Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Heart with no Companion - 11. Hermine

von eule20

Kapitel 11 Hermine

Hermine war noch immer kurz davor verrückt zu werden, doch es störte sie nicht sonderlich. Sie war zurück in Hogwarts, Severus verbrachte unzählige Stunden bei ihr, diskutierte mit ihr über ihre Situation und mögliche Heilungsansätze und sie war über alle Maßen glücklich. Es machte sie trotzdem nicht minder verrückt.

Nicht das Verrücktwerden an sich war schlecht - nicht wirklich. In Wahrheit konnte sie mit dieser Art von Verrücktsein gut leben, denn sie wusste es würde eventuell aufhören und sie würde bekommen was sie wollte. Was sie wollte war Severus.

Und er machte sie wahnsinnig.

Sie konnte nicht verstehen, weshalb er sie nicht einfach bei ihrem Wort nehmen konnte und ihr glaubte, dass sie ihn wollte, sich nach der kleinsten Berührung von ihm sehnte. Für jeden Schritt den sie vorwärts tat, schien er zwei zurückzugehen.

Sie hatte gedacht es würde einfach sein - an dem ersten Tag, als er sie gefunden hatte, hatte er zugegeben, dass er sich etwas aus ihr machte. Dumbledore war in ihren Geist eingedrungen und hatte es erzählt; auch wenn der ältere Mann nicht vollständig davon überzeugt gewesen war, dass sie da war.

Selbst Nettie hatte, als sie in ihren Räumlichkeiten in Hogwarts herumgewuselt war, ihr zugezwitschert ´Es ist so romantisch, als ob die Schöne und das Biest Realität geworden wären! ´ und ´Er liebt dich, Kleines. Die Magie die in der Luft liegt, wenn er dich ansieht, reicht aus um einer alten Hexe wie mir Herzklopfen zu bescheren! ´

Hermine hatte darüber gelächelt, ´Stell dir vor was es bei mir anrichtet! ´. Natürlich konnte Nettie sie nicht hören, doch es machte ihr nicht wirklich etwas aus. Hermine hatte trotzdem mit ihr Unterhaltung.

Das Problem war nicht, dass Severus ihre Gefühle nicht erwiderte - sie war sich sehr sicher dass er es tat, auch wenn er bei diesem Thema konsequent den Mund hielt. Es war die Tatsache, dass er nicht dazu geneigt schien aus seinen Gefühlen heraus zu handeln, die sie in den Wahnsinn trieb. Trotz der Stunden die sie zusammen verbracht hatten, seit sie nach Hogwarts zurückgekehrt war, hatte er nichts weiter getan seit ihrem ersten Tag hier, als er ihren Handballen geküsst hatte.

Es schien nicht so, dass er davon abgeneigt wäre sie zu berühren - bei weitem nicht - doch er deutete nie auch nur irgendetwas an. Sie war immer die Erste die ihre Hand ausstreckte und seine ergriff, oder sich an ihn lehnte um ihn zu umarmen. Sie wusste, dass sie irgendwann ihren körperlichen Sehnsüchten nachgeben würde und ihn von sich aus küssen würde, doch sie hoffte das ihre Gefühle nicht so hoch kochen würden. Sie wollte, dass er sie umwarb - war das denn zuviel verlangt?

Sie hatte ihn einmal dabei erwischt wie er sie angestarrt hatte, während sie ihre Erinnerungen zu dem Fluch diskutierten und sein Blick war so hungrig und intensiv gewesen, dass sie heftig einatmete und ihr Herz einen verrückten kleinen Freudentanz aufführte. Sie hatte zu sprechen aufgehört, vollkommen von seinem Blick gefangen und beobachtete fasziniert, wie seine Zungenspitze seine Unterlippe befeuchtete. Sie hatte zur Antwort ihre eigenen Lippen befeuchtet und lehnte sich langsam zu ihm, ganz so als würde eine unsichtbare Schnur sie immer näher ziehen. Und genau in dem Moment als sie dachte, er würde sie endlich – endlich - küssen, hatte er den Blickkontakt unterbrochen trat einen Schritt zurück und schüttelte seinen Kopf als versuchte er einen klaren Gedanken zu fassen.

