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Fanfiction

Heart with no Companion - 19. Snape/ Hermine

von eule20

Kapitel 19: Snape / Hermine

Severus Snape wusste, dass die Möglichkeit, dass sie es alle drei aus Hermines Geist heraus schafften, sehr gering war. Er wusste auch, dass ohne Potters Hilfe, die Chancen für ihn und Hermine gleich null waren.

Auch wenn Arithmantik nie sein stärkstes Fach gewesen war, so war er doch wirklich gut darin. In jedem Vergleich, den er die letzten sieben Stunden angestellt hatte, die eine oder andere Möglichkeit einfügend, hatten sie drei es nur einmal geschafft hinaus zu kommen. Eine Variable gegen fünfzig. Die Chancen standen nicht gut.

Seufzend schob er sich von seinem Tisch weg und ging in sein Badezimmer, ließ das kleine Waschbecken mit kaltem Wasser vollaufen und spritzte es sich ins Gesicht ehe er in den Spiegel sah.

Er erkannte sich fast nicht wieder. Seine Augen lagen tief und hohl, seine Haut war so weiß, dass sie fast durchscheinend war und spannte sich so fest um sein ausgemergeltes Gesicht, dass er fast erwartete, dass sich seine Wangenknochen durch das blasse Fleisch schneiden würde. Er hatte sich seit Tagen nicht rasiert und sein schwarzes Haar bildete einen starken Kontrast zu seiner alabasterfarbenen Blässe. Er sah wie der Tod selbst aus.

Er wusste schon seit Tagen um seine abnehmende Erscheinung - dass er sich zu Tode hungerte - aber er konnte es nicht über sich bringen, etwas außerhalb von Hermines Geist zu essen. Er hatte keinen Hunger. Er aß mit ihr zusammen, wenn er sie besuchte und auch wenn er wusste dass es nicht echt war sättigte es ihn. Er wusste, dass sich Albus Sorgen um ihn machte. Genauso wie Nettie. Selbst Minerva und Sibyl hatten ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht, doch er konnte sich nicht dazu bringen etwas dagegen zu tun, also suchte er Entschuldigungen.

„Ich esse“, würde er ihnen erzählen. „Doch den Fluch zu erforschen nimmt sehr viel meiner Zeit in Anspruch. Wenn Hermine einmal frei ist, wird sich alles wieder normalisieren - vertraut mir.“

Und was konnten sie schon sagen? Was konnten sie schon tun? Sie hatten keine andere Möglichkeit, als ihn beim Wort zu nehmen. Es war ja schließlich nicht so, dass sie ihn zum essen zwingen konnten.

Sein Gesicht war noch immer etwas feucht von der nassen und kalten Reinigung. Er ging zu seinem Schrank und wechselte schnell seine Sachen, zog ein sauberes Leinenhemd an, ehe er seine Weste und seinen Gehrock darüber zog und die Ärmel richtete.

Er ging zurück zu seinem Tisch, rollte rasch das Pergament mit seinen arithmantischen Berechnungen zusammen und band es mit einem ledernen Band zu, ehe er es zwischen Wand und Tisch gleiten ließ. Er ordnete die restlichen Papiere zu einem ordentlichen Stapel, zog das Bild das er von Hermine gezeichnet hatte hervor und legte es oben auf den Stapel, zusammen mit einem versiegelten Brief für Albus und einen für Hermine.

Snape war ein Mann der daran glaubte, dass es gut war auf alles vorbereitet zu sein.

