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Fanfiction

Heart with no Companion - 3. Hermine

von eule20

3. Hermine

Er war wieder da. Sie erkannte ihn noch bevor sie ihn sehen konnte, als er sich in den Stuhl neben ihrem Bett setzte. Sie wünschte sich, dass er näher rücken würde, so dass sie etwas anderes zu sehen bekäme außer der weißen Wand.
Ihr Leben war die Hölle und sie konnte dem nicht entfliehen.
Sie hatte sich sehr bemüht, die kleinen Informationsfetzen die sie hatte aufschnappen können zusammenzufügen - sie wusste noch immer nicht was mit ihr geschehen war.

Natürlich wusste sie, dass sie von einem Fluch getroffen worden war. Sie hatte gesehen wie Malfoy sich bereit gemacht hatte Snape niederzustrecken und hatte sich, ohne nachzudenken, vor ihn geworfen. Ihr Weg über das Schlachtfeld hatte sie zu ihm geführt, entschlossen ihm den Rücken zu decken, so dass er weiter das senden konnte - was auch immer es war - was er Harry schickte. Sie würde wohl nie erfahren, ob ihre Vermutung richtig war, dass er Harry seine Magie geschickt hatte. Was auch immer es gewesen war, die Intensität der Magie, die Harry umgab, hatte innerhalb kürzester Zeit um das Zehnfache zugenommen, während Snape eine breite, ungeschützte Angriffsfläche bot.

Sie erinnerte sich lebhaft an das silberne Licht das sie traf, welches von Malfoys Zauberstab ausging und sie gegen Snape schleuderte, der sich mühte aufrecht stehen zu bleiben um Harry zu helfen. Sie erinnerte sich daran, wie sie ihn hatte fragen wollen ob er in Ordnung wäre und wie sie plötzlich festgestellt hatte, dass sie nicht in der Lage war zu sprechen.

Da war eine laute Explosion hinter ihnen gewesen, die es in ihren Ohren hatte klingeln lassen und ein helles Licht, das so grell gewesen war, dass es ihre starren Augen geblendet hatte während sie in Snapes Arme gefallen war. Ein heißer Wind hatte an ihren Roben gezerrt, hatte ihr Haar um ihr Gesicht flattern lassen, während sie mit Snape über das Feld gerollt war.
Als die Schockwelle vorbeigezogen war, hatte sie aus dem Augenwinkel erkennen könne, wie Leute um sie herum einfach dort umfielen wo sie standen, manche erleichtert, manche von ihnen Schmerzenschreie ausstoßend während sie ihre eigenen Arme umfassten, als ihre Haut von ihren Knochen schmolz.

Ihre Augen, die immer noch Snape ansahen nachdem sie durch den Feuersturm den Hügel hinabgerollt waren, sahen geschockt wie seine Haut begann zu zerfallen. Sie versuchte nach Hilfe zu rufen, doch ihre Lippen wollten sich nicht bewegen und ihr Schrei hallte in ihrem Kopf wider. Sie konnte nicht verstehen was geschah, wie Professor Snape direkt vor ihr zu schmelzen schien, während sie körperlich unbeschadet blieb. Sie konnte ihren Blick nicht von seinem schmerzverzerrten Gesicht abwenden, war unfähig ihren Verstand vom Weinen abzuhalten, während der brennende Wind sie aus seinem Griff riss. Als die Dunkelheit sich über sie herabsenkte, kämpfte sie nicht dagegen an. Mit offenen Armen hieß sie sie Willkommen.

Als Hermine nach dem Kampf wieder erwachte, wusse nicht wo sie war. Sie konnte den grauen, wolkenverhangenen Himmel über sich sehen, doch sie konnte ihren Kopf nicht drehen um zu sehen, wie es in ihrer Umgebung aussah. Als es begann zu regnen, schaffte sie es nicht die Tropfen davon abzuhalten in ihre Augen zu fallen. Sie lag dort, unfähig sich zu bewegen, zu sprechen oder nur zu blinzeln, bis sie von einigen Muggeln gefunden und in ein Krankenhaus gebracht worden war.

