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Fanfiction

Heart with no Companion - 16. Nettie

von eule20

Kapitel 16: Nettie

Ich kann mich nicht daran erinnern Professor Snape jemals Severus genannt zu haben. Er ist in meinem Kopf schon so lange Professor Snape, dass es mir schwerfällt ihn als etwas anderes zu sehen. Trotzdem, ich muss zugeben, dass mit jedem Tag, der ihr auf Hogwarts vergeht, er immer weniger der Professor Snape ist, dem ich vor fast zwei Jahren im St. Mungos begegnet bin.

Nicht weil sich sein Verhalten geändert hat - weil, mal ehrlich, ich bin wohl die einzige außer Miss Granger, die das Privileg hat seine weichere Seite zu sehen. Ich sehe ihn immerhin jeden Tag. Seinen harten Kanten scheinen zu verschwinden, kaum dass er Miss Grangers und meine Räume betritt; seine Schultern senken sich und die scharfen Linien in seinem Gesicht scheinen sich zu entspannen. Selbst seine Augen, so schwarz wie Obsidian, scheinen einen wärmeren Ausdruck anzunehmen - wie die dunklen Schatten in einem mit Kerzen beleuchteten Raum. Ich bin mir sicher, dass das bescheuert klingt, aber es ist wahr.

Wenn er unsere Wohnung betritt, ist das erste was er für gewöhnlich tut, die obersten Knöpfe an seinem Gehrock zu öffnen, ganz so, als ob er mit dieser kleinen Geste seinem Körper erlauben wolle sich zu entspannen.

Auch wenn wir, ich wage zu sagen, Freunde geworden sind, so spricht er nicht viel mit mir. Wir tauschen die üblichen Höflichkeiten untereinander aus, er erkundigt sich wie mein und Miss Grangers Tag gewesen sei und dann verbringt er den Rest des Abends mit ihr. Nur wenn er bei ihr ist, sehe ich wirklich Severus in ihm; dass die Person Professor Snape, die er sich so sehr bewahrt, komplett verschwindet.

Ich bin dazu übergegangen ihn Professor Severus zu nennen, was ihn zu amüsieren scheint.

Das erste Mal als ich ihn so begrüßte, hob er eine Augenbraue und es schien, als ob er ein Grinsen unterdrücken wollte, dass an seinem Mund zerrte.

„Sie können den Professor weglassen, Nettie.“

Ich seufzte als er das sagte und schüttelte nachträglich meinen Kopf. „Ich kann nicht, Sir – Professor Severus, Sir. Sie scheinen nur dann Severus zu sein, wenn sie bei Miss Granger sind. Gleichzeitig kann ich Sie nicht mehr als Professor Snape sehen, weil ich glaube, dass wir Freunde sind und Sie mir keine Angst mehr machen. Professor Severus ist das Beste, was ich tun kann.“

Später schien seine körperliche Präsenz langsam zu verschwinden. Ich kann es nicht wirklich erklären - ich meine, natürlich hat der Mann an Gewicht verloren. Ich weiß genau, dass er oft vergisst etwas zu essen und von dem was er erzählt, scheint er gemeinsam mit Hermine etwas zu essen, wenn er sie besucht. Das Problem an der Sache ist, dass er anscheinend vergisst, dass das Essen was er mit ihr einnimmt, eingebildet ist.

Seit ich ihn das erste Mal getroffen habe, ist er immer dünn gewesen. Selbst die schwarzen Gehröcke, Westen und Hemden, die er bevorzugt trägt, verdecken die Kanten seines Körperbaus nicht. Und seit er quasi aufgehört hat zu essen, sind diese Kanten noch deutlicher geworden. Wo sein Gesicht einmal dünn und aristokratisch gewesen ist, ist es jetzt nur noch ausgemergelt. Seine Wangenknochen erscheinen wie Klingen über den Höhlen seines Kiefers und seine Augen scheinen tiefer in seinen hervortretenden Augenhöhlen zu liegen.

Nicht nur, dass er Gewicht verloren hat, was er sich an sich schon nicht leisten kann, seine makellose Körperpflege ist auch nicht mehr offensichtlich. Es scheint, als habe er schon immer fettiges Haar gehabt, doch jetzt ist es noch schlimmer. Die schwarzen Strähnen sind stumpf und strähnig und hängen schlaff in seinem Nacken. An manchen Tagen scheint er sie nicht einmal gekämmt zu haben. Und seine Kleidung - einst das tiefste Schwarz, ohne den kleinsten Fussel darauf und glatt wie ein neues Pergament - ist jetzt immer öfter knittrig und schmuddelig. Die weißen Ärmel seiner leinenen Hemden sind ungestärkt und grau. In den letzten Tagen habe ich mich gefragt, ob er überhaupt seine Kleidung gewechselt hatte. Als er morgens zu einem kurzen Besuch bei Hermine und mir vorbeikam und uns daran erinnerte, dass er heute Azkaban besuchen würde, hatte er sich nicht einmal rasiert. Seine schwarzen Stoppeln bildeten einen eigenartigen Kontrast zu seinen mageren und bleichen Wangen. Nachdem er gegangen war, hatte ich mich an Miss Granger gewandt.

