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Fanfiction

Heart with no Companion - 5. Nettie

von eule20

5. Nettie


Ich bin schon immer eine hoffnungslose Romantikerin gewesen. Ich hasse es das zuzugeben, aber es ist wahr. Ich nehme an, dass ich mich deshalb so sehr für Professor Snape interessiert habe. Versteht mich nicht falsch - ich bin nicht in diesen Mann verliebt. Ganz ehrlich, ich glaube ich habe niemals in meinem ganzen Leben einen sarkastischeren, herablassenderen, gesellschaftsfeindlicheren Bastard wie ihn kennen gelernt.

Keinesfalls würde er zu mir passen. Aber... es war etwas an ihm, wenn er Miss Granger besuchte, das einfach - richtig war, das ist das einzig Passende was mir einfällt. Schaut nicht so schockiert. Es ist nicht so, dass ich ihm während seiner Besuche hinterhergeschnüffelt hätte, oder so. In der Tat, weit gefehlt. Sobald Professor Snape auftauchte, nahm ich Reißaus.

Wie auch immer, im Laufe so vieler Monate, bekommt man unbeabsichtigt irgendwelche Dinge mit, oder läuft an angelehnten Türen vorbei und hört Dinge, die man vielleicht nicht hören sollte.

Nehmen wir, zum Beispiel, die Art wie er mit ihr redet. Zu jedem anderen ist er kalt und sarkastisch. Der Mann hat eine so scharfe Zunge, dass er selbst einem Zeppelin damit die Luft nehmen könnte. Poppy erzählte mir, dass er mit jedem so umgeht und ich es ihm nicht übel nehmen solle, wenn er es auch bei mir täte, was ich auch versuchte. Sie schien ihn irgendwie gern zu haben, trotz seiner fehlenden Manieren. Ich sagte es ihr, während unserer häufigen Diskussionen über ihn, die wir letzter Zeit führten und wisst ihr was sie zu mir sagte?

„Selbstverständlich mag ich ihn, Liebes, so sehr wie man einen Mann wie ihn mögen kann. Ich mag ihn trotz seiner selbst und ich wage zu behaupten, dass dies die einzige Möglichkeit ist ihn zu mögen. Ich habe ihn in den letzten Jahren oft genug zusammengeflickt, um zu wissen, dass er wie wir alle rot blutet. Er macht mir keine Angst mehr - jedenfalls nicht viel.“

Ich gestehe, ich mochte ihn auch. Er war eine faszinierende Gegensätzlichkeit eines Mannes - so schroff und sarkastisch zu jedem den er traf - jedoch so sanft und hingebungsvoll zu ihr. Er war der perfekte tragische Held, dunkel und gequält, doch darunter sehnte er sich nach Gesellschaft wie jeder andere von uns. Auf jeden Fall mochte ich es, ihn auf diese Weise zu sehen.
Poppy würde mir erzählen, dass ich zu viele Muggelromane läse, wenn ich ihr das jemals erzählen würde. Ich mag meine Bücher von Bronte und Austen!

Jedenfalls, bei den Gelegenheiten an denen ich an Miss Grangers Zimmer vorbeigehe und er zu Besuch da ist, höre ich immer wie er mit ihr redet. Seine Stimme ist, wenn er sie nicht gerade als eine Art Waffe gebraucht, wirklich wundervoll. Sie ist durch und durch dunkel und sanft, beinahe samtig, wie das Schnurren eines Löwen. Er erzählt ihr Geschichten über dies und das, oder erwähnt, dass er etwas gelesen hat, was ihr gefallen würde. Einmal hörte ich, wie er ihr aus einem Buch vorlas - nichts poetisches oder blumiges, nur ein vage Theorie über die Eigenschaften von Salz, welches direkt von den Salzsäulen Sodom und Gomorrahs genommen wird, gegenüber den Eigenschaften von Salz aus Atlanta.
Doch seine Stimme war so klangvoll und sanft gewesen, dass es mir den Atem geraubt hatte.