Als er einen letzten Blick durch seine Räume schweifen ließ, erkannte er, dass es das war. Er würde Hermine befreien und indem er sie befreite würde er sich verlieren. Er flüsterte ´Nox´ und als die Lichter langsam erloschen, drehte er sich auf seinem Absatz um und ging den Korridor hinunter zu Hermines Räumen. Er musste irgendwo mit Potter reden, wo Hermine sie nicht belauschen konnte.
~~~~~~~~

Severus war nicht ganz davon überzeugt, dass Potter seinen Anweisungen folge leisten würde. Er hatte dem Jungen gesagt, dass er Hermine raus bringen soll, ganz gleich was mit ihm selbst geschah - Harry hatte versprochen es zu tun. Nun... Es war nicht Potters Natur, jemanden zurückzulassen, auch wenn er diesen Jemand genauso wenig mochte wie Snape. Snape nahm an, dass es an seiner Gryffindorseele lag. Jeder mochte denken, dass das tapfer war, doch Snape fand es töricht. Es war unmöglich alle zu retten, auch wenn Potter immer gedacht hatte, dass das möglich sei. Der jüngere Mann sollte das inzwischen verstanden haben – wie viele Leute musste jemand erst verlieren, ehe er begann nur die zu retten die am Wichtigsten waren? Hermine war wichtig - so viel mehr, als er es jemals sein konnte. Wenn es jemand wert war gerettet zu werden, dann sie.

Und er selbst hatte sich die Idee der Erlösung schon lange aus dem Kopf geschlagen. Er wusste was er war, was er getan hatte - er war noch immer in der Lage diese Dinge zu tun, wenn es nötig sein sollte. Der Gedanke sollte ihn bitter stimmen, doch er tat es nicht, weil er schlussendlich gerettet worden war.

Er war durch ihre Liebe und ihren Glauben an ihn erlöst worden. Ihre Küsse hatten ihn bekehrt und ihn befreit und was auch immer vor ihm lag - ob er es nun schaffte mit Hermine hinaus zu gelangen, oder nicht - er hatte erkannt, dass diese kurze und vergängliche Erlösung die er hatte erfahren dürfen, dass Beste war was er kriegen konnte.

Und jetzt stand er hier neben Hermines komatösem Körper und erkannte, dass er von Leuten umgeben war, die seine Freunde waren. Es war schon ironisch, dass er Liebe und Freundschaft erst dann gefunden hatte, als es schon zu spät war, um irgendetwas zu ändern. Er war wirklich dankbar für Albus feste Umarmung und Netties Tränen, doch sie würden nichts an dem ändern was heute geschehen würde. Sein einziger Trost war, dass keine von ihnen Hermine für sein Opfer die Schuld geben würde - sie verstanden ihn, hatten es vielleicht schon immer getan und sie würden wissen, weshalb er diesen Weg gewählt hatte.

Es beängstigte ihn, dass er sich nicht einmal konzentrieren musste um in ihren Geist zu gelangen - ihren Geist zu betreten war für ihn genauso einfach geworden, wie das Atmen. Es war ein gefährlicher Vorgeschmack auf das, was der Fluch mit ihm machen konnte, ohne dass er etwas davon bemerkte. Der Übergang ging schmerzlos und ohne Anstrengung vonstatten, ganz so als würde man durch eine Tür von einem Raum in den anderen gehen. Er konnte spüren wie Potter seine Hand ergriff, als er es ihm gesagt hatte und konzentrierte sich darauf ihn mit hinein zu ziehen. Es dauerte länger als es sollte - es fühlte sich an, als stieße Potter gegen irgendeine Barriere und Snape zöge ihn hindurch. Snape vergewisserte sich nicht einmal, ob Potter wirklich vollständig durchgekommen war, als er sich auch schon durch das Foyer bewegte.

Etwas stimmte nicht. Hermine war nicht da.

´Hermine!´, rief er, ´Ich sagte dir, dass du hier auf uns warten solltest. Wo bist du?´

Es kam keine Antwort, nur das Echo seiner Stimme hallte den Korridor hinunter.
´Hermine!´

Er konnte Sybils körperlose Stimme wie das Summen einer Mücke in seinem Ohr hören „Severus, Ihre Aura vermischt sich mit Hermines, so wie das letzte Mal. Die Farben bleiben trotzdem kräftig. Harry ist nicht betroffen.“

Er registrierte kaum was sie sagte. Er sah hinunter auf seine Taille und sah die Verbindung zwischen ihm und Potter kräftig pulsieren, während die, die ihn mit Hermine verbinden sollte, kaum sichtbar war. Statt des warmen gelben Leuchtens wie es das andere Seil hatte, war die Verbindung zu Hermine dünn und sah aus wie eine ausgetrocknete Nabelschnur. Er zog probeweise daran, um zu sehen ob sie nachgab und war erleichtert, als er sie sachte gegen seine Finger pulsieren spürte.

´Snape´, rief Potter, ´Was geht hier vor?´ Der jüngere Mann bewegte sich von den äußeren Ecken des Foyers fort in die Mitte hinein und näher zu Snape, ganz entgegen der genauen Anweisungen des älteren Mannes.

Snape drehte sich um und starrte den jüngeren Mann an. ´Bleib wo du bist! Hast du schon vergessen, was ich dir gesagt habe?´

´Wo ist Hermine?´
, antwortete Harry. ´Wieso ist sie nicht hier?´

´Ich beabsichtige das herauszufinden.´
Snape sah wieder auf die Verbindung hinab und bewegte sich dorthin, wohin sie zu führen schien, ´Bleib dort - und beweg dich nicht.´

Der Korridor war dunkel, voller Schatten die nur noch schlimmer wurden, wenn Snape ´Illumina´ murmelte und nur jede zweite Kerze entzündete. Die Luft war schwül und feucht; jeder Atemzug schien seine Kehle mit Schleim zu benetzen. ´Hermine!´, rief er, als er Türen öffnete, die allesamt in leere Räume führten, ´Hermine!´

