
von Lilly10
Marianne lag abends im Bett und konnte nicht einschlafen. All ihre Freundinnen schliefen schon, als sie plötzlich sah, dass die Türe kurz auf- und wieder zuging. Marianne lag alarmiert da und starrte in die Dunkelheit. Nur wenige Sekunden später fühlte sie, wie sich eine Gestalt langsam näherte und sich über ihr Bett lehnte - obwohl sie in der Dunkelheit nichts sehen konnte, wusste sie sofort, dass es Snape war. Er ließ sich über ihr nieder ohne sich zu fest auf sie zu legen und dann fühlte sie seinen Atem an ihrer Wange. Sie schloss die Augen, um seine Nähe zu genießen. Seine Fingerspitzen strichen leicht über ihre Wange, neben ihrem Ohr vorbei und über ihren Hals. Marianne seufzte leise. Sie hörte seinen langsamen Atem neben sich und ihr herz schlug schneller. Dann fühlte sie seine Lippen auf ihrem Hals. Er küsste die zarte Haut, während seine Hand über ihr dünnes Nachthemd strich. Marianne stöhnte leise auf. Sie fühlte, dass sie nass zwischen den Beinen wurde und wartete darauf, dass er sie endlich küsste. Warum machte er nicht schneller? Dann endlich zog seine Hand einen Träger ihres Nachthemds hinunter. Sein Finger strichen über ihre Brustwarze und reizte sie und sie vernahm ein Seufzen, das wohl von ihm kommen musste. Doch in der Dunkelheit konnte sie nicht einmal seine Gesichtszüge sehen.
Oh Gott! Ich will ihn unbedingt küssen, ich will, nein ich kann nicht mehr warten! Im selben Moment richtete sich Snape wieder auf und entfernte sich vom Bett.
"Nein, Professor.", flüsterte Marianne leise.
Sie streckte ihren Arm nach ihm aus und ein Schmerz durchfuhr ihren Ellbogen. Erschrocken fuhr sie auf und saß in der Dunkelheit in ihrem Bett – alleine. Verwirrt blinzelte sie und starrte in den Raum. Es war nur ein Traum gewesen. Enttäuscht und mit vor Schmerz verzogenem Gesicht rieb sie sich ihren Ellbogen, den sie sich am Sessel neben dem Bett gestoßen hatte. Und noch dazu war sie mitten in der spannendsten Szene aufgewacht, dachte sie mürrisch. Sie hätte den Traum nur zu gerne weiter geträumt...
Sie fühlte ganz deutlich das Verlangen, das sie nach ihm hatte und plötzlich merkte sie, dass ihr Höschen tatsächlich nass war. Da hatte sie also den Beweis, sie konnte es einfach nicht mehr leugnen: Das Verlangen nach ihm war real, nicht nur eingebildet.
Sie wusste nicht, ob sie sich darüber freuen sollte oder nicht. Irgendwie war ihr etwas mulmig zumute – immerhin war er ihr Lehrer. Aber trotzdem konnte sie die Erregung nicht unterdrücken. Sie wollte unbedingt wissen, wie er sich anfühlte, wie er schmeckte, wie er küsste... Langsam gewöhnte sie sich daran, dass sie diese Wünsche hatte. Sie musste sie ja mit niemandem teilen und solange sie sich unauffällig verhielt, war es ja nichts schlimmes. Auf jeden Fall würde es niemals jemand erfahren, schwor sie sich.
Marianne fieberte jedes Mal auf den Unterricht bei ihm hin und wenn es dann so weit war, wünschte sie sich nichts mehr als seine Aufmerksamkeit. Sie machte sich immer extra zurecht und trug mehr Wimperntusche auf als sie es sonst tat, doch sie bekam einfach nicht die Aufmerksamkeit, die sie sich wünschte.
Meist stauchte Snape einen ihrer Kollegen zusammen und beachtete sie kaum. Marianne jedoch ließ ihn nicht aus den Augen und beobachtete ihn – und dann spielten ihre Phantasien meistens verrückt. Sie stellte sich vor, wie er sie berührte, wie er ganz nahe vor ihr stand und... und dann brach sie ihre Gedanken schnell wieder ab.
Oh Gott, es ist so schwer, ihm zu widerstehen, dachte sie. Wenn ich doch nur wüsste, was er will!
Jedes Mal, wenn sie dann aus der Klasse trat und die Kerker hinter sich ließ, fühlte sie diese leise Enttäuschung in sich. Es kostete sie immer mehr Kraft, in seinen Unterricht zu gehen, denn das Verlangen nach seiner Nähe wurde immer größer und gleichzeitig wuchs auch die Enttäuschung, dass sich ihr Wunsch nicht erfüllte. In diesen Momenten tröstete sie sich damit, dass er ihr beim Nachsitzen bestimmt wieder mehr Aufmerksamkeit schenken würde - jedenfalls hoffte sie das - oder sie lenkte sie sich schnell mit ihren Freundinnen ab, indem sie über irgendwelche belanglosen Dinge sprach. Sie verbrachte generell so viel Zeit wie möglich in Gesellschaft, um der Versuchung zu widerstehen, in irgendwelchen Träumereien zu versinken. Sie wehrte sich dagegen und kam doch nicht dagegen an.