Ich habe mich oft gewundert, über ihn – über sie - über beide. Warum fuhr er damit fort sie täglich zu besuchen? Nach dem zu urteilen was Poppy erzählte, waren er und Miss Granger, vor und während des Krieges, schließlich weit davon entfernt gewesen befreundet zu sein, dennoch zeigte er ihr eine zarte Hingabe, die nicht einmal von ihren engsten Freunden gezeigt wurde.

Wohlgemerkt, ich sage nicht, dass niemand anderer sie besuchte. Harry Potter schaute manchmal vorbei. Ich habe ihn seit dem ersten Tag drei Mal gesehen - einmal an ihren Geburtstag, einmal an Weihnachten und einmal im Frühling - doch er fühlte sich jedes Mal sichtlich unwohl und bleib nie lange da.

Molly Weasley war ein paar Mal da gewesen. Lasst euch sagen, sie ist eine Frau die man nur schwer übersehen konnte. Sie bringt immer neue Nachthemden für Miss Granger mit, die mit ihrem Namen versehen sind. Bei jedem Besuch sitzt sie neben ihrem Bett, knetet ihr Taschentuch und beginnt, mit präziser Verlässlichkeit, innerhalb der ersten fünf Minuten zu weinen. An Weihnachten brachte sie ihr einen selbstgemachten Morgenmantel mit, in dem scheußlichsten dunkelorange das ich je gesehen habe und mit einer noch hässlicheren Reihe von bananengelben H´s entlang der Säume, und bestand darauf, dass ich das Ding Miss Granger sofort anzog.

Mir tat Miss Granger immer ein wenig Leid, nachdem Mr. Potter und Mrs. Weasley sie besucht hatten – nicht, dass sie nicht absolut liebenswürdige Personen waren, aber sie sprachen nie mit ihr, wie Professor Snape es tat. Sie zu besuchen machte die beiden traurig und wenn sie gegangen waren schienen sie eine trostlose Atmosphäre zurückzulassen.
Ihre Besuche schienen immer so gezwungen, wie etwas das aus Pflichtgefühl getan wurde, anstelle aus dem Wunsch dazu.

Mit Professor Snape war es etwas vollkommen anderes. Ich bin mir sicher, dass er sie besuchte weil er es wollte. Sobald er den Raum betreten und einen Blick auf sie geworfen hatte – seine Anspannung war augenblicklich verschwunden.
Er genoss es bei ihr zu sein, ich konnte keine andere Erklärung finden, weshalb er sonst täglich zu ihr kommen sollte. Das ist das, was ich mir vorstellte.

Und hier liegt mein zweiter Fehler. Eine hoffnungslose Romantikerin zu sein, verschafft mir auch eine blühende Fantasie. Ich erwische mich selbst dabei, kleine Szenen zu kreieren, mit Leuten die mich interessieren und Professor Snape war einer davon. Wie konnte es auch anders sein? Der Mann war ein Rätsel, verpackt in Geheimnissen. Es schien mir so, dass niemand ihn wirklich kannte, nicht einmal meine Schwester, auch wenn sie oft genug betont hatte, dass Schulleiter Dumbledore Snape sehr gut zu verstehen schien. Irgendwie machte das die Gerüchte um Dumbledores Allwissenheit glaubwürdiger.

Als Poppy von mir erfuhr, dass er Miss Granger noch immer besuchte, war sie mehr als überrascht.

„Aber was tut er?“, hatte sie gefragt. „Wieso besucht er sie?“

Ich war mir sicher, dass ich es nicht wusste, aber ich meinte, dass er sich um sie sorgte. Vielleicht hatte er sie, während ihrer Schulzeit, aus der Ferne bewundert, von dem Tabu einer Beziehung zwischen Lehrer und Schülerin wissend, was ihn davon abhielt ihr seine wahren Gefühle zu offenbaren. Als sie sich geopfert hatte um ihn zu retten, hatte er realisiert, dass er nie die Gelegenheit bekommen würde ihr zu sagen was er fühlte - mit gebrochenem Herzen hatte er sich geschworen sie täglich zu besuchen, um auf diese Weise seine Loyalität zu bekunden.