„Meine Liebe, du musst Professor Severus daran erinnern, dass er essen muss. Er verliert zuviel Gewicht und es steht ihm nicht gut. Ich weiß, dass es mich eigentlich nichts angeht, aber ich mache mir Sorgen um ihn, Miss Granger. Der Severus den ich letztes Jahr getroffen habe, wäre niemals mit Sachen die so zerknittert und beschmutzt waren wie jetzt, vor die Tür gegangen.“

Mir wurden diese Veränderungen, an dem Tag nachdem er Miss Granger geküsst hatte, erst so richtig bewusst und ich machte mir Sorgen. Ich konnte mir beim besten Willen nicht erklären, weshalb sein körperlicher Zustand sich so dermaßen verschlechterte. Wenn es mir nicht möglich gewesen wäre mit dem Mann zu reden, oder ihn so oft zu beobachten, ich hätte vermutet, er würde in eine Art Demenz abgleiten

Miss Granger dagegen hat nie besser ausgesehen. Hier in Hogwarts zu sein tat ihr wirklich gut - oder eher, hier mit Professor Severus zu sein, es ließ ihr Haar und ihre Haut leuchten. So schnell wie sich der Professor verschlechterte, war es bei ihr genau das Gegenteil - für eine junge Hexe, die vor knapp zwei Wochen dem Tod nahe war, sah sie wirklich bemerkenswert aus!

„So, Miss Granger - was sollen wir heute tun?“, fragte ich sie, als ich mich mit meinem Tee neben ihr Bett setzte. „Ich habe das Gefühl, dass wir Professor Severus nicht vor heute Abend sehen werden. Vielleicht ein ordentliches Bad in der großen Wanne und eine Massage? Ich hab da einen neuen Zauber den wir vielleicht an ihrem Haar ausprobieren können - Man sagte mir, dass er Locken in Ringellöckchen verwandeln würde! Ich wette ihr Haar würde noch besser aussehen, als es jetzt schon der Fall ist.“


Ich hatte Miss Granger gerade in ihren Stuhl gesetzt und bereitete mich darauf vor ihr etwas vorzulesen, als ich ein scharfes Klopfen an der Tür hörte. Unser Tag war langsam angelaufen, aber ich war überrascht, dass Minerva McGonagall sich entschieden hatte vorbei zu kommen, so kurz nachdem der Professor gegangen war.

„Darf ich reinkommen?“, fragte sie, als ich die Tür auf ihr Klopfen hin öffnete.

Ich war wirklich überrascht, die ältere Hexe zu sehen. Auch wenn sie Miss Granger jetzt regelmäßiger besuchte, seit sie wieder in Hogwarts war, so war sie doch erst zwei Abende vorher hier gewesen, als Professor Severus diese seltsam aussehende Trelawney in die Räume gezerrt hatte. Ich lächelte sie höflich an, „Professor McGonagall, Hermine ist in ihrem Zimmer. Möchten Sie eine Tasse Tee?“

Die ältere Frau lächelte, „Ja bitte, Madam Pomfrey. Ich finde es ziemlich kühl hier unten.“


„Man gewöhnt sich daran“, antwortete ich. „Gehen Sie nur rein, ich bin mir sicher, dass sie sich freut Sie zu sehen.“

Sie nickte, ehe sie fragte, „Würden Sie einen Tee mit mir trinken, während ich Hermine besuche?“

Auf ihre Bitte war ich nicht gefasst. Ich war mir sicher, dass sie mich über den Professor ausfragen wollte und ich hatte weder Interesse daran ihr in irgendeiner Weise nachzugeben, noch den Gerüchtemühlen mehr Futter zu geben. Ich war gerade dabei abzulehnen, als sie mich plötzlich anlächelte. „Ich habe von ihrer Standpauke gegenüber Poppy gehört. Sie gibt – widerwillig - zu, dass sie es möglicherweise verdient hat.“

Ich musste grinsen, „Ich werde nicht mit ihnen über Professor Snape reden.“

Ich Lächeln wurde breiter, „Ich hatte gehört, dass Sie ihn verteidigen. Es ist nur ein Tee, Madam Pomfrey.“

Der anschließende Besuch war tatsächlich richtig nett gewesen. Innerhalb der ersten dreißig Minuten lachten Minerva und ich, als seien wir alte Freundinnen. Ich war auch besonders erfreut, dass sie Miss Granger in die Unterhaltung mit einbezog.

„Er war so aufgebracht, in ihrem ersten Jahr hier, Hermine“, kicherte sie, der jüngeren Frau die Hand tätschelnd. „Er konnte es einfach nicht glauben, dass Sie sein Rätsel so schnell gelöst hatten und es hat wirklich Spaß gemacht ihn im Lehrerzimmer damit aufzuziehen. Er war sich sicher, dass Sie irgendwie gespickt haben. Er hat eine Ewigkeit gebraucht, um zuzugeben, dass Sie tatsächlich so intelligent sind, wie es jeder behauptet!“

„Ich kann mir vorstellen, wie sehr ihn das geärgert hat“, stimmte ich zu.