Sie sagte sich, dass jeder den sie kannte und mochte tot sein musste. Es war die einzige Erklärung die sie finden konnte, weshalb sie sie nicht gefunden hatten. Vielleicht hatte Voldemort nach alledem gewonnen und das Leben einer muggelgeborenen Hexe war es nicht wert geprüft zu werden, wenn sie sowieso schon so gut wie tot war. Sie erinnerte sich daran, wie Snape vor ihr schmolz und fragte sich, ob ihren Kampfkameraden dasselbe Schicksal zuteil geworden war.

Ihre Eltern waren gegangen – sie starben pikanterweise bei einem Autounfall, ein paar Monate vor dem finalen Kampf. Sie hatte immer gedacht, dass wenn ihnen etwas zustoßen würde, es wegen Voldemort seine würde und so war es ein Schock für sie gewesen, als deren Tod so....... muggelmäßig gewesen war.

Im Krankenhaus wurde sie zu `Jane- Do´ und so etwas wie einem hiesigen Rätsel. Niemand wusste wer sie war, oder weshalb sie auf einem Feld außerhalb von Lewis, Schottland, in einem Steinkreis bei Callanais gelegen hatte.

Um ganz ehrlich zu sein wusste sie selbst nicht wie sie dort hingekommen war. Die finale Schlacht hatte auf den Äußeren Hebriden stattgefunden und ganz und gar nicht in der Nähe von Callanais. Sie war erpicht darauf herauszufinden, was mit ihren Freunden geschehen war, doch niemand in dem Krankenhaus erwähnte je etwas von einer großen Zaubererschlacht oder einer Serie von seltsamen Ereignissen rund um Holly Meadows.

Während sie im Krankenhaus lag, verlor sie ihr Zeitgefühl. Anfangs bemaß sie die Zeit nach den Schichten der Schwestern, wenn sie herein kamen und ihre Vitalzeichen maßen, sie badeten und sie drehten um ein Wundliegen zu verhindern. Meistens waren sie still und sprachen nur selten mit ihr.

Über einen Monat später hatte Harry sie gefunden. Sie hatte zuerst nicht gewusst, dass er es war, der dort vor der Tür sprach. Erst als er direkt vor ihr stand, sie mit Tränen in den grünen Augen ansah, realisierte sie, dass sie nicht halluzinierte. Sie wollte vor Freude aufschreien, sich aufsetzen und ihre Arme um seinen Nacken legen und ihn drücken bis er platzte, aber sie konnte natürlich nicht.
Ein paar Minuten sprach er mit ihr, versuchte ein Wort aus ihr heraus zu bekommen, ehe er aufgab und sie einfach zu sich zog.

`Ich bringe dich nach Hause, Hermine. Poppy wird dich wieder auf die Beine bringen, das verspreche ich dir. Ich bin so froh, dass du am Leben bist. `

Manchmal fragte sie sich, was die Krankenschwestern aus dem kleinen Krankenhaus gedacht haben mussten, als sie zu ihr gekommen waren um nach ihr zu sehen und sie nicht mehr da gewesen war. Harry war mit ihr direkt nach Hogsmeade appariert.

Ihre stetige Hoffnung, dass Poppy ihr helfen könne, wurde binnen weniger Tage zunichte gemacht. Natürlich waren alle magischen Diagnoseverfahren durchgeführt worden, doch alle zeigten, dass sie offensichtlich in einem fluchinduzierten Koma lag. Es war frustrierend gewesen - dort zu liegen und alles mitzubekommen was um sie herum geschah - aber unfähig zu sagen, dass es kein Koma war, in dem sie lag. Es war etwas viel beängstigenderes.