Schnaubt nicht! Ich weiß, dass es weit hergeholt ist. Wenn ich so etwas jemals Poppy gegenüber erwähnt hätte, sie hätte mich ausgelacht. Aber ich mochte es meine eigenen kleinen Geschichten zu weben und es schien niemanden zu verletzen. Was könnte noch tragischer und romantischer sein, als ein Mann wie Snape der das Mädchen liebt, welches ihn gerettet hatte? Besonders wenn das Mädchen körperlich am Leben war, aber nicht lebte.

Wenn ich mal ganz offen spreche, mir schien es, als war sein Herz eines ohne Freund und seine Seele ohne ein Zuhause.

Ich hatte mich so sehr daran gewöhnt ihn täglich zu sehen, dass es mich völlig überrumpelte, als er nicht auftauchte. Er erschien immer, pünktlich wie ein Uhrwerk, um 18:45 Uhr und blieb bis 20:15 Uhr. Immer. Doch letzten Montag nicht.

Miss Granger war immer vorbereitet. Ehe er eintraf, legte ich immer ein paar Kissen unter ihren Oberkörper, dass sie fast aufrecht saß - das ließ sie eher wie ein Mensch und etwas weniger wie eine Hülle aussehen, wenn ihr wisst, was ich meine. Ich ging sicher, dass ihre Augen gut befeuchtet waren, so dass ich nicht zwischendurch reinkommen musste, um ein paar Tropfen hineinzugeben, während er da war, und dass ihr Haar offen und frisch gekämmt war.

Da es ein Montag war, hatte sie auch ein frisches Nachthemd an - aus wunderschöner, leuchtendgrüner Baumwolle, was ihrer Hautfarbe sehr schmeichelte. Es war wirklich erstaunlich wie gesund sie aussah, wenn man bedachte wie lange sie schon im Koma lag.

Stellt euch dann mal meine Verwunderung vor, als er nicht auftauchte. Ich dachte mir, dass ihn etwas aufgehalten hatte – immerhin hatte er nie einen Besuch in über achtzehn Monaten ausfallen lassen. Doch sein Tee blieb unberührt und war kalt geworden, als ich ihn vom Beistelltisch nahm.

„Ich glaube, er kommt heute Abend nicht, Liebes“, murmelte ich, als ich Miss Granger zum schlafen vorbereitete, indem ich die Kissen wegnahm und sie in eine bequeme Ruheposition brachte. „Ich hoffe, ihm ist nichts zugestoßen.“

Ich hätte natürlich Poppy anflohen können. Tatsächlich kostete es mich meine ganze Willensstärke es nicht zu tun, aber ich wollte nicht auf diese Weise in sein Privatleben eindringen. Wahrscheinlich ging es ihm gut und er hatte beschlossen heute nicht zu Besuch zu kommen, aus welchem Grund auch immer. Ich versuchte mir vorzustellen, was ihn von Miss Granger fernhalten konnte, nach seiner bisherigen Hingabe, doch alles was mir einfallen wollte, schien viel zu banal zu sein.

Ich wusste, dass er nicht fernbleiben würde, nur weil er Tests zu benoten hatte - er hatte seine Arbeit schon hierher mitgebracht. Ich dachte auch nicht, dass er plötzlich der Meinung war, mal eine Pause einlegen zu müssen, er hatte in der Vergangenheit schließlich auch nicht dazu tendiert. Ich versuchte, nicht das Schlimmste anzunehmen; dass dem Mann vielleicht etwas passiert war, das ihn davon abhielt hierher zu kommen, doch ich schob den Gedanken schnell beiseite.

Es war während des nächsten Tages, als ich endlich die Möglichkeit bekam den Tagespropheten zu lesen und von dem Unfall erfuhr. Neben dem Artikel über die Explosion, war ein wirklich unschmeichelhaftes Foto von ihm, er stierte nach unten zu irgendjemandem der genug Mut aufgebracht hatte, um dieses Bild von ihm aufzunehmen.

