiben.
Klaus Fritz