Poppy wuselte herum wie üblich, probiert diesen und jenen Trank, sprach Gegenfluch über Gegenfluch über sie, testete ihr unempfängliches Nervensystem, doch es dauerte nicht lange bis jeder zu dem Schluss kam, dass Hermine nicht mitbekam was mit ihr geschah.
Oftmals wünschte sie sich das das tatsächlich der Fall wäre. Es wäre soviel einfacher, wenn sie sich nicht in jeder Minute bewusst wäre, dass sie in ihrem eigenen Körper gefangen war. Als die Anstrengungen der anderen nutzlos zu sein schienen, zermarterte sich Hermine ihr Hirn um heraus zu finden, welchen Fluch Malfoy benutzt hatte. Sie rief sich dazu seine Stimme in Erinnerung und diesen extremen Ausdruck von Bösartigkeit auf seinem Gesicht, als er seinen Zauberstab auf Snape gerichtet hatte. Den Fluch selbst - Animula Somnus - hatte sie noch nie zuvor gehört. Sie konnte nur hoffen, dass jemand im Verlauf des Kampfes ebenfalls den Fluch gehört hatte und helfen würde einen Gegenfluch zu finden um sie zu heilen.

Harry besuchte sie fast jeden Tag während sie in Hogwarts war. Er mochte es an ihrer Seite zu sitzen und zu ihr zu sprechen und sie störte sich nicht im Geringsten daran zuzuhören. Natürlich hatte sie gesehen wie Ron gefallen war. Es schmerzte sich an den geschockten Gesichtsausdruck zu erinnern, als der Fluch ihn getroffen hatte. Aber immerhin war es schnell gegangen - er war wenigstens davon verschont geblieben, in seinem eigenen Körper gefangen zu sein. Sie versuchte wirklich optimistisch zu bleiben, doch als die Tage zu Wochen wurden, sank ihre Hoffnung und ihre innersten Gedanken wurden bitter.

Als sie ins St. Mungos gebracht wurde, schien es das Ende für sie zu sein. Solche Daueraufenthaltseinrichtung hatte sie nie gemocht- ihre Großmutter hatte an Alzheimer gelitten und hatte ihre letzten Jahre in einem Pflegeheim verbracht. Es war schwer gewesen sie dort zu besuchen und Hermine war immer entmutigt und niedergeschlagen aus dem Heim gegangen. Anstalten wie diese waren einsame Orte. Sie fragte sich, ob sie auf demselben Flur wie Nevilles Eltern lag und stellte sich kurz vor, wie sie in ein paar Jahren die obligatorischen Besuche zum Geburtstag und zu Weihnachten von Harry bekam.

Sie erinnerte sich daran wie überrascht sie gewesen war, als Professor Snape sie zum ersten Mal besucht hatte. Sie hatte ihn nie gesehen, in der Zeit als sie in Hogwarts gewesen war und hatte zuerst angenommen, dass er tot wäre. Es hatte sie sehr aus der Fassung gebracht, dass sie es nicht geschafft hatte ihn zu retten – dass es trotz ihrer Anstrengung keinem Zweck gedient hatte, von Malfoys Fluch getroffen zu werden. Immerhin war sie nur wegen ihm zu Gemüse herabgesetzt worden.

Ein paar Tage nach dem sie nach Hogwarts gebracht worden war, hatte sie realisiert, dass er noch am Leben war. Sie hatte gehört, wie er vom anderen Ende des Krankenflügels Poppy ziemlich laut anblaffte.

´Ich weigere mich diese wabbeligen Eier noch einen Tag länger zu essen. Ich versichere ihnen, dass meine Speiseröhre in Ordnung ist und ein paar Scheiben Toast, sowie eine Tasse Tee werden ihr nicht schaden. Ich kann nicht erkennen, was es ihrer Arbeit bringen soll, wenn sie mich zu Tode hungern lassen! ´

Sie hatte seitdem eine gesteigerte Aufmerksamkeit auf seine Stimme gerichtet, oftmals zu sich selbst lachend, wenn er jede Gelegenheit nutzte zu meckern, während Madam Pomfrey im Raum war - über das Essen, ihre Unfähigkeit in der Pflege, oder die Tatsache, dass sie ihn nicht gehen ließ.