Mit jedem Schritt den er machte, wurde er sich Sybils Stimme weniger bewusst; weniger bewusst des jungen Mannes der mit ihm verbunden war und wurde sich des Geruchs von Verwesung und Fäulnis immer bewusster, der den Korridor auszufüllen schien. Hermines Geist sah noch schlimmer aus, als an dem Tag, als er sie im Zaubertränkeklassenzimmer gefunden hatte, halb verrückt aus Einsamkeit - alles fühlte sich leer und verlassen an, als ob Hermine niemals wirklich hier gewesen wäre.

Snape focht das plötzliche Panikgefühl zurück, dass sich in seinem Magen ausbreiten wollte; schluckte die bittere Galle die sich seine Speiseröhre hochschob. Er bemerkte, dass er wie versteinert war.

Die Verbindung zwischen Potter und ihm war zu der Dicke eine Angelschnur geschrumpft, pulsierte jedoch immer noch in einem gedämpften Licht, sah aber unwirklich aus. Die Verbindung zwischen ihm und Hermine leuchtete schwach, wurde dicker je weiter er in ihren Verstand reiste. Er hatte keine Ahnung wo sie war und was vor sich ging.

In einiger Entfernung konnte er ein beständiges Tröpfeln hören, seine sensible Nase roch nassen Moder und stehendes Wasser, seine Ohren hörten ein ständiges Stöhnen. So sehr er es auch versuchte, er konnte diesen dunklen und feuchten Ort nicht mit dem Geist in Einklang bringen, in dem er sich inzwischen so wohl fühlte - Hermine war in Hogwarts, nicht in Azkaban.

Nicht Azkaban.

Nicht Azkaban.

Snape bleib stehen und sah sich noch einmal um, als die plötzliche Erkenntnis ihn erfasste. Das war nicht mehr Hermines Verstand - auch war es nicht seiner. Während Elemente von Hermines Konstrukten bestehen geblieben waren, wurde der Rest von seinen Erinnerungen an den Besuch bei Draco in Azkaban überlagert. Noch - zwanzig Schritte? Dreißig? - Und er würde den Raum finden, in dem er auf den jungen Mann gewartete hatte, während dieser von einem Wächter geholt wurde.

Das Tröpfeln wurde lauter, hallte unheimlich nach, als es auf den moosbedeckten Schiefer traf. ´...Das Tropfen hört nie auf...nie...´, flüsterte Dracos Stimme in sein Ohr, ´Ich möchte nicht mehr allein sein...´

´Du bist nicht wirklich hier´, murmelte Snape, ´Das ist alles in meinem Kopf.´

´Ich bin hier... Ich bin die ganze Zeit hier gewesen, habe gewartet... auf dich gewartet mein lieber Severus, ich wollte dich, ich wartete...´
Die Stimme von der er gedacht hatte, dass sie Draco gehörte, wurde mit jeder Silbe dunkler und zu der seines Vaters.

´Lucius, du bist krank´, zischte Snape in die Dunkelheit. Ein wahnsinniges Kichern erklang überall um ihn herum.

´Du hast etwas getan, Severus, etwas das unartige, arschleckende Schoßhündchen von Dumbledore nicht tun sollten... Du hast dir einen Trank gebraut, nicht wahr?... Du suchst mich jetzt... mein lieber, lieber Severus komm zu mir und werde mein...´

Die Stimme war jetzt lauter und schwebte über seine Schulter, kitzelte die Seite seines Halses und sandte Schauer an Snapes Wirbelsäule hinab. Lucius Stimme war verrückt vor Vergessen, eine jagende Kopie des unfreiwilligen Wahnsinns seines Sohnes. Er hörte sich gefährlicher an, als das was er je von dem Mann gehört hatte.

´Du bist ein trauriger und jämmerlicher Geist eines Mannes, der in seinem Leben noch bedauernswerter war´, erwiderte Snape ätzend. ´Ich bin nicht wegen dir hier, noch werde ich hier bleiben. Wo ist Hermine und was hast du mit ihr getan?´

´Verloren, Severus?´
, summte die Stimme am Rande eines abschreckenden Lachen. ´Du wusstest nie, dass es so aussieht, oder...? Der Geist von einem Schlammblut ist so schmutzig... Dreckige, fürchterlich unreine, minderwertige Schlampe...´, als Lucius sprach teilte sich seine Stimme, teilte sich wieder, solange bis Severus ein vielstimmiges Gackern hören konnte, dass sich exponentiell vervielfachte, und überall um ihn herum widerhallte. Es war der Klang völligen Wahnsinns.

Severus blieb stehen und blickte auf die ihn umgebenden geschlossenen, eisernen Türen. Die wirbelnden Schatten fassten sich an ihre verzerrten Gesichter und sausten durch die Sprünge der Gitterstäbe. Hinter jeder Tür wartete das Versprechen auf einen einsamen, kalten Tod.

´Das ist nicht ihr Verstand. Er ist es nie gewesen. Spiel keine Spielchen mit mir Lucius, das wird nicht funktionieren.´

Die Stimme – Lucius - der Fluch - antwortete nicht, sondern lachte ihn weiter aus. Snape stieß die Luft aus seinen Lungen und zog noch einmal an der Verbindung zu Hermine. Am Ende des Korridors, vorbei an dem Besucherraum in Azkaban, sah er die Tür zu seinen privaten Räumen und er hastete darauf zu.

´Sie ist ein leckerer, kleiner, dreckiger Leckerbissen´, bot Lucius plötzlich an, seine Stimme erinnerte an Böswilligkeit und einen eigenartigen Stolz, ´So ein Verstand, so eine Freude; so einfach zu manipulieren.´

Severus war weit davon entfernt, Geistesspielchen mit dem Fluch zu spielen. Stattdessen schwang er die Tür zu seinen Räumen auf und trat ein. Alles war so wie er es letzte Nacht zurückgelassen hatte. Als er auf seinen Tisch sah, bemerkte er, dass die Briefe für Albus und Hermine verschwunden waren. ´Du weißt nicht alles´, murmelte er. ´Wo ist sie, Lucius?´

´Im Bett, wo ich sie zurückgelassen habe´
, gackerte die Stimme. ´So ein leckerer, kleiner Happen - und die Dinge die sie von dir träumt, Severus... Mann, Mann.. ´

Snape bewegte sich vorsichtig und versuchte Ruhe zu bewahren, als er die Tür zu seinem Schlafzimmer öffnete.

Sie lag in seinem Bett, eingewickelt in graue Fesseln die genauso substanzlos erschienen wie Nebel. Ihre Augen waren geschlossen, als ob sie schlafen würde, ihr Mund war obszön geöffnet, als eine graue Tentakel sich ihren Weg in ihre Kehle suchte.