´Du bist dir sicher, dass Fluch kalt war, als er dich traf, nicht heiß? ´, hatte er höflich gefragt und sie hatte ihren Frust heraus schreien wollen. Severus Snape war ein Plagegeist und er schien es nicht einmal zu bemerken.

Wenn sie vorher gedacht hatte seine Besuche seien wichtig für sie, dann bemerkte sie schnell, dass sich jetzt alles nur noch um sie drehte. Jede Minute die er nicht bei ihr verbrachte - wenn sie allein in ihrem Geist war - erschien ihr wie Stunden. Sie versuchte sich selbst zu beschäftigen, machte Notizen, überarbeitete Ideen auf die sie gekommen waren, doch es erinnerte sie alles an Severus. In solchen Momenten hielt ihre Feder inne, ihr Blick entrückte noch weiter und sie erlebte noch einmal mit verblüffender Klarheit die Momente, die sie zusammen verbracht hatten. Oft fand sie sich selbst dabei wieder, wie sie darüber nachdachte, wie sie ihn dazu bringen könnte sie zu küssen und verbrachte mehr Zeit damit als sie sollte, sich auszumalen wie es wäre wenn er es täte.

Eines Abends, an ihrem zweiten Tag in Hogwarts, stellte sie sicher, dass wenn Snape sie besuchen kam, er genau zum Ende ihrer Übungen ankam, die sie in der Zeit gemacht hatte, bevor sie von dem Fluch getroffen worden war.
Im Sommer ihres fünften Hogwartsjahres hatte sie im Gemeindezentrum Yoga kennen gelernt und es wurde schnell ihre liebste Art Stress abzubauen und die Albträume von den Ereignissen in der Mysteriumsabteilung fernzuhalten. Als Severus zu ihr kam trug sie ihren Lieblingsyogaanzug in burgunderroter Farbe und streckte sich.

`Stressabbau´, hatte sie ihm erklärt und lächelte innerlich als sie bemerkte wie er zusammenzuckte und versuchte sie nicht anzusehen. ´Ich hab die Zeit vergessen. ´ Sie hatte den Raum in dem sie waren rundum mit Spiegeln ausgestattet und er drehte sich von Wand zu Wand, um ihrem Anblick in ihrem hautengen Anzug zu entfliehen. Irgendwann zog er es in Erwägung auf seine Füße zu starren und die Steifheit in seinen Schultern ließ Hermine kurzfristig schuldig fühlen für ihre Gemeinheit.

`So, fertig.´ Sie bemerkte das sie ihn für einen Besuch genug gequält hatte und näherte sich ihm, eine Handtuch war um ihren Hals gelegt und ihr Haar zu einem hohen und lockeren Pferdeschwanz zusammen gebunden. ´Ich glaube es ist wichtig in Form zu bleiben, auch wenn es nur im Kopf ist, meinst du nicht auch?´

Sie seufzte und legte den Kopf in den Nacken und zupfte den oberen Teil ihres Anzugs halbherzig von ihrer Brust weg. ´Alles was ich jetzt brauche ist eine schnelle Dusche. Kannst du einen Augenblick warten?´

Sie konnte erkennen, dass Severus ihre Bewegungen mit Interesse verfolgte, denn sein Atem beschleunigte sich leicht und seine Augen schossen zu ihrem Gesicht und bedachten sie mit ihrer üblichen Intensität. Dieser sture Mann antwortete nicht darauf, sondern fragte, ob er ein paar ihrer Aufzeichnungen im Labor durchsehen konnte.

