
von ChantalMoody
Der Ball
Kapitel 12 - Der Ball
Die Große Halle war für den Schulball wunderschön geschmückt. Die Schüler setzten sich an ihre Haustische. Fabienne sah sich um. Ihre Laune verschlechterte sich schlagartig. Es war genauso wie sie befürchtet hatte. Kaum Jungen waren gekommen, und diejenigen, die anwesend waren, waren überwiegend die festen Freunde von einigen der Mädchen. Es war abzusehen, dass sie auch kaum auf der Tanzfläche erscheinen würden, sondern eher mit ihrer jeweiligen Freundin in irgendeÃner ruhigen Ecke sitzen und herumknutschen würden. Fabienne sah sich schon den ganzen Abend herumsitzen, ohne auch nur einmal zum Tanzen aufgefordert zu werden, denn diesmal waren keine Beauxbatons-Schüler dabei wie bei dem Weihnachtsball vor zwei Jahren.
Nur mit halbem Ohr hörte Fabienne Dumbledores Rede zu. Um sie herum flüsterten die Mädchen über Kleider, Frisuren, Jungen und andere Nebensächlichkeiten. Fabienne antwortete hier und da, wo sie von den anderen angesprochen wurde, und versuchte, sich ihre immer schlechter werdende Laune nicht anmerken zu lassen. Ärgerlich befestigte sie zwei verrutschte Haarnadeln in ihrer ungewohnten Steckfrisur. Normalerweise trug sie ihre langen rotblonden Haare offen.
Jessika näherte sich dem Slytherin-Tisch. Zu Fabiennes Überraschung wurde sie von einem Mann begleitet, der um einiges älter war als sie selber. Er hatte kurze schwarze Haare, harte Gesichtszüge, dunkle Augen, schmale Lippen und ein spitzes Kinn. Seine Haut war sehr blass. Fabienne war er auf Anhieb unsympathisch. Irgendwie kam er ihr vage bekannt vor, doch sie kam mit dem besten Willen nicht darauf, wo sie ihn schon einmal gesehen hatte. Jessika begrüßte ihre Mitschülerinnen wie gewohnt freundlich. Der fremde Mann dagegen grüßte nicht einmal, sondern warf den anderen einen kühlen Blick zu und beachtete sie nicht weiter. Stattdessen wendet er sich an seine Partnerin und fragte diese sanft: "Soll ich dir ein weicheres Kissen bringen, die Stühle sind doch unerhört hart, für eine Dame...?" Fabienne war schockiert über ein solches Benehmen. Was gab es denn an den Stühlen auszusetzen? Schließlich saßen die Schüler täglich zu den Mahlzeiten darauf, und niemand hatte sich je darüber beschwert, dass sie unbequem wären. Um so erstaunter war sie, als Jessika offenbar zustimmte, denn dieser fremde Mann holte tatsächlich für Jessika ein Kissen. Dann redete er so laut, dass es die anderen am Tisch mitbekamen, auf Jessika ein:
"Leider, Liebste. Man würde doch meinen, dass die Organisatoren etwas Talent in eben diesem besitzen, aber das Schloss scheint seine miserable Entwicklung fortzusetzen...in jeglicher Hinsicht... Doch lass´ uns nicht über die unangenehmen Dinge in der magischen Welt diskutieren, ich will, dass du den Abend genießt, und ich werde alles daran setzen, dass er schön wird..." Dabei lächelte er Jessika an. Fabienne empfand dieses Lächeln als schleimig. Noch dazu war sie empört über dieses Geläster. So benahm sich doch kein Gast! Auch ein paar der anderen Mädchen regten sich über das schlechte Benehmen des Fremden auf. Nur Jessika schien nichts aufzufallen. Fabienne hörte, wie sie zu dem Fremden sagte: „"Ich werde es auf jeden Fall genießen und nichts kann mir diesen Abend verderben, solange du bei mir bist" sagt Jessika, und dabei schaute sie ihm tief in die Augen. Fabienne dachte: „Was findet Jessika nur an diesem Miesmacher?“ Dann versuchte sie sich abzulenken und wandte sich ihrem Essen zu.
Kurze Zeit später, als der Fremde die Waschräume aufsuchte, machte sich Fabienne Luft. Sie war sehr empört über das Benehmen des Fremden. Sie sagte: „Lieber gar keinen Mann als diesen arroganten Affen!“ In diesem Moment kam der Fremde zurück an den Slytherintisch Die letzten Bemerkungen Fabiennes hatte er mitbekommen. Er baute sich vor dem Mädchen auf und seine Hand ruhte plötzlich auf Fabiennes Schulter, sein Griff war fest, sehr fest. "Moody, welch´ eine Überraschung, ich habe dich ja noch gar nicht bemerkt", sagte er, und ehe sie sich wundern konnte, woher er ihren Nachnamen kannte, fügte er genüsslich und in einem gedehnten Tonfall hinzu: "Hast du denn keinen Partner..? Wie...äh...verwunderlich..." Dann lachte er leise und kalt. Fabienne gab keinen Laut von sich, obwohl der Griff des Fremden ihr weh tat. Um so mehr erschrak sie jedoch über den puren Hass, den sie in seinem Gesicht sah.
Für Fabienne war der Abend damit gelaufen. Sie setzte sich noch für einige Zeit in eine Ecke, war jedoch wortkarg und schlecht gelaunt. Wie sie schon befürchtet hatte, wurde sie nicht ein einziges Mal zum Tanzen aufgefordert. Sie trank mehr, als sie sonst gewohnt war, und sie war ein bisschen angetrunken, als sie sich schließlich verdrückte.
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