
von Dumbledoria
@all
Was für eine Woche...ich mag es überhaupt nicht, mich ins Vorweihnachtliche getümmel stürzen zu müssen. Aber was muss, dass muss. *g*
Jedenfalls hab ich das Kapitel quasi gerade fertig bekommen und bevor ich es vergessen sollte hochzuladen, dachte ich mir, ich mach es um diese späte Zeit noch.
Ich danke euch für eure Kommis. *Plätzchen reich* All zu viele Kapitel sind ja nicht mehr übrig. Um genau zu sein 10.
Sodele...viel Spaß beim Lesen!
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Zeit zu wählen
Der Dunkle Lord beobachtete, wie Severus in den Raum trat. Der Mann schien ziemlich erholt zu sein. Es scheint, mein Gespräch mit seiner jungen Geliebten hat funktioniert. Das Mädchen ist offensichtlich verwirrt und will mir jetzt meine Geschichte glauben.
„Severusss“, sagte er so angenehm wie möglich, „wie ich sehe, bist du bereit für unsere Unterhaltung.“
„Das bin ich“, erwiderte sein Untergebener und stand stolz vor ihm.
„Ausgezeichnet.“ Er schaute zu den wenigen noch anwesenden Anhängern. „Geht.“ Es war vergnüglich zu sehen, wie sie aufgrund eines einfachen Befehls alle weg huschten. Kein anderer Zauberer auf der Erde war, abgesehen von Dumbledore, mächtiger, aber der alte Narr war jetzt in einem geschwächten Zustand, war wahrscheinlich am sterben. Sobald der Raum leer war, fragte er: „Welche Neuigkeiten hast du für mich?“
„Ich ging wie geplant nach Hogwarts und traf am Tor auf eine Gruppe von Auroren. Viele wagten es mich anzuklagen, auf der falschen Seite zu sein“, sagte Severus grinsend.
„Setz dich“, orderte Voldemort.
„Danke, Sir“, erwiderte Severus und setzte sich ihm gegenüber. „Ich sagte ihnen natürlich, dass ich auf der Suche nach Dumbledore gewesen und somit außerstande war zu bleiben, um beim Aufräumen zu helfen.“
Nickend, starrte der Dunkle Lord gelegentlich in seine Augen, während er sprach. Er sah kurze Ausschnitte von dem, was geschehen war. Als er sah, wie McGonagall mit einem Neuling diskutierte, fragte er: „Was ist mit der stellvertretenden Direktorin McGonagall? Sie setzte sich für dich ein?“
„Das tat sie“, sagte Snape, unfähig, seinen kurzen überraschten Ausdruck zu verbergen. „Ein Idiot wagte es zu denken, dass er mich für weitere Befragungen im Ministerium aufhalten könnte. Ich unterrichtete ihn einmal und ich denke, er dachte, er könne es mir jetzt Heimzahlen.” Er gluckste einen Moment lang. „Nun, wie ich mir bereits vorgestellt hatte, kam sie zu mir, um mich zu verteidigen und sagte, wie ich ihr während des Kampfs geholfen hatte, als sie umzingelt worden war.“
„Ich bin froh, dass wir daran gedacht hatten“, erwiderte Voldemort leicht gackernd. „Ihr Wort ist fast genauso gut wie Dumbledores. Jeder weiß, dass sie sich nahe standen. Fahr fort.“
„Einigen Auroren wurde gesagt, dass ich Nymphadora Tonks desillusioniert hatte, da sie nahe dem Tor von den Carrows verwundet wurde. Dies ermöglichte ihr Überleben, also können Sie vermuten, wie das alles ablief. Sie würdigten es, dass ich einen von ihnen gerettet hatte“, antwortete Severus und verzog seinen Mund. „Ich hatte gehofft, dass jemand sie sowieso bemerken und umbringen würde. Ich habe das Mädchen nie gemocht. Ziemlich tölpisch, das Weib.“
Voldemort wusste, dass der Mann ihm die Wahrheit sagte. Er wusste es immer, wenn ihn jemand anlog. Die Bilder, die durch den Kopf seines Dieners huschten, bestätigten alles, was er erzählte. Der begabteste Legilimentiker zu sein, den die Welt jemals gesehen hatte, ermöglichte ihm, jede Unehrlichkeit wahrzunehmen. Jetzt hatte er eine andere Szene vor Augen, diese war von Severus' nackter Konkubine, wie sie ihn mit zurück geworfenem Kopf ritt, wobei ihre bloßen Brüste wackelten. Es verschwand genauso schnell, wie es gekommen war. Verdammt, dachte er enttäuscht. Nichts geht über eine gute Show. Ich frage mich, wo die Frau des Verräters ist. Vielleicht sollte ich sie auffordern, für den Nachmittag zu mir zu kommen. Sie wird alles tun, um am leben bleiben zu dürfen.