„Er ist ziemlich kratzbürstig, Madam Pomfrey, wie Sie sicher schon festgestellt haben.“

„Das habe ich sicher. Und bitte, nennen Sie mich Nettie.“

Die ältere Frau sah sehr erfreut aus, „Dann müssen Sie mich auch Minerva nennen. Was ich sie fragen möchte, Nettie- für welche Kurzform steht ihr Name?“

Ich lachte, „Hinter meinem Namen steht ein verrückte Geschichte. Wissen Sie, mein Vater fühlte sich fest entschlossen und verpflichtet einen Sohn zu bekommen. Meine Mutter, gesegnet sei sie, war fest entschlossen, dass ich das letzte Baby sein würde. Sie würden das verstehen, wenn sie meine Schwestern gesehen hätten, als sie noch klein waren - Teufelsbraten, die ganze Bande! Als sich herausstellte, dass ich ein Mädchen werden sollte, war mein Vater mehr als nur ein bisschen enttäuscht. Als die Zeit für ihn kam mir einen Namen zu geben, anstatt mit Daisy übereinzustimmen - der Name den meine Mutter wollte - wählte er Nettle, weil ich sein Herz gestochen hatte.“

Die arme Minerva wusste nicht, was sie dazu sagen sollte, was mich noch mehr zum Lachen brachte. „Oh, fühlen Sie sich nicht schlecht für mich, Minerva. Er kam über seine Enttäuschung hinweg - er war ein wirklich wundervoller Mann. Und Nettle passt wirklich gut zu mir - können sie mich wirklich als Daisy vorstellen? Götter bewahre!“

Alles in allem, war es ein schöner Besuch. Minerva ging kurz nach dem Mittagessen, ihr Lächeln war warm, als sie Hermine einen schönen Tag wünschte, ehe sie sich mir zuwandte. „Sie machen hier einen wundervollen Job, Nettie. Ich bin froh, dass wir diese Möglichkeit zum Reden hatten - es tut mir Leid, dass es so lange gebraucht hat, bis es dazu kam.“

„Besser spät, als nie“, antwortete ich, als ich sie zur Tür begleitete.

„Das ist wahr.“ Sie machte eine Pause, schon im Gang stehend sah sie mich an, „Was Sie zu Poppy gesagt haben - über die Art wie wir Severus behandeln... Sie haben Recht, wissen Sie. Wir sind grauenvoll zu ihm gewesen. Ich frage mich, warum wir das nicht gesehen haben?“

„Es ist schwer etwas zu erkennen, an das man sich gewöhnt hat, Minerva“, antwortete ich sanft und beobachtete ihr Nicken, während sie langsam die Kerker verließ.
~~
Ich war gerade dabei Hermine bequem in ihren Stuhl zu setzen, als es erneut an der Tür klopfte. Es war später Nachmittag - ich hatte ihr eine Weile vorgelesen, nachdem Minerva gegangen war, ehe ich sie gebadet hatte, so wie ich es am Morgen versprochen hatte.

Ich hatte ein großes Feuer im Kamin entfacht, weil ihr Haar noch nass war. Sie trug einen schönen, dicken Frotteemantel, den Professor Severus ihr gekauft hatte, als sie hier angekommen war und ich wollte gerade ihr Haar kämmen und verzaubern, während es vor dem großen Feuer langsam trocknete.

„Wer kann das denn jetzt sein?“, murmelte ich zu mir selbst. „Professor Severus wäre einfach herein gekommen, also kann er es nicht sein.“

Es war Harry Potter.

Ich muss zugeben ich war nicht begeistert ihn zu sehen. Auch wenn ich ihm keine Abneigung entgegenbrachte, so war ich auch kein Fan von ihm - es fiel mir schwer zu glauben, dass dieser junge Hitzkopf der Retter der Zaubererwelt sein sollte.

„Mr. Potter - welch angenehme Überraschung“, sagte ich, auch wenn ich es nicht von Herzen meinte. „Hermine hat eben gebadet - sie sitzt vor dem Kamin.“

Potter bewegte sich unangenehm berührt, ehe er mich ansah und erklärte, „Ich bin gekommen um Sie zu besuchen, Madam Pomfrey.“

Oh, verdammt.

Seufzend trat ich zurück, „Ich muss Miss Grangers Haar bürsten. Kommen Sie durch - Sie können mir sagen, weshalb Sie hier sind, während ich das tue.“ Ich bot ihm keinen Tee an.

„Hallo, Hermine“, sagte er leise, als er hinter mir in den Raum glitt. Ich rollte meine Augen in ihre Richtung und griff nach der Haarbürste, ehe ich mich umdrehte und ihn ansah.

„Wie kann ich Ihnen helfen, Mr. Potter?“

Der jüngere Mann sah leicht unwohl aus, „Ich bin nur hier um zu sehen, was zwischen Snape und Hermine abgeht. Ich hab gehört... über diese Aurasache...“, er zog eine Grimasse als er das sagte. „Und es macht mir irgendwie Sorgen.“

Ich seufzte. „Was genau stört sie daran?“ Ich versuchte es, doch ich konnte die Ungeduld in meiner Stimme nicht wirklich verbergen.

