
von HarrymeetsGinny
--> http://www.youtube.com/watch?v=YqN0ZOEO9oI
passendes Lied zu diesem Kapitel.
Vorwarnung: In diesem Kapitel wird es härter. Ein wenig *grins* Wer damit nicht klarkommt, sollte lieber aufhören zu lesen, die Altersempfehlung ist nicht umsonst da.
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Ginny war immernoch wach, als Harry am nächsten Morgen nach Hause kam. Er trottete in's Wohnzimmer und fragte sich, warum überall noch Licht brannte, bis er sie in ihrem Lieblingsstuhl sitzen sah.
"Wir müssen reden" sagte sie.
Und trotz des Alkohols in seinen Adern war er auf einmal wieder nüchtern und wusste, dass sie nicht Nettes zu bereden hatte.
***
Sie sah ihm tief in die Augen und hoffte, irgendeine Regung
oder irgendein Gefühl zu erkennen.
Doch da war nichts. Nur pure Gleichgültigkeit.
Er wusste, dass dieses Gespräch nicht gut enden würde.
Und doch war es ihm schlicht und ergreifend egal.
Als sie das realisierte, trieb es ihr die Tränen in die Augen.
Doch sie durfte jetzt nicht schwach sein.
Nicht in diesem Moment, wo alles davon abhing, wie überzeugend sie war.
Sie wartete, bis er sich gesetzt hatte und fing an zu reden.
"Wieso?"
Eine einfache Frage, auf die sie keine wahre Antwort erwartete, sondern einfach nur abschätzen wollte, was er dachte.
"Wieso was?"
Zwei einfache Worte, die sie so tief tragen.
"Wieso passiert das alles? Wieso lässt du mich jeden Tag alleine? Wieso?!" Ihre Stimme war ruhig, doch innerlich bebte sie.
Sie würde ihm alles an den Kopf werfen.
"Ich hab keine Ahnung, wovon du redest Schatz. Ich geh doch nur ab und zu mit Freunden was trinken."
Ginny musste sich beherrschen, ihn nicht verdutzt anzugucken. Sie hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit.
"Du tust was?! Deine "Freunde" kannst du dir in den Arsch schieben! Und du bist nicht "ab und zu" weg, sondern jeden gottverdammten Tag! Und dann kommst du nachts stockbesoffen nach Hause..." Sie ließ ihren Blick zur Uhr schweifen, die mittlerweile 8 Uhr anzeigte.
"Und am nächsten Tag tust du so, als sei nichts gewesen und machst einen auf heile Welt und ich muss dich bekochen und für dich springen, während du dir das nächste Glas hinter die Binde kippst!
Und zwei Stunden später haust die wieder ab! Verdammt nochmal Harry, WAS. IST. SCHIEFGELAUFEN?! Warum bist du so ein verdammtes Arschloch geworden?!"
Mittlerweile hatte sie sich völlig in Rage geredet, während er nur da saß und zuhörte.
"Ich versteh dein Problem immernoch nicht. Ich tu' doch nicht mal was. Ich bin einfach nur oft weg!"
Sie traute ihren Ohren nicht. So fremd war er ihr noch nie gewesen.
"Was?" Ihre Stimme war ganz leise.
"Und was war in dieser Nacht? Vor 6 Monaten?
Als du zu mir kamst, nachdem deine Huren dich abgewiesen haben? Als du mich grün und blau geschlagen hast? Als du deinen Zauberstab auf mich gerichtet hast, und gesagt hast, wenn ich Schlampe nicht tun würde, was du verlangst, würde ich sterben? Warum das alles, Harry? Oder hast du das etwa schon wieder vergessen?!"
Tief in ihr drin starb etwas, als sie sah, dass er wirklich überlegen musste, was passiert war.
"Liebling.." er streckte seine Hand aus um ihre zu nehmen.
"Fass mich nicht an! Fass mich verdammt nochmal nicht an!"
Erschrocken zog er seine Hand weg, offensichtlich überfordert mit der Situation.
"Ich wollte das nicht. Wirklich nicht! Ich bin einfach nur.."
Er suchte nach den richtigen Worten.
"Verzweifelt. Überfordert."
"Und deswegen vergewaltigst du deine Freundin? Ich war IMMER für dich da! Nachdem Sirius gestorben ist, nachdem Fred, mein eigener Bruder gestorben ist! Weil du dachtest, es sei alles deine Schuld! Ich versteh, dass es nicht einfach ist, aber.."
"WAS aber?!" unterbrach er sie.
"Aber das kann man aushalten, nicht wahr?! Aber das ist doch alles garnicht so schlimm?!" Er war aufgestanden und schrie sie an.
"Du hast keine Ahnung, Ginny, kein bisschen! Dieses beschissene Gefühl, wenn alles davon abhängt, ob du stirbst oder alle Anderen. Wenn du dein ganzes scheiß Leben nur darauf hingearbeitet hast, DAS zu verhindern.
Alle sind gestorben wegen mir!"
Er machte eine kurze Pause, in der man nur Ginny's leises Weinen hörte.
"Sirius, Remus, Tonks, Ja. Sogar Hedwig und Alastor!
Sie alle sind wegen mir gestorben verdammt nochmal!
Und du willst mir erzählen, es sei nichts? Willst du das?! Rede mit mir, du Fotze!"
Sie stand auf und schrie ihn durch Tränen an.
"Ja, das will ich, verdammt nochmal! Du behandelst mich hier wie ein Stück Dreck! Und ich sitz hier zu Hause und bin alleine, während du und deine dreckigen Freunde euch scheinbar das Hirn wegsauft!"
Harry's Hand war schneller oben, als sie gucken konnte.
Durch den Alkohol hatte Harry kaum Kraft, doch es reichte, damit sie in eine Ecke des Wohnzimmers taumelte und dort weinend zusammenbrach.
Harry ging auf sie zu und zog sie am Arm hoch.
Er wollte nochmal ausholen, doch diesmal war sie schneller. Sie riss ihren Zauberstab hoch und Harry flog durch das Zimmer an die Wand.
Er wollte grade wieder aufstehen, als sie Beide ein Klopfen hörten.
Als Ginny öffnete, blickte sie auf eine junge Frau Mitte 20 mit schulterlangen, lockigen und braunen Haaren und braunen Augen.
Sie war noch nie im Leben so froh gewesen, Hermine zu sehen.
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