„…und das war, als ich Wormtail ausrottete, wie Ihr es angeordnet hattet, mein Herr”, endete Severus.
„Und ich bin froh ihn los zu sein“, sagte er sofort.
„Lupin war in der Lage sich zu verbürgen, dass ich keine andere Möglichkeit hatte, da das Ungeziefer versuchte ihn zu töten.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich fand es weise zu erlauben, dass der Werwolf lebt, und da er für mich eingetreten war, würde ich sagen, dass es eine gute Entscheidung war.“
„Richtig.“ Der Dunkle Lord kannte fast alles schon. Er wollte Neuigkeiten von Potter und Dumbledore. „Sag mir, was ich wissen möchte.“
„Kein Zeichen von Dumbledore oder Potter. Das Büro des Direktors hat sich selbst versiegelt und niemand von uns ist in der Lage einzutreten.“ Er rutschte etwas auf seinem Stuhl. „Ins Hauptquartier bin ich nicht gegangen, da es im Schloss zu viel zu tun gab – selbst nach der ganzen Zeit, die bereits verstrichen war. Wir reparierten einiges, beseitigten Schutt, bargen die Leichen, die noch da waren und setzten neue Schutzzauber um das Schulgelände,“ Grinsend fügte Snape hinzu: „Welche ich mit Leichtigkeit für Euch brechen kann, wenn unsere Zeit gekommen ist, das Schloss einzunehmen.“
„Wie enttäuschend“, zischte Voldemort verärgert. „Der alte Mann muss Potter irgendwo verstecken. Das bedeutet, Dumbledore dürfte noch nicht tot sein. Doch ich beginne zu glauben, dass der Junge tot ist“, vertraute er ihm an. „Ich habe versucht, ihn mittels unserer Verbindung zu erreichen, doch es brachte nichts. Ich weiß, dass er nicht gut in Okklumentik ist, um mich von seinen Gedanken fern zu halten. Niemand kann das. Entweder ist er tot oder bewusstlos.”
„Ich werde versuchen es herauszufinden, mein Lord“, sagte Severus und verbeugte sich leicht.
„Wie kommst du jetzt mit deiner Konkubine zurecht?“, fragte Voldemort.
„Es scheint, als würde sie…zögernd ihre Zukunft akzeptieren. Ich glaube, ich habe zu danken, da sie erwähnte, mit Euch gesprochen zu haben“, antwortete Severus.
„Ja, sie fand meine Privatgemächer – nun, zumindest den äußeren Bereich. Ich erzählte ihr einige meiner Pläne und einen Teil meiner Beweggründe. Sie war beeindruckt“, sagte er. „Es wird nicht lange dauern, bis sie alles so sieht wie wir, Severusss. Wenn sie sich anpasst, werde ich ihr erlauben, die Bibliothek in Hogwarts zu leiten. Das habe ich ihr auch gesagt.“
„Danke, mein Lord.“
Er genoss Severus’ dankbaren Ton und die Dankbarkeit in den Augen seines Dieners. Je mehr er für den Mann tat, desto mehr schuldete er ihm etwas. Snape war ein Todesser, dem er nie erlauben würde zu gehen. Der Mann war verdammt einfallsreich und konnte beinahe jeden mit Leichtigkeit hereinlegen. Das war schnell bewiesen, als er Dumbledore dazu brachte sich für ihn einzusetzen. Er würde tun was er tun musste um sicherzustellen, dass Snape mit allem zufrieden war. Sein erstes Anliegen war, seine Konkubine zu bekehren. Wenn er ihr drohen musste, so würde er es tun. Wenn er ihre Familie als Strafe für ihre Missachtung töten müsste, so würde er es tun. Wenn er sie töten, und es als tragischen Unfall aussehen lassen müsste, würde er es tun. Und…wenn Severus ihn jemals wegen ihr verraten würde, würde ich das sehr leid tun.