Marianne ging weiter wie gewohnt zum Unterricht, doch sie folgte dem Vortrag der Lehrer nicht mehr, denn ihre Gedanken weilten die ganze Zeit über nur bei ihm.
Verdammt, verschwinde endlich aus meinem Kopf, fluchte sie innerlich. Die ganze Woche lang hatte sie nur das nächsten Nachsitzen im Kopf. Wie würde er sich verhalten? Was würde passieren? Würde überhaupt etwas passieren?
Sie hoffte es so sehr und gleichzeitig auch wieder nicht. Der Gedanke erschreckte sie und doch wollte sie es unbedingt. Sofort kamen wieder diese Phantasien in ihren Kopf, sie schloss die Augen und stellte sich vor, wie er näher kam, sie sah die Knöpfe seines schwarzen Gehrocks vor sich, sie sah, wie sich seine Brust hob und senkte, wie sie zu ihm aufblickte und er sie mit seinen schwarzen Augen ansah...
Seit er sie nicht mehr anschrie, hatte sie jede Scheu vor ihm verloren und vertraute ihm völlig. Gleichzeitig war sie stolz, dass sie immer noch Zaubertränke für ihn brauen durfte.
Plötzlich hörte sie ihren Namen und sie sah erschrocken auf. McGonagall sah sie erwartungsvoll an, doch Marianne hatte nicht mitbekommen, was sie gesagt hatte.
„Äh. Wie bitte?“, fragte Marianne
McGonagall sah sie streng an.
„Miss Richis, was ist los. Geht es Ihnen nicht gut?“
„Doch, alles in Ordnung Professor.“
„Sie sehen so blass aus …“
„Wirklich? … Das ist sicher nur das Wetter.“
„Na, dann kommen Sie nach vorne, Kindchen, ich möchte Ihnen mitteilen, was das Thema Ihres Referats sein wird.“
Marianne nickte, stand auf und ging nach vorne an ihren Schreibtisch. McGonagall bemerkte Mariannes Schweigsamkeit und warf über ihre Brille einen forschenden Blick auf sie, doch dann wandte sie sich ihren Unterlagen zu.
„Hier, ich möchte, dass Sie diesen Teil durcharbeiten. Es geht darum …“
Klick.
Da geschah es wieder und Mariannes Aufmerksamkeit war weg. Sie hörte nicht mehr was McGonagall sprach, denn in ihren Gedanken fragte sie sich, wo Snape wohl gerade war und was er machte. Sie malte sich verschiedene Szenen aus, als sie McGonagalls scharfe Stimme plötzlich wieder in die Realität zurückholte:
„Miss Richis! Hören Sie mir eigentlich zu?“
Sofort fasste sich Marianne und entschuldigte sich kleinlaut:
„Es tut mir Leid Professor, was haben Sie gesagt?“
Marianne war froh, als sie fertig waren und McGonagall sie an ihren Platz zurückgehen ließ. Alles strengte sie in letzter Zeit viel mehr an, als sie es gewohnt war. Andauernd musste sie ihre Gedanken im Zaum halten und es kostete ihr viel Kraft, konzentriert zu arbeiten. Während Marianne auf ihrem Stuhl saß, fragte sie sich, was mit ihr los war. Und schon wieder sah sie ihn in Gedanken vor sich stehen, sie sah wie er sie anblickte mit seinen undurchdringlichen, dunklen Augen. Sein Blick war so intensiv, dass sie sich nicht von ihm abwenden konnte. Sie fühlte sine kurze Berührung, als wäre sie real, spürte seine Finger auf ihrer Haut, als lägen sie dort. Sie träumte davon, wie seine Hand die ihre umfasste und er sie an sich zog, träumte von seiner Brust, die sich vor ihr hob und senkte und von seinen Lippen, die ihr immer näher kamen... Doch im selben Moment schrak sie auf und verscheuchte die Gedanken sofort wieder. Was phantasierte sie da bloß, woher kamen diese Vorstellungen? Sie verdrängte sie und schalt sich selbst. Er ist mein Professor, also hör auf damit, sagte sie sich. Es war ihr schon vor sich selbst peinlich, dass sie solche Phantasien mit ihren Zaubertrank-Professor hatte. Gerade Snape, der sie so häufig nachsitzen ließ und den Ravenclaws Punkte abzog, wann immer er konnte. Was würden bloß die anderen sagen?
An diesem Abend machte sich Snape auf ins Lehrerzimmer, denn Dumbledore hatte eine Versammlung einberufen. Wie immer wenn der Direktor etwas in dieser Art verkündete, wurde Snape sofort misstrauisch und hoffte, dass er nicht wieder eine seiner abstrusen Ideen hatte.
Um Punkt acht Uhr trat Snape ins Konferenzzimmer und setzte sich. Fünfzehn Minuten später waren endlich alle versammelt – Trelawney und Hagrid waren wie üblich zu spät gekommen – und Dumbledore setzte zu seiner Ansprach an:
„Liebe Kollegen, als ich gestern gerade beim Tee saß, kam mir eine Idee.“
Snape seufzte leise. Er hatte es doch geahnt. Er hoffte nur, dass es ein geringeres Übel war als er sich ausmalte.