´Gute Idee´, stimmte sie zu, ließ die Spiegel verschwinden und beschwor schnell eine Trennwand herauf, auf die sie ihren Anzug legte. ´Gib mir nur ein paar Minuten, dann bin ich wieder da.´

Seine sich schnell entfernenden Schritte ließen in ihr den Wunsch aufkommen gleichzeitig zu lachen und zu schnauben. Sie war fest entschlossen ihn zu knacken.

Am nächsten Tag kam er zu einem unerwarteten Besuch, während der Mittagsessenszeit. ´´Hermine´, hatte sie ihn vom Steinkorridor aus rufen hören, ´Wo bist du?´

´In der Bibliothek´ , rief sie zurück, `Reihe zwanzig, Sektion B - Ich suche nach etwas.´

Er fand sie auf einer Leiter, gefährlich wackelig auf ihren Zehenspitzen balancierend und verschiedene Titel vom staubigen Regal holend. ´Sei vorsichtig, Hermine. Du könntest fallen´, hatte er dunkel gemurmelt.

Sie hatte ihn nur angelacht, `Aber du würdest mich doch auffangen, oder? Ah, hier ist es!´, sie hatte das Buch gefunden welches sie suchte, zog es triumphierend aus dem Stapel und kletterte schnell die Leiter runter bis sie an seiner Seite war. ´Ich war mir nicht sicher, ob es noch da ist.´

Snape lächelte leicht angesichts ihrer Begeisterung, ´Was ist es, ein Buch über Gegenflüche und Fluchbrechungen?´

´Bedauerlicherweise nicht´, antwortete Hermine. ´Es ist ein Märchenbuch.´

Er hob eine Augenbraue. `Märchen? Wozu brauchst du die?´

`Nettie hatte vor einer Weile die Schöne und das Biest erwähnt´
, Hermine lächelte schüchtern. ´Und es hat mich nachdenklich gemacht. Leute werden in Märchen doch immer verflucht, richtig? Schneewittchen und Dornröschen sind mit dem Schlaf der lebenden Toten verflucht worden...´

´Und wie findet das Anwendung zu deiner Situation?´, unterbrach Severus sie. ´Du weißt genauso gut wie ich, dass der Schlaf der lebenden Toten ein Trank ist. Schneewittchen nahm ihn über den Apfel zu sich und Dornrößchen absorbierte ihn, als sie sich an der Spindel stach. Was du erlitten hast ist vollkommen anders - der lebende Schlaf. Es waren keine Tränke involviert.´

`Das stimmt. Aber was ist der gemeinsam Nenner in all diesen Geschichten? Eben diejenigen die nicht in den verzauberten Schlaf gefallen sind.´

Snape versteifte sich. ´Das wird nicht funktionieren.´

´Wie kannst du dir da so sicher sein?´, erwiderte sie. ´In all diesen Geschichten ist der Fluch durch den „Kuss wahrer Liebe“ aufgehoben worden. Selbst in die Schöne und das Biest, gab die Schöne dem Biest sein Leben und seine menschliche Gestalt zurück als sie ihn küsste und dabei jede Unze ihrer Liebe hineinlegte.´

Sie sah ihn jetzt an, beobachtete die verschiedenen Ausdrücke auf seinem Gesicht während sie sprach, bemerkte den Ausdruck eines kleinen Hoffnungsschimmers in seinen undeutbaren Augen, als sie von Liebe sprach.

´Manchmal muss die Schöne das Biest gar nicht küssen um sein Leben zu verändern´, murmelte er leise, streckte eine Hand aus, schob sanft eine ihrer Haarsträhnen hinter ihr Ohr und ließ seine Fingerspitzen über ihre Ohrmuschel gleiten.