„Du darfst gehen. Ich möchte, dass du jeden im Hauptquartier oder im Schloss findest, der hilfreich sein könnte. Finde heraus, was du kannst“, sagte er entlassen.
„Wie Ihr wünscht“, erwiderte Severus bevor er ging.
Voldemort lehnte sich in seinen Stuhl zurück und dachte an die Dinge, die er dem Granger-Mädchen gesagt hatte. Sicher, er wollte Hogwarts und Zugriff auf alle magischen Kinder, doch er war nicht ganz ehrlich was seine Beweggründe anging gewesen. Er hatte ein paar Details, die sie nicht wissen musste, weggelassen. Er und seine Anhänger würde eine Arme aus starken Zauberern und Hexen aufbauen, die jedoch sehr erlesen sein würden. Jeder Schüler, der außergewöhnlich starke magische Fähigkeiten besaß, würde sofort vernichtet werden. Es wäre nicht gut jemanden zu trainieren, der ihm von Thron stoßen könnte, oder? Die niederen Schüler würden entweder in die Muggelwelt verbannt werden, ohne von ihren Zauberkräften zu erfahren, oder würden gezwungen werden wie Squibs zu arbeiten. Wahlweise würde er auch erlauben, dass untalentierte und untrainierte Kinder zurück nach Hause gehen dürften, doch nur, wenn ihre Familien genug dafür bezahlten.
Er hatte die Chance, die Welt groß zu machen, und das würde er auch tun. In dem Augenblick in dem er erfuhr, das Dumbledore tot war, würde er gegen das Ministerium vorgehen und Hogwarts übernehmen. Nicht das er Angst vor dem Mann hatte, im Gegenteil, doch er wollte weniger Probleme haben. Der Tagesprophet hatte ein paar Storys gedruckt, was die Schlacht und das Ende aller Dinge betraf, was wiederum ein Panik auslöste. Sie wussten, dass sowohl Dumbledore als auch Potter verschollen waren. Sie erwähnten sogar den Tod von Potters bestem Freund, Weasley und das Verschwinden von seiner anderen besten Freundin, Granger. Das bewies der Zauberergemeinde, dass Lord Voldemort die Zaubererwelt bald übernehmen und führen würde. Er und seine Anhänger besiegten ihre Helden mit Leichtigkeit. Keiner würde ihn aufhalten, Prophezeiung hin oder her.
„Apropos Prophezeiung, ich muss mir von Bane mehr Vision zeigen lassen. Wenn sie zufrieden stellend sind, wie ich glaube, dass sie sein könnten, dann verschone ich ihn und behalte ihn in meiner Nähe für den Fall, dass ich solchen Rat wieder brauche.“ Er bedeutete Nagini zu ihm zu kommen. Mit unserem Verräter darfst du machen, was du willst, zischte er ihr auf Parsel zu. Als sie davon glitt, um ihr Mahl zu finden, stand er auf und streckte sich. Drury, der Verräter, wäre froh, sein Leiden zu beenden. Seit das Granger-Mädchen ihn widerwillig verraten hatte, hatte er seine Unschuld beteuert. Jedoch ergab alles einen Sinn. Niemand anderes hätte es Dumbledore sagen können und wenn es nicht Drury gewesen wäre, hätte Potter nicht versucht, einen Gedächtniszauber zu verwenden, um sie davon abzuhalten, es Severus zu erzählen.