Severus starrte sie an und spürte wie er scharf die Luft einsog. ´Hermine!´

´Ich habe sie, Severus, ich hatte sie schon immer, sie ist ein Teil von dir, jetzt habe ich euch beide, du wirst nie frei sein, sie ist ein Teil von dir, ein Teil von dir...´


Lucius Stimmen flüsterten ihm zu, drangen durch seinen Ohren ein und wickelten sich fast hypnotisch in ihrer Intensität um seinen Verstand. Snape spürte eine seltsame Starre in seine Glieder kriechen. Es wäre so einfach sich neben sie zu legen und das Grau auch um sich wandern zu lassen. Er konnte ohne sie nicht leben; würde ohne sie nicht gehen...

´So ist es richtig, Severus, komm näher... komm näher... vergiss die Verbindung... du bist nicht wie Theseus... sei bei der die du liebst... lass sie niemals allein... niemals...´

Snape stand jetzt am Rand des Bettes. Lucius Fluch sang verführerisch in seinen Ohren, ermahnte ihn endlich aufzugeben. Seine Hand war unbewusst um die schwerelose Verbindung zwischen Hermine und ihm geschlungen, das Seil pulsierte noch immer leicht. Der Faden zu Harry war fast unsichtbar.

Faden.

Verbindung.

Snape hob seine freie Hand um sie zu der anderen zu bringen, die Hermines Verbindung hielt, beide Hände umfassten sie fest. Seine Finger verkrampften sich, spürten noch einmal die flackernde Verbindung ehe er sie entzwei riss.

Hermine setzte sich schreiend in seinem Bett auf.

Um sie herum zischte der Fluch böse, ´Es wird nicht funktionieren, Severus... Ich werde euch beide haben... Du bekommst sie damit nicht frei...´ Als ob es seine Argumente bekräftigen wollte, verengten sich die Ketten die Hermine noch immer umgaben und wanden sich wie Schlangen, brachten sie hart aufs Bett zurück.

Hermines Augen fokussierten sich auf Severus, ihre Stimme war leise und verängstigt. ´Severus, was... was passiert hier?´ Sie wehrte sich schwach gegen die Fesseln, wand und drehte sich auf dem Laken.

Snapes rechte Hand bewegte sich zu seiner Robe, ehe sie wieder an seiner Seite ruhte. ´Kämpfe nicht dagegen an, Hermine´, kommandierte er und betete, dass er den richtigen Weg nahm.

´Wozu brauchst du sie?´, fragte er laut und verächtlich. ´Warum das Schlammblut nehmen, wenn du mich haben kannst?´

Die grauen Ketten lockerten sich etwas und schienen still zu halten, als ob sie nachdachten. Langsam begannen sie von Hermine abzulassen, ein paar suchende Tentakel, kamen über das Bett näher dorthin wo Snape stand. ´Du bietest dich stattdessen an, Severus?´, zischte der Fluch hungrig klingend.

´Freiwillig´, stimmte er zu und kämpfte den Drang einen Schritt nach hinten zu gehen nieder, als das grau sich ausstreckte und die Länge seines Gehrocks entlangstrich.

Hermine starrte ihn vom Bett aus mit großen, verwirrten Augen an, aber Verstehen flackerte durch ihre braunen Tiefen. Als die Ketten sich soweit von ihr gelöst hatten, dass sie sich bewegen konnte, ließ sie sich kraftlos auf der anderen Seite des Bettes aus dem Bett gleiten und sah Severus die ganze Zeit an. Er hoffte, dass sie mit ihrem scharfsinnigen Blick in seinen Augen lesen konnte.

´Das ist so gut... so gut...´, summten Lucius Stimmen spottend, ´Opferst dich selbst für diese Schlampe... so einfach, so schwach... komm zu mir, Severus, ich habe gewartet...´

Als sich die erste Kette um seinen Arm wand, war Snape bereit. Er glitt mit seiner freien Hand in seine Robe und brachte ein kurzes Messer zutage, welches golden im Raum aufblitzte. Er schwang es in einem Bogen durch den Nebel und spürte eine gewaltige Befriedigung als der Fluch in einem unmenschlichen Ton des Schmerzes zu schreien begann.

Hermine stand, mit ein paar baumelnden Fetzen des Nebels an ihrem Körper, neben ihm und war bereit jeden Augenblick zu fliehen. Snape drehte sich um, griff Hermines Hand und schob sie aus seinen Räumen heraus, den Korridor hinunter und schnitt die Ketten von ihrem Körper während sie rannten. Hinter sich konnte er den Fluch brüllen hören, ´Töte ihn, töte ihn, töte ihn, töte ihn, töte ihn!´

Hermine war noch nicht ganz sie selbst, sie stolperte wie eine zerbrochene Marionette die nur noch an der Hälfte ihrer Fäden hing. Er hörte das Rennen tausender Ratten, das Zischen hunderter Schlangen und er wusste, dass sich der Fluch wieder vollständig erholt hatte.

Er löste die letzte Kette von ihr, als sie in das Foyer kamen.

´Sieh nicht zurück´, schrie er sie an, ´Bleib in Bewegung! Ich hab dich, du bist sicher. Du bist sicher!´ Er sah auf, als er Potter ihren Namen rufen hörte und sah, dass er entgegen aller Gründe auf sie zukam.

´Bleib verdammt noch mal wo du bist, Potter! Ich sagte dir, dich verflucht noch mal nicht zu bewegen!´

´Harry´
, rief Hermine plötzlich, zog Severus Arm plötzlich mit überraschender Kraft hinter sich her, als sie sich bemühte vorwärts zu kommen. Ihr gemeinsames Vorankommen, wurde plötzlich schwerer, sobald sie im Foyer aufgetaucht waren. Der Fluch war nicht bereit sie jetzt gehen zu lassen.

„Das Grau.... es kommt. Ihr müsst euch beeilen!“ Er konnte Sybill wieder hören, ihre Stimme war laut vor lauter Angst. Snape schaffte es Hermine vor sich zu ziehen, wickelte sie in den durchhängenden Teil seiner Verbindung zu Harry, während sie sich auf ihn zu bewegten und verknotete sie.

