
von lia
Bis zum Restaurant waren es gut 20 min. zu Fuß. Als sie unterwegs waren, war es wie Hermine es erwartet hatte. Die Personen denen sie unterwegs begegneten, hatte ihnen hinterher gestarrt und getuschelt.
Aber das machte ihr gerade gar nichts aus. Im Restaurant angekommen, gab der Kellner ihnen einen Platz in einer ruhigen Ecke und brachte ihnen auch sofort die Karte. Nachdem sie bestellt hatten, beschloss Ron ihr noch ein paar Fragen zu stellen. Auf peinliches Schweigen hatte er keine Lust.
„Wieso East Hampton, Hermine?“
„Bitte?“
„Wieso bist du gerade hierher gegangen, Amerika ist groß und du suchst dir diese Insel aus?“
„Warum nicht Long Island? Ich find es hier einfach schön, als Kind hab ich oft davon geträumt mal hierher zu kommen. Dann bin ich weg gelaufen bin, bin ich von einem Ort zum anderen. In New York traf ich dann diese Frau der das Haus gehörte in dem ich jetzt lebe. Sie hat mich erkannt, wie sie mir später erzählte. Sie hatte mein Bild im Propheten gesehen, nach dem Fall von Du-weißt-schon-wem. Und...“
„Voldemort, Hermine.“
„Ron du hast gerade...“
„Seinen Namen gesagt?“
„Ja, du hast doch noch nie, wieso jetzt.“
„Naja, nachdem du weg warst hatte ich Zeit zum nachdenken und da ist mir eingefallen was du mal gesagt hast. Damals –Angst vor einem Namen macht nur mehr Angst vor der Sache selbst- oder so. Und du hattest Recht.“
„Stimmt, aber Dumbledore hat das gesagt.“ sie lächelte ihn an.
„Egal, jedenfalls stimmt es.“
„Gut, wo war ich. Ach ja, diese Frau hatte mich erkannt und mir Angeboten bei ihr wohnen zu können. Ich wollte eigentlich nicht, aber sie hat mir ein paar Sachen aus ihrem Leben erzählt und ich konnte nicht anders, sie war so allein und traurig.“
„Und jetzt? Lebt sie noch in dem Haus.“ Ron hatte keine Anzeichen gesehen das noch jemand in dem Haus lebt.
„Also vor 4 Monaten stand Edward, ihre großen Liebe, wie sie ihn immer nannte vor der Tür und hat sie überredet mit ihm auf Weltreise zu gehen. Sie hatte dieses Mal nicht gezögert und ist mit ihm gegangen. Ich hab ihr versprochen mich so lang um das Haus zu kümmern. Habe aber seit 4 Wochen nichts mehr von ihr gehört. Naja, ein verlässlicher Mensch war Grace ja nie, seit ich sie kenne.“
„Grace?“
„Ja ihr gehört das Haus.“
„Grace Miller?“
„Ja, woher weißt du das?“ fragte Hermine nun verwundert.
„Ich kann dir sagen wo Grace jetzt ist.“ Hermine war verwirrt, woher wusste Ron wo Grace ist? Sie sah ihn fragend an.
„Sie ist gerade in England, denke ich. Jedenfalls war sie das als ich hierher aufgebrochen bin.“
„Bitte?“
„Sie war die Person die mir gesagt hat das du hier bis.“
„Bist du sicher? Woher sollte sie denn wissen...“ Hermine kam ein Gedanke den sie aber jetzt nicht aussprach. Sie kramte in ihrer Handtasche.
„Was suchst du?“ Ron beäugte sie leicht verwundert.
„DAS.“ Hermine zog ein Bild aus ihrer Tasche. „Das ist Grace, ist das die Frau mit der du gesprochen hast?“
Ron warf einen Blick auf das Foto. „Ja, ganz sicher.“
„Wann hast du sie den getroffen?“
„Am Montag in Hogsmed, als ich zu Alberfort wollte.“
„Und sie hat dich einfach angesprochen und dir gesagt wo ich bin?“ Hermine kannte Grace gut genug, um sagen zu können das sie nicht einfach jemanden auf der Straße ansprach.