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Hermine kicherte, als sie einen Absatz aus einem Buch las, das Lord Byrons Briefe enthielt, welches Severus ihr gegeben hatte. Im gegenwärtigen Brief hatte er empört an seine Mutter geschrieben, dass er als ein Lump betitelt wurde, während er weg war, um zu studieren. Er war eindeutig geschockt und hatte gehofft, das Mitgefühl seiner Mutter zu gewinnen, wenn er ihr von der Ungerechtigkeit erzählte und ihr Einverständnis suchte, damit er die Schule verlassen könnte.
Ihr Grinsen stockte und verblasste. Sie wünschte, dass sie ihrer Mutter schreiben und ihr alle die Dinge sagen konnte, die während ihrer Schulzeit vorgefallen waren.
Tränen schossen ihr in die Augen, doch sie flossen nicht ihren Wangen hinunter. Würde sie jemals ihre Mutter oder ihren Vater wieder sehen? Wenn es der Dunkle Lord als notwendig erachtete, würde er sie wirklich verletzen, um sie im Zaum zu halten? In ihrem Herzen wusste sie, dass er das tun würde. „Hier kann ich Lord Byron nur zustimmen”, flüsterte sie das Buch schließend. „Wenn alles schrecklich ist, kann niemand dich dazu bringen dich besser zu fühlen, als deine Mutter.“
Sie hatte den ganzen Tag in den Räumen, die sie sich mit Severus teilte verbracht und hatte das Gefühl, als ob sie verrückt werden würde. Sie hatte gebadet, geschlafen, gelesen, das Mittagessen gegessen, das ein griesgrämiger Hauself gebracht hatte, und hatte wieder gebadet. Es gab nur das, was sie tun konnte. Da sie nur das eine Buch hatte, welches ihr Severus hatte mitbringen können, wollte sie es nicht auf einmal lesen. Spazieren zu gehen, war nicht das, was sie tun wollte. Das Treffen mit dem Dunklen Lord nur einen Tag zuvor hatte sie verwirrt und aufgebracht. Sie konnte das, was wichtig war nicht aus den Augen verlieren - und das waren Harry und der Sieg über den Dunklen Lord.
Ihre Gedanken schweiften wieder zu Severus. Sie hatte versucht, nicht all zu oft an ihn zu denken. Es würde sie nur dazu bringen, sich nach seiner Gesellschaft zu sehnen. Während sie seine Nähe tröstlich fand, konnte sie nicht anders als annehmen, dass er ihr einige Dinge verheimlichte. „Ich weiß, dass er mir etwas verheimlicht. Ich wünschte nur ich wüsste was und wie viel“, sagte sie laut, doch sie hoffte, dass sie ihm beweisen konnte, dass sich nichts zwischen ihnen ändern würden, sollte er Harry helfen. „Er wird Harry helfen. Ich vertraue ihm.“
Ganz gleich wie sie es betrachtete, sie liebte ihn. Nachdem sie letzte Nacht Liebe miteinander gemacht hatten, hatte sie ihm gesagt, dass sie ihn und das, was sie taten, liebte und er sagte ihr genau das gleiche. Sie wusste, dass es einer Liebeserklärung, wie er sie verbal geben konnte, am nahsten kam, aber es war alles, was sie brauchte. Seine seidige Stimme, die flüsterte: „Genau wie ich, schoss ihr durch den Kopf und vernebelte ihr Urteilsvermögen. War das sein Plan oder meinte er, was er gesagt hatte?
Sie legte das Buch auf den Nachttisch neben dem Bett und glitt unter die Bettdecke. Währenddessen dachte sie an Ron und Harry. Wie kam Rons Familie mit seinem Tod zurecht? Wer war sonst noch gestorben? Erholte sich Harry? War er am sterben? Würde Severus Neuigkeiten mitbringen? Vielleicht sollte sie eine Kopie des Tagespropheten verlangen. Nachdem sie sich zuvor ausgeweint hatte, war sie nicht überrascht, als keine Tränen in ihre Augen für ihre Freunde...oder sie selbst traten.