„Ich habe mich nur gefragt... Sie sind die ganze Zeit bei ihnen, oder? Sie lassen Snape nie mit Hermine alleine, oder?“

Er zuckte unter dem Blick den ich ihm zuwarf zusammen. „Mr. Potter - müssen Sie wirklich alle paar Tage hierher kommen, um mir ein und dieselben Fragen zu stellen? Ich werde dem langsam wirklich müde.“

„Ich kann mir nicht helfen, aber ich vertraue ihm einfach nicht“, antwortete er missmutig. „Sie würden das auch nicht, wenn Sie ihn so kennen würden, wie ich es tue.“

„Ich kenne ihn besser, als Sie es tun, Mr. Potter“, erwiderte ich ärgerlich. „Also wirklich! Was lässt Sie glauben, dass Sie ihn kennen? Nur weil er für ein paar Jahre ihr Lehrer gewesen war?“

„Er ist schon immer ein armseliger Penner gewesen! Er hat nie jemanden gemocht - er hat mich nie gemocht!“

„Er mochte Sie gut genug, um ihr Leben zu retten!“, schnappte ich zurück. „Oder haben Sie das vergessen?“

Potter errötete, „Ich habe es nicht vergessen. Aber Hermine... Sie ist wegen ihm so.“

„Sie hassen den Professor aufgrund der Entscheidung die Miss Granger getroffen hatte?“, meine Stimme war ungläubig. „Er hat nie um so etwas gebeten. Um gar nichts. Es scheint mir, dass er, für einen Mann der niemanden leiden kann, jede Menge Leute hinters Licht geführt hat. Professor Dumbledore scheint ihn zu mögen und er kommt mir vor wie ein intelligenter Mann. Minerva mag ihn; ich mag ihn. Ich wette das Ihre Hermine ihn liebt.“

„Sagen Sie das nicht!“, schrie er plötzlich. „Sie liebt ihn nicht.“

„Sie tut es, Potter.“ Ich hatte aufgehört Miss Grangers Haar zu kämmen, während wir sprachen und starrte den Jungen angespannt an. „Sehen Sie sie an - sie sieht aus wie eine verliebte Frau.“

„Sie sieht aus wie eine Frau, die im Koma liegt“, antwortete Harry bitter.

„Das auch“, stimmte ich zu. „Sie ist in einem Koma, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht hier ist. Das heißt nicht, dass es ihr nicht erlaubt ist zu fühlen, zu träumen, oder irgendetwas anderes, von dem Sie denken, dass es zu einem Koma gehört.“ Meine Stimme war jetzt freundlich. Ich ging zu ihm und kniete mich hin, zögernd streckte ich meine Hände aus und berührte seine, die seine Knie eng umfasst hielten.

„Erinnern Sie sich an den Tag, als Sie sie besuchten und ich Ihnen sagte, sie würde sterben? Erinnern Sie sich daran, wie schlecht sie aussah? Ihr Haar war brüchig, ihre Haut - grau und schlaff... Sie selbst sagten, sie sähe aus wie ein Kadaver. Erinnern Sie sich?“

Der junge Mann nickte nur kläglich.

„Es war Snape der ihr ihre Gesundheit wieder gab. Ich glaube sie sah so aus, weil sie glaubte, dass er sie verlasen hatte; sie starb ohne ihn.“

„Woher wissen Sie, dass es kein Trick war?“, meinte Harry zögerlich. „Vielleicht hat Snape sie irgendwie verhext, so dass wir denken sollten, dass sie ohne ihn sterben würde. Vielleicht war es eine List, um sie zurück nach Hogwarts und unter seine Finger zu kriegen.“

Ich schüttelte leicht meinen Kopf. „Der einzige Grund, weshalb er zurückkam, war wegen Ihnen, Mr. Potter. Sie waren derjenige, der zu ihm gegangen ist, als Sie dachten, dass sie stirbt. Was das betrifft, Sie gingen auch zu ihm, als ich Ihnen gesagt hatte, dass wir ihr Haar kurz halten müssten - erinnern Sie sich? Weshalb würden Sie das tun - ihm diese Dinge erzählen - wenn Sie ihn so hassen, wie Sie immer behaupten? Was haben Sie von ihm erwartet, was er tun würde?“

Potter sah verwirrt aus, „Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht! Alles was ich weiß ist - ich vermisse sie. Wenn Snape... wenn er mir nicht geholfen hätte... sie würde nicht hier sein. Sie hätte sich nie in Malfoys Fluch werfen müssen.“

„Also geben Sie Professor Snape die Schuld, weil Sie sich schuldig fühlen“, brachte ich es sanft auf den Punkt. „Das ist nicht sehr fair von Ihnen.“

„Ich kann nichts dafür, was ich fühle!“ In seinen grünen Augen schwammen Tränen. Zum ersten Mal seit langer Zeit, tat mir der Junge Leid.