`Frau, ich habe als Doppelagent den schlimmsten Zauberer überlebt, den die Welt je gesehen hat, aber ich bezweifle dass ich sie überleben werde. ´

Hermine war merkwürdigerweise erfreut darüber, dass trotz dem was geschehen war, Snape seinen beißenden Sarkasmus nicht verloren hatte. Seine höhnischen Kommentare wurden zum Höhepunkt ihrer sonst so stumpfsinnigen Tage in Hogwarts.
Tatsächlich sah sie ihn nicht bis zu ihrem zweiten Tag im St. Mungos. Er hatte Gewicht verloren, was er sich nicht leisten konnte und seine Haut schien rötlicher zu sein, ganz so als würde sie sich gerade von einem Sonnenbrand erholen. Sein Haar war kürzer als sonst, es reichte gerade bis zu seinem Kragen. Er hatte sie angestarrt, nicht anders als er es früher immer getan hatte, ehe er einen Kommentar murmelte, dass sie Schwierigkeiten darstellte und die Krankenschwester anschnauzte hinaus zu gehen.

Das leise Klicken der Tür war die einzige Bestätigung gewesen, dass die Frau auf ihn gehört hatte. Sie sah zu wie er sie beobachtete, seltsam zufrieden damit das sie ihn sehen konnte, nachdem sie solange nur seine Stimme gehört hatte und wartete darauf, was er als nächstes tun würde.

Sie hätte nie erwartet, dass er einen wunderschönen Strauß Wildblumen aus der Schachtel holen würde, die er zu ihren Füßen abgelegt hatte, oder dass er sie so sachte in der Blumenvase neben ihrem Bett arrangieren würde. Die einzige Handlung die zu seinem Charakter des dunklen, eindrucksvollen Zaubertränkemeister passte, war, als er einen Bemerk- mich- nicht Zauber über die Blumen sprach, nachdem er sie auf ihrem Nachttisch abgestellt hatte.

`Wir können niemanden wissen lassen, dass ich tatsächlich so viel Herz besitze jemandem Blumen mitzubringen, ´ hatte er sarkastisch gemurmelt, ´Es würde meinen Ruf als miesen Scheißkerl ruinieren. ´

Hermine hatte in sich hinein gekichert, als ihr bewusst wurde, dass nur sie beide in der Lage waren die Blumen zu sehen.

Nach der Überraschung mit den Blumen wurden die Dinge noch unwirklicher, als Snape sich zaghaft vorbeugte und ihren Kopf berührte, ehe er sich neben ihrem Bett auf einen Stuhl setzte.

‘Sie sind das bei weitem unausstehlichste und dümmste Mädchen, welches ich je kennen gelernt habe.’

Seine Worte hätten stechend sein können, wenn sie nicht sanft und mit dem starken Unterton von Gewissensbissen ausgesprochen worden wären. Konnte er wirklich Mitleid mit ihr haben? Sie konnte ihn nur aus den Augenwinkeln erkennen und als er wieder ihre Haar berührte, fühlte sich das Kribbeln auf ihrer Kopfhaut an wie der Himmel. Niemand hatte sie außerhalb von beruflichen Pflichten berührt seit Harry sie gefunden und nach Hogwarts gebracht hatte- noch nicht einmal um ihre Hand zu halten.

Seine Finger waren kräftig und ungewöhnlich warm und seine Stimme war sanft als er sagte: ‘Ich dachte, dass sie vielleicht ihre ursprüngliche Haarlänge zurück haben möchten. Sie sehen im Moment eher aus wie ein Löwenjunges und nicht wie die Löwin, für die manche Leute sie halten. ’

Sie fühlte die Elektrizität seiner Magie, als sie ihre Kopfhaut durchdrang und spürte förmlich wie ihr Haar wuchs, das Gewicht seiner Finger zog immer mehr daran, je länger es wurde. Als er fertig war und seine Hand sich von ihrem Kopf löste, schrie sie innerlich auf. Sie hatte nicht gewusst wie sehr sie eine menschliche Berührung vermisst hatte, ehe Snape sie ihr gegeben hatte. Er ging kurz danach, aber vorher glättete er ihr Haar mit einer leichten Berührung und murmelte: ´Auch wenn es armselig klingt, ich werde mein Bestes geben um Sie zu retten, Miss Granger.´