Oh, Ron, es tut mir so leid. So leid. Ich werde dich vermissen. Es war leichter, wenn sie sich vorstellte, dass er nur weg war und nicht tot. Sie würde später mit seinem Tod fertig werden müssen. Es war alles im Moment etwas surreal.
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Severus verließ McGonagalls Büro und machte sich auf den Weg zur Krankenstation. Er musste Lucius und die anderen loswerden. Falls Dumbledore zurückkehren sollte, würde er verstehen, dass er tun musste, was getan werden musste, um sein Überleben sicherzustellen. Außerdem wusste niemand sonst, was er und Dumbledore getan hatten, außer die Hauselfen und sie würden es niemandem sagen. Pomfrey war für einige Tage nach Hause gegangen, bis sie entschieden hätten, wann sie Hogwarts wieder eröffnen würden - wenn überhaupt. Er war froh, dass Poppy nur vom geheimen Zimmer, wo sie Lupin gehalten hatten, und nicht von den anderen Zimmern, in denen die Todesser waren, wusste. Nachdem Lupin gegangen war, hatte Dumbledore die Schutzzauber geändert und nur Severus gesagt, wie er eintreten könnte. Ganz gleich welche Zauber auf den Räumen lagen, der Dunkle Lord würde, sollte er das Schloss übernehmen, sie brechen und so die Gefangenen finden.
Als er ins dunkle Zimmer schritt und die Tür hinter sich sicherte, fühlte er für einen Moment eine Art Unruhe. Es würde ihm wehtun Lucius und Narzissa zu töten. Er interessierte sich nicht wirklich für Crabbe oder Yaxley, aber die Malfoys waren seit langem seine Freunde gewesen. „Lumos, murmelte er und sah sich um. Ich kann das tun, dachte er und versuchte sich darauf vorzubereiten, seine Freunde zu töten. Genau in diesem Moment bemerkte er die weit aufgerissen Augen von Dobby, die ihn anstarten und eine Hand hoch hielt, als würde er ihm einen Fluch auf den Hals hetzen wollen.
„Dobby?”
„Professor Snape, ich ist froh, Sie zu sehen, ich ist”, sagte der Hauself. „Ich hat eine große Aufgabe von dem Direktor.“
„Was tust du hier?“, fragte er verdächtig. „Was ist mit dem Direktor?“
„Ich kümmert sich um Harry Potter“, sagte er stolz und drückte seinen Daumen in seine Brust.
Severus versteifte sich. „Potter. Wo ist er?”
„Der Direktor kam zu Dobby und gab ihm einen Job. Er sagt, dass Dobby ein guter und vertrauenswürdiger Hauself ist. Er sagt, wenn Harry Potter verletzt ist, ich ist, ihn im geheimen Zimmer zu halten und ihn Professor Snape zu geben, wenn er für ihn kommt.“
Severus blickte sich um, und als er nichts sehen konnte, sagte er: „Nun? Wo ist er?“
Dobby runzelte die Stirn. „ Er wacht nicht auf, aber ich gibt ihm Tränke.“ Er ging in eine Ecke und zog einen Teil von Harrys Unsichtbarkeitsumhangs weg. „Harry Potter ist sicher.“
Severus blickte hinunter und betrachtete das Gesicht des schlafenden Jungen. Seine Brille lag neben ihm. Potter war so blass, dass er tot sein konnte. Es war offensichtlich, dass er dem Nahe war. „Wie lange ist er schon so?“, fragte er Dobby.
„Seit der Direktor brachte ihn her, Sir.“ Er nahm einen seiner Hüte ab und zog ein Blatt Pergament hervor. „Ich ist, Ihnen dieses zu geben.“
Fühlend, wie sich sein Innerstes verknotete, brach er das Siegel auf dem Pergament und öffnete es langsam. Es war ein Brief von Dumbledore.
Severus,
ich habe eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme getroffen, um Harrys Sicherheit sicherzustellen, falls mir etwas passieren sollte. Dobby ist angewiesen worden, ihn mit seinem Leben zu schützen, während er auf Sie wartet. Dies ist der einzige Ort von dem ich wusste, dass er sicher sein würde, da nur Sie von diesen Räumen wussten.
