
von lia
Am nächsten Morgen wurden sie, wie erwartet, von Rons Mutter geweckt. Für beide war es viel zu früh um aufzustehen, aber sie taten es trotzdem. Und wieder einmal kam es Hermine vor wie zu Schulzeiten.
Nur das diesmal nicht nur Ginny und Harry am Frühstückstisch saßen, sondern auch Harry, Fleur und Bill mit ihrer Tochter.
Alle sahen nicht begeistert aus, an einem Sonntag so früh aufzustehen, aber für Mrs. Weasley rissen sich alle zusammen.
Als diese nochmals in die Küche verschwand, warf Ginny ihrer Freundin einen genervten Blick zu und Hermine begriff sofort, das Ginny am liebsten wieder schlafen würde. Sie lächelte ihrer Freundin aufmunternd zu.
Dann kam auch schon Mrs. Weasley zurück, mit noch mehr essen. Der Tisch war gefüllt mit lauter guten Sachen: Rührei mit und ohne Speck, Spiegelei, gekochte Eier, frischer Toast, Brötchen, verschiedene Marmeladen und Wurstsorten.
Alle griffen beherzt zu, wer konnte so einem Essen schon widerstehen?
Nach dem Frühstück gingen Hermine und Ginny nach draußen um zu reden, vorher hatten sie sich noch von Fleur und Bill verabschiedet, die kleine Familie machte sich auf den Heimweg und waren zum Mittag bei Fleurs Eltern in Frankreich eingeladen.
Harry und Ron beschlossen eine Runde zu fliegen. Normalerweise ließ sich Ginny das nicht entgehen, aber heute war sie anders als Hermine sie kannte, ob sie sie nun zwei Jahre nicht gesehen hatte oder nicht, sie wusste das Ginny über etwas reden wollte. Hermine sah ihre beste Freundin forschend an. Nachdem sie ungefähr zehn Minuten schweigend nebeneinander gesessen hatten, beschloss Hermine der Sache auf den Grund zu gehen.
„Also Ginny, was ist los?“
„Was soll den los sein, Hermine? Ich bin nur mal wieder von Mum genervt.“ Sie überlegte kurz. „Gestern hat sie es doch wieder geschafft mich 10 mal zu fragen wie es bei mir und Harry mit heiraten aussieht. Weißt du, wir wollen irgendwann heiraten, aber im Moment sind wir so glücklich, wie es ist.“
Ginny blickte zu dem Wäldchen hinüber. „Und außerdem habe ich ein tolles Angebot bekommen, von den Holyhead Harpies. Ich soll für sie spielen und um ehrlich zu sein, das würde ich auch gern.“ Hermine bemerkte wie die Anspannung von Ginny abfiel. Das war es also was sie bedrückt hatte.
„Dann tu es doch, wenn du es willst und Harry damit einverstanden ist.“ riet Hermine ihr.
„Meinst du wirklich?“ Ginny schien mit sich zu hadern.
„Ja, wer sagt denn das du Anfang zwanzig verheiratet sein musst? So lang ihr zwei glücklich seit, ist es doch vollkommen in Ordnung wenn du das Angebot annimmst.“
Ginny sah ihrer Freundin erst jetzt wieder an und lächelte.
„Danke, es tut gut das du das sagst. Aber ich habe trotzdem noch das Problem, das ich es Mum beibringen muss. Ich denke, insgeheim schreibt sie schon die Gästeliste.“ Ginny musste dabei schmunzeln.
„Meinst du?“ auch Hermine musste schmunzeln und letztendlich brachen beide ins Gelächter aus.
„Du solltest nicht so unbeschwert darüber lachen.“ riet Ginny ihr. „Du wirst die Nächste sein, die sie darauf anspricht wann du und mein lieber Bruder heiraten.“
„Ginny, Ron und ich sind doch gerade einmal ein paar Tage zusammen.“ sagte Hermine, gespielt empört.
„Das ist für Mum kein Hindernis.“ Beide lachten und redeten noch über das ein oder andere, insbesondere Gwen, die am gestrigen Abend ziemlich verärgert, als erste die kleine Feier verlassen hatte. Ohne Percy!
Schließlich sahen sie wie ihre Freund gerade landeten und beschlossen ihnen entgegen zu gehen.
„Na ihr zwei, seit ihr schon wieder am rumalbern?“ fragte Harry als er seine Freundin und beste Freundin sah.
Insgeheim hatten Ron und er auch das vermisst, Hermine hatte ihnen wirklich gefehlt.
„Hi Schatz.“ begrüßte Harry seine Freundin und gab ihr einen Kuss.
Um seine Schwester und seinem besten Freund nicht beim küssen zu sehen zu müssen, wandte er sich ebenfalls seiner Freundin zu.
„Na, alles klar?“ Hermine nickte auf Rons Frage und gab ihm einen Kuss.
„Also Ginny, hast du mit Hermine gesprochen?“ fragte Harry an Ginny gewandt.
Sie nickte.
„Und was sagst du dazu.“ Er blickte Hermine fragen an.
