Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Heart with no Companion - 8. Hermine

von eule20

Kapitel 8 Hermine

Die Stimmen waren zurück. Oder eher eine Stimme. In dem alten Zaubertränkeklassenraum in dem sie war, zusammengerollt wie eine Kugel, hörte sie die Stimme durch ihren Geist hallen, hörte, wie sie ihren Namen rief: ´Hermine!´

Es war seine Stimme.

Selbstverständlich antwortete sie nicht darauf. Schon früher hatten die Stimmen versucht sie hereinzulegen, hatten versucht sie aus ihrem Zufluchtsort herauszulocken. Sie würde es nicht tun. Sie wusste, wenn sie diesen Ort verließ, würde sie ihre letzte Verbindung zu ihm verlieren und wenn sie es täte würde sie ihren Widerstand gegen die Verrücktheit verlieren, bei der es ihr immer schwerer fiel sich dagegen zu wehren.

"Hermine!"

Sie konnte laute Schritte hören, die die Gänge entlang hallten; ein schweres Atmen, welches nicht ihr gehörte. Welchen Geist ihr Verstand jetzt auch heraufbeschworen hatte, um sie endgültig über die Klippen des Wahnsinns zu stoßen, er kam stetig näher.

"Hermine!" Die Stimmen waren wesentlich trickreicher geworden, so wie sie seine Stimme benutzten, in dem Wissen wie sehr sie ihn vermisste. Es war schwer nicht darauf zu antworten. Sie spürte wie sie sich auf die Lippe biss, um seinen Namen nicht laut auszusprechen und Tränen sammelten sich in ihren Augen. Sie versuchte das Schluchzen welches sich in ihrer Kehle sammelte zu unterdrücken, doch es fand trotzdem seinen Weg nach draußen.

Sie war es leid allein zu sein.

Die Schritte im Flur verstummten. Die große, schwarze Tür die halb in ihren Angeln hing, schwang leicht auf, ehe sie zu Staub zerfiel.

"Hermine?"

Er stand im Türrahmen, umrissen von dem Dreck der um ihn herum schwebte. Seine Stimme war leicht kratzig, als ob er ein großes Gefühl unterdrücken würde. Hermine wusste, dass sie daran zerbrechen würde.

Er war nicht wirklich dort. Ihr Verstand war letztendlich gebrochen und hatte das eine heraufbeschworen, das sie garantiert zerstörte. "Severus?", ihre Stimme war leise, eingerostet durch den Nichtgebrauch und den Tränen und so voll von unsinniger Hoffnung, dass sie zusammen zuckte. "Bist du es wirklich? Bist du es wirklich?"

Snape schritt in den Raum hinein, seine weit ausgreifenden Schritte verschlangen die Entfernung zwischen ihnen, ehe er vor ihr auf die Knie sank. Es schien als würde er weinen, Spuren von Tränen zogen sich durch sein schmutziges Gesicht. "Ich bin es, Hermine. Ich bin hier."

Hermine wusste, dass er log, selbst als sie aus dem Stuhl glitt in dem sie sich zusammengerollt hatte und in seine Arme sank, aber es kümmerte sie nicht.

Sie wollte nicht mehr alleine sein. Sie würde lieber verrückt und wahnhaft sein, als alleine, das war sicher. Wenn sie schon von Verwirrtheit zu Verrücktheit wechseln müsste, dann würde sie es lieber in seinen Armen tun, als irgendwo sonst.

"Severus, wo bist du gewesen? Ich habe dich so sehr vermisst!"

Sie wusste nicht wie lange es her war, dass sie das letzte Mal eine Stimme in ihrem Kopf gehört oder eine andere Person gesehen hatte. Sie hatte gedacht, das ihr Snapedoppelgänger schon vor Ewigkeiten verschwunden war, nicht lange nachdem auch der echte Snape gegangen war, doch er war zurück und dieses Mal war er nicht garstig.