Es kann sein, dass meine nächste Aufgabe für Sie die Schwerste sein wird. Wenn ich richtig liege, lesen Sie diesen Brief, weil Tom irgendwie an die Macht gekommen ist. Sie müssen tun, was Sie tun müssen, um Harry am leben zu erhalten. Erinnern Sie sich an das, was ich über die Prophezeiung sagte, Severus. Erinnern Sie sich daran, was die Zentauren uns gesagt haben. Es ist bestimmt Harrys Aufgabe zu sein, ihm gegenüber zu treten...und ihn hoffentlich zu besiegen.
Fawkes ist angewiesen worden, mich ins Hauptquartier zu bringen, sobald es für alle beteiligten sicher ist. Ob ich noch am leben oder gestorben bin ist etwas, dessen ich mir nicht sicher sein kann. Ich vertraue darauf, dass Sie das richtige tun, Severus. Ich bitte Sie, Harry ins Hauptquartier zu bringen, wo ihm geholfen werden kann. Wenn ich gestorben sein sollte, stellen Sie sicher, dass er Tom nicht gegenüber tritt, solange er nicht vollkommen vorbereitet und gesund ist.
Danke, Severus, für alles, was Sie die ganzen Jahre getan haben und was Sie noch tun werden.
Ergebenst,
Albus
„Ist Professor Snape krank?“, fragte Dobby und durchbrach somit die Stille.
Severus schüttelte seinen Kopf und seufzte. Plötzlich ging der Brief in Flammen auf und veranlasste ihn, es zu Boden fallen zu lassen. Er starrte noch eine Weile darauf, nachdem es nichts mehr als Asche war. Albus zählte darauf, dass er das tat, was richtig war. Aber richtig für wen? Für Albus? Für Potter? Für sich selbst? Er schloss die Augen und lehnte sich gegen die Wand. Der alte Mann glaubte an ihn und hatte ihm Potters Leben noch einmal anvertraut, obwohl er nicht tun könnte, was erbeten wurde. Niemand hatte ihm so sehr vertraut – nicht einmal Hermine. Was kann ich tun? Es wäre für alle Beteiligten so viel einfacher, wenn er Potter einfach zum Dunklen Lord bringen würde. Der Junge konnte erledigt und weitere Leben würden verschont werden, und Severus' Täuschungen könnten schließlich zum Ende kommen.
Hinunter gleitend, um auf den Boden zu sitzen, dachte Severus über seine Optionen nach. Wenn er den Jungen zu seinem Lord bringen würde, würde er mehr als je zuvor belohnt werden. Potter würde getötet werden und Severus würde sich nie wieder wegen der Gefühle seiner Hexe für den Jungen sorgen müssen. Jedoch würde sie wissen, was er getan hatte, und würde wissen, dass er ihrer Bitte nicht nachgekommen war. Hilf Harry… Er öffnete seine Augen, um noch einmal auf Potters Gesicht zu blicken. Er hasste ihn, meistens. In solch einem Zustand, selbst ohne seine Brille, sah er genau wie James Potter aus. Oh wie er den Vater des Bengels gehasst hatte. Und Lily…Nun, er hatte sie nicht gehasst – nicht wirklich. Er hatte ihre Wahl, die sie getroffen hatte, gehasst, aber er hätte ihren nie den Tod gewünscht.
Potter zu Voldemort zu bringen würde Reibereien zwischen ihm und Hermine verursachen und es würde wahrscheinlich den Zorn des Dunklen Lord auf sie ziehen. Severus war nicht so dumm, nicht schon daran gedacht zu haben. Wenn der Mann dachte, dass sie zu viele Schwierigkeiten machen würde und ein Ärgernis wäre, würde er sie töten lassen. Er konnte weder Hermine Leben noch sie zu verlieren riskieren. Selbst wenn er es tat, war er nicht sicher, ob Dumbledore noch lebte oder noch lange leben würde. Konnte er ihm wirklich mit dem Wissen, dass er Potter dem Feind ausgeliefert hat, selbst nach dem er seine Worte des Vertrauens gelesen hatte, noch gegenübertreten? Darüber war sich Severus unsicher.