Die Luft um sie herum wurde eisig und kristallisierte sich in jedem Atemzug. Er fühlte sich als würde er durch Schlamm rennen, dick, kalt und mit jedem Schritt unbarmherzig an ihm zerrend. Potter versuchte jetzt rückwärts zurück zum Eingang zu gelangen, zog an ihrer Verbindung, als ob sein bloßer Wille sie näher heranbringen konnte.

Das Foyer wurde silbrig-grau, aus dem Korridor kam ein Wind mit der Kraft eines Nordwest Windes und tausende Lucius´ brabbelten verrückt, ´Er hat uns ausgetrickst, er hat uns ausgetrickst, er hat uns ausgetrickst...müssen ihn fangen, müssen ihn fangen, müssen ihn fangen...´

Hermine weinte, ihre Tränen gefroren auf ihrem Gesicht, während ihr Haar wild hinter ihr herflatterte, als sie versuchte trotz der Dicke der Luft zu Potter zu gelangen, doch der Fluch gewann an Boden.

Sie waren so nahe dran. So nahe. Potter war jetzt fast am Ausgang - wenn Snape doch nur Hermine zu ihm bringen konnte, würden sie zu Guter Letzt sicher sein. Er hatte es ihr versprochen... doch er wollte jetzt noch nicht aufgeben. Nicht wenn das bedeutete, dass er sie nie wieder sehen würde.

Es gab eine Chance - nur eine. Er hob seine Hand und die Klinge seines Messers glitzerte in der Luft. Gold, die Farbe des höchsten Gutes - und zerschnitt damit die Verbindung zwischen sich und Potter.

Das Ergebnis kam prompt - der Fluch begann wie triumphierend zu zischen und zu gackern und Hermine stürzte vor, als hinge sie am Ende eines elastischen Bandes, direkt in Potter hinein.

Die Dicke um sie herum verschwand plötzlich und Snape begann so schnell wie er konnte zu rennen, sah zu wie Potter Hermine in seine Arme zog und sie heftig umarmte. ´Hermine, oh Hermine!´, weinte der jüngere Mann vor Freude.

´Verschwindet verflucht noch mal von hier!´, schrie er sie an und schwor sich, dass er den jüngeren auf sechs verschiedene Arten zum Sonntag fluchen würde, wenn der nicht endlich seinen Arsch bewegte solange der Fluch unbeweglich war. Snape wusste nicht wie lange Potter ohne die Verbindung in Hermines Geist bleiben würde.

Hermine drehte sich um, um ihn anzusehen und ihre Augen weiteten sich ängstlich als sie sah, wie weit entfernt er noch von ihnen war. ´Nicht ohne dich!´, warf sie ein, ´Beeil dich, Severus, beeil dich!´

Wie um ihre Aussage zu bestätigen, konnte er Sibyl - deren Stimme still geworden war, nachdem Snape die Verbindung zwischen sich und Harry gekappt hatte - jetzt schreien hören, „Komm da raus Severus! Ich kann nicht sehen... Ich verliere deine Farben, komme jetzt raus!“

Er konnte spüren wie es versuchte ihn zu erreichen und er beschleunigte seine Schritte, ´Renn Potter! Schnapp sie dir und verschwinde von hier!´

Der junge Mann tat es schlussendlich, schnappte sich Hermine, warf sie über seine Schulter und rannte Richtung Eingang. Snape konnte sehen wie Hermine sich dagegen wehrte, wimmerte als ein wohlplatzierter Hieb Potter fast dazu brachte sie fallen zu lassen.

´Severus!´, schrie sie, ´Severus!´

Eine graue Kette kam plötzlich aus dem Boden, wickelte sich um sein Bein und brachte ihn zum stehen. ´Wir haben ihn, wir haben ihn, wir haben ihn...´

´Geh raus, Potter! Bring sie hier raus!´
, rief er wieder und schlug wild mit seinem Messer um sich, als die Ketten ihn einwickelten.

Potter hatte Hermine runter gelassen. Der Fluch war fröhlich, sang in sein Ohr und hallte durch seinen Kopf, die Stimmen schienen in jede seiner Poren vorzudringen. Die Ketten um seine Knöchel wurden enger und krochen seine Beine hinauf. ´Wir werden sie auch bekommen.... ein köstlicher Leckerbissen... dreckiges, schmutziges Schlammblut...´

´Du kannst mich haben, du blutrünstiges Biest!´
, schnarrte Snape, der immer noch wild um sich schlug, ´Nur lass sie in Ruhe und lasse sie gehen! Potter! Geh raus - bring sie hier raus!´

Sein Körper wurde an Ort und Stelle festgehalten. Snape spürte wie die Ketten seine Beine und seinen Rücken hinauf krochen und ihn auf dem kalten Stein festhielten. Seine Arme waren noch frei, dank seiner Reflexe die ihn nur um Haaresbreite schneller sein ließen, als der Fluch der versuchte sich um sie zu schlingen. Doch es war ein aussichtsloser Kampf.

Er zog seinen Kopf nach hinten, als eine graue Kette plötzlich versuchte sich um seinen Hals zu winden. Er hob beide Hände um an der zerbrechlichen Schnur zu zerren, während ein frustriertes Brummen seine Kehle verließ. Er zerbrach die Kette mit wenig Aufwand, nur um dann seinen linken Arm seine Seite gepresst wieder zu finden, der von einer dickeren Kette gehalten wurde, eine andere wand sich um seine Brust. Er versuchte sie mit seinem Messer zu zerschneiden und erwischte ein paar, doch tief in seinem Inneren wusste er, dass der Fluch mit ihm spielte; seine Versuch die Freiheit zu gewinnen genoss.


´Du gehörst jetzt uns Severus... widerstehe uns nicht... gib nach... gib nach...sie hat dich verlassen, Severus, dass Schlammblut hat dich zum Sterben zurückgelassen... komm mit uns... komm...´

Snape grunzte, als seine Schulter harte Bekanntschaft mit dem Boden machte. Die Ketten waren nun komplett um seinen Körper geschlungen, bewegten sich wie lebendige Kreaturen, zitterten und zogen sich enger zusammen, um ihre Beute sicher fest zu halten. Er konnte das kalte Gleiten der Ketten an seinem Nacken spüren, über seine Wangen, über seine Stirn, ehe ein gedämpfter Schrei seine Kehle verließ und alles um ihn herum schwarz wurde.
~~~~~~~~~~~~~~