Sie hatte ernsthaft zu weinen begonnen, als sie in die Arme ihres Hirngespinstes glitt, erleichtert darüber ,wie echt er sich anfühlte - die Stärke seiner Arme die sie umgaben war genauso wirklich wie der Rest dieser Welt, die sie in ihrem Kopf geschaffen hatte. Sie barg ihren Kopf an seiner Brust, atmete seinen Geruch ein und versuchte nicht nachzudenken, während sein sanftes Murmeln über sie hinweg glitt und seine Hände sie trösteten.

Als sie schließlich der Meinung war, dass sie sprechen konnte, flüsterte sie: "Warum kannst du nicht wirklich hier sein?"

Snape versteifte sich unter ihr. "Ich bin hier, Hermine."

"Nein, bist du nicht. Du bist nur ein Gespinst meiner Vorstellungskraft - sozusagen eine unterbewusste Manifestation. Du bist einer der 10 Punkte vor denen mich der Artikel in der Hexenwoche gewarnt hat. Eigentlich ist es sehr interessant. Ich muss gar nicht so verrückt sein wie ich dachte, dass ich es sein müsste, wenn ich dich so gut in meinem Kopf kreieren kann. Woher kommen all diese Blumen, Severus?"

Sie schaute stirnrunzelnd auf die Blumen, zu ihren Füßen, "Ich nehme an, sie vervollkommnen zerbröckelnde Ruinen. Götter, ich muss einen Anblick geben", murmelte sie plötzlich, drückte sich gegen seine Brust und lehnte sich zurück. "Bitte verzeih diese Unordnung, doch ich hatte in der letzten Zeit nicht wirklich Lust aufzuräumen. Es ist lange her, dass ich Besuch hatte."

"Hermine", sagte Snape leise, "Wovon redest du?"

Hermine antwortete nicht sofort, stattdessen fuhr sie sich mit ihren Händen durch ihre Haare und bemerkte mit dem seltsamen Gefühl unterbrochen worden zu sein, dass sie voller Staub war. Sie konnte den Abdruck ihre Körpers sehen, dort wo sie sich an ihn gelehnt hatte und hielt ein Lächeln zurück.

"Ich habe deinen Fledermausumhang verunstaltet."

"Wie bitte?", Snapes Stimme war noch immer leise, doch der Ton hatte sich verändert, war nicht mehr so freundlich, ein Hauch Verwirrung hatte sich mit eingeschlichen.

Hermine lächelte ihn an, bevor sie versuchte den Staub von seiner Brust zu wischen, "Ich habe deinen Fledermausumhang verunstaltet. Es ist eine gute Sache, dass du nicht real bist, denn sonst wärst du wirklich böse mit mir. Ich kann dich jetzt hören - dein wirkliches Ich, meine ich - 'Miss Granger! Was soll... dieser... ganze Staub bedeuten!" Den letzten Teil hatte sie in einer guten Imitation von Snape´s bester Hochmütigkeit hervorgeknurrt. "Fünfzig Punkte Abzug von Gryffindor, sie impertinentes, schmutziges Mädchen!"

"Hermine, ich versichere dir, das ich real bin und ich...."

Hermine unterbrach ihn. "Lüg mich nicht an! Warum lügst du mich immer an? Du bist nicht real! Du sagtest du würdest nicht zurückkommen. Du warst meine einzige Hoffnung und du – du -", sie stand plötzlich auf ihren Füßen und drehte sich von ihm weg. "Du hast mich verlassen. Du hast mich hier zurück gelassen, ganz auf mich allein gestellt. Du hattest mir versprochen, dass du mich retten würdest und dann lässt du mich hier zurück...."

Sie hatte ihre Arme um sich selbst geschlungen, umarmte sich in defensiver Haltung, den Rücken noch immer ihm zugewandt. Sie war am Zittern und biss sich selbst auf ihre Lippe, in dem Versuch nicht zu weinen. Sie konnte nicht zulassen, dass dieses – Ding - sie zerbrach, nicht nachdem sie so lange überlebt hatte.