„Nein, es war eher Zufall, ich hab einen Moment nicht aufgepasst als ich in sie reingelaufen bin. Ich fragte sie ob ihr etwas passiert sein. Sie hat mir nicht gleich geantwortet und mich nur so komisch angesehen und dann so was wie „Endlich“ gemurmelt oder so. Dann hat sie mich gefragt ob ich nicht Ron Weasley bin. Ich habe genickt und sie sagte mir das sie jetzt schon zwei vom „Goldenen Trio“ kenne. Hat mich gewundert, als ich sie dann fragte wann sie Harry kennen gelernt hat, schüttelte sie den Kopf und sagt das sie dich kenne. Da wurde ich hellhörig und habe sie gefragt wo sie dich getroffen hat und sie sagte mir das du hier in einem Haus lebst. Sie hat mir dann die Adresse gegeben, ich bin direkt in meine Wohnung, hab ein paar Sachen zusammen gesucht und bin dann direkt hierher. Tja und dann stand ich schon vor deiner Tür.“ er beendete seine Erklärung mit einem zufriedenen Lächeln. „Hast du ihr mal von mir erzählt?“
Hermine sah ihn erschrocken an, ja hunderte Male.“Nein, ich hab deinen Namen vielleicht mal erwähnt, wieso.“
„Weil sie wirkte als ob sie genau wusste das ich dich suche und nur darauf gewartet hatte mir zusagen wo du bist.“ er sah sie an, in der Hoffnung das sie noch etwas sagt, aber nichts.
„Denkst du es war Zufall?“ Ron konnte sich nicht helfen, aber er wusste das Hermine ihm etwas verschwieg, wollte sie aber nicht drängen, das letzte was er jetzt wollte war ein Streit.
Hermine kaute nachdenklich auf ihren Unterlippe.
Sie sieht so süß aus wenn sie das macht. Dachte Ron sich.
„Ganz ehrlich Ron ich habe keine Ahnung.“ riss Hermine ihn aus seinen Gedanken. „Ich denke ich schicke ihr mal eine Eule.“
„Warum? Damit du ihr drohen kannst das du sie verhext wenn sie zurück kommt, weil sie mir verraten hat wo ich dich finde?“ Ron sah sie halb amüsiert, hab verängstigt an.
Hermine sah ihm in die Augen, hatte er Angst das sie ihn los werden wollte oder das sie wieder verschwinden würde? Natürlich musste er das denken, sie hatte ihn nicht so freundlich empfangen wie einen Freund.
„Nein, um ihr zu danken.“ Ron sah sie erstaunt an.
„Das sie dich her geschickt hat, Ron.“ Hermine meinte es wirklich ehrlich, sie war froh ihn wieder um sich zu haben.
Ron wollte etwas erwidern, aber da kam auch schon der Kellner mit ihren Essen.
Sie führten das Thema während des essens nicht fort. Eher fanden sie es amüsant wie die Leute ihnen Blick zu warfen als wären sie von einem anderen Stern. Hermine erklärten ihm das diese Menschen hier nicht so leicht jemandem vertrauen, erst recht nicht, wenn man aus einem anderen Land kam und „merkwürdige Dinge“ passieren, wie Hermine es nannte. Die Menschen fanden es merkwürdig das häufig Eulen zu dem Haus flogen oder Menschen in Umhängen vor der Tür standen, selbst wenn es draußen nicht kalt war. Und noch so einige andere Dinge.
Nach dem Essen, zahlen sie und beschlossen dann am Strand zurück zum Haus zu gehen.
Es war ein lauer Sommerabend und es war wundervoll den Möwen zuzusehen wie sie ins Wasser tauchte, auf der Suche nach Nahrung oder einfach nur den Wellen zu lauschen. Die meiste Zeit gingen sie still schweigend nebeneinander her, hingen ihren Gedanken nach oder sprachen über ihre ganz alltäglichen Dinge.
Ron hatte zwar von den „wichtigen“ Ereignissen gesprochen die vorgefallen sind, aber über seinen Job beispielsweise hatte er nichts gesagt. Ron hatte nach dem Krieg eine Ausbildung zum Auror begonnen und half auch Georg noch im Laden.
So erfuhr Hermine das Georg mit Angelina zusammen gekommen war und vor kurzem auch zu ihm gezogen ist. Ron hatte sich danach was eigenes gesucht und wohnte nun in einer Wohnung in London, nahe dem Ministerium.
Bevor sie ins Haus gingen saßen sie noch im Sand redeten und sahen sich den Sonnenuntergang an. Es trat Stille ein, als die Sonne am Horizont verschwand.
Keiner der beide sagte etwas, schließlich hoben beide den Kopf um die Stille zu unterbrechen, dabei sahen sie sich direkt in die Augen. Für einen Moment schien die Zeit still zustehen. Ron lehnte sich langsam zu Hermine, doch bevor irgendetwas geschah, sprang Hermine auf und zog Ron mit rauf.
Sie gingen hinein und beschlossen ins Bett zu gehen, für beide war der Tag lang gewesen. Hermine zeigte Ron das Gästezimmer, in dem er schlafen sollte.
Als Ron sich jedoch gerade hinlegen wollte, hörte er ein leises klopfen an der Tür.