Ich erzählte Miss Granger später alles davon, währen ich ihre Bettwäsche wechselte.
„Meine Liebe, es sieht so aus, als sei dein Professor Snape erneut zum Helden geworden! Der Zeitung nach, rettete er einen Jungen in Hogwarts vor dem sicheren Tod, nachdem ein Kessel im Zaubertränkeunterricht explodiert war. Beide liegen auf der Krankenstation und ich bin mir sicher, dass Poppy sie wieder wunderbar zusammenflicken wird.“

Später an diesem Abend, als ich meine Schwester anflohte, um mich nach Professor Snapes Gesundheitszustand zu erkundigen, hatte sie gelacht. „Ich musste ihm die doppelte Dosis des Schlaftrankes verpassen, um diesen verflixten Mann im Bett zu halten. Selbst nach all den Jahren weigert er sich zu glauben, dass ich weiß was ich tue. Apropos, was macht Hermine?“

Ich seufzte, „Dasselbe wie immer. Ich bin froh, dass Professor Snape nicht ernsthaft verletzt wurde.“

Poppy lachte wieder, „Oh doch, er war es. Beide, er und Dennis Creevey. Hätte er diesen Rauch noch etwas länger eingeatmet, wäre nichts mehr von seiner Lunge übrig gewesen, was man hätte nachwachsen lassen können. Ich befürchte, den armen Dennis hat es am schlimmsten getroffen, aber trotzdem........ Ich erwarte nicht, dass Severus so schnell wieder zu Besuch kommen wird.“

„Bitte sende ihm meine Grüße, Poppy, und die besten Wünsche zur schnellen Genesung. Ich bin mir sicher, dass Miss Granger nicht einmal bemerkt, dass er nicht kommt.“

Meine Schwester grinste boshaft als sie das hörte, „Ich werde sicher gehen, ihm genau das zu sagen, Nettie!“

Ohne seine Besuche wurde es eine lange Woche. Mir war nicht bewusst gewesen, wie sehr ich auf sie zählte, um die Routine meines Tages zu durchbrechen. Wenn er kam, gönnte ich mir normalerweise selbst eine Tasse Tee im Aufenthaltsraum der Mitarbeiter, ehe ich den Papierkram oder andere kleinere Arbeiten erledigte, die ich tagsüber vernachlässigt hatte. Ohne ihn, der Miss Granger besuchte, widerstrebte es mir seltsamerweise ihr Zimmer zu verlassen. Das arme Mädchen war jetzt völlig allein, auch wenn es nur für kurze Zeit war, und sie tat mir Leid.

Vielleicht war es nur, weil ich begonnen hatte mehr Zeit bei ihr zu verbringen, doch in dieser Woche fiel mir etwas Merkwürdiges auf. Am dritten Tag von Snapes Abwesenheit, bemerkte ich, dass sich ihr Haar ungewohnt trocken und brüchig anfühlte, während ich die Knoten herauskämmte. Da es sich sonst immer wie lebendige Seidenbänder anfühlte, war die Veränderung irgendwie störend. Ich beschloss, ihr Haar noch einmal zu waschen und dann extra viel Feuchtigkeitsbalsam zu benutzen, um zu sehen, ob ich das Problem damit beheben konnte. Während es trocknete nahm ich eine größere Portion der Haarkur und verhexte sogar die Luftfeuchtigkeit im Raum, so dass sie etwas höher war, als normal. Schnell wurde ersichtlich, dass beides nicht zu funktionieren schien.

An diesem Morgen hatte ich sogar die Bürste von abgebrochenen Haaren säubern müssen. Ich sah auch einige davon auf ihrem Kopfkissen und ihrer Bettwäsche. Ihr Haar war niemals zuvor abgebrochen - nicht seit Professor Snape es hatte nachwachsen lassen. Als ich mir die Zeit nahm, um die Strähnen zu begutachten, bemerkte ich, dass die Farbe stumpf war, als ob jemand die ganzen kleinen goldenen und muskatfarbenen Strähnchen weggenommen hätte.