Hermine wusste, dass er ebenfalls aufgestanden war. Sie konnte spüren, wie die Hitze seines Körpers sie umgarnte; seine Augen betrachteten sie mit einer Intensität, die zu wirklich schien. Er machte einen Schritt vorwärts und zertrat die Blumen, die überall unter seinen Füßen zu blühen schienen. Der scharfe Geruch der von ihnen ausging, in Verbindung mit seiner Nähe, war fast überwältigend.

Sie spürte, wie er seine Hände ausstreckte um sie an den Schultern zu berühren. Der Griff war schmerzhaft, doch sie begrüßte es. Sie kümmerte es nicht mehr, ob das Ganze nur in ihrem Kopf existierte. Sie würde Snape in jeder Art und Weise nehmen, wie sie ihn bekommen konnte, selbst wenn er nur eine ´komplexe Manifestation ihrer unbewussten Wünsche´ war.

"Ich bin zurück gekommen, Hermine", seine Stimme war fest, "Du stirbst."

Hermine machte ein spottendes Geräusch, "Nein, tue ich nicht. Es ist unmöglich. Der Fluch war dazu nicht geschaffen - ich kann nicht sterben, auch wenn ich es möchte. Es ist der "Lebende Schlaf", was besagt, dass der Empfänger des genannten Fluches – also ich - leben muss."

"Du stirbst, Hermine", seine Stimme war kräftiger, "Ich kam sobald ich es hörte. Ich bin irgendwie - ich bin in deinen Geist eingedrungen, indem ich Legilimentik benutzt habe."

Hermine drehte sich erneut zu ihm um und war zufrieden, dass seine warmen Hände sich nicht von ihren Schultern lösten. "Jetzt weiß ich, dass du wirklich nicht hier bist. Legilimentik funktioniert bei mir nicht - Schulleiter Dumbledore hat es versucht, als ich noch in Hogwarts war und er konnte mich nie finden. Deshalb denkt auch jeder, dass ich im Koma liege."

Snape schwieg und eine Kaskade von Emotionen huschte über sein Gesicht. "Ich hatte es vergessen... doch wie war es mir dann möglich dich zu finden?"

Hermine verdrehte die Augen, "Weil du mich nicht gefunden hast. Ich habe dich geschaffen. Würdest du endlich mal zuhören?"

Er lächelte, ein flüchtiges Lächeln, das sein Gesicht irgendwie aussehen ließ, als würde es gleich in zwei Hälften zerbrechen. "Also, als Albus es mit Legilimentik versuchte, funktionierte es nicht. Wie hat es sich angefühlt?"

"Weshalb kümmert es dich so sehr?" schoss sie zurück, die Schultern straffend wie eine Katze die bereit war zu fauchen. Genauso schnell wie sich ihr Ton geändert hatte, war er auch wieder verschwunden. "Ich denke nicht, dass etwas zur Sache tut. So oder so, du bist eine bessere Gesellschaft als... als..."

Sie schauderte, "Es war als würde ich hinter einer Scheibe aus Glas stehen, durch einen dunklen Spiegel schauend. Ich konnte ihn sehen, doch er konnte mich nicht sehen." Hermine seufzte, "Es ist immer dasselbe - ich kann jeden sehen, wenn ich es möchte. Alles was ich tun muss ist sehen! Es ist wirklich hart wenn niemand zurücksieht. Es ist genauso wie bei dir, jedes Mal wenn du mich besuchen kamst. Ich konnte dich sehen, ich konnte dich hören - Götter...Ich konnte sogar... deine Hand auf meinem Haar spüren..."

Seine Hände liebkosten jetzt ihre Schultern, nur unbewusst glitten seine Daumen über ihre Schlüsselbeine, seine Finger glitten zu ihrem Nacken um ihre Ohrmuscheln zu liebkosen, genauso wie ihren Hinterkopf. Der echte Snape würde so etwas nie tun - würde sie nie anfassen als wäre sie aus Glas, oder ein zerbrechlicher Schmetterling. Sie könnte sich glatt an diesen Snape gewöhnen, wenn sie es sich selbst erlauben würde. Plötzlich war verrückt zu sein, gar nicht mehr so uninteressant.