Seine Augen wieder schließend und seine Knie hinaufziehend, um seine Hände darauf zu legen, dachte er daran, Potter ins Hauptquartier zu bringen. Er würde seinem Lord sagen müssen, dass er Potter nicht finden konnte, und zu viele würden wissen, dass es nicht so wäre, sondern das Potter noch am leben war. Das würde seine Position beim Dunklen Lord zerstören. Dies war, was Hermione und Dumbledore wollen würden, das er tut, aber er wusste, dass er es wirklich nicht tun konnte. Das zu tun würde sein Ende bedeuten. Und mit seinem Tod würde Hermine bald ihren finden.
Minerva sagte nichts wegen Fawkes oder Dumbledore. Das letzte was sie hörte war, dass es immer noch kein Zeichen von ihm gab. Wie kann ich mir sicher sein, dass Dumbledore da draußen ist und auf Potter wartet? Etwas das ihn beunruhigte, obwohl er es verabscheute es offen zuzugeben, war, wenn er den Jungen dort hin brachte, um sich zu erholen, würde er Hermine schließlich doch noch verlieren, wenn Potter schlussendlich den Dunklen Lord besiegt hat? Nach seinem Geschmack standen sich die beiden zu nahe. Ja, er wusste, dass sie nichts Sexuelles getan hatten, aber er wäre immer argwöhnisch, besonders jetzt, da Potter seine Freundin verloren hatte. Hermines Gedanken schien in letzter Zeit nur Potter zu gelten. Sie hatte beinahe zugegeben zu tun, was auch immer sie tun müsste, um sicherzustellen, dass der Junge gewann. War Severus zu täuschen ein Teil davon?
Es wäre so viel einfacher ihn zu töten und seinen Körper irgendwo hinzubringen, wo er entdeckt werden könnte. Hermine würde nie herausfinden das er es war, der es getan hatte. Sie würde ihr Leben in dem Glauben leben, dass er versucht hatte Potter zu finden und ihm zu helfen. Er könnte sogar eine Show daraus machen, indem er ihr auf einer Karte zeigte, wo er nach ihm gesucht hatte. Der Dunkle Lord wäre zuerst enttäuscht, dass der Junge nicht gefunden wurde, aber er könnte trotzdem den Ruhm dafür zu ernten, dass er ihn mit Flüchen bombardiert hatte, die ihn schließlich töteten. Wenn Dumbledore lebte, wäre er nie in der Lage zu beweisen, dass Severus den Jungen nicht schon tot vorgefunden hatte, als er nach Hogwarts kommen war. Nur ein anderer würde es besser wissen: Dobby. Obwohl es leicht wäre den Fluch auf Potter zu jagen, wenn Dobby auf den Weg war, um einige Tränke zu holen, denkend, dass es ihm helfen würde.
Er könnte einfach sagen, dass Potter gestorben wäre, da er zu schwach gewesen war, um durchzuhalten. Der Hauself war nicht besonders schlau, aber er würde nichts weiter vermuten. Je mehr er über seinen Plan nachdachte, desto besser gefiel es ihm. Es würde seine Beziehung zu Hermine, sein Leben und das Leben vieler anderer retten. Danach würde er jene entfernen, die in den anderen Räumen gehalten wurden und ins Hauptquartier gehen um zu sehen, was für Neuigkeiten sie hätten.
„Dobby“, sagte er leise und öffnete wieder seine Augen, um die Kreatur ansehen zu können. „Ich möchte, dass du in mein Privatlabor hinunter gehst und einige Dinge holst.“
„Ich freut sich zu helfen, Sir”, erwiderte Dobby sofort. „Ich versuchte, Harry Potter Tränke zu geben, aber Harry Potter reagiert nicht auf sie.”