Ihr Herz hämmerte, seine Worte ließen ihren Kopf wie leergefegt erscheinen. ´Und manchmal ist das Biest gar kein Biest´, fügte sie hinzu, ´sondern nur ein Mann der seinem Herzen nicht trauen kann.´

Ein wehmütiges Lächeln umspielte seine Gesichtszüge bevor er sich von ihr zurückzog, ´Allerdings.´

Sie standen sich für ein paar Momente still gegenüber, sich gegenseitig betrachtend, ehe er wieder sprach, ´Ich bin eigentlich gekommen um dich zu fragen, ob du durch die Gärten spazieren gehen möchtest? Es ist ein schöner Tag heute.´

´Liebend gerne´, antwortete sie, ´Aber du weißt das ich nicht aufgeben werde.´

Er nickte zur Bestätigung ihrer Sturköpfigkeit. ´Wir werden sehen.´

Der Spaziergang durch die Gärten war wunderschön gewesen, genauso wie die meiste Zeit die sie mit Severus verbrachte. Natürlich konnte sie ihn nicht sehen, aber er hielt einen ständigen Dialog aufrecht, während er sie in einem hölzernen Rollstuhl über den grauen Schieferpfad schob. Als der Steinpfad endete hob er sie aus dem Stuhl und setzte den Weg bis zum Rand des Sees zu Fuß fort.

Von ihrer Position aus, ihren Kopf auf seiner Schulter, konnte sie seinem kräftigen Herzschlag lauschen und seinen Adamsapfel bei jedem Atemzug hüpfen sehen. Die Linie seines Kinns war scharf und kräftig, die Bartstoppeln wirkten dick und dunkel. Hin und wieder dreht er seinen Kopf und betrachtete zärtlich ihr Gesicht. Sie sah sich selbst reflektiert in seinem dunklen Blick und realisierte überrascht, dass sie schön war.

„Du erinnerst mich an einen Löwenzahn, Hermine“, murmelte er plötzlich während er lief. „Dein Geist ist hartnäckig, immer auf der Suche nach neuen Wegen zum wachsen, ganz gleich der ganzen Rückschläge. Und ich muss zugeben, deine Haare sind genauso lästig wie Löwenzahnwurzeln“, sagte er mit einem Grinsen während er eine eigensinnige Strähne von ihr von seinem Mund entfernte, die im Sonnenlicht schimmerte. „Und wie Löwenzahnwein, kannst du sehr berauschend sein.“

Sie musste über diese Bemerkung lächeln und beschloss es ihm nicht allzu übel zu nehmen, dass er sie mit Unkraut verglichen hatte.

Eines der Dinge die es erträglicher machten, wenn Severus nicht da war, war wenn Nettie ihr etwas vorlas. Sie hatte „Sturmhöhe“ vor kurzem beendet und hatte Hermine gestanden, bevor sie vorzulesen begonnen hatte, dass sie eine Schwäche für Romanzen mit sinnlichen, dunklen Männern hatte - genauso wie der, der jede Gelegenheit nutzte um Hermine zu besuchen.

Hermine mochte den sanften Ton von Netties Stimme und fand sich selbst oft dabei wieder, wie sie sich vorstellte, dass Severus über Moore streifte und ihren Geist verfluchte mit Worten über Liebe und Begehren.

´Ich vertraue darauf, dass wir ein besseres Ende haben werden als es Catherine oder Heathcliff hatten ´
, antwortete er trocken. ´Wenn ich dich daran erinnern darf, Heathcliff ist wahnsinnig geworden.´

„Bleib für immer bei mir - egal in welcher Form - mach mich wahnsinnig! Nur lass mich nicht in dieser Hölle zurück, in der ich dich nicht finden kann!“, zitierte Hermine leise, bevor sie eine Hand ausstreckte und seine ergriff. ´Aber du bist nicht Heathcliff und ich habe kein Bedürfnis danach dich heimzusuchen.´

´Du tust es aber´ , seine Antwort sandte wohlige Schauer durch ihre Wirbelsäule, `Du tust es, Hermine.´