Summend vor Freude, lehnte sie sich in seine Hände und neigte ihren Kopf zur Seite um ihm einen größeren Zugang zu der weichen Stelle an ihrer Kehle zu ermöglichen. Sie konnte nicht aufhören ihn anzusehen und fragte sich, ob sie früher schon einmal seine angenehme Angewohnheit zum schweigen bemerkt hatte. Sein strenger Mund war weich geworden und seine Augen glitzerten wie polierter Onyx, von solch tiefer Schwärze das sie bodenlos schienen. Hermine hätte sich mit Freude hineingestürzt um darin zu ertrinken, wenn sie es gekonnt hätte. Sie hatte nie realisiert wie schön sie waren. Sie konnte das ganze Universum in seinem Blick sehen.

So standen sie einige Momente, ehe Snape bemerkte was er da tat und seine Hände von ihr nahm, diese anstarrend als würde er sie nicht als seine eigenen erkennen. Bevor er sich entschuldigen konnte, hatte Hermine schon verdrießlich geseufzt: "Hab ich dir die Erlaubnis gegeben, dass du aufhören sollst mich zu berühren?"

Snape sah sie perplex an, "Wie bitte?"

"Sieh mal", erklärte sie, "Ich habe dich kreiert. Irgendwie hat mein Kopf es geschafft ein Ich von dir schaffen, das mir antwortet und mich berühren kann. Ich erkenne, dass du nur ein Hirngespinst meiner Vorstellungskraft bist, auch wenn ich zweifelsfrei den Rest meiner Vernunft büßen musste, die ich mir bewahrt hatte, aber du bist jetzt hier und du kannst mich berühren, also hör gefälligst nicht damit auf!"

"Hermine, zum letzten Mal, ich versichere dir, dass ich wirklich hier bin. Du hast mich nicht eingebildet. Und es ist völlig unangebracht für mich hier zu stehen und", er machte eine Pause, als würde er nach einem Wort suchen das ihm nicht die Kehle zuschnürte, "deinen Nacken zu streicheln, als ob.... als ob...."

"Als ob du ein Recht dazu hättest?", beendete Hermine den Satz für ihn. "Wenn nicht du, wer denn dann? Wenn ich jemand anderen gewollt hätte, hätte ich dich nicht hierher gebracht, oder? Ich bin vielleicht verrückt, aber ich weiß noch immer was ich will. Und ich sage in meinem Kopf was richtig und was falsch ist. Du bist hier nicht mein Professor - du bist Severus. Einfach Severus. Und ich möchte, dass du mich berührst. Ich habe schon seit langem gewollt, dass du mich berührst."

"Bist du verrückt?", zischte Snape, auch wenn er merklich blasser geworden war und sich von ihr weg bewegte.

"Ja! Das versuche ich dir doch die ganze Zeit zu erklären", stimmte Hermine freundlich zu. "Ich bin völlig übergeschnappt. Willst du mich nicht küssen?"

"Ich kann das nicht, nicht mit gutem Gewissen; Ich kann nicht in dieser Weise meinen Vorteil daraus ziehen, Hermine, ich will es nicht. Wenn ich es erstmal geschafft habe dich davon zu überzeugen, dass ich echt bin, möchte ich nicht etwas getan haben, was du hinterher... bereuen könntest. Jetzt da ich weiß, dass du noch immer bei uns bist, will ich nur noch härter an einer Heilmethode für dich arbeiten. Ich werde deine Hilfe brauchen - vielleicht erinnerst du dich an etwas, das ich übersehen habe. Aber ich brauche dich bei Verstand und das du mit mir redest, ohne dass du mich für einige indiskrete Dinge hasst, die ich hier getan haben könnte."