Sie war ermutigt und bestürzt von seinen Worten. Seine simple Anwesenheit hatte schon ihren Verstand bewahrt - wo sie vorher hoffnungslos gewesen war, hatte sie nun Hoffnung. Trotz der Feindseligkeiten, die zwischen ihren Klassenkameraden und ihm bestanden, sie hatte immer die große Intelligenz die er besaß und seine unfehlbare Entschlossenheit voranzukommen, wo unzählige Andere versagt hatten, bewundert. Die Arbeit beim Orden hatte ihr das bei vielen Gelegenheiten gezeigt. Sein Wort war wahr, er würde sich nicht erlauben zu scheitern - nicht unbedingt wegen ihr, aber er lehnte es ab geschlagen zu werden, wenn sich ihm eine Herausforderung bot. Doch ihre Bestürzung stammte von ihrer Überzeugung, dass dies das letzte Mal gewesen war, dass sie ihren Professor gesehen hatte, oder ein anderes ihr vertrautes Gesicht, da Snape der letzte Mensch auf Erden war der sie besuchen würde.

Worte konnten ihre Überraschung nicht zum Ausdruck bringen, als ihr am nächsten Tag klar wurde, dass sie falsch gelegen hatte und den Tag darauf und jeden anderen Tag danach. Sie hatte schnell das Gefühl, dass sie nur für seine abendlichen Besuche und seine gelegentlichen Berührungen lebte. Tagsüber, wenn er nicht da war, behielt sie ihren Verstand, indem sie sich im Geiste systematische und fortlaufende Szenarien für die Nachforschungen erstellte, sich fragend, ob Snape an diese oder jene Möglichkeit für eine Heilung gedacht hatte. Sie war fest entschlossen ihm irgendwie mitzuteilen das sie da war, das sie noch am Leben war - und das sie die ganze Zeit über da gewesen war.

Während ihrem ersten Monat in St. Mungos wurde offensichtlich, wie grausam der Fluch gestrickt war, der sie getroffen hatte. Sie verkrampfte sich innerlich, wenn sie sich vorstellte, wie sorgfältig Malfoy gearbeitet haben musste um den perfekten Fluch zu finden, der garantierte, das der Rest von Snapes Tagen voll bitterer Qual war. Hermine konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen, als im eigenen Körper gefangen zu sein, besonders für jemanden so Intelligenten wie Snape oder sie selbst - unfähig zu sprechen, reden, schreiben, oder jemals wieder einen Zauberstab zu berühren - das vollständige Fehlen von geistiger Stimulation war einen eigene Sorte von Folter und ein schneller Weg zum Wahnsinn. Sie fürchtete sich davor in Betracht zu ziehen was aus ihr geworden wäre, wenn Snape seine täglichen Besuche nicht begonnen hätte - nach zwei Monaten fühlte sie sich, als würde sie verrückt werden, ihr Intellekt verkümmerte langsam, ließ sie zu einer Hülle der Frau werden, die sie einmal gewesen war.

Es war nicht so das man sagen konnte, dass niemand sonst sie besuchen kam, doch keiner kam in der zuverlässigen Häufigkeit die Snape aufgenommen hatte. Harry hatte sie in den ersten Wochen, nachdem sie von Hogwarts weggebracht wurde, einige Male besucht. Doch als ihr Zustand genauso unverändert blieb, während die Tage vergingen, wurden seine Besuche immer weniger, so wie sie es sich schon gedacht hatte. Sie machte ihm selbstverständlich keine Vorwürfe. Er hatte in seinem kurzen Leben so viel verloren; sie stellte sich vor, dass er fast daran zerbrochen war, sie zu verlieren. Sie wusste, dass wenn ihre Rollen vertauscht wären, es selbst ihr schwer fallen würde, dieser Art des Schmerzes Tag für Tag gegenüber zu stehen.

Es verblüffte sie noch immer, wenn sie sich erlaubte daran zu denken, dass Professor Snape jeden Tag zurückgekommen war seit seinem ersten Besuch. Er hätte ganz einfach von Hogwarts aus nach Wegen suchen und experimentieren können, um sie zu heilen. Ihre Anwesenheit war nicht notwendig für den Fortschritt oder das Versagen seiner Ideen - nicht in diesem frühen Stadium. Aber sie war ihm dennoch dankbar, da seine stete Anwesenheit sie beruhigte und er sich standhaft weigerte, sie ihrem Schicksal zu überlassen.