Ein paar Tage später brachte sie die Rede wieder auf ihre Märchentheorie. ´Ich denke immer noch du solltest es versuchen´, argumentierte sie als er schnaubte. ´Sei es nur um es als potentielle Heilungsmöglichkeit auszuschließen.´

´Es wird nicht funktionieren´, stellte er klar. ´Wir brauchen es nicht auszuschließen, weil wir beide wissen das es Unsinn ist.´

´Wir wissen es nicht´
, erwiderte sie. ´Wir nehmen es nur an. Doch wir könnten etwas übersehen. Was ist wenn es genau der Weg ist um den Fluch zu brechen und wir versuchen es nie? Ich würde hier für immer gefangen sein, nur weil du zuviel Angst hast es zu versuchen.´

Snape hatte sie daraufhin an den Schultern gepackt und sie sacht geschüttelt. ´Du dummes Mädchen´, knurrte er, ´denke für einen Augenblick mal nach. Du liegst im Koma, dein Körper spricht auf nichts an und Potter glaubt sowieso schon das Schlimmste. Bei Merlins Eiern, du hast eine Anstandsdame deren Hauptaufgabe da draußen die ist, auf dich aufzupassen, dass ich nicht irgendwelchen Vorteil daraus ziehe, wenn du in diesem Zustand bist. Was glaubst du würde passieren wenn sie sähe das ich - dich küsse? Was würden Albus und Potter dazu sagen?´

´Wie kannst du einen Vorteil aus etwas ziehen, dass ich dir freiwillige anbiete?´, fragte Hermine plötzlich sauer. ´Und Nettie ist nicht hier um auf dich aufzupassen. Sie weiß, dass du mir nicht weh tun würdest. Und Harry ´, sie warf ihre Hände in die Höhe, ´kann sich verpissen. Er ist bloß aufgebracht dass du es warst der mich gefunden hat und nicht er. Er ist zu sehr daran gewöhnt der Held zu sein.´

Snape hob eine Augenbraue. ´Potter glaubt noch nicht mal das du hier bist. Er glaubt, dass ich mir das alles nur einbilde und dich nur wegen meiner Eigennützigkeit nach Hogwarts gebracht habe. Und Nettie ist hier um ein Auge auf die ganzen Dinge zu haben - wie kannst du wissen das es nicht so ist?´

´Severus hör mir zu´, Hermine war wieder sanft und griff nach seinen Händen, die sich kühl anfühlten unter ihrem Griff. ´Sie redet mit mir. Sie weiß, dass du nicht auf deine Vorteile bedacht bist. Sie mag dich, ziemlich sogar. Sie hat es mir selbst gesagt. Direkt am nächsten Tag sagte sie zu mir „Miss Granger mein Liebe, ich habe noch nie einen Mann wie deinen Professor getroffen. Nach außen hin ist er voller scharfer Kanten, aber ich kann seine Einsamkeit sehen. Ich bin froh, dass er dich hat.“ Sie würde eine Freundin für dich werden, wenn du es zulassen würdest.´

Snape schnaubte, ´Hermine...´

´Nein. Ich sage dir die Wahrheit. Warum musst du immer das Schlimmste annehmen?´ ihre Augen beobachteten ihn scharf, studierten sein Gesicht mit intensiver Zärtlichkeit. ´Oder liegt es eher daran, dass du nicht von anderen das Schlimmste annimmst, sondern von dir selbst?´

Er zuckte zusammen und versuchte sein Hände von ihren zu lösen, doch sie ließ es nicht zu. ´Das ist es, nicht wahr? Du kannst dir nicht vorstellen, dass jemand mit dir befreundet sein möchte, oder sich etwas aus dir macht. Wie kannst du nur eine solch geringe Meinung von dir selbst haben?´

`Hermine, ich habe....´, er seufzte erschöpft. `Ich bin kein netter Mann.´

´Nein das bist du nicht´, stimmte sie zu. ´Du bist ein gefühlsreicher Mann. Du bist sarkastisch, bitter, manchmal grausam... aber du bist auch intelligent, loyal und fähig soviel Zärtlichkeit zu geben wie ich es noch bei niemandem gesehen hab. Wieso kannst du nicht all die wundervollen Dinge sehen die du verkörperst und richtest deinen Blick immer nur auf das Negative? Ich wäre nicht mal hier, wenn es nicht für dich gewesen wäre!´

´Erinnere mich nicht daran´, antwortete Snape dunkel, seine Lippen verzogen sich zu einem Knurren.