„Natürlich können Sie nichts dafür, Mr. Potter. Keiner von uns kann das - doch denken Sie mal kurz darüber nach: Was ist, wenn er es schafft sie zu befreien? Was werden Sie tun, wenn sie Ihnen persönlich sagt, dass sie ihn liebt? Werden sie weiter an ihrer Wut gegenüber Severus festhalten; Miss Granger dazu bringen sich zwischen ihnen entscheiden zu müssen? Ich kann Ihnen sagen - so wahrhaft ich hier sitze, sie würde sich für ihn entscheiden. Sie glauben ja nicht einmal wirklich daran, dass sie da ist, dort in ihrem Geist. Es war Professor Snape gewesen der sie jeden Tag besucht hat, der sich darum bemüht eine Heilung für sie zu finden - trotz der Hindernisse die Sie ihm anscheinend in den Weg stellen wollen.“

Potter sah so aus, als wolle er mich unterbrechen, doch ich ließ es nicht zu. „Denken Sie nicht, dass Miss Granger Sie fragen würde, weshalb sie Professor Snape nicht mehr zuhören wollen? Um ihm zu helfen? Ich habe immer gehört Sie seien ein mächtiger, junger Zauberer... doch bis jetzt haben Sie keinen Finger gerührt, um in irgendeiner Weise dazu beizutragen das dieser Fluch gebrochen wird.“

Der jüngere Mann sah auf seine Hände herab, „Er würde meine Hilfe nicht annehmen.“

„Sie meinen, dass er Sie nicht darum bitten würde“, korrigierte ich ihn. „Er hat seinen Stolz, wissen Sie, genauso wie Sie. Ich glaube, wenn Sie sie anbieten, er würde sie überraschen. Versprechen Sie mir, dass Sie über das was ich gesagt habe, nachdenken werden.“

Er antwortete nicht und entschied sich stattdessen mit seinem Ärmel seine Augen zu trocknen. Ich wollte ihm gerade eine Tasse Tee anbieten, als ich Professor Dumbledores Stimme aus dem Kamin hörte, „Nettie, meine Liebe, sind Sie da? Kann ich durchkommen?“

Mich von meiner knienden Position erhebend, wandte ich mich dem Kamin zu, „Natürlich, Professor Dumbledore - kommen Sie rein.“

Ich sah Hermine lächelnd an. „Ich glaube wir sollten Professor Severus um ein Schild bitten, auf dem steht: Bahnsteig 9 ¾, damit wir es an die Wand hier hängen können. Es ist heute sehr belebt hier.“

Dumbledore, der sich Ascheflocken aus dem Bart strich, lächelte mich an, als ich das sagte. „Wer war denn noch hier gewesen?“

„Zum einen Minerva und Mr. Potter - tatsächlich ist er noch hier.“

Der ältere Mann linste über seine Halbmondbrille hinweg zu dem jungen Burschen.

„Hallo Albus“, grüßte Potter still.

„Harry, mein lieber Junge. Ich nehme an, Du wolltest gerade gehen?“

Potter zuckte mit den Achseln, „Nicht wirklich. Wo ist Snape?“

„Ich nehme an in seinem Quartier, um sich zu erholen. Er erwartet ein Buch aus Durmstrang und wollte nachsehen, ob es ankommen ist, ehe er Hermine besucht. Was mich zu Ihnen bringt, Nettie“, sagte er sich zu mir drehend. „Severus sagte, er würde mit Miss Granger heute zu Abend essen und ich wollte sie fragen...“ Er machte eine Pause, das Glitzern in seinen Augen verblasste, als er sich vorlehnte und seine Stimme senkte.

„Ich mache mir Sorgen um ihn, Nettie. Er sieht nicht gut aus und ich will nur sicher gehen, dass er isst. Ich habe ihn in den letzten beiden Tagen nur einmal in der großen Halle gesehen - an dem Abend, als er Sibyl hier herschleppte - und er hat nicht mehr als eine halbe Schale Suppe gegessen.“

Potter lauschte unverfroren. Ich unterdrückte das Bedürfnis ihn böse anzustarren, ehe ich antwortete, „Ich mache Sandwiches und ähnliches für ihn, Sir, doch meist bleiben sie unberührt. Er trinkt jedoch jede menge Tee. Ich bin... Ich mache mir selbst Sorgen um ihn.“

„Er hat ein bisschen Gewicht verloren“, fügte Potter ein, „Große Sache. Jeder tut das.“

„Nicht so, Harry“, Dumbledores Stimme barg einen leichten Tadel. „Es ist nicht nur das Gewicht - hast du nicht gemerkt wie – zerknittert - er aussah, als Du ihn vorhin gesehen hast? Es hat ihn nicht einmal gekümmert sich heute zu rasieren und ich glaube, er hat sich seit einer Woche die Haare nicht mehr gewaschen.“

Bevor Potter darauf antworten konnte, schnappte ich, „Wenn Sie sagen wollen, ´Wie können Sie das beurteilen´, dann sollte ich ihnen eine kleben, Mr. Potter.“

Der Junge schloss seinen Mund.