„Es wird dieses Jahr einen Schulball geben.“
Snape zog ungläubig die Augenbrauen in die Höhe.
„Was?“
„Wieso das?“
„Findet heuer denn ein trimagisches Turnier statt?“, fragten die anderen laut durcheinander, doch der Direktor ließ sich nicht beirren und fuhr vergnügt fort:
„Nun, ich dachte mir: Warum sollte es nur alle vier Jahre einen Ball geben. Warum sollten wir den Ball nur für unsere Gäste beim trimagischen Turnier veranstalten?“
Snape fielen auf Anhieb mindestens zehn Gründe dafür ein: Weil die geheuchelte Freude abscheulich war - weil Tanzen eine sinnlose Zeitverschwendung war - weil der pompös geschmückte Saal grässlich aussah – weil es Wichtigeres gab als zu feiern – weil er angeheiterte Lehrer nicht mochte und schon gar nicht die lärmenden Schüler...
Das alles waren seiner Meinung nach gute Gründe, doch er sprach keinen davon aus. Er wusste sowieso, dass jeder Einwand zwecklos wäre, Albus würde einfach nur lächeln und den Ball trotzdem veranstalten.
Noch immer sprachen die Lehrer durcheinander, denn sie fanden die Idee – wie könnte es auch anders sein – hervorragend. Sie waren aufgeregt und es war ziemlich laut im Konferenzzimmer.
Snape seufzte. Es war wirklich wie im Kindergarten, nicht einmal diese Erwachsenen schafften es, einmal den Mund zu halten, dachte er.
„Ruhe bitte!“, rief der Direktor.
Aber was noch schlimmer als die aufgeregten Kollegen war, war diese dunkle Vorahnung, die Snape gleichzeitig mit Dumbledores Ankündigung gekommen war. Die Vorahnung, dass alle Lehrer gezwungen sein würden, auf diesen Ball zu gehen – inklusive ihm selbst.
Und er musste nicht Sibill Trelawney sein, um mit dieser Vorhersage recht zu behalten...
Als Snape nach der Versammlung in die Kerker zurückkehrte, ging er gleich zu Bett. Es war unüblich für ihn, vor Mitternacht ins Bett zu gehen, doch nach dem Schock von vorhin war er einfach nur müde. Außerdem waren die letzten Wochen sehr anstrengend gewesen und hatten ihn ziemlich erschöpft. Er ließ sich in sein Bett fallen und fiel schon nach kurzer Zeit in einen tiefen Schlaf, doch er war unruhig und wälzte sich hin und her, während er die wirrsten Träume hatte. Mitten in der Nacht schreckte er plötzlich hoch. Er saß im Bett und starrte in die Dunkelheit. Bilder seines Traums schwirrten ihm noch im Kopf herum und als ihm bewusst wurde, was er geträumt hatte, erschrak er. In seinem Traum hatte Marianne getanzt. Ganz langsam und sie hatte dieses Kleid angehabt, das er beim Konzert an ihr gesehen hatte. Ihre Bewegungen waren so sexy und verführerisch gewesen... Doch da war auch Bellatrix gewesen, die ihn auslachte, als sie sah, dass er Marianne beobachtete... Und dann war ein Szenenwechsel erfolgt - er war plötzlich bei Voldemort gewesen, der von ihm verlangt hatte, dass er ...
Snape schüttelte den Kopf, um den Traum aus dem Kopf zu kriegen. Er wollte nicht mehr darüber nachdenken. Es war schrecklich wirr gewesen und er war froh, dass er aufgewacht war. Er legte sich wieder zurück und versuchte, weiterzuschlafen, mit der Hoffnung, den Traum in der Früh vergessen zu haben, denn er wollte bestimmt nicht darüber nachdenken, was er bedeutete. Es war schon mehr als eigenartig, dass er von Bellatrix träumte, aber von einer tanzenden Schülerin...?
Glücklicherweise (jedenfalls für ihn selbst) konnte er sich am nächsten Morgen tatsächlich nicht mehr daran erinnern. Doch als er im Bett lag fühlte er, dass seine Härte diesmal um einiges stärker pochte als sonst. Der Druck in seinem Penis tat beinahe schon weh und er spürte das viele Blut darin - wie gut es doch wäre, diesem Verlangen wieder einmal nachzugehen... wieder einmal mit einer Frau zu schlafen...
Diese Gedanken machten seine Situation nicht besser, daher stand er schnell auf und stellte sich unter die kalte Dusche, um seine Härte loszuwerden. Ganz toll, dachte er, während das Wasser über seine Haare rann und weiter hinunter über seinen Körper, dieser Tag fängt ja heute schon gut an... und abends hatte Marianne den Termin bei ihm zum Nachsitzen. Sie würde es bestimmt nicht leichter machen, seinen Körper im Zaum zu halten...
Er stieg aus der Dusche und griff nach seinem schwarzen Handtuch, um sich abzutrocknen.
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