´Das habe ich nicht gemeint und du weißt das! Du hast mir Hoffnung gegeben, Severus, wo ich vorher keine hatte. Du hast mir den Mut gegeben weiter zu kämpfen. Du hast mir deine Stärke gegeben und mich an die Zukunft glauben lassen... und wenn ich versuche dir etwas zurückzugeben drehst du mich weg und versuchst meine Gefühle abzuweisen. Ich... Ich liebe dich, Severus. Wie grausam dieser Fluch auch ist, ich kann es nicht vollständig bedauern. Wenn es nicht so gewesen wäre - würde ich dich nie so kennen wie jetzt, oder? Du bist das Beste an diesen ganzen Chaos - du bist mein Silberstreif am Horizont.´

Snape sagte für eine ganz Zeit lang gar nichts, er stand nur da und sah auf ihre Hände die seine umfassten. `Du bist ein törichtes Mädchen´, murmelte er schließlich, ´Ich bin niemandes Silberstreif. Eher wie eine dunkle Wolke die einen ansonsten schönen Tag zerstört.´

Hermine spürte wie sich ihr Herz zusammenzog und versuchte einen freundlichen Ton anzuschlagen, ´ Wenn du vielleicht nicht soviel in Schwarz herumstreifen würdest...´

Er grinste angesichts ihrer leichten Stichelei, hob ihre Hände an seinen Mund und küsste sacht ihre Fingerknöchel, eine sanfte Tat die ihre Knie fast zum einknicken brachten. ´Nichts im meinem Leben habe ich getan, das ich dich dafür verdienen würde.´

`Du bist ein Held. Und das ist nicht die Stelle an der ich möchte das du mich dort küsst´, flüsterte sie atemlos und lehnte sich zu ihm.

´Ich... Hermine...´sein Gesicht spiegelte Unsicherheit und Verlangen wider und Hermine seufzte. Sie konnte die Luft um sie herum knistern hören; kleine elektrische Impulse, die die feinen Haare in ihrem Nacken vor Erwartung prickeln ließen. Da war ein köstliches Brodeln in ihrem Bauch, das eine wohlige Wärme wie flüssigen Honig durch ihre Adern schickte. Ihr Herzschlag verlangsamte sich und wurde schwer und sie leckte sich über ihre Unterlippe, als sie sah, dass er darauf starrte.

Er war dabei sie zu küssen. Er war dabei sie zu küssen und sie kurz davor in seinen Armen in Flammen aufzugehen. Er war dabei sie zu küssen und sie würde ihn endlich kosten können, das Gefühl und den Geschmack seines Mundes kennen lernen...oh ja,ja,ja...

`Ich entschuldige mich das ich Sie stören muss Professor Snape, Miss Granger´, unterbrach sie Netties körperlose Stimme, ´aber es ist nach Mitternacht und ich weiß dass sie morgen Unterricht haben.´

Hermine schlang ihre Hände automatisch fester um seine, ´Nein, nicht...´

Doch Severus löste sich schon von ihr, eine Mischung aus Bedauern und Erleichterung auf dem Gesicht, ´Ich muss gehen, Hermine. Ich muss...´

´Versprich mir´, flüsterte sie ihm nach, als er aus ihrem Geist verschwand, bis er von draußen in ihre Augen sah, ´Versprich mir, dass du mich auch lieben wirst.´
Sie wusste nicht ob er sie gehört hatte.