„Ja.“
Hermine steckte ihren Kopf ins Zimmer. „Kann ich rein kommen?“
„Klar.“
„Ich kann nicht wirklich schlafen und hatte gehofft wir können noch ein wenig reden.“
„Warum nicht? Was willst du wissen?“ Ron hatte den Ton in Hermines Stimme bemerkt, den sie immer dann hatte wen sie etwas auf dem Herzen hatte.
„Wie geht’s meiner Mum?“ Hermine blickte ihn nicht an, sondern fummelte an der Bettdecke herum.
„Recht gut, sie vermisst dich. Sie macht sich Sorgen das dir etwas passiert ist.“ er beobachtete und bemerkte wie sie versuchte die Tränen zurück zu halten.
„Und dein Vater übrigens auch.“
„Wieso der?“ fragte sie ein wenig verwundert.
„Er hat eingesehen das er sich wie ein Idiot benommen hat. Ich hab ihm gesagt wie sehr es dich mitgenommen hat, als du ihnen das Gedächtnis genommen hast. Und wie du sie schnellmöglich zurück holen wolltest um alles richtig zu stellen. Er glaubte mir nicht recht, aber als Dad ihm dann aber klar gemacht wie gefährlich das alles war, hatte er wohl ein einsehen und hat versucht dich zu finden.“
„Wirklich?“
„Ja. Außerdem gab es da noch etwas zwischen deinen Eltern, was du nicht weißt. Aber das werden sie dir selbst erzählen, wenn du wieder zurück bist.“
Ron hoffte das Hermine mit ihm zurück gehen würde, geredet hatten sie bis jetzt noch nicht darüber. Aber Hermine ging gar nicht darauf ein.
„Was war los Ron, bitte sag es mir!“ jetzt war sie hellhörig, was hatten ihre Eltern ihr verschwiegen?
„Nein, es ist eine Sache die sie dir selbst sagen müssen, bitte dein Dad bringt mich um wenn ich dir etwas erzähle.“ Hermine überlegte und kam zu dem Schluss das sie von Ron heute nichts mehr zu diesem Thema hören würde. Aber warum erzählte er ihr nichts? Hatten ihre Eltern sich getrennt, nachdem sie weg war? Oder war ihre Mutter oder ihr Vater krank? Hermine wusste es nicht und sie hatte das Gefühl das sie um eine Antwort zu bekommen zurück kehren müsste. Doch war sie dafür bereit?
Sie sah Ron an, er schien müde zu sein.
„Ron, wenn du schlafen willst kann ich gehen. Du musst nur...“
„Nein, es ist okay. Lass und noch ein wenig reden.“ Hermine sah ihn dankbar an. So redeten Sie noch eine Weile, Hermine hatte es sich schließlich auf Rons Bett so gemütlich gemacht, das sie nach einer Weile eingeschlafen war.
Ron beobachtete sie, nach einer kleinen Ewigkeit, fasste er sich ein Herz und brache sie in ihr Zimmer, legte sie ins Bett, deckte sie zu und wollte gerade gehen.
„Ron, bitte bleib.“ Hermine war aufgewacht sah ihn aber nicht an. Hatte sie das gerade gesagt?
Ron dachte sich verhört zu haben. Sie wollte ihn bei sich haben?
„Ähm, Hermine wo...“
Doch bevor er die Frage stellen konnte wo er den schlafen solle, hatte sie Platz gemacht und bedeutet ihm sich hinzulegen. Sie sah ihn bittend an. Ron konnte und wollte ihre Bitte nicht abschlagen und kam zu ihrem Bett zurück.
„Danke, Ron.“
Hermine hob die Bettdecke damit Ron sich hinlegen konnte. Dann schaltet das Licht aus. Noch während Ron überlegte wie er sich am besten legte um Hermine nicht zu stören oder besser um sie nicht zu berühren, machte Hermine seinen Gedanken ein Ende, indem sie sich an ihn kuschelte und er instinktiv seine Arme um sie schlag, als wäre es das natürlichste auf der Welt.
Es war ein gutes Gefühl sie so zu halten, ihr so nah zu sein. Er hatte es sich so lang gewünscht sie wieder bei sich zu haben.
Während Ron noch seinen Gedanken nachhing, erging es Hermine ähnlich. Sie konnte nicht glauben dass sie gestern Abend ins Bett ging, mit dem Wunsch Ron bei sich zu haben und heute geschah es, sie musste Grace dafür danken das sie ihn zu ihr geschickt hatte.
Aber jetzt war jetzt, sie sog Rons Duft ein und musste lächeln. Dann schloss sie die Augen um in einen erholsamen Schlaf zu fallen, wie schon seit langem nicht mehr.
Als Ron hörte wie Hermines Atemzüge gleichmäßigen wurden, schloss auch er die Augen und fiel in einen festen Schlaf, froh sie wieder zu haben.
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