Ich biss mir auf die Lippe, als ich mich zum Schulleiter umwandte, „Was soll ich tun, Albus? Er ist ein erwachsener Mann, ich kann ihn nicht dazu zwingen zu essen und ich denke nicht, dass er es begrüßen würde, wenn ich es versuche.“

„Nein, natürlich nicht, natürlich nicht“, antwortete Dumbledore, „Ich bin nur beunruhigt - er hat nicht mehr so schlecht ausgehen, seit dem Finalen Kampf und da hatte er keine Haut.“

Wir standen für einen Moment still da, jeder nachdenkend. Selbst Potter sah so aus als würde er etwas überlegen. Ich muss zugeben, dass wir alle ein wenig zusammenzuckten, als genau der Mann über den wir gesprochen hatten, in den Raum gefegt kam, ohne sich anzukündigen.

„Nettie, Albus... Potter...“, grüßte er höflich, auch wenn er Potters Namen leicht knurrte. Er war hemdsärmelig und trug schwarze Hosen, seine Weste und seinen Gehrock hatte er offensichtlich vergessen, als er seine Räume verlassen hatte. Unter seinem Arm trug er ein großes, ledergebundenes Buch.

„Ich muss sagen, dass ich überrascht bin, so viele Leute hier zu sehen. Ich hatte nur Nettie und Hermine erwartet.“ Er trat auf sie zu, als er ihren Namen nannte und ich konnte sehen, wie sich seine freie Hand nach ihr ausstreckte, als wolle er sie berühren, ehe sie an seine Seite zurückfiel. Stattdessen legte er das Buch auf einen Tisch neben ihr und drehte sich um, um uns drei anzusehen.

„Gibt es ein Problem?“

„Keins, Professor Severus, Sir“, antwortete ich. „Mr. Potter war hier zu Besuch und Albus kam vorbei um mir zu sagen, dass Sie bald herkommen würden.“

„Wie ich sehe ist dein Buch angekommen, Severus“, stellte Dumbledore ruhig fest. „Beinhaltet es das, worauf Du gehofft hast?“

„Es beinhaltet etwas, dass ich schlussendlich modifizieren kann“, nickte der Professor.

„Ich hoffe, Ihr Ausflug nach Azkaban war nützlich, Sir“, merkte ich an.

„Azkaban! Warum sind Sie nach Azkaban gegangen?“ Potter war auf seine Füße gesprungen und sah Snape prüfend an. Ich seufzte. Snape hob eine Augenbraue.

„Hermine sagt mir, dass Sie intelligent sind, Potter, also benutzen Sie ihr Hirn. Was glauben Sie, weshalb ich dort war?“

„Draco...“, hauchte Potter plötzlich. „Ich nehme an, Albus hat ein paar Fäden gezogen, um sie reinzubekommen, oder?“ Er drehte seinen Kopf zu Dumbledore, bevor er hinzufügte, „Wieso hat mir niemand gesagt, dass Sie dahin gehen werden.“

„Wozu?“, fragte Snape eisig. „Welchen Unterschied macht es für Sie?“

Ich sah interessiert zu, wie Potter die Bemerkung zurückhielt, die er hatte machen wollen, ehe er recht ruhig fragte, „Haben Sie irgendwelche Informationen von ihm bekommen?“

Professor Severus hob skeptisch eine Augenbraue und ich konnte sagen, dass er über die relative Höflichkeit des Jungen überrascht war. Er sah Potter an, als würde er etwas überlegen, bevor er sich zu mir drehte, „Sie haben ein bisschen mit Potter geplauscht, oder Nettie?“ Ich errötete und hoffte es wäre schwarzer Humor, den ich aus seiner Stimme heraushörte und keine Verärgerung.

„Sie sehen erschöpft aus, Sir. Kann ich Ihnen etwas Tee bringen?“

Er lächelte, als ich das fragte. „Jemand muss ihnen gesagt haben, Tee würde alle Krankheiten kurieren, so wie Sie damit um sich werfen. Ja, ein Tee wäre nicht verkehrt.“ Er drehte sich wieder zu Potter und Albus, „Ich muss sowieso mit euch beiden reden. Würde es euch etwas ausmachen, kurz zu warten? Ich muss kurz mit Hermine reden - und dann möchte ich etwas ausprobieren.“

Beide Männer nickten ihr Einverständnis, Potter betrachtete mit großem Interesse wie sich Snape in Miss Grangers Sichtfeld begab und sich dann nach vorne lehnte, um in ihre Augen zu blicken. In der plötzlichen Stille die im Raum herrschte, beschwor ich schnell ein Teeservice herauf und bereitete Tee für alle von uns, händigte eine Tasse an Profesor Severus aus, in dem Moment in dem er sich aufrichtete.

„Danke, Nettie“, sagte er, nahm ihn abwesend an sich, während er Hermine ansah. „Hermine sagte mir, sie haben heute Sturmhöhe beendet?“

„Ja tatsächlich“, antwortete ich lächelnd. „ich sagte ihr, dass wir morgen mit Sinn und Sinnlichkeit beginnen würden, wenn sie das möchte.“

„Sie liebt Jane Austen“, merkte er an, streckte einen Finger aus und schob abwesend eine Locke aus ihrem Gesicht, während er aufpasste, ihre Haut nicht zu berühren. Aus meinem Augenwinkel konnte ich erkennen, wie Potter sich leicht versteifte, bevor er sich selbst dazu zwang sich etwas zu entspannen.