Als er am nächsten Tag zu ihr zurückkehrte war es so, als ob ihr Gespräch in der letzten Nacht nie stattgefunden hatte.

´Ich denke wir gehen bei diesem Fluch in die falsche Richtung´, verkündete er zur Begrüßung, als er in den Zaubertränkeraum marschierte. ´Letzte Nacht ist mir aufgefallen das Animula Somnus vom lateinischen Maskulinen abgeleitet ist. Ich denke nicht mehr, dass Malfoy diesen Fluch in einem alten Text gefunden hat - Ich denke er hat ihn speziell für mich entwickelt.´

Hermine runzelte die Stirn. ´Was meinst du?´

´Ich denke nicht, dass wir eine Antwort in irgendwelchen Büchern finden werden´, gab er vernünftigerweise an, ´und ich weiß nicht warum ich so lange gebraucht habe um das zu bemerken. Der Fluch war auf mich gerichtet - er war nie dazu bestimmt gewesen dich zu treffen. Wenn er es für eine Frau gemacht hätte, hätte er Animulae Somnusi sagen müssen.´

´Aber wir wussten doch die ganze Zeit, dass er auf dich gerichtet gewesen war´, protestierte Hermine, ´Wie können das Neuigkeiten sein?´

´Wir haben angenommen, dass es eine Heilung dafür geben würde, was nicht der Fall wäre, wenn Malfoy ihn selbst kreiert hätte. Es würde zu seinem aberwitzigen Glauben an Gerechtigkeit passen, mich mit einem bislang undokumentierten, unheilbaren Fluch, den er selbst geschaffen hat, in die Falle zu locken. Er war schon immer ein wirklich brillanter Bastard gewesen.´

Sie hatten den ganzen Abend an Theorien und Möglichkeiten gearbeitet, beschrifteten Blätter voll mit Ideen und verwarfen sie wieder.

´Wenn er für dich gewesen war, wie kommt es dann, dass er bei mir funktioniert hat?´ fragte sie schließlich verzweifelt, nachdem eine neue Hypothese zerschmettert worden war.

´Vielleicht weil du mich berührt hattest, als er sich voll ausgebreitet hatte´, bot er still an. ´Vielleicht ist das der Grund, weshalb du dich so – verbunden - zu mir fühlst. Malfoys Fluch erkannte sein wahres Ziel und band dich an mich...´

Hermine spürte wie ihre linke Wange zuckte, ´Ich hoffe das ist nicht das, was du dir den ganzen Tag selbst erzählst. Ich bin nicht dazu verflucht worden, mir etwas aus dir zu machen.´

Plötzlich zeichnete sich das Gespräch vom vergangen Abend wieder vor ihnen ab und rief all die Anspannung des letzten Abends in zehnfacher Stärke hervor. ´Deshalb willst du mich nicht küssen, oder?´, fragte sie ihn anklagend, ´du sagst dir selbst den ganzen Tag, dass es nicht wahr sein kann, dass ich dich nicht wirklich liebe... Das ist es, oder?´

Snape runzelte die Stirn und sah sie an, ´Es macht Sinn, wenn du einmal darüber nachdenkst. Und zu guter Letzt hast du selbst von deiner Einsamkeit gesprochen.´

Hermine schnaubte. ´Schwachsinn. Ich kenne meinen Verstand.´

`Ich bin mir sicher, dass du es tust´, erwiderte Snape, ´Ich stelle das auch nicht in Frage. Wie auch immer, Hermine du musst realisieren, dass du zwanzig Jahre alt bist und du hier gefangen bist - in deinem eigenen Geist - seit über anderthalb Jahren. Du selbst hast mir gesagt wie sehr du dich nach einer einfachen, menschlichen Berührung gesehnt hast und ich einer der wenigen war die sie dir gegeben hat. Was auch immer ich fühle... alles was weiter geht als das, würde nur ein Ausnutzen deiner Situation sein. Du magst vielleicht denken, dass du willst dass ich dich küsse...´, seine Stimme wankte leicht als er das sagte, ´aber ich bin mir sicher, wenn du die Möglichkeit hättest zu wählen, würdest du deine Meinung ändern.´