Es war Freitag und ich hatte mir überlegt, dass Miss Granger an diesem Nachmittag ein Bad bekommen würde, ein echtes mit Wasser und danach parfümierte Creme. Außerdem wollte ich ihr etwas von diesem teuflischen Muggelspray, welches Mr. Potter ihr vor langer Zeit dagelassen hatte, auftragen. Egal wie lästig es sein konnte sich mit einer solchen Masse von Haaren zu befassen, ich gebe zu, dass ich angefangen hatte es zu mögen. Ich hasste es daran zu denken, dass ihr erzwungenes Koma sie nun endgültig erreichte, dass etwas die Macht hatte sogar das schöne Haar zu zerstören, welches Professor Snape ihr so sorgfältig zurückgegeben hatte.

Ich war gerade damit beschäftigt vorsichtig die Seife aus ihrem Haar zu waschen, als, zu meiner Überraschung, Professor Snape in den Raum rauschte, mit weniger Anmut als üblich. Da es Nachmittag war hatte ich ihn nicht erwartet, deshalb war Hermine noch völlig nass und in ein Laken gewickelt. Ich war völlig vergessen, als er Miss Granger für bestimmt dreißig Sekunden anstarrte, ehe er sich schnell umdrehte und die Wand anschaute.

Mir war tatsächlich zum Lachen zumute. Da ich ihn so lange nicht gesehen hatte, machte mich seine Anwesenheit eher glücklich, anstatt dass ich mich darüber ärgerte, dass er meine Patientin derartig anglotzte. Der arme Mann ist wahrscheinlich so rot geworden wie ein Schuljunge.

„Ich hatte Sie heute gar nicht erwartet, Professor Snape“, sagte ich, während ich krampfhaft versuchte das freche Grinsen aus meiner Stimme zu verbannen. Ich beendete das Ausspülen von Miss Grangers Haaren und begann es mit einem Handtuch zu trocknen.

„Poppy hat Sie also rausgelassen? Wie geht es Ihnen?“

Anhand seiner steifen Haltung konnte ich erkennen, dass er finster dreinschaute, „Danke, ich atme. Sind Sie bald fertig?“

„Geben Sie mir noch einen Augenblick, ich muss ihr noch ihr Nachthemd anziehen. Ich finde ein richtiges Bad mit Wasser bringt ihr mehr, als sie nur sauber zu hexen. Ihr Haar sieht immer besonders schön aus, wenn es richtig gewaschen wurde.“

Snape, der immer noch mit dem Rücken zu mir stand, verschränkte die Arme vor seiner Brust und schnaubte: „Gewiss.“

Schnell nahm ich das Laken weg, welches unter ihren Achseln festgeklemmt war und ließ das Nachthemd über ihren Kopf gleiten, während ich mit einem veränderten Trocknungszauber ihre Haut trocken hexte. Das Spray, welches Mr. Potter da gelassen hatte, hinterließ einen himmlischen Geruch von Jasmin und Schwertlilien. Ich konnte sehen, wie Professor Snape den Duft inhalierte und sich seine Schultern etwas entspannten, als der warme Dampf vom Bad um seinen Kopf herumwaberte.

„So, fertig, alles erledigt.“ Er drehte sich um und ich lächelte fachmännisch, während ich seine Erscheinung musterte. Er sah fürchterlich aus. Seine Haut war noch blasser als sonst, mit dunklen Ringen unter seinen Augen. Er hatte in der Woche seiner Abwesenheit an Gewicht verloren und das hagere Aussehen seines Gesichts ließ seine Nase noch größer erscheinen als sonst. Ich konnte sagen, dass er noch immer Schmerzen hatte, weil er mit nach vorne gebeugten Schultern dastand, als ob ihm jemand in die Brust geboxt hatte. Und auch wenn ich von Poppy wusste, dass er dazu gezwungen worden war seine Klassen vorerst abzugeben, sah er aus, als hätte nicht mehr geschlafen, seit ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Der Mann war ein Wrack.

„Kann ich ihnen einen Tee bringen? Brauchen sie irgendetwas?“ Ich versuchte mir meine Besorgnis nicht ansehen zu lassen, da ich wusste dass er es hasste, doch er schnauzte mich trotzdem an.