„Ich denke wenn sie es will, soll sie es machen. So ein Angebot bekommt sie nicht wieder.“
„Das denke ich auch.“ stimmte Harry ihr zu.
„Ah, heißt das meine kleine Schwester wird Quidditchspieler bei einem der besten Teams Englands.“ hakte Ron nach.
Ginny schien noch einmal darüber nachzudenken, nickte dann aber hastig. Und wurde gleich von ihrem Freund umarmt, gefolgt von ihrem Bruder und ihrer Freundin.
„Mum, wir ausflippen.“ sagte Ron.
„Oh ja das wird sie, fragt sich nur wann ich es ihr sage.“ Sie sah unsicher zu ihrem Bruder.
„Ich weiß, das sie dich gestern wieder gefragt hat, wann du Harry heiratest. Und das du jetzt erstmal Karriere machen willst, wird ihr nicht passen, aber es ist dein Leben und du entscheidest, lass dir von ihr bloß nichts ausreden.“ nach diesem Satz waren drei Augenpaare auf ihn gerichtet.
„Was? Ist doch so, wir müssen doch nicht wie Mum sofort nach der Schule heiraten und ein Familie gründen, nur weil wir mit jemandem zusammen sind.“ erklärte Ron, schien aber auch verärgert.
Ginny beobachtete ihren Bruder genau und kam schließlich zu einer Erkenntnis.
„Ron? Hat Mum gestern irgendwas zu dir gesagt?“ Ginny erinnerte sich zu gut an das erste Mal als ihre Mutter ihr die Frage nach einer Hochzeit gestellt hatte, sie hatte sich danach auch so ähnlich verhalten. Ihre Mutter hatte doch nicht?
„Ron? Sie hat dich gefragt ob du Hermine heiratest oder?“ Ron nickt auf die Frage seiner Schwester.
„Hat sie wirklich?“ fragte Harry nochmals ungläubig nach und wieder nickte Ron.
„Ich bin nicht mal eine Woche mit Hermine zusammen und sie fragt schon nach so was.“ Ron schien selbst noch nicht zu glauben was er seinen Freunden gerade gesagt hatte. „Ich kann jetzt verstehen warum du dich deshalb so aufregst, Gin. Und so langsam glaub ich Mum ist Hochzeitssüchtig. Sie sollte lieber Charlie dazu bringen zu heiraten und nicht uns, er ist immerhin älter.“
Ginny schien fassungslos, genau wie Hermine. Ihre Mutter konnte sie doch immer noch verblüffen. Bei ihr hatte sie wenigstens noch sechs Wochen gewartet, nachdem sie das mit ihr und Harry erfahren hatte. Und bei Ron kommt sie am ersten Tag als er zurück ist. Einfach unglaublich.
„Du hast Recht Ron. Wir sollten sie auf Charlie ansetzten.“ Alle lachten.
„Okay, lasst uns rein gehen, ich will gleich eine Eule zum Team schicken. Und dann sag ich es ihr, außerdem wird es bald essen geben.“
Die vier machten sich auf zum Haus.
Ginny ging ohne ein Wort in ihre Zimmer. Die anderen drei halfen in der Küche.
Ginny kam eine Viertelstunde später wieder nach unten, gerade rechtzeitig zum Essen. Sie hatte beschlossen es gleich nach dem Essen ihren Eltern zu sagte was sie auch tat. Ihre Mutter war zwar enttäuscht aber auch Glücklich für ihre Tochter, das sie so eine Chance bekommen hatte.
Und da es ja eh nicht viel im Alltag zu feiern gab, beschloss Mrs. Weasley aus gegeben Anlass noch eine kleine Familienfeier anzuberaumen.
Am Nachmittag kamen also Charlie, Percy, George und Angelina. Mrs. Weasley verkündete stolz das Ginny einen neuen Job hatte, wozu sie auch alle beglückwünschten.
Gwen fehlte an diesem Tag, nicht das es jemandem leid tat. Und später hatten Ginny und Hermine noch einen Grund zu feiern.
Nachdem Gwen am gestrigen Nachmittag gemerkt hatte, das sie nun keine Chance mehr bei Ron hatte, da Hermine zurück war, hatte sie sich am Abend noch von Percy getrennt nachdem dieser in die gemeinsame Wohnung zurückgekehrt war. Doch Percy war nicht sonderlich traurig darüber.
Wie er selbst sagte, hatte auch er geahnt das Ron der Grund war, weshalb Gwen mit ihm zusammen war und das nicht erst seit der Nacht in der sie zu ihm geschlichen war.
So war er froh über die Trennung. Zumal Percy auch noch ein Auge auf eine Kollegin im Ministerium geworfen hatte, wie er seinen Brüdern verriet.
Der Nachmittag war für alle lustig, sie feierten ein wenig und Hermine erzählte ein paar Sachen die in den zwei Jahren passiert waren und von Grace.
An diesem Abend traten aber alle die Heimreise an. Der nächste Tag war ein Montag und alle mussten wieder zur Arbeit.
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