Mehr als alles andere schätzte sie die Art und Weise wie er mit ihr sprach, als wäre sie tatsächlich wach um ihn zu hören. Anfangs hatte es lange Momente der Stille gegeben, mit Unterbrechungen in denen er ihr von seinen Forschungen über ihre Situation berichtete und Theorien die er erkundete, die eventuell eine Heilung darstellen könnten. Je mehr Zeit verging, desto ungezwungener wurde er und berichtete von dem Mangel an Material, bezüglich des geheimnisvollen Fluches und bald auch über Dinge, die ihn jeden Tag aufs Neue ärgerten. Erzählungen von explodierenden Kesseln und Zaubertränken, die beeinträchtigende Effekte auf die Schüler ausübten die sie gebraut hatten, waren immer genauso lustig wie die Geschichten über den Lehrerstab. Jedoch ihre liebsten waren die, die er ziemlich liebevoll über den Schulleiter erzählte.

An einem besonders kalten Abend, etliche Monate nach seinem ersten Besuch, erzählte er ihr eine amüsante und drollige Geschichte über Albus Dumbledore, der an diesem Montag mit einem hellgelben Zitronendrop im Bart herum wanderte.

´Stellen sie sich das vor, Miss Granger, dieser ziemlich unübersehbare Zitronendrop in diesem langen, weißen Bart. Ich hatte ihn natürlich schon beim Frühstück bemerkt, doch ich wollte sehen, wie lange es dauern würde, bis er es selbst bemerkt. Beim Abendessen war es immer noch da. Den ganzen tag über hat es ihm niemand gesagt. Als ich mich schließlich dazu entschied ihm zu sagen, dass er eine Süßigkeit am Kinn hängen hätte, hat er es nur herausgepflückt, `Hier hast du dich also versteckt´ gemurmelt und das verdammte Ding gegessen. Ich schwöre, dieser senile, alte Kauz wird von Jahr zu Jahr schlimmer. ´

Manchmal brachte er Aufsätze zum Korrigieren mit und las ihr Beispiele vor, von ´womit er sich rumschlagen musste bei diesen Schwachköpfen´.

Die schönsten Tage waren die, an denen er an ihrer Seite saß und ihr von dem letzten Artikel erzählte den er in `Ars Alchema` gelesen hatte, oder in einer der anderen wissenschaftlichen Blätter die er erhielt. ´Ich habe mich gefragt, was sie zu dem kürzlich erschienen Artikel sagen würden, der die Hypothese aufstellt, dass Zauberer in Wirklichkeit eine eigenständige Art von Humanoiden sein sollen, ähnlich wie es die Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen waren. ´

Als er sie das erste Mal Hermine genannt hatte, beinahe ein Jahr nach seinem ersten Besuch, fand sie sich tagelang innerlich lächelnd vor. Sie fragte sich was er dazu sagen würde, wenn er realisieren würde wie glücklich seine Besuche sie machten und ob sie jemals die Gelegenheit bekommen würde es ihm zu erzählen.

Sie genoss seine Gesellschaft, genoss seine Stimme und seinen Sarkasmus und seinen beißenden Witz, der, wenn er einmal entfesselt und nicht gegen sie gerichtet war, etwas ganz anderes war, als sie es gekannt hatte. Sie genoss seine einseitigen Gespräche mit ihr, wenn er seine Ideen, Theorien und Möglichkeiten mit ihr teilte, sie heraus forderte mit ihm mitzuhalten, auch wenn er nicht wusste, dass er es tat. Seine bloße Anwesenheit beruhigte sie und wenn sie manchmal entmutigt war wegen ihrem mangelnden Fortschritt, ihre eigene Frustration dann in seiner Stimme zu hören, half ihr schnell wieder auf andere Gedanken zu kommen.

Ihn nur in der Nähe zu haben, mit seiner rauchig samtigen Stimme wenn er zu ihr sprach, war genug für sie um weiterzumachen.

Und hin und wieder, wenn er sich besonders locker fühlte würde er über ihr Haar streichen.


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