Hermine Granger war wütend. Wütend und ängstlich. Severus hatte sie angelogen - er versuchte sich selbst zu opfern um sie zu retten und würde nichts von all dem haben. Sie weigerte sich ohne ihn zu gehen.

Sie wusste nicht was passierte, was sie zu diesem Punkt hier gebracht hatte - das letzte an das sie sich erinnern konnte, bevor Severus sie durch den modrigen Korridor gezogen hatte war, dass sie Augenblicke vorher eingeschlafen war, während sie sich vorstellte, wie es sein würde, wenn sie neben ihm einschlafen würde.

Doch es konnten nicht nur ein paar Augenblicke vergangen sein, weil Harry hier war und sie rannte zurück an Severus Seite. Sein Körper war fast vollständig von den grauen Ketten eingehüllt, die sich auch um sie geschlungen hatten, als sie aus ihrem Schlaf erwacht war.

Ihr Herz hämmerte vor lauter Adrenalin und Angst - sie würde nicht ohne Severus gehen. Sie würde ihr Leben nicht für den Preis seines Lebens zurück nehmen. Sie liebte ihn; sie weigerte sich ohne ihn zu leben. Sie sah auch nicht zurück zu Harry, um zu sehen ob er noch immer da war, wo doch das Wichtigste in ihrem Leben vor ihr lag. ´Ich werde nicht Euridike sein´, gelobte sie. ´Weder Severus noch ich müssen unser Leben aufgeben - wir können uns gegenseitig retten.´

Sie konnte den Fluch jetzt lachen hören, als sie näher kam. Severus war in seine Ringe gewickelt, seine Augen waren kaum durch die Lücken die die Ketten ließen zu sehen, als sein Kopf plötzlich nach hinten ruckte, so dass sie seine leeren, leblosen Augen sehen konnte.

´Du kannst ihn nicht retten´, zischte der Fluch, Lucius Stimme, ´Dummes Schlammblut, so einfach zu manipulieren...´

´Lass ihn gehen´
, verlangte Hermine, kniete sich neben Severus Körper um heftig an den nebligen Ketten zu zerren.

´Niemals!´, zischte der Fluch zurück, ´Er gehört mir, genauso wie du.. Für immer und ewig...´

´Er gehört mir!´
, erwiderte Hermine. ´Du kannst ihn nicht haben.´

´Ich werde euch beide haben´
, kam die spöttische Antwort. ´Du kannst nicht mehr befreit werden... du bist hier ebenfalls gefangen... schmutziges Mädchen, dämliche Schlampe...´

Hermine bot noch einmal all ihren Willen gegen den Fluch auf, ihre Finger zu Krallen geformt, als sie an den Ketten riss die Snape festhielten. ´Ich werde es nicht zulassen, dass du uns bekommst!´, schrie sie, ihre Stimme hörte sich wie die einer wütenden Banshee an.

Der Fluch lachte. ´Du kannst nicht gewinnen´, höhnte er, ´Ich habe dich benutzt, um ihn in die Falle zu locken... Es ist alles deine Schuld... Dummes Mädchen...´

Severus bewegte sich plötzlich wieder, Hermines Stimme und ihre Bemühungen ihn zu befreien hatten ihn aus seiner betäubten Starre erwachen lassen. ´Nein...´, keuchte er, als Hermine bei den Worten des Fluches zusammenzuckte, ´Das ist nicht wahr...´

Lucius Stimme wurde seltsam hypnotisch, die Ketten wickelten und schlangen sich Hermines Ellenbogen hinauf, ´Es ist wahr, es ist wahr...´, sang er. ´Sie war der Köder... Ich fütterte ihre Träume, ich fütterte ihr Herz... Ich brachte sie dazu, sich in dich zu verlieben, du erbärmlicher Dummkopf... Glaubst sie könnte dich ohne meinen Einfluss lieben...´ Das Grau breitete sich aus, während es sprach, wanderte über ihre Schultern, wickelte sich in ihr Haar, ´Du liebst ihn nicht, du liebst ihn nicht...´

´Das tue ich´, widersprach sie, auch wenn das Grau sie übermannte, ´Ich tue es. Glaube nicht was es sagt, Severus. Der Fluch kontrolliert mein Herz nicht.. Wenn ich dich nicht lieben würde, wäre ich mit Harry gegangen. Du hast die Verbindung zerschnitten und mich befreit, nicht wahr? Wenn ich dazu verflucht war dich zu lieben, wären meine Gefühle verschwunden, als du die Verbindung unterbrochen hast.´

Severus wehrte sich immer noch, doch sie konnte seine Augen sehen. Sie waren unendlich traurig, schmerzlich anzusehen, als ob alle Träume die sie hatten zerstört worden waren. Er glaubte dem Fluch.

´Ich höre auf zu kämpfen, wenn du sie gehen lässt´, murmelte er gebrochen, ´Du brauchst sie nicht, wenn du mich hast.´

´Nobel, so nobel´
, spottete der Lucius-Fluch, ´Ich werde sie nie gehen lassen... Ich habe euch beide... Den Verräter und seine Hure...`

`Severus´, bettelte Hermine, Tränen traten ihr in die Augen. Sie hatte es geschafft durch ein paar Ketten zu brechen und seine Hand zu ergreifen. ´Sieh mich an. Wir können dagegen kämpfen! Du hast mir versprochen, mich hier heraus zu bringen und du hast noch nie ein Versprechen gebrochen. Du musst mich befreien und ich werde nicht ohne dich gehen. Ich liebe dich, Severus. Ich liebe dich. Götter, Götter, bitte..´

´Wie kannst du mich lieben?´
, murmelte Severus gebrochen und ließ sich von ihr weg in die Ketten sinken, ´Wenn ich dir gegenüber so versagt habe?´

´Niemals!´
, antwortete sie vehement, ´Du hast mich gerettet. Immer wieder hast du mich gerettet. Diesmal möchte ich dich retten. Lucius kann uns nicht schlagen - nicht solange wir ihn nicht lassen. Es ist elementare Magie. Liebe ist stärker als der Hass - und ich liebe dich. Glaube mir, ich tue es!´

´Ich liebe dich auch´
, erwiderte Severus, aber seine Stimme war müde, automatisch.

Das Grau um sie herum pulsierte und gackerte, schob Hermine tiefer in die sich windende Masse. ´Ich liebe dich, Severus!´, sagte sie noch einmal, ihre Augen weiteten sich, als sich seine Finger fester um ihre schlossen.

´Ich liebe dich auch, Hermine.´

´Narren´
, flüsterte der Fluch, ´Ihr kennt die Liebe nicht.´

´Doch´
, antwortete Hermine, ´Ich tue es. Ich liebe ihn. Du kannst uns nicht haben.´

`Du kannst uns nicht haben´
, wiederholte Severus, ´Nicht wenn ich endlich ein Leben gefunden habe, für das es wert ist zu leben.´

Die Ketten um sie herum erzitterten, ließen nach. ´Ihr habt gar nichts... Nichts... Schwächliche Dummköpfe!´

´Ja, Severus´
, bestätigte Hermine und griff seine Hände um mit aller Kraft daran zu ziehen. ´Lebe mit mir. Bleib bei mir, bitte. Gib nicht auf, lass ihn nicht gewinnen, wir können das gemeinsam besiegen.´

Snapes Arme waren plötzlich frei und um sie herum, ließ sich von ihr von dem Fluch wegziehen, welcher schrumpfte und durch den Boden verschwand. ´Hermine...´

´Nein, nein, nein, nein...´
, versuchte der Fluch zu schreien, als er verschwand und ließ die Halle leer und kalt zurück.