Hermine lächelte, "Du sahst genauso wirklich aus wie er, als du das gesagt hast! `Ich kann das nicht, nicht mit gutem Gewissen; Ich kann nicht in dieser Weise meinen Vorteil daraus ziehen! ´", äffte sie ihn nach. "Du hast dich sogar wie der Snape angehört, an den ich mich erinnere - der Arrogante, aus Hogwarts; nicht der, der mich besuchte. Du weißt, dass ich jetzt erwachsen bin. Ich bin keine Schülerin mehr. Ich weiß, was ich will."

Snape grinste sarkastisch, "Wie kannst du wissen was du willst, wenn du verrückt bist?" Seine Arme verkreuzten sich in vertrauter Weise vor seiner Brust. "Nun, was muss ich tun um dich davon zu überzeugen, dass ich real bin?"

Hermine schwieg kurz, bevor sie antwortete, "Das kannst du nicht. Wirst du jetzt von deinem hohen Ross runterkommen und endlich anfangen mir zuzuhören?"

"Ich sehe schon, achtzehn Monate im Koma zu liegen hat deiner rechthaberischen Art keinen Abbruch getan. Du dachtest schon immer, dass du alles besser weißt, als alle anderen." Snape streckte seine Hand aus und griff nicht allzu freundlich nach ihrem Arm und machte deutlich das er sie aus dem Raum bringen wollte. "Komm mit mir mit. Ich werde dir beweisen, dass ich wirklich hier bin."

Hermine weigerte sich, sich zu bewegen. "Das ist eine Falle. Ich werde nicht gehen. In der Minute in der ich diesen Raum verlasse, bin ich für immer verloren und dann wirst du mich verlassen, genauso wie er es getan hat."

"Bei Merlin, Mädchen!" Snape wurde ungeduldig. "Ich musste aufhören, dich zu besuchen - es war nur zu deinem Besten, genauso wie zu meinem. Hätte ich gewusst, dass du in diesem – unorganisierten - Verstand umherwanderst, hätte ich dich niemals allein gelassen. Ich kam zurück als ich hörte du würdest sterben - zählt das denn gar nichts für dich?"

"Wage es nicht in diesem Ton mit mir zu sprechen", antwortete Hermine ätzend, "Wärst du nicht gewesen, wäre ich jetzt nicht hier, oder? Ich würde Harry zuhören der mich mit Quidditch zutextet und du würdest derjenige sein, der in seinem eigenen Verstand gefangen ist, darauf wartend, dass ihn jemand besuchen kommt. Nur dass niemand kommen würde, weil sie dich alle hassen."

Sie hörte in dem Augenblick auf zu reden, als Snape ihren Arm fallen ließ. Sein Gesicht gefror zu der eisigen Maske, die sie schon seit ihrer Schulzeit kannte und Tränen des Schames und der Reue stiegen in ihren Augen auf. "Es tut mir leid", flüsterte sie zerknirscht. "Das war gemein von mir und ich meinte es nicht so."

"Aber nichtsdestotrotz ist es wahr, Miss Granger", antwortete Snape, seine Stimme war plötzlich leer, auch wenn er kurz bei ihrem Namen zögerte. "Es ist meine Schuld, dass sie hier sind. Ich erkenne es als absoluten Fakt. Wie auch immer, ich tue mein Bestes um das wieder gut zu machen. Ich möchte nicht, dass sie und ihr Opfer mein Gewissen noch mehr belasten, als es sowieso schon der Fall ist. Ich weiß, dass ich wirklich hier bin und ich bin fest entschlossen es ihnen zu beweisen, auch wenn es bedeutet, dass ich sie hoch nehmen und dorthin tragen muss, wo sie mich mit ihren eigenen Augen sehen können."

