
Dieses Kapitel widme ich meiner kleinen Schwester, die gestern gestorben ist. Emily, ich hoffe, du bist jetzt an einem besseren Ort. <3
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Mein Zimmer wurde dunkel. Ich ging ans Fenster und blickte raus. Die Sonne versteckte sich hinter dunklen Wolken, der Himmel verfärbte sich. Ich hatte noch nie einen so schnellen Wetterwechsel erlebt. Es wurde zunehmend kälter. Vielleicht hatte das irgendwie mit Zauberei zu tun. Ich ging runter in die Küche, vielleicht wussten die Malfoys etwas darüber.
„Hmm, Dementoren sind keine hier...“, stellte Lucius fest.
„Draco!“, rief er.
Draco kam die Treppe runter und fragte: „Was ist, Vater?“
„Hast du irgendetwas ausprobiert in deinem Zimmer?“ Lucius sah ihm scharf in die Augen.
Draco schüttelte den Kopf. „Er ist sowieso nicht zu so was fähig.“, sagte Lucius und deutete zum Himmel.
Narzissa schickte uns wieder rauf.
„Was hast du eigentlich in deinem Zimmer gemacht? Ich hab’ Geschrei gehört.“, fragte Draco.
„Ach, das verstehst du nicht.“
„Dann erklär’s mir.“
„Vielleicht später.“
„Vielleicht?“ Draco sah mich bettelnd an.
„Na gut. Später.“ Ich verschand in mein Zimmer. Ich las das Tagebuch wieder vom Boden auf und blätterte darin.
14. Januar
Ich war heute wieder im Park, doch der blonde, gutaussehende Mann war nicht da. Ich hätte ihm gerne von der Schwangerschaft erzählt. Vielleicht hätte er mir dann einen Heiratsantrag gemacht, den ich sofort angenommen hätte. Von meinem Mann lass ich mich früher oder später sowieso scheiden.
Der Plan ihn ins Bett zu kriegen hat wirklich funktioniert. Ich konnte es aber nur durchhalten, indem ich an den blonden Mann gedacht habe. Das hat sehr gut geklappt.
Ich denke bereits über einen Namen nach. Ich hoffe, es wird ein Mädchen.
Laura wäre schön... Oder Catherine.
Wenn es ein Junge wird, nenn’ ich ihn vielleicht Tom oder Lucius...
Schluss für heute. Mein Mann kommt nach Hause.
Deine Kate
Was sie geschrieben hatte, erstaunte mich nicht, sie war schon immer so kalt und hinterhältig. Ich legte mich aufs Bett. Zum ersten Mal seit langem dachte ich wieder an Emily. Wie sehr ich sie vermisste... Ihre langen, blonden Haare, ihre dünne Figur, die von Woche zu Woche dünner wurde durch den ganzen Stress, ihr Lachen, das mit jeder Woche seltener wurde, ihre warmen Finger, die meine Hand hielten, wenn ich nervös oder traurig war, ihre kalten, grünen Augen...
„Oh, Emily, warum musst du tot sein?“ Ich starrte Löcher in die Decke und malte mir aus, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn sie noch am Leben wäre. Vielleicht wäre sie jetzt mit mir hier oder sie wäre umgezogen und ich hätte bei ihr wohnen können. Ganz weit weg von Mom... Die Vorstellung versetzte mir einen Stich ins Herzen.
Ich merkte wie mir Tränen die Wangen runterrollten. Wenn ich früher geweint hatte, war Emily immer für mich da. Sie verbrachte ihre Zeit mit mir, erzählte mir Witze, brachte mich zum Lachen, tröstete mich und las mir eine Geschichte vor.
Doch jetzt war ich auf mich allein gestellt. Schon klar, ich hatte ja noch die Malfoys, aber wer weiss, ob sie so gut wie Emily trösten konnten?
Obwohl es erst Mittag war, schlief ich auf dem Bett ein.
Ich wusste nicht, wie lange ich geschlafen hatte, erst als ich aufwachte und auf meine Uhr blickte, sah ich, dass ich drei Stunden lange geschlafen hatte.
Mein Zimmer war wieder hell und die Sonne schien, als wäre sie nie von Wolken bedeckt worden.
Da fiel mir ein, dass ich ursprünglich eigentlich nach meiner Schere gesucht hatte, diese aber nicht gefunden hatte.
Ich stieg aus dem Bett und durchwühlte das Zimmer. Keine Spur von der Schere.
„Suchst du das hier?“ Ich drehte mich um und blickte in das grinsende Gesicht von Draco.
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Ich hoffe, die Geschichte gefällt euch immer noch. Keine Angst, es wird schon bald spannender ;)
Eure Lily
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