Sie standen einander umschlungen in der Mitte des Foyers. Hermine weinte und Severus wischte ihr sachte die Tränen weg, ehe er sich nach unten beugte und einen erleichterten Kuss gestattete. Nach einem Moment ließ er von ihr ab, lächelte als er ihre Hand ergriff und sie zum Eingang zog.

´Lass uns gehen und leben, meine Liebe.´

Hermine spürte wie warmes Licht sie erfasste und ihre innere Welt verblasste.
~~~~~~~~~~~

Helles, blendendes Licht erfasste sie zuerst. Sie blinzelte dagegen an und hörte einen lauten Ruf des Glücks links von ihr. Bevor Hermine die Möglichkeit hatte zu begreifen was geschah, fand sie sich in einer heftigen, warmen Umarmung wieder die ihr die Luft aus den Lungen presste.

„Hermine!“ Harrys Stimme war nahe an ihrem Ohr und durch ihre blinzelnden Augen konnte sie eine Steindecke sehen, die vom Sonnenlicht erhellt wurde. „Du bist raus gekommen! Du bist zurückgekommen! Oh, Hermine!“

„Mr. Potter!“, eine scharfe Stimme schnitt durch Harrys Euphorie und Hermine spürte den warmen Körper ihres Freundes von ihrer linken Seite weichen.

Sie drehte langsam ihren Kopf, spürte Muskeln brennen und Nerven prickeln, angesichts der vergessenen Bewegung. Sie war wirklich draußen. Alles fühlte sich zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich real an. Tränen kitzelten ihre Augenwinkel als sie Harry ansah, seine Brille war verrutscht und seine Augen wurden von Freudentränen überflutet.

„Harry“, krächzte sie und hustete leicht.

„Aber, aber, geben Sie dem Mädchen etwas Raum, Mr. Potter. Oh Miss Granger, Sie haben uns hier einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Hier, trinken sie das meine Liebe, Sie werden dann besser sprechen können.“

Eine Tasse wurde an Hermines Lippen gebracht und eine kühle Flüssigkeit glitt ihre Kehle hinab und beruhigte ihre ungebrauchten Stimmbänder. Ein vertrautes Gesicht lächelte sie an, umgeben von braunem Haar das am Ansatz schon ergraute. Doch die Erscheinung war nicht wichtig, sie hätte Netties Stimme überall erkannt.

Hermine leckte sich über ihre Lippen und lächelte. „Nettie“, grüßte sie weich. „Wo...?“

eine Bewegung an ihrer rechten Seite ließ sie herunter sehen. Sie bemerkte, dass ihre rechte Hand in einer wesentlich größeren lag, lange Finger und eine feuchte Handfläche waren gegen ihre gepresst. Langes, schwarzes Haar fiel über ihren Unterarm und ein paar Strähnen lagen auf ihrem Magen. Der schwarz gekleidete Körper bewegte sich und der Kopf hob sich langsam, das Gesicht von ihrem Blick abgewandt.

„Severus“, hauchte Hermine und drückte die Hand, die in ihrer lag.

Snapes Kopf drehte sich um, seine Augen waren weit und glitzerten, fast so als wäre er überrascht, dass Hermine wach war und mit ihm sprach. Sie gab ihm ein scheues Lächeln, welches er nicht erwiderte. Stattdessen setzte er sich aufrechter hin, doch seine Hand verblieb in ihrer.

„Du hast es geschafft“, presste sie heraus und wollte, dass der ungläubige Ausdruck aus seinen Augen verschwand. Sie war so glücklich, dass sie diese Augen so gut kannte und diese in der realen Welt genauso aussahen wie in ihrem Geist. „Wir sind raus, du hast mich gerettet.“

Professor Dumbledore trat dann in ihr Sichtfeld und trat an Severus Seite. Er legte eine knochige Hand auf seine Schulter und tätschelte sie sachte, Erleichterung und etwas das wie Tränen aussah glitzerte in seinen blauen Augen. „Gute Arbeit, mein Junge“, gratulierte er.

Hermine grinste, sie wusste genau, dass das ziemlich albern aussehen musste. Snape sah wirklich ausgezehrt aus - dunkle Ringe umrandeten seine Augen und sein Haar hing in fettigen Knoten herunter. Er sah viel schlechter aus, als sie ihn je in ihrem Verstand gesehen hatte, doch das machte nichts. Es war einfach nur das Gesicht des Mannes den sie liebte.

„Severus du siehst wirklich miserabel aus“, stichelte sie.

Das schien eine Reaktion bei ihm hervor zu rufen, jedoch nicht die die sie erwartet hätte. Er rückte plötzlich von ihr ab, ließ ihre Hand fallen als ob er sich daran verbrannt hatte und stand schnell auf.

Hermine blinzelte besorgt. „Severus..?“

„Miss Granger“, unterbrach er sie steif. „Ich bin froh Sie wohlauf zu sehen. Wie es scheint war die Entziehung ein voller Erfolg.“

„Was zum Teufel faselst du da, Snape?“, schnappte Harry mit finsterem Gesicht von der anderen Seite ihres Bettes.

„Severus...“, begann Dumbledore beschwichtigend.

„Klappe, Potter. Ich bin in Ordnung Albus, nur ein wenig erschöpft von... der..“ Snape schwankte, seine Augen waren plötzlich unfokussiert. Ein kurzes Stöhnen kam über seine Lippen, bevor er vorn überkippte und plump neben Hermine auf das große Bett fiel.

Nettie rauschte vor und untersuchte Snape, legte eine Hand auf sein Handgelenk dann auf seine Stirn. „Erschöpfung“, gab sie nach ein paar Sekunden bekannt.

Hermine atmete erleichtert aus.

„Er muss in den Krankenflügel“, fuhr sie fort. „ Er braucht ein paar Tage ungestörte Ruhe und eine vernünftige Mahlzeit.“ Ihre Augen trafen entschuldigend auf Hermines. „Er hat sich sehr für Sie verausgabt, meine Liebe.“

Hermine nickte verstehend und legte sanft ihre rechte Hand auf seinen Kopf. „Passen Sie auf ihn auf, Nettie. Ich komme für einen Besuch vorbei, sobald ich in der Lage bin mich zu bewegen.“

Die Krankenschwester lächelte. „Ich dachte mir schon, dass Sie das sagen würden.“ Sie drehte sich zu Harry um, „Passen Sie auf sie auf, ich bringe Professor Severus zu Poppy.“

Mit einem Wink ihres Zauberstabes hob Nettie sachte den Körper von Snape vom Bett und dirigierte ihn leise zum Flohnetzwerk. Hermine lehnte sich zurück in ihre Kissen und unterdrückte das Bedürfnis laut zu lachen. Severus war wirklich stur, ob er nun hier oder in ihrem Verstand war. Sie hoffte nur, dass er sie nicht wieder monatelang warten lassen würde, bis er es ihr erlaubte ihn zu küssen.
~~~~~~~~~~~