„Würden Sie uns sagen, warum wir hier sind, Snape“, schaffte er herauszupressen. Seine Knöchel waren so fest um den feinen Henkel der Teetasse geschlungen, dass es mich überraschte, dass das Ding noch nicht zerbrochen war. Professor Severus drehte sich, um ihn anzusehen und nickte.

„Natürlich, Potter.“ Seine Stimme war nicht so kalt, wie sie hätte sein können, doch sie war auch nicht wirklich freundlich. „Zuerst möchte ich feststellen, ob ich Hermine auch finden kann, wenn ich nur ihre Haut berühre. Es fiel mir heute auf - etwas das Draco gesagt hatte - dass ich ihr eventuell gar nicht in die Augen sehen muss, um in ihren Geist zu gelangen.“

„Sie haben sie schon vorher angefasst, oder?“ Potters Stimme war ziemlich wissbegierig. „Würden Sie es gemerkt haben, wenn das nicht der Fall wäre?“

Snape bewegte sich unbehaglich, „Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Es ist nicht etwas nach dem ich gesucht habe, so dass ich es möglicherweise nicht bemerkt hätte. Und ich habe den Grund zur Annahme, dass Ihre Reaktion auf mich seit Samstag... stärker ist.“

„Was ist Samstag passiert?“ Potter war augenblicklich misstrauisch.

„Hermine hatte eine Theorie, von der sie wollte, dass ich sie teste“, erwiderte Snape knapp. „Sie wollte ausschließen, dass ein... Kuss... ein mögliches Heilmittel sein könnte. Also haben wir – ich - es getan.“

„Sie haben sie geküsst?“ Potters Stimme wurde etwas lauter, „Wusstest du davon, Albus?“

„Severus hat mir heute davon erzählt, Harry“, antwortete der ältere Mann sanft. „Es war eine berechtigte Theorie. Ein Kuss rettete schließlich auch die Prinzessinnen Schneewittchen und Aurora.“

Potter und Snape schnaubten beide darüber. Der jüngere Mann drehte sich zu Snape zurück, seine Augen glitzerten ärgerlich und er fragte, „Also - was ist geschehen, dass Sie glauben, dass Sie sie anfassen können, ohne ihr in die Augen zu sehen?“

Snape seufzte und kniff sich in die Nasenwurzel. „Sie zog mich rein, in dem Moment als ich sie nicht angesehen habe“, er zögerte kurz, wog sorgfältig seine Worte ab. „Auf jeden Fall, zog mich etwas hinein. Ich denke, dass es der Fluch gewesen sein könnte.“

„Sie sind verrückt!“, brüllte Potter. „Wollen Sie mir sagen, dass Sie denken, dass der Fluch immer noch - irgendwie in Hermine lebendig ist?“

Der Professor zuckte mit den Achseln, „Ich glaube es - ja.“ Eine schockierte Stille machte sich für ein paar Momente bemerkbar, bevor er Hermine ansah, die Augen unergründlich und ihre Hand ergriff. Ich wusste sofort, dass er Recht gehabt hatte - in der Minute in der er sie berührt hatte, war er bei ihr. Sie atmeten gemeinsam und dieser seltsame friedvolle Ausdruck, der sich immer über seine Züge legte, wenn er mit ihr sprach, war offensichtlich.

„Meine Götter!“, flüsterte ich.

„Bei Merlins Eiern!“, warf Albus zurück.

„Wie ich es mir gedacht habe“, sagte Snape. „Ich werde deine Hand nicht loslassen, Hermine. Ich weiß, dass du an diesem Gespräch teilhaben willst. Albus, Potter, Nettie... wir müssen reden.“


„Also – Sie wollen uns erzählen, dass der Fluch noch immer aktiv ist?“ Potter klang leicht skeptisch, aber immerhin hörte er zu.

„Es macht Sinn, “ antwortete Professor Snape. „Wir hatten überlegt, dass der Grund, weshalb ich Hermine besuchen kann, der ist, dass ein Teil des Fluches mich getroffen hat – doch was, wenn es mehr als das ist? Was ist, wenn der Fluch auf mich gepolt ist? Was ist, wenn er mich erkennt und mich reinläßt?“

Dumbledore grübelte, das übliche Zwinkern in seinen Augen war durch Sorge ersetzt worden. „Severus…“

„Albus, “ schnitt er den älteren Mann ab, „Ich habe es unter Kontrolle.“

„Sie sind also das Ziel. Denken Sie, er versucht Sie immer noch zu kriegen?“ Potter hatte sich hingesetzt, seine Augen blickten von Hermine zu Professor Severus und wieder zurück.