Hermine schüttelte den Kopf, fühlte wie ihr die Verzweiflung die Zunge löste, ´Ich würde es nicht. Ich habe es dir schon einmal gesagt - wen würde ich wollen außer dir? Und ich weiß du willst mich auch... Ich weiß, dass du dir etwas aus mir machst. Du hast meinen Handballen geküsst. Du... du hast von mir geträumt.´

Snape sah unbehaglich aus, ´Ja. Nun´, er räusperte sich und kniff sich in die Nasenwurzel, ´Ich kann nicht verleugnen, dass ich mir etwas aus dir mache. Du hast mein Leben gerettet und ich fühle mich verantwortlich für die Situation in der du dich befindest. Aber ich hätte deinen Handballen nicht küssen sollen. Meine einzige Entschuldigung ist, das die Ereignisse des Tages mich überwältigt haben; dich lebend zu finden und etwas Zurechnungsfähiges in deinem – wundervollen - Verstand zu finden.´ Er grinste leicht bei seinem letzten Satz, ein Anblick von dem Hermine sehr angetan war.

´Aber du willst mich.´ Hermine verabscheute den bittenden Ton der sich in ihre Stimme eingeschlichen hatte. ´Du kannst es nicht abstreiten.´

´Du machst das alles ganz schön kompliziert´, erwiderte Snape gereizt. ´Ich bin auch nur ein Mann, Hermine und zwar einer mit Prinzipien, egal was andere denken mögen. Vielleicht wenn wir dich von diesem Fluch erlöst haben und du mich dann immer noch willst...´

Er sah sie nicht an, als er das sagte. Stattdessen glättete er den Stoff seines Gehrocks und seine Finger hoben sich leuchtend von dem dunklen Stoff ab. Hermine hatte bemerkt, dass er das oft tat wenn sie etwas diskutierten, von dem er den Eindruck vermitteln wollte, dass er nicht daran interessiert war - ganz so als ob es wichtiger war Fussel von seinem Ärmel zu zupfen oder imaginäre Falten zu glätten, als das was sie möglicherweise zu sagen hatte. Es gab ihr den Mut das Ganze auf den Punkt zu bringen, ehe er sie wieder verließ.

´Ich will dich nach wie vor´, erklärte sie fest, aber leise, ´und ich werde es dir beweisen sobald ich frei bin. Das erste was mir machen müssen ist alle möglichen Heilverfahren auszuschließen. Wie einen Kuss.´

´Hermine...´

´Nicht. Ich werde mir das nicht noch mal anhören. Ich weiß dass du nicht denkst, dass es funktioniert und ich würde fast zustimmen, doch würde es nicht nach Lucius Malfoy aussehen zu glauben niemand würde dich je küssen? Du musst zugeben, dass ich den Punkt für mich gewonnen habe.´

Severus nickte und Hermine ließ ein kleines Lächeln erscheinen. ´Sprich mit Nettie, Severus. Sag ihr was du vorhast. Ich denke sie wird dich mehr verstehen, als du denkst. Sie würde nicht losrennen und Albus und Harry erzählen, dass du mich geküsst hast.´

´Da wäre ich mir nicht so sicher´, antwortete Snape mit zusammengebissenen Zähnen, ´denk dran das sie mit der größten Klatschtante von Hogwarts verwandt ist.´

Hermine lachte und ihr Herz schwoll an, weil er nicht nein gesagt hatte. ´Lass Madam Pomfrey da raus. Bitte, rede mit Nettie. Ich denke du wirst überrascht sein.´


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Ein so bewegendes Gefühl hatte ich nie zuvor erlebt, wenn es um das Schreiben ging.
Joanne K. Rowling