Glücklicherweise schien es nicht so, dass Hermine so lange warten musste. Als Snape am nächsten Tag im Krankenflügel erwachte, sah er als erstes Hermine die es sich in einem Stuhl neben seinem Bett bequem gemacht hatte und die neueste Ausgabe der Bibliothek eines Zaubersprüchebuches las. Sie lächelte ihn an, berührte seinen Arm, dann seine Wange und sein Haar, die Berührung war so vertraut und doch so neu für ihn, als sie in der Realität stattfand. Sein Herz flatterte und hämmerte in der Weise, wie es das immer tat, wenn sie in seiner Nähe war. Er konnte es kaum glauben, dass diese intelligente Hexe ihn liebte.

Sie blieb und sprach mit ihm, wobei sie den Großteil des Gesprächs anführte bis er wieder auftaute. Als sein Essen kam, fütterte sie ihn selbst mit einer Gabel, lächelte und stichelte ihn wegen der mürrischen Blicke die er ihr zuwarf, als sie sein Fleisch in kleine, leicht zu kauende Stücke schnitt. Snape ließ es zu, dass sie näher bei ihm saß als der Nachmittag anbrach, bis er es sich selbst erlaubte sie vorsichtig zu berühren. Es war nur eine flüchtige Liebkosung an ihrem Hinterkopf, doch sie spürte es und strahlte ihn an, ehe sie ihm einen Kuss auf seine stoppelige Wange drückte. In diesem Moment wusste er, dass es ihm verziehen war, dass er an ihr gezweifelt hatte.

Zwei Tage später hatte die Nachricht ihre Runde in der Schule gemacht. Das Willkommen-Zurück-Fest war genauso wie sie es erwartet hatten und noch viel mehr. Albus hatte sich selbst übertroffen und die Tische stöhnten unter dem Gewicht des Festessens. Die Schüler von Hogwarts, die ihren Zaubertränkelehrer noch nie zuvor so glücklich gesehen hatten, sahen beklommen zu, wie er die Hexe die neben ihm saß, oftmals anlächelte; die legendäre Hermine Granger, die wundersamerweise von dem Fluch befreit wurde, der sie für fast zwei Jahre ins Koma gebracht hatte.

Nettie Pomfrey und Harry Potter hatten die Ehrenplätze neben Hermine und Snape erhalten. Hin und wieder lehnte sich Madam Pomfrey über Snape um etwas zu Hermine zu sagen, oder Snape den Arm zu tätscheln, als müsse sie sich wirklich davon überzeugen, dass er da war.

Potter sah nicht einmal finster zu Severus, noch sah der ältere Mann ihn finster an. Als ein paar Tage später das Wort die Runde machte, dass die beiden Männer zusammen an der Befreiung von Miss Granger gearbeitet, so gab es mehr Leute die es glaubten, als die, die es nicht glaubten.

Es war keine große Überraschung, als Professor Snape und Hermine Granger ein paar Wochen später ihre Verlobung bekannt gaben. Als Snape beschlossen hatte, das Lehren gegen ein privates Leben des Forschens einzutauschen, waren Albus Dumbledore und Minerva McGonagall die ersten die ihm gratulierten und sagten, dass es an der Zeit war, dass er das tat was er wollte.

Das Paar kaufte sich ein kleines Häuschen außerhalb von Hogsmeade - es hatte ein exzellentes Labor, in dem sie zusammen arbeiten konnten - und es war nah genug an Hogwarts um Besucher zu empfangen und andererseits weit genug entfernt, dass keiner ihre Gastfreundschaft ausnutzte.

Sie bereisten, in ihrer drei Monate langen Hochzeitsreise, die Welt - Severus nahm seine junge Frau mit zu all den Plätzen die er alleine besucht hatte: die ägyptischen Pyramiden, die Ruinen von Atlantis, die chinesische Mauer, die Mayabibliotheken und Griechenland - wo Hermine lernte, dass er über die Bräunungsstreifen keine Witze machte.

Severus Snape, meisterhafter Bastard, Extodesser, Exspion, Ex-Schmieriger-Penner und frischgebackener verliebter Mann, lernte was es bedeutete von den Menschen akzeptiert zu werden, von denen es wichtig war.

Und Hermine Granger-Snape? Sie war glücklicher als je zuvor.


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Zitat
Ich war neulich bei Topshop und eine Frau, die dort arbeitete sagte zu mir: 'Witzig, du siehst genauso aus wie das Mädchen, das Hermine spielt!' - 'Äh ja, weil ich es bin.' - 'Bitte? Was? Wie bitte!?'
Emma Watson