
von lia
Am nächsten Morgen wurde Hermine von einem Knall geweckt. Sie schreckte auf und sah sich in dem von Vorhängen verdunkelten Raum um. Ein Blick über ihre Schulter verriet ihr, das Ron schon wach und aufgestanden war. Sie zog sich ein T-Shirt von Ron über, nahm ihren Zauberstab vom Schrank und ging leise zur Tür. Leise öffnete sie die Tür und spähte hinaus. Schließlich trat sie auf den Flur und sah sich um, dann hörte sie wieder einen Knall, der eindeutig aus der Küche kam, Hermine spähte durch die Tür und fand Ron.
„Was machst du denn da?“ Hermine sah ihn verwirrt an, da Ron mit einem Besen in der Hand vor einem der Schränke kniete.
„Hermine, hab ich dich geweckt?“ er sah sie entschuldigend an.
„Wenn du das eben mit den Knall wars, ja.“
„Entschuldigung.“ er stand auf, ging zu ihr und gab ihr einen Kuss. „Guten Morgen erstmal.“
„Morgen.“ Hermine lächelte ihn an. „Also was ist los?“
„George! Er hat mir ein Paket geschickt. Da war ein Gnom drin.“ Hermine sah ihn skeptisch an. „Ja, er will sie jetzt „Ausbilden“ und als Haushaltshilfen verkaufen. Hab ihm gesagt das das dämlich ist, weil Gnome immer machen was sie wollen. Außerdem ist es doch Schwachsinn, wir können zaubern und brauchen keine Gnome zu unterdrücken.“
Hermine lächelte ihren Freund an und gab ihm einen zärtlichen Kuss.
„Ron, sagst du das nur weil ich jetzt hier bin, oder meinst du es ernst?“ Hermine fühlte sich kurz an ihren ersten Kuss inmitten des Kampfes erinnert.
„Natürlich, warum sollte ich es nicht so meinen?“ frage Ron nach, er schien sich daran nicht zu erinnern.
„Du weißt schon, das du so was schon mal während des Krieges gesagt hast? Nur des dabei um Hauselfen ging.“
„Oh ja, stimmt. Ähm Hermine, ich hab das nicht gesagt um dich „rumzukriegen“ oder so. Ich hab auch nicht wirklich über das nachgedacht was ich da gesagt habe damals. Aber ich hab gelernt das es nicht toll ist unterdrückt zu werden.“
„Das hoffe ich doch Ron.“ sie küsste ihn nochmal, als sie sich von ihm löste drehte sie sich um und fragte „Okay, wo ist der Gnom jetzt ?“
„Unter dem Schrank.“ Ron wies auf den Schrank der neben der Spüle stand.
„Du hast versucht ihn zu erschlagen?“
„Nicht gleich, ich hab erst versucht ihn raus zu locken, mit Keksen und Schokolade, aber nichts hat geholfen. Dann hab ich es mit nem Zauber versucht, aber George hat sie mit einer Art Schutzzauber belegt um sie nicht leicht verletzen zu können. Als er mich dann zweimal gebissen hatte, hab ich den Besen genommen und ihn versucht raus zu fegen. Aber nichts, dabei ist mit der Topf runterfallen und dann das Brett.“ Ron zeigte auf die beiden Gegenstände die auf dem Boden zwischen Schrank und Essecke lagen.
„Mhm, Krumbein wäre jetzt nicht schlecht, er hat schon immer gern Gnome gejagt.“ bemerke Hermine.
„Gute Idee, ich kann ihn holen, er lebt jetzt bei meinen Eltern. Also...“
„Warte Ron, ich habe eine Idee.“ sie flüsterte Ron etwas ins Ohr, er nickte und ging zu einem der Stühle und stellte sich darauf.
Hermine hatte sich daran erinnert das bei den Weasleys die Gnome immer gern Gemüse geklaut haben, also griff sie zu dem alten Bund Möhren die auf der Spüle lagen und ließ sie mit einem Schwebezauber vor dem Schrank schweben. Ron stand auf dem Stuhl mit einer Schüssel und wartete darauf das der Gnom hervor kam. Eine gute halbe Stunde später hatten sie endlich Glück, Ron hatte sich auf den Gnom gestürzt und ihn in der Schüssel gefangen. Anschließend steckten sie ihn in einen Leinenbeutel und banden diesen zu, den Gnom wollten sie später frei lassen.
„Okay, dann gehe ich jetzt duschen Ron. Wenn du nicht gerade ins Bad willst.“
„Nein, ich hab schon geduscht. Ich geh mal schnell was zum Frühstück holen, der Kühlschrank ist leer, bin in 20 min. wieder da.“ Damit gab er ihr einen Kuss und verschwand aus der Wohnung. Hermine lächelte und ging ins Bad.
Gute 20 min. später kam Ron mit 2 Einkaufstüten wieder. Hermine kam gerade aus dem Bad und trocknete mit ihrem Zauberstab ihre Haare.
„Schon zurück?“
Ron nickte und ging in die Küche, Hermine fand das er irgendwie komisch war.
„Ist was Ron?“ Hermine sah ihn forschend an.
„Ich habe Ginny und Harry gerade getroffen.“ er sah sie an.
„Und? Hast du ihnen gesagt das ich...“ Hermine verstummte.