Snape zuckte mit den Achseln, „Ich möchte annehmen, dass dies gut möglich ist. Alleine die Tatsache, dass es immer leichter für mich ist Hermine zu besuchen, scheint darauf hinzudeuten, dass – irgendwas – mich hineinlässt. Hermine möchte, dass ich hinzufüge, dass sie es auch fühlt… Sie kann den Zug fühlen. Sie, die es tut.“

„Aber Sie denken, dass Sie den Fluch brechen können, richtig? Sie werden nicht aufhören es zu versuchen, oder?“ Potter klang plötzlich panisch und ich sah ihn verwundert an. Severus hob eine Augenbraue.

„Ich dachte, Sie wollten dass ich aufhöre, Potter. Ist es nicht das, worüber Sie mit Albus heute Vormittag diskutiert haben?“ Er lächelte den jüngeren Mann höhnisch an, aber sein Herz war nicht dabei. Potter hatte den Anstand zu erröten, aber er bestätigte nichts von dem, was Snape gesagt hatte. Seine schuldige Miene sagte sowieso alles für ihn.

„Ich glaube, dass ich Hermine befreien kann, “ fuhr Snape fort. „durch Sybils Hilfe Hermines Aura zu entdecken, fing ich an Informationen über Zaubertränke zu sammeln, die zum Auffüllen oder Ausgleichen des Farbrasters der eigenen Aura dienen.“ Er tippte auf das Buch, welches vor ihm auf dem Tisch lag, um seine Aussage zu verdeutlichen. „Wenn wir die richtigen Zutaten von der geeigneten Farbe zusammenbekommen – Dinge, die entweder für Hermine oder den Fluch von Bedeutung sind – dann werde ich es schaffen können, eine modifizierte Version des Trankes herzustellen, der den Ausgleich von Hermines Farben erwirken kann.

Dazu werden mindestens zwei Personen benötigt, die die notwendigen Zaubersprüche ausführen, welche den Zaubertrank in ihr aktivieren werden. Wenn wir ihre Aura ausbalancieren und meine stabil halten können, während ich in ihrem Geist bin, dann denke ich, sollte ich in der Lage sein sie von dem Fluch zu befreien und dass die neue Aura sich festigen kann.“

„Du kannst das nicht alleine machen, Severus, “ sagte Dumbledore müde. Seine Stimme klang plötzlich sehr alt. „Wenn der Fluch so konzipiert ist wie Du denkst, dann ist er stark. Vielleicht sogar stärker als Du es bist.“

Im Raum wurde es nach dieser Aussage sehr still. Professor Severus ging auf den älteren Mann zu, seinen Griff um Hermines Hand nicht lockernd und sagte ruhig, „Ich kann sie nicht einfach da zurücklassen, Albus, wenn ich genau weiß, dass ich sie befreien kann. Verlange das nicht von mir.“

„Was ist, wenn ich auch den Zaubertrank zu mir nehme?“ fragte Potter plötzlich. „Sie sagten, dass ich vielleicht auch einen Zugang habe, weil ich etwas von dem Fluch abbekommen habe, als er Sie und Hermine getroffen hat. Ich könnte Ihnen wenigstens meine Magie übertragen…“

Snape sah Potter an und überdachte dessen Vorschlag. „Das könnte funktionieren, “ schlussfolgerte er. „Der Zaubertrank ist ein bindender Trank und die Farben sollten Deine Aura vor irgendwelchen Gemeinheiten des Fluches schützen.“

„Gibt es irgendetwas, das sie hinzufügen können, dass man den Fluch sehen kann?“ fügte Potter an. „Wenn man ihn sehen kann, sollte er leichter zu bekämpfen sein – oder zu umgehen, wenn das möglich ist.“

„Exzellenter Vorschlag, Harry!“ Dumbledore lächelte den jüngeren Mann an, offensichtlich begeistert von dessen Idee. „Und wenn Du der Anker für Severus sein könntest, dann wäre es viel leichter sie beide raus zu holen.“

Professor Severus runzelte die Stirn, „Das ist eine sehr gute Idee, Potter. Darf ich fragen, warum Sie auf einmal so hilfreich sind?“

Der jüngere Mann grinste ihn an, sein Blick war offen und ehrlich und ohne den Hass, der normalerweise zu sehen war, wann immer er mit Severus sprach. „Wir arbeiten beide auf das gleiche Ziel hin, “ antwortete er. „Ich will Hermine genau so sehr wieder zurück haben, wie Sie es wollen.“

„Das bezweifle ich, “ knurrte der ältere Mann. Ich bemerkte, dass seine Finger die von Hermine sehr fest umklammert hielten, so dass die Knöchel weiß gegen seine blasse Haut hervortraten. „Wie dem auch sei, ich werde die Hilfe, die Sie bereit sind zu geben, nicht ablehnen.“

„Wie lange wird es dauern, bis Du den Zaubertrank fertig haben wirst, Severus?“ fragte Dumbledore.

„Samstag, denke ich. Weniger als eine Woche.“


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Wenn man wie ich über Böses schreibt und wenn einer der beschriebenen Figuren im Grunde ein Psychopath ist, hat man die Pflicht, das wirklich Böse zu zeigen, nämlich, dass Menschen getötet werden.
Joanne K. Rowling