Hermine zuckte bei seinen Worten zusammen. Sie konnte den Schmerz dahinter fühlen und erkannte seine Verschlossenheit als das was sie war - seine inneren Mauern waren fest verschlossen. Sie sah sich den Mann vor sich genauer an, bemerkte die Linien in seinen Augenwinkeln die sie am wirklichen Snape nie gesehen hatte, die Fältchen um seinen Mund herum die während des Krieges noch nicht so tief gewesen waren. Da waren sogar ein paar graue Strähnen in seinem schwarzen Haar. Wieso hatte sie sein Abbild altern lassen? Sie trat näher zu ihm heran, plötzlich verwirrt angesichts der Unordnung die um sie herum herrschte.

Wieso wuchsen Blumen aus dem Boden? Wann war alles verrottet? Dieser Raum - ihre Zuflucht - zerfiel um sie herum. Snape stand vor ihr, kalt und starr und strahlte ein Unbehagen aus, das ihn nur allzu real machte.

"Ich würde dich besuchen", verkündete sie. "Ich würde jeden Tag kommen und Blumen mitbringen. Ich würde mit dir reden und hoffen, dass meine Besuche, dich genauso in der Realität verankern würden, wie es deine Besuche bei mir getan haben. Ich würde dir dieselbe Hingabe und Loyalität zukommen lassen, wie du sie mir hast zukommen lassen und ich würde dich niemals aufgeben."

Während sie sprach sah sie zu, wie sich die kaputten Wände um sie herum plötzlich wieder zusammenfügten, wie sich die Risse im Mörtel selbst verschlossen. Sie begann zu glauben dass er vielleicht, nur vielleicht, wirklich real war - und selbst wenn er es nicht war, diese Fantasie war nett. Sie trat auf ihn zu, streckte eine Hand aus um ihn zu berühren, lächelte leicht als sie sah wie sich seine Augen unmerklich weiteten, als sie ihre Realität um sie beide veränderte und dafür sorgte, dass der Zaubertränkeklassenraum wieder in seinen alten Zustand zurückkehrte.

"Als du mich das letzte Mal besucht hattest, als du eingeschlafen warst, hast du geträumt. Ich habe gehört wie du meinen Namen geflüstert hast. Wovon hast du geträumt?"

Snape sah sie an, ehe er schnell wegschaute, "Nichts wichtiges." Seine Stimme war leise, doch Hermine spürte die plötzliche Anspannung in ihm. Erstaunt beobachtete sie die leichte Röte die sein Gesicht empor kroch und seine Wangenknochen färbte.

Und dann wusste sie es. Sie hätte niemals einen Snape erschaffen können, der rot wurde. Es lag außerhalb ihrer Möglichkeiten, außerhalb des Bereiches, den sie sich vorstellen konnte. Lachend und weinend zur selben Zeit, warf sie sich in seine Arme. "Du bist es wirklich! Du bist wirklich hier!"

Nach ihrem, Angriff stand er für paar Momente stocksteif da. Sie konnte hören, wie sein Herz gegen ihre Wange hämmerte, konnte seinen Atem auf ihrem Kopf spüren als er auf sie herunter blickte. Schlussendlich spürte sie, wie sich seine Arme zögernd um sie schlossen.

"Dummes Mädchen", murmelte er. "Dummes Mädchen."

"Versprich mir, dass du mich nie wieder verlassen wirst", flehte sie, "Ich würde das nicht überstehen. Ich brauche dich."

"Hermine, ich -", und dann war er gegangen, ihre Arme bargen nur noch Luft.

"Severus... Severus!"


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Im Buch wird sie als hässliche Kröte beschrieben. Als man mir dann sagte: ,Du wärst toll in der Rolle‘, antwortete ich: ,Herzlichen Dank!‘ Aber natürlich habe ich mich gefreut, als man mich darum bat, denn die Rolle ist ein echtes Juwel, es ist einfach traumhaft, in dieser Welt mitmischen zu dürfen … ganz abgesehen davon, dass ich in der Achtung meiner zwölfjährigen Tochter deutlich gestiegen bin.
Imelda Staunton