„Nein, aber sie haben gefragt wo ich war. Hab ihnen gesagt ich habe ein paar Tage Urlaub gebraucht.“
„Okay, aber warum bist du so komisch? Das ist doch in Ordnung.“ irgendwas verheimlichte er ihr.
„Sie kommen gleich her.“
Hermine sah Ron geschockt an.
„WAS? Du hast ihnen gesagt das sie her kommen sollen? Ron wie...“
„Bitte Hermine, sein nicht wütend, ich habe ihnen gesagt das ich gestern erst spät wieder gekommen bin und noch ein wenig Ruhe brauche, aber sie haben gesagt das sie trotzdem kommen. Du kennst doch Ginny, sie meinte sie hätte eine Idee wo du bist. Ich musste mir das lachen verkneifen um ehrlich zu sein, weil du ja schon da bist. Aber das weiß sie ja noch nicht. Vielleicht ist es aber ganz gut, wenn Harry und Ginny dich jetzt treffen, du weißt das sie hinter dir stehen werden, auch wenn sie vielleicht wütend sind. Und es ist leichter wenn du die anderen wiedersiehst.“
Ron wollte Hermine überzeugen das es gut war beide jetzt schon zu sehen. Und Hermine konnte letztendlich nicht anders als Ron zuzustimmen, sie wollte die beiden schon wiedersehen, auch wenn es ihr eigentlich zu früh vorkam. Doch manchmal konnte es auch helfen ins kalte Wasser zu springen. Und selbst wenn sie wollte konnte sie dem eh nicht entgehen, den weglaufen wollte sie auf keinen Fall wieder.
„Ron, was wenn sie mich nicht verstehen? Ich habe keine Lust zu streiten.“
„Hermine, sie werden dich verstehen, glaub mir.“
Es klingelte. Beide sahen zur Tür.
„Das sind sie, sie wollten nur noch Brötchen besorgen. Wir essen auf der Terrasse. Willst du dich noch anziehen?“ Hermine hatte ganz vergessen das sie im Bademantel in der Küche stand. Ron grinste sie an.
„Ja, ich zieh mich an und komm dann raus.“ Hermine zitterte ein wenig. Ron gab ihr noch einen Kuss und sie ging dann ins Schlafzimmer, während Ron die Tür öffnete.
„Kommt rein. Ich würde sagen wir gehen auf die Terrasse.“
„Okay, Bruder. Soll ich schon was mit raus nehmen?“ fragte Ginny ihn, während Harry ihre Jacken auf hing.
„Du könntest die Brötchen mit nehmen und den Tee, der steht schon fertig in der Küche. Den Rest bring ich.“
Während Ginny auf die Terrasse verschwand, blieb Harry bei Ron in der Küche.
„Du hast sie wieder gesucht, oder?“ Harry wusste das Ron keinen Urlaub gemacht hatte.
„Ja.“ Ron sah ihn nicht an.
„Ron, ich weiß das du sie vermisst, aber ich habe das Gefühl das sie nicht gefunden werden will. Und so lang sie das nicht will, werden wir sie auch nicht finden.“
Harry hatte sich nie wirklich damit abgefunden das Hermine weg war, aber er hatte oft genug gesagt das sie wieder kommen würde, wenn sie es wollte und er schien auch dran zu glauben.
„Harry, woher willst du wissen das sie nicht zurück will? Vielleicht hat sie nur Angst, das sie hier abgelehnt wird.“
„Warum sollte es irgendjemand ablehnen das sie zurück kommt? Wir vermissen sie, okay es war nicht gerade die feine englische Art so zu gehen, aber sie wird eine Erklärung dafür haben.“
Während ihres Gespräches hatten sie das Tablett gefüllt und gingen jetzt gemeinsam auf die Terrasse.
Ginny hatte schon die Stühle mit Kissen versehen und half nun den Tisch zu decken, was mit einem schlenker ihres Zauberstabes relativ schnell ging.
„Also Ron, warum wir hier sind.“ fing Ginny sofort an aber Ron stoppte sie.
„Ginny, bitte keine neuen Theorien ja.“ er schloss die Augen und überlegte kurz. „Ich bin gleich zurück, ich hab was für euch mitgebracht.“ Ron wollte nicht schon wieder Theorien durchkauen, weil das ja nicht mehr nötig war und weil er keine Kraft mehr dazu hatte. Er ging ins Schlafzimmer und fand Hermine auf dem Bett sitzend.
„Hermine kommst du? Ginny will schon wieder eine Theorie erzählen wo du sein könntest. Und will das jetzt nicht hören.“
„Ich kann nicht Ron, sie werden mich hassen.“ sagte sie mit zitternder Stimme.
„Unsinn, sie vermissen dich mehr, als du denkst. Bitte Mine.“ Ron sah sie flehend an.
„Aber du bleibst bei mir ja.“ Ron nickte und zog sie vom Bett hoch. Nahm sie an der Hand und ging mit ihr durchs Wohnzimmer zur Terrasse.
Ginny und Harry waren gerade in eine Diskussion vertieft, die anscheinend mit Hermine zu tun hatte. Hermine lächelte als sie sie sah, sie hatten sich fast gar nicht verändert.
„Harry, Ginny. Hier will euch jemand sehen.“
Damit trat Hermine auf die Terrasse, Ron hatte ihr den Arm um die Schulter gelegt um ihr zu zeigen das er für die da war.
Ginny und Harry starrten Hermine an. Es war totenstill.
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