Severus listete einige Phiolen auf, die er brauchen würde, und grinste, als die Kreatur sofort verschwand. Er stand auf und trat näher an Potter heran, wobei er fast auf seine Brille getreten wäre, auch wenn es in einigen Augenblicken nicht mehr wichtig gewesen wäre. Er hob seinen Zauberstab und richtete ihn auf seine Brust. Bitte hilf Harry, Severus…, flüsterte Hermines Stimme in seinem Kopf. Er schüttelte seinen Kopf, um ihre flehenden Augen aus seinem Kopf zu bekommen.
Als er wieder in das Gesicht des Jungen sah, sog er scharf die Luft ein. Potters Augen waren jetzt offen und starrten ihn an. Sie sahen so anders aus, wenn keine Brille davor war. Lilys Augen. Severus’ Zauberstab zitterte. Bitte hilf Harry, Severus… Dieses Mal war es nicht Hermines Stimme, die er in seinem Kopf hörte. Er schluckte schwer, aber seine Zauberstabhand zeigte wieder auf die Brust des Jungen.
Er versuchte, sich mit selbst auseinander zu setzen. Es ist die einzige Möglichkeit. Ich kann nicht alles riskieren, nur um ihn zu retten. Hermine würde das verstehen. Er wusste sofort, dies würde nicht der Fall sein. Sie würde eher sterben, als jene, die sie liebt, zu verraten. Liebe, dachte er abfällig. Liebe ist nicht, jemandem den Körper zu geben und das Leben mit demjenigen zu verbringen. Es ist, alles zu opfern, um sicherzustellen, dass sie geschützt sind. Ihren Körper jedes Mal zu genießen, wenn dieser gegeben wird. Es ist sicherzustellen, dass sie glücklich sind. Es ist ein heftiges, vehementes Gefühl, das bewirken würde, dass man jeden tötet, der ihnen schadete. Es ist… Seine Gedanken stoppten, als ihn eine Erkenntnis traf. „Ich liebe sie“, flüsterte er laut.
Severus senkte seinen Zauberstab. „Können Sie mich hören, Potter?“ Ein leiser Grunzlaut kam als Antwort. „Dobby ist gegangen, um einige Phiolen zu holen, die ich Ihnen verabreichen muss. Sobald das erledigt ist, werde ich Sie ins Hauptquartier bringen. Wenn es dem Direktor möglich ist, wird er Sie dort treffen.“ Es schien, als würde der Junge leicht nicken.
Er begann zu überlegen, wie er Potter transportieren sollte. Sie würden den Umhang und eine Anzahl von Zaubern verwenden, um sicher zu sein, dass niemand sie sehen würde, oder in der Lage wäre, ihnen zu folgen. Dort würde er die Weasleys schwören lassen stillschweigen darüber zu bewahren, dass Potter dort wäre und nur die Bewohner des Hauptquartiers würden wissen, dass er am leben war und gesund gepflegt wurde. Den Jungen wieder in den Zeitungen zu haben, würde schreckliche Folgen haben.
Das einzige, das schwer werden würde, abgesehen davon, den Dunklen Lord zu täuschen, wäre Hermine zu belügen. Er wäre nicht in der Lage ihr zu erzählen, dass er ihren Freund gefunden und geholfen hatte. Er würde ihr einfach sagen, dass er immer noch auf der Suche war, und ihr die Versprechen geben, die sie gefordert hatte. Hoffentlich wäre es genug, um sie glücklich zu halten. Dobby kam zurück und Severus goss einige verschiedene Heiltränke in die Kehle des Jungen.
„Ich muss in meine Gemächer gehen, um einige Dinge zu holen“, sagte er laut. „Wir werden diesen Ort verlassen, wenn ich fertig bin. Ruhen Sie.“ Potter war bereits eingeschlafen, aber er dachte, die Worte würden Dobby etwas beruhigen. Er wollte mehr Bücher für Hermine mitnehmen, wissend, dass sie sich wahrscheinlich langweilte. Als Severus aus dem Zimmer trat, fühlte er sich, als ob eine Zentnerlast von ihm hochgehoben worden wäre. Es war schwer, das Gefühl genau zu beschreiben, aber er war sicher, dass er endlich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Ob es für Hermine oder ihn selbst war, wusste er nicht.
TBC
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