„Was ich brauche, Madame Pomfrey, ist meine Ruhe.“
Ich entschloss, mich seinen Wünschen zu beugen und verließ zügig Miss Grangers Zimmer.
Als ich mich umdrehte um die Tür zu schließen, sah ich, wie er sich in den üblichen Stuhl neben ihrem Bett fallen ließ.

Vierzig Minuten später kam ich zurück und hatte eine Tasse Tee, sowie leckere Butterkekse aus dem Pausenraum dabei. Wenn jemals ein Mann ein heißes Getränk und etwas zu Essen gebrauchen könnte, dann war es der, den ich in Miss Grangers Zimmer zurückgelassen hatte. Ich hoffte nur, dass er nicht zu verärgert über mein Eindringen sein würde- ich hatte schließlich etwas für ihn dabei.

Vorsichtig klopfte ich mit meinem Ellenbogen an die Tür, ehe ich sie mit meinem Fuß aufstieß, „Professor Snape?“

Er hing schief auf seinem Stuhl, sein Kopf ruhte auf Miss Granger Matratze, direkt neben ihrem Arm. Sein strähniges Haar war ihm ins Gesicht gefallen und einige von den längeren Strähnen lagen auf Miss Grangers Bauch.

„Professor Snape? Sind sie in Ordnung?“, fragte ich besorgt und stellte das Tablett beiseite um ihn vorsichtig an der Schulter zu rütteln.

Der Mann erwachte schläfrig blinzelnd, bevor er plötzlich aufschreckte und mich anstarrte, gleichzeitig eine ziemlich blasse Gesichtsfarbe bekommend.

„Sie sehen blasser aus als sonst, Professor Snape. Weiß Poppy das sie hier sind? Ich wette nicht. Ich wage zu behaupten, dass es so aussieht, als könnten Sie einige Stunden erholsamen Schlafs gebrauchen.“

Snape starrte mich an und seine normale Gesichtsfarbe kehrte schnell zurück, „Poppy und ihre Wünsche sind für mich nicht von Belang. Ich bin erwachsen und kann gehen wohin ich will, ungeachtet dessen, was sie von ihr gehört haben mögen.“

Unterdrückt tat ich mein Missfallen darüber Kund und seine Augen verengten sich zu Schlitzen. „Wagen Sie es ja nicht mir Lektionen zu erteilen. Ich brauche weder Sie noch Poppy, um über mich zu plaudern wie eine Meute überheblicher Hühner!“

„Was Sie brauchen, Professor, ist wesentlich mehr Schlaf als der, den sie seit dem Unfall bekommen haben“, argumentierte ich vernünftig. Ich hätte nie gedacht, dass er so scheußlich werden könnte, wenn er so abrupt geweckt wurde. „Ich sage ihnen das als Heilerin und auch, hoffentlich, als eine Freundin. Poppys Rat ist nicht ande...“

„Ihre Schwester, Madam Pomfrey, ist eine alte Fledermaus, die sich in Dinge einmischt, die sie nichts angehen“, unterbrach er mich mit kalter, grimmiger Stimme und baute sich vor mir auf, um zu mir herabzublicken. „Ich hatte gehofft, dass ihre krankhafte Neugierde und ihre Neigung zu tratschen, ein Charakterzug wäre, der nur ihr anhaftet und nicht mit der gesamten Familie geteilt würde. Mir scheint, dass ich falsch gelegen habe. Seien Sie beruhigt, ich weiß sehr wohl, wann ich nicht mehr willkommen bin.“

Er schob sich an mir vorbei und begab sich in Richtung Tür, doch seine Schritte waren unbeholfen, so dass er sich am Türrahmen festhalten musste, um nicht dagegen zu laufen. In diesem Moment war ich ernsthaft hin- und hergerissen, zwischen dem Wunsch ihm zu helfen und dem Bedürfnis meinen Kopf auf meinem Hals zu behalten. „Aber wann werden Sie wieder kommen?“, wagte ich zu fragen, zu überrascht, um irgendetwas anderes von mir zu geben.

„Gar nicht“, knurrte er und mit dem Rauschen seines Umhangs war er verschwunden.


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Sie ist eindeutig der Wolf im Schafspelz, also überhaupt nicht so 'pink